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Sonntag, 10. Januar 2016

Gutmensch ist keine Beleidigung sondern eine Auszeichnung!

Ich habe es schriftlich: Ich bin ein Gutmensch.
Soll heißen, jemand, der naiv genug ist, sich nicht mit der Realität abzufinden.

Offenbar wird erwartet, dass man eine Meldung liest, sieht oder hört, mit den Kopf schüttelt und daraufhin die Zeitung zusammenfaltet oder den Fernseher/das Radio ausschaltet, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen sprich: Essen, trinken, schlafen und arbeiten.
Ich nehme es aber nicht einfach so hin sondern für mich beschlossen habe, darauf hinzuweisen werde ich in Schmähbriefen und emails aller Art als Wichtigtuer, unerwünschte Fremde und ( nicht zum ersten Mal ) als Gutmensch beschimpft – ein zynischer Begriff, der aber weiter Karriere macht.

Was ist das eigentlich Gutmensch, der

dieses sagt Wikipedia dazu:
"...ist sprachlich eine entweder ironische, sarkastische, gehässige oder verachtende Verdrehung des eigentlichen Wortsinns „guter Mensch“ in eine Verunglimpfung. Der Ausdruck gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“). Diesen wird vom Wortverwender eine Absicht bzw. Eigenschaft des – aus Sicht des Sprechers – übertriebenen „Gutseins“ oder „Gutseinwollens“ unterstellt, wobei diese angebliche Haltung unterschwellig als übermäßig moralisierend und naiv abqualifiziert und verächtlich gemacht wird. In der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. Die Jury kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.[2] Mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren...
...Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.[3] So würde er unter anderem als Modewort seit den 1980er Jahren für Personen verwendet, „die humanistische, altruistische, auch religiös-mitmenschliche Lebensziele und Argumente höher einschätzen als utilitaristische und ihr Handeln, ihre Politik, ihr Leben danach ausrichten.“[4] Der Begriff spielt auch an auf einen möglichen Unterschied zwischen 'gut gemeint' und 'gut gemacht'. Gutmenschen hätten gute Absichten, möchten bestimmte Probleme lösen oder die „Welt verbessern“. Ihre Handlungen und/oder die verwendeten Mittel gelten aber in den Augen derer, die den Begriff Gutmensch negativ verwenden, als zweifelhaft oder unnütz.
Gutmensch wird seit Mitte der 1990er-Jahre auch mit dem Begriff „Politische Korrektheit“ verbunden und als Anklage verstanden. Im öffentlichen Sprachgebrauch dient er durchweg als eine negativ konnotierte Fremdbezeichnung. Eine „liebevolle“ Verwendung findet sich zumeist nur in persönlichen Gesprächen, etwa für „das Herz am rechten Fleck haben“, großzügiges Verhalten oder für „übertriebenen“ Altruismus..."


Das heißt also:
In perfider perverser Verdrehung werden damit also die Menschen diffamiert und diskreditiert, die hohe ethische und moralische Werte und Ideale besitzen, die sich auch eimal für etwas anderes einsetzen als ihr persönliches Wohl, seien es die Grundwerte unserer Demokratie, eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen, bessere Bedingungen für Kinder, Frauen, Familien, Kranke, Alte und Behinderte in der Gesellschaft oder mehr soziale Gerechtigkeit im Allgemeinen. Gerne wird der Einzelne dieser Personengruppe als hoffnungslose Romantiker hingestellt, die leider nicht begriffen haben, dass der Markt sowieso alles regelt, dass gesellschaftliches Engagement Wichtigtuerei ist und Menschenrechte sowieso ein Luxus, der nur das Wirtschaftswachstum bremst.

Obwohl wahrscheinlich einst die Nazis den Begriff erfunden haben, um die Gegner der Euthanasie (sog. Gnadentod behinderter Menschen, durch langsames verhungern lassen bei Kindern, Todesspritzen, tödliche Medikation in geheimen "Kliniken". Der Beginn des Massenmordes der Menschen die nicht in die Ideologie der Nationalsozialisten passten, auch bekannt als Operation T5) um Graf von Galen verächtlich zu machen, wird der Gutmensch bis heute hinzu hemmungslos als Waffe im politischen Kampf eingesetzt, und zwar meist von den Bequemen, die vom Fernsehsessel aus stänkern und sich in satter Selbstgerechtigkeit über jene erheben, die sich fürs Gemeinwohl starkmachen.

Cool ist demzufolge, wem Ungerechtigkeit egal ist, wer ungerührt zusehen kann, wie Menschen leiden und unsere ethischen und moralischen Werte mit den Füßen getreten werden.
Noch cooler ist es jedoch, auf diejenigen einzuschlagen, die sich dagegen wehren.

Ich habe mich jetzt darum auch entschieden, den Titel Gutmensch nicht als Beleidigung sondern als Auszeichnung zu betrachten.

Nicht, weil ich mich für einen guten Menschen halte, weiß Gott nicht, davon bin ich per eigener Definition noch meilenweit entfernt.

Ehrlich gesagt lasse ich mich lieber als naive, bescheuerte Sozialromantikerin belächeln und verspotten, als zur Zynikerin zu werden oder mich wie andere in meinen Fernsehsessel zurückzuziehen, um von dort aus in satter Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit zu stänkern und jammernd in Selbstmitleid zu vergehen. Lauthals nach einem starken Mann zu rufen, der die Welt für mich regelt und zu einem besseren Ort für MICH machen soll. Dabei natürlich meine eigene Wahrheit, Vergangenheit und Geschichte wie auch mein Zutun und Versagen welches mich in diese Situation brachte auszublenden.

Schlafmützen, die ohne groß nachzudenken zu allem Ja und Amen sagen, alles glauben was sie irgendjemand wissen lassen möchte, unreflektiert alles aufnehmen was ihnen zur Rechtfertigung ihres persönlichen Unglücks gereichen kann, gibt es mittlerweile einfach schon viel zu viele.



Kurz gesagt: Ich weiche nicht und werde weiterhin unbequem für diejenigen sein, die sich ihrer eigenen Wahrheit nicht stellen können, die sich in ihrem alles vergessenden Schlaf gestört fühlen, die den Schmerz nicht ertragen wenn der Finger in die faulende und eiternde Wunde gelegt wird, die lieber blind und gelähmt bleiben wollen, die das Licht der Wahrheit nicht zu ertragen in der Lage sind.

Wem es nicht passt was ich sage oder schreibe, der soll halt das hören und lesen, was besser zu seiner persönlichen Weltanschauung passt, mich aber einfach in meiner hoffnungslosen naiven Sozialromantik belassen und mich weiterhin in Ruhe von einer besseren Welt träumen und hoffen lassen.

 

Samstag, 9. Januar 2016

Gleiches Spiel wie damals, die Nazis sind immer noch überall

Was an Silvester in Köln, Stuttgart, Hamburg, ...geschehen ist, das ist schrecklich - ohne Frage.

In Köln rotteten sich 1000 Männer zusammen, wir wissen mittlerweile das 16 von ihnen also 1,6% davon Ausländer waren.
Was mit den restlichen 994 Männern bzw. 98,4% ist wissen wir leider noch nicht, sie konnten bislang anscheinend noch nicht ausfindig gemacht werden. Doch schon schreien alle nach Abschiebung und Eindämmung der Zuwanderung/Aufnahme. Das ist widerlich. Wo lassen wir denn die 994 anderen Täter für den Fall das es sich bei ihnen um Deutsche handelt? Auf eine unbewohnte Insel oder Hallig? Oder werfen sie aus unseren Flugzeugen auf Syrien herab um der IS Einhalt zu gebieten als sog. Humane Bombardierung?

Was mit den restlichen Täter ist, jene die passiv zuschauten anstatt den Opfern zu helfen wissen wir auch nicht. Wer nicht hilft macht sich zum Mittätern, da er durch seine Passivität dem Verbrecher half seine Tat ungehindert durchzuführen. Es ist also die Straftat der unterlassenen Hilfeleistung.

Viele verbrüdern sich jetzt auch mit den Tätern und behaupten die Frauen hätten bestimmt selbst schuld gehabt, das Männer nicht zwischen Richtig und Falsch, Recht und Unrecht unterscheiden konnten. Oder es komme davon weil viele Frauen viel zu freizügig wären, viel zu schnell mit einem Mann sprechen würden, allein auf den Straßen unterwegs wären. Damit brächten sie sich selbst absichtlich in Gefahr aber auch andere "die normalen" Frauen in Verruf. Das ist geschmacklos.

Was sollen wir dagegen machen? Frauen verbieten ohne männliche Begleitung das Haus zu verlassen? Sich in Säcken zu kleiden oder am Besten noch eine Burka tragen? Nun, dann würden wir ja etwas fordern was wir doch in anderen Nationen verdammen.
Warum verbrüdern sich die Menschen überhaupt mit den Tätern und zeigen auf die Opfer? Natürlich wird es erst in dem Moment lauthals geschrien wenn die restlichen 994 Männer (eigentlich) ehrenhafte und aufrechte Deutsche sind.

Lustiger- vielmehr traurigerweise sind diese Übergriffe nicht neu, sondern offengestanden trauriger alljährlicher Standard in Deutschland. Egal ob Silvester, Oktoberfest, Wasen, Messe, .....jedes Jahr und schon zu Kaisers Zeiten passierten diese Abscheulichkeiten, egal in welchem Teil Deutschlands, aber nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen "zivilisierten" Nationen Europas wie Frankreich, England, Spanien, Italien, Polen, Tschechien, ....! Mit den Flüchtlingen, die jetzt in der EU Schutz suchen hat sie also nur recht wenig zu tun.

Neu ist nur die Dimension wie darüber berichtet wird oder das es überhaupt in den Medien präsent ist. Witzigerweise hat die Polizei Köln gemeldet, das es eine "ruhige Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse" gewesen sei. Also eine Nacht wie jedes Jahr Silvester....Standard also.

Irrsinnigerweise wird im Moment in genau das gleiche Horn gestoßen wie seinerzeit bei den Nationalsozialisten. Diese tollen Onkel und Tanten wollten damals auch die Frauen und ihre Rechte schützen, ganz besonders vor sexuellen Übergriffe durch Männer, welche ja nur durch Semiten, Untermenschen und Juden begangen wurden. Zu dieser Zeit stagnierte die Geburtenrate in Deutschland übrigens auch und die Frauen hatten recht viele Freiheiten (nun ja...im Vergleich zu vorher) durften einen Beruf ausüben und waren so gesehen nicht wirklich davon abhängig einen Mann an ihrer Seite zu haben, ähnlich wie heute. Das passte damals wie heute eine recht konservativ bzw. rückständig eingestellte Anzahl von Menschen nicht. Aber auch die übriggebliebenen Männer und Frauen für die sich einfach kein Partner finden ließ. Ehevermittler zogen übers Land und versuchten diese Menschen doch noch irgendwie unter die Haube zu bekommen. Natürlich nicht umsonst und auf die gleiche Art wie es heute Partnervermittlungen machen, nur eben ohne den Segen oder Fluch Internet.

Die Nationalsozialisten schafften es tatsächlich die Frauenrechtsbewegung auf ihre Seite zu bekommen, da sie sich ja offensichtlich für die Frauenrechte und ihren Schutz einsetzte. Am Ende waren aber die Frauen in den Vorständen dieser Bewegungen gezwungen ins Ausland zu flüchten, als die Nazis dann ihr wahres Gesicht zeigten. Sie nicht nur andere Parteien verbot sondern auch die Frauenrechtsbewegung wie viele andere Vereine und Institutionen gleichschaltete, diese umbenannte oder verbot während die Vorstände von einst verfolgt wurden....die Frauen verloren sämtlich Rechte, durften nicht mehr einer Arbeit nachgehen, Ärztinnen durften allein keine (eigene) Praxis mehr betreiben. Die Frauen wurden wieder zum willfährigen Untertanen des Mannes degradiert, den einzigen Nutzen denen man ihnen zugedachte war das gebären, versorgen des Nachwuchses und Führer, Staat und Ehemann in allen Bereichen sofort und widerstandslos zu Diensten zu sein, Schutz und Rechte hatten sie keine mehr.
Hin und wieder gab man ihnen ein wenig Zucker, ein kleines Leckerli, ein Blechschild (das Mutterkreuz) zum Anstecken in Bronze, Silber und Gold, einen Muttertag usw. Hier und da einmal ein anerkennendes Wort...ein tätscheln des Kopfes quasi und belohnen wie man es bei einem gehorsamen Hund zu tun pflegt.

Zuvor aber...wurden genau diese Übergriffe, die seit Jahren wieder und wieder stattfanden, riesengroß in Szene gesetzt und breitgetreten ebenso wie andere Themen, wie der Tierschutz z.B.!

Ständig brennen neuerdings Diskussionen auf ob das Leben lebenswert ist wenn man behindert ist, ob man ihnen nicht einen Gnadentot (sprich Abtreibung) also Genozid gewähren sollte, ob man an Silvester Raketen und Böller anzünden darf, ob man sich schminken darf, ob man Fleisch essen darf, ob man ..... darf

Alle diese Diskussionen gab es schon einmal.....und sie endeten am Ende für alle nicht nur in der Ausbeutung, sondern in der Hölle auf Erden. Auch für diejenigen die anderen zuvor die Hölle bereitet haben. Nahezu unbeheiligt blieben letztlich diejenigen die diese Hölle ausgelöst hatten, sie wählten den Freitod oder tauchten in den Untergrund ab.

Jede Personengruppe wird gegen eine andere aufgehetzt und das immer öfter.
Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen, Kranke gegen Gesunde, Kinderreiche gegen Kinderlose, Beamte gegen ALGII Empfänger, Arbeiter gegen ALGII, Arbeiter gegen Beamte, Berufsgruppe gegen Berufsgruppe, Heterosexuelle gegen Homosexuelle, Arme gegen Reiche, Ausländer gegen Inländer, Religion gegen Religion, Dick gegen Dünn, Veganer gegen Fleischesser, Tierschützer gegen Umweltschützer, Kultur gegen Kultur, Sprache gegen Sprache, Nation gegen Nation, Flüchtling gegen Migrant, ....egal was... im Moment gilt scheinbar das Motto:

Jeder gegen jeden und Gott gegen alle.
Der Sozialneid ist eine recht große Antriebsfeder - damals wie heute.
Und diesen sozialen Neid wissen die Strippenzieher im Hintergrund derzeit sehr gut für sich zu nutzen und stören immer öfter den sozialen Frieden........
Wer nicht wach ist sondern schläft fällt auf ihre Illusionen herein und wird zu ihrer Marionette.......zu ihrem Golem...

Es ist jetzt an jedem selbst, nicht zum Opfer der Bauernfänger zu werden und dieses Land mit allem was dazu gehört, nicht erneut diesen bösartigen Kreaturen auszuliefern und aus puren Eigennutz und aufgrund Bildungslücken, aus Wut, eigener gemachten schlechten Erfahrungen und eigener Vergebungsunfähigkeit oder aus Genugtuung zum Verräter der Menschheit, der Menschlichkeit, der Demokratie, und vor allen der Kinder, der Zukunft dieses Landes und der Welt zu werden.

Ich schließe mit dem Zitat der über dem Eingang der Berliner Unterwelten hängt:

 


Mittwoch, 6. Januar 2016

Kuh-a-noia

 
....eigentlich mag ich ja alle Tiere - nur eben nicht alle gleich gern.

Manche, wie Kühe und Spinnen, jagen mir aber auch -aus guten Gründen- eine Höllenangst ein. Spinnenbisse sind schmerzhafter als Hornissenstiche und gefährlicher zudem. Ostfriesische Kühe jagen in Horden (40-50 Stück) gerne kleine Mädchen durch Weiden.
Das finden viele wirklich unglaublich und erstaunlich, dass ausgerechnet ICH Angst vor diesen doch eigentlich so harmlosen Tieren habe. Aber.....
...ich hatte ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Ich war damals um 11 Jahre alt. Laufe bei uns wie eigentlich jeden Tag immer durchs "Land", wie immer eine Kuhherde dort aber anstatt wie sonst dort ganz hinten zu bleiben, kamen alle auf einmal angeprescht und hinter mir her. Habe es gerade noch so eben geschafft unter das Draht durch in den Schloot zwischen den Weiden, normalerweise hätte ich von dort ja wie immer weiterlaufen können. Blöderweise hatte sich auf der anderen Seite aber auch die gesamte Kuhherde schon versammelt. Ich habe Ewgkeiten dort gewartet das sie weggingen, taten sie aber nicht. Blieben fein stehen und schnaubte oder muhten dieses gruselig "Moooo-hüüüüüü!"
Dann biss mich während ich so da saß und hoffte das hoffentlich bald Melkzeit ist und sie weggehen würden, so eine Tigerraubspinne (die kleinen schwarz-weißen) in die rechte Hand wo die Daumenwurzel ist. Das tat so erbärmlich weh und schwoll sonstwie an, das ich aus diesem Grund beschloss irgendwie dort wegzukommen, denn diese Spinne war mit Sicherheit nicht allein sondern ihre riesige Familie lauerte bestimmt nur auf die nächste Gelegenheit.
 
Also bin ich durch den Graben, den wir Ostfriesen für gewöhnlich Schloot nennen.... durchs Brombeergestrüpp usw aus den Wallhecken gewandert...und auf beiden Seiten trotteten zu allem Elend die Kühe mit.
Am Ende hatte ich ein recht zerkratztes Gesicht, Arme, Beine, eine angeschwollene Hand (zum Glück bin Linkshänder) ..meine Schuld...weil Mädchen machen soetwas ja nicht durch die Weiden zu streifen - noch dazu allein nur von einem Pudel-Dackelmischling begleitet.

Bis zu diesem Tag fand ich Kühe toll und mache erst seit dem einen Riesenbogen um Kühe und Spinnen. Hätte ich damals gleich machen sollen, als mir mit ungefähr 5-6 Jahren eine Kuh auf den Fuß gestiegen ist, die meinem damaligen Nachbarn gehörten. Da haben sie mir schon ihre wahre Natur gezeigt, an diesem Tag hätte ich es schon wissen müssen. Nun, im Nachhinein ist man immer schlauer.  

Das nächste Mal als sie mir ganz nahe waren, war als wir hierhergezogen sind. Im Oktober 2011 war ich mit meiner Schwester und meinem Hund am Abend (es war bereits richtig dunkel und ein wenig nebelig) auf dem kleinen Wanderweg spazieren und haben uns am Ende des Weges auf die Bank gesetzt von wo aus man über einen Teil Freiburgs und andere Dörfer wie Wittnau schauen kann. Das war echt gruselig. Die ganze Zeit hörte ich irgendetwas...dachte aber "Bildest du dir ein! Sag bloss nichts, deine Schwester erklärt dich für verrückt und vollends übergeschnappt!" ..sie hat das gleiche gedacht und irgendwann war da ...ein merkwürdiges Schnauben urplötzlich ganz nah hinter uns...nicht wie von einem Pferd, das klingt immer freundlich sondern ein unfreundliches Schnauben...ich dreh mich um und ein,  so ein richtiges riesiges Mördervieh von Kuh steht knapp einen Meter hinter uns...mit einem Satz war ich auf den Beinen so schnell wie noch nie......der Schreckensschrei von mir hat nicht nur meine Schwester erschreckt....nein....er hat alle anderen Monster neugierig gemacht, das sie auch mal vorbeischauten wer sich da wohl gerade schweißgebadet und zitternd zum Narren macht. Bis zu diesem Tag hat es keiner gewusst, das ich eine Sche.ßangst vor Kühen habe.

Eine sehr gute Freundin von mir, Bäuerin mit über 120 Kühen behauptet zwar immer, die Kühe von damals hätten wohl nur gedacht ich wollte ihnen eine neue Weide zeigen...aber ganz ehrlich.... ich glaube ihr kein Wort...Kühe sind verflixt blutrünstige Tiere - basta. Das Gegenteil von Pferd, Hund, ...kommen von der Gefährlichkeit gleich nach Tiger, Löwe, Hai,Wolf, ....usw. . Bei Vollmond sind sie bestimmt noch gefährlicher als Werwölfe....also quasi  Werkühe.
Im letzten Sommer standen auf dem Berg hinter unserem Haus auch Kühe - ich bin den Weg in dieser Zeit nicht gelaufen sondern habe eben einen anderen Weg auf den Berg gewählt und bin diesen dann zurückgelaufen....ich traue dem Drahtzaun usw nicht. Also laufe ich halt die doppelte Strecke, Hauptsache ich muss nicht daran vorbei.

Ich habe nichts gegen Kühe, wirklich nichts - zumindest nichts das wirkt. ;-)
Ich mag Kühe - wirklich ich mag sie, aber nur wenn sie min. 10 m Abstand von mir haben.
Eine Freundin wollte aber dennoch, für mich absolut unverständlich, kurz vor Weihnachten und beim Wichteln Kühe - hier sind sie also! Auf dem Dach und so, einfach nur um einmal ihre Gefährlichkeit zu zeigen und das meine Kuh-a-noia durchaus eine Daseins-Berechtigung in meinem Leben findet. ;-)

Freitag, 1. Januar 2016

Für was steht deine Gesellschaft?!

"What will your civilization stand for?"
"Für was wird deine Gesellschaft stehen?" bzw. "Für was steht DEINE Gesellschaft?"

Eine Frage mit der wir uns vielleicht ALLE ein wenig häufiger beschäftigen sollten:
Für was steht unsere Gesellschaft tatsächlich und was kommt in anderen Ländern der Welt davon an?! Als was wird sie und unser Zeitepoche in die Geschiche eingehen?
...
Ich liebe dieses Lied, seit dem Tag vor Jahren wo ich es zum allerersten Mal gehört habe (Nein, nicht in einem Videospiel oder in der Werbung!).
Hier sind die Lyrics:
Baba yetu, yetu uliye
Mbinguni yetu, yetu, amina!
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Baba yetu, yetu uliye
Mbinguni yetu, yetu, amina!
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Utupe leo chakula chetu
Tunachohitaji utusamehe
Makosa yetu, hey!
Kama nasi tunavyowasamehe
Waliotukosea usitutie
Katika majaribu, lakini
Utuokoe, na yule, milelea milele!
Baba yetu, yetu uliye
Mbinguni yetu, yetu, amina!
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Baba yetu, yetu uliye
Mbinguni yetu, yetu, amina!
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Ufalme wako ufike utakalo
Lifanyike duniani kama mbinguni. (Amina)
Baba yetu, yetu uliye
Mbinguni yetu, yetu, amina!
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Utupe leo chakula chetu
Tunachohitaji utusamehe
Makosa yetu, hey!
Kama nasi tunavyowasamehe
Waliotukosea usitutie
Katika majaribu, lakini
Utuokoe, na yule, simama mwehu
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Baba yetu, yetu, uliye
Jina lako litukuzwe.
Die Übersetzung ist denkbar einfach, sie sollte von den meisten einfach und problemlos von Swahili ins deutsche, englische oder oder ...übersetzt werden können, von jedem der sich "Christ" nennt oder auch schimpft und in einem "christlichen geprägten" Land lebt und permant dessen Werte vor irgendwelchen (oft imaginären) Feinden verteidigen will erwarte ich es sogar.... denn es ist ein seit etwa 2000 Jahre alter, bekannter und immer noch aktueller Dauerbrenner....
das "Vater unser

 

Neujahrskoffer

Das alte Jahr ist zum Glück endlich futsch,
ich hoffe wir sind alle gut reingerutscht.
Ich packte gestern meinen Koffer für 2016 und in meinen Koffer packte ich:

Lissa, denn sie gab mir an Weihnachten mit ihrem wundervollen Geschenk, das unglaubliche Gefühl eine Prinzessin aus dem Märchen zu sein. Sie ist eine sehr starke und mutige Frau, die die Dinge beim Namen nennt und nicht schweigt, sich unermüdlich für die Menschen einsetzt die sie liebt, auch wenn man es ihr selten dankt.
Hanna, denn irgendwie weiß sie sowieso immer alles was mich bewegt, sie lacht mit mir über meine scheußlich-schönen Nachbarschaftserlebnisse und Schulerlebnisse meiner Kinder, außerdem freue ich mich auf unseren Besuch bei ihr im Februar, denn es bedeutet: normale Menschen, draußen nicht auf Zehenspitzen gehen müssen, denn der Nachbar ist kein Musiker mit empfindlichem Gehör, ders Nachts wahrscheinlich auch die Flöhe husten hört, und außerdem ist Karneval in Köln. Ich liebe unseren Kaffeeplausch am Telefon - egal zu welcher Uhrzeit.
Maren denn mit kaum jemanden kann man so herzhaft lachen wie mit ihr, teilt den gleichen Sinn für trocknen aber auch schwarzen Humor, macht oft ähnliche Erfahrungen wie ich selbst (sie schon machte), teilt die gleichen Wünsche, Träume wie ich, außerdem ist sie mein Testleseopfer und gibt mir die notwendigen Impulse zum Weiterschreiben. Sie ist mein Gegenpart wo sie still wird werde ich laut, sie beruhigt mich und ich aktiviere sie gemeinsam sind wir schon eine recht gute Mischung, wie ich meine. Ich liebe ihre Kommentare, den feinen Witz, die Ironie und das "being very british"
Simone, denn sie spricht ähnlich schnell und laut wie ich, ist nicht nur im Job sondern besonders privat äußerst kreativ und talentiert. Ich liebe deine Offenheit und Ehrlichkeit, am meisten aber unsere kleinen Frotzeleien und anderen Liebenswürdigkeiten. Nebenbei hat auch sie immer wieder mit den irrwitzigen Idiotien der Menschheit zu tun. Ich genieße unsere "kurzen" und spontanen Telefonate zwischendurch. Ich freue mich auf unseren nächsten Kaffee.
Sandra, denn sie denkt ständig und meist zeitgleich über das Gleiche nach wie ich, wie sie selbst auch immer wieder zugibt. Ich liebe ihre Kommentare, ihre Empörung & Entrüstung die meiner so sehr gleicht, aber auch ihren Humor und das "being very british". Aber auch Die Idee mit dem Buch ist eine richtig gute gewesen. Außerdem freue ich mich auf den Kaffee mit ihr.
Iris, denn welche Mutter traut sich schon in den Sommerferien, allein mit Kindern durch Europa zu reisen? Noch dazu mit 7 Stück?! Eben, eine mutige und starke Frau, noch dazu ist sie ein aufgehender Stern am deutschen Fernsehhimmel, ein äußerst talentierter und vielseitiger Mensch.
Sonja denn ich liebe ihre unermüdliche Arbeit gute Lebensmittel herzustellen und damit die Lebensqualität vieler zu gewährleisten, viele Bauern könnten sich von ihrer Art der nachhaltigen Landwirtschaft eine dicke Scheibe abschneiden. Ganz besonders mag ich aber ihre Strickwut, ihre Kekse und die Art wie sie die Welt zu sehen pflegt.
Daniela, denn sie hat eine wunderbare Sicht auf die Welt und sie kocht die ständig wunderbarsten Gerichte, ganz einfach so. Ich liebe ihre Art und Weise die Dinge beim Namen zu nennen, ihre Weltsicht und alles was sie so macht.
Eva-Maria denn ich mag die Geschichten über ihre Erlebnisse mit der Nachbarschaft wie die Baumgeschichte, die Wohnmobilgeschichte, aber auch die Schulgeschichten, sie spiegeln so oft mit meinen eigenen.
Katrin denn sie ist eine unwahrscheinlich starke Frau, egal wie hart ihr der Wind auch ins Gesicht schlägt, sie gibt nicht auf und ist nicht kleinzukriegen. Wenn sie fällt, bleibt sie nicht liegen, sondern steht wieder auf. Sie ist ein wunderbarer Mensch, auch wenn andere sie leider nicht immer so behandeln.
Jeannette denn ich schätze ihre Offenheit und Ehrlichkeit, ihren Mut sich den Problemen des Alltags wieder und wieder zu stellen, nicht aufzugeben sondern weiter zu kämpfen, ihren Weg weiterzugehen. Sie ist eine ganz starke und tolle Frau.
Andrea, denn sie hat eine wunderbare Art zu schreiben, eine tolle Weltanschauung und ist auch sonst ein ganz prima "Kerl".
Rahel, denn ich liebe ihren unerschütterlichen Glauben, ihre Marmeladen, Kalender, Sprüche, Zitate, ihre Sicht auf die Welt und Dinge.... und noch ein so vieles mehr. Außerdem freue ich mich schon wie verrückt auf das Konzert im Juli, auf den August, ihren Besuch und ihre Familie.
Monika  denn ich halte sie (gemeinsam mit ihrer Familie und 5 weitere Familie) für einen der normalsten, freundlichsten, hilfsbereitesten und ehrlichsten Menschen die es hier im Gemeindegebiet gibt, im Gegensatz zu den ...hust, hust... lassen wir das. Außerdem liebe ich ihren Kuchen, die Art wie sie durchs Leben tanzt, erinnert mich immer irgendwie an eine Elfe die anmutig durch die Welt springt, im Einklang mit sich selbst und allem um sie herum.
Tanja denn ich liebe ihre Kommentare und ihre Sicht auf die Dinge, ihre unvoreingenommene Art. Ich habe mich an deinen Vorschlag gehalten und das Buch begonnen zu schreiben, mittlerweile habe ich 3 vollendete und arbeite an dem Expose für das erste.
Monika, denn wir teilen eine so gut wie lebenslange Freundschaft, haben ähnliche Interessen, Erfahrungen und eine recht ähnliche Weltsicht, auch wenn wir vielleicht nicht immer der gleichen Meinung sind.
Sanaa & Mohamad denn sie sind unwahrscheinlich mutige und offene Menschen, verfügten nach nur 10 Monaten über stellenweise bessere Deutschkenntnisse als so mancher Deutscher selbst, wie ich nicht nur hier bei Facebook regelmäßig zu lesen in der Lage bin. Respekt für ihre Leistung, den Mut, dieses Vertrauen, diese Offenheit, diese Integrationsfähigkeit, diese Leistung Menschen so zu akzeptieren, respektieren und tolerieren wie sie sind ....davon kann sich so mancher Deutscher eine riesige und dicke Scheibe abschneiden. Ihr seid ganz tolle Menschen, Freunde und Eltern bleibt so wie ihr seid, denn besser geht es kaum.

Und als allererstes habe ich selbstverständlich meine Kinder eingepackt: Jan-Lucas, Janneke-Marie, Niels-Oliver, Neele-Sophie, Fentje-Amelie, Timm-Niclas und Sven-Ole!

Denn sie sind meine Sonne,meine größte Stärke, mein stärkster Antrieb, meine allergrößte Liebe, das allerwichtigste, mein bester Kompass, meine Navigatoren, mein Radar, das Allerbeste vom Besten.....kurz gesagt: MEINE WELT UND MEIN LEBEN!


Und dann gibt es noch ganz viele andere Menschen, die ich hier leider gar nicht alle einfügen kann, weil es den Rahmen sprengen würde, es einfach zu viele sind. Seien es Ärzte, Lehrkräfte, Pflegepersonal, Angestellte, ....die einfach nach ihrer eigenen Definition: "einfach nur meinen Job gemacht" haben. Für uns war es bedeutend mehr als nur das, es hat uns mehr oder weniger überleben und nicht verzweifeln lassen, neue Hoffnung gegeben, Vertrauen in uns und unsere Umwelt, aber auch gezeigt das wir nicht allein sind. Genau dieses "nur meinen Job gemacht" macht für viele die Welt ein bisschen wärmer, ein wenig  heller und ein weniger bedrohlicher.

Um es kurz zu machen: Ich packe die Menschen in meinen Koffer, die mir im nicht gerade einfachen 2015 wieder und wieder Mut machten, sich mit mir Empörten, den Halt und die Sicherheit gaben, die unerschütterlich und unbeeindruckt an meiner Seite standen ganz egal wie stark der eisige Wind mir auch ins Gesicht schlug. Egal auf welche Art und Weise, sie waren einfach da. Natürlich sind da auch noch diejenigen die mir das Leben im letzten Jahr schwer gemacht haben und für allerhand der Probleme verantwortlich waren. Manche trieben nicht erst seit 2015 ihr Unwesen in meinem und dem Leben meiner Kinder ihr Unwesen, sondern schon bedeutend länger!Ihnen bin ich zutiefst dankbar, denn sie zeigen mir wie ich niemals werden möchte, wo ich nie landen möchte und vor allen Dingen "Wie ich niemals von einem Kind dieses Ansehen bekommen oder in Erinnerung bleiben möchte!" 

Die genannten sind einfach diejenigen die im besonderen Maß aus der breiten Masse herausragten. Sie sind für mich "Menschen 2015", auch wenn sie nicht im Fernseher auftauchen und für ihre Taten gelobt werden.
Sie sind die im Hintergrund, diejenigen die niemand sieht, aber tatsächlich dafür sorgen das die Welt ein besserer Ort für jedermann wird und werden kann. Man wird ihnen keine Stein gehauenen Denkmäler setzen, aber wer ein Denkmal verdient braucht keines und wer eines braucht verdient keines, nicht wahr?!
Ich freue mich auf ein neues Jahr mit ihnen und in ihrer Begleitung.
Außerdem habe ich meine Liste mit Vorsätzen eingepackt:
"Ich stehe nicht mehr zu Verfügung"
"Bis hierhin und nicht weiter"
"Ich bin nicht Jesus"
"Neinsager sind cooler als Jasager!"
"Ich trage nicht die Verantwortung für dein Gefühl"
"Selbstliebe ist kein Egoismus"
"Was interessiert mich das Geschwätz der Leute"
"Grenzen wahren, achten und verteidigen geben jedem mehr Sicherheit, Freiheit und Frieden - just do it!"
"Ich muss die Erwartungen, Wünsche und Träume anderer nicht erfüllen!"
"Meine Wahrheit muss nicht die Wahrheit eines anderen sein!"

In diesem Sinne: Prost Neujahr - möge es nicht nur bekommen sondern auch besser werden als 2015



 






Mittwoch, 30. Dezember 2015

Typisch ostfriesisch - Rullerkes

Wenn draußen eine steife Brise weht, der Regen auf die Dächer peitscht und die Temperaturen in den Keller gehen, dann ist es Winter und die kalte raue Zeit zieht in das Land am Meer.
Die Menschen rücken wieder mehr zusammen - in den Dörfern und auf den Warften in Ostfriesland, wird es an einem Ort in Ostfriesland besonders gemütlich: in der Teestube. Hier, wo man platt proot und man zu jeder Tageszeit „Moin“ ruft, zelebrieren die Ostfriesen außerhalb ihrer Häuser ihre "Teetied".
Jetzt ist aber auch die Zeit der Feste.
Hier in der Nähe zum Wasser wurden große Festlichkeiten und besondere Gelegenheiten zum Feiern nach Möglichkeit in die Wintermonate gelegt. Denn dann waren die Seeleute und Schiffer mit ihren Kähnen und Schiffen im Hafen, sie lagen vor Eis bis zum Tauwetter im Frühjahr.
Zu dieser Jahreszeit gehören auch viele Spezialitäten, die es so NUR in Ostfriesland gibt!
Eine davon ist der Neujahrskuchen, auf plattdeutsch "Rullerkes" genannt. Zubereitet wird er jedoch ab Mitte November, obwohl wir Ostfriesen es heftig bestreiten, ist der Neujahrskuchen gar kein Kuchen, sondern eine Mischung aus Waffel und Hippe. Die Bezeichnung "Rullerkes" kommt vom Drehen der flachen Waffel nach dem Backen zu einer Trichterform oder einem langen, hohlen Röllchen.
Die Ostfriesen waren nicht mit Reichtümern gesegnet, doch wollten auch sie, gerade zur Winterzeit, ihrem Besuch etwas Besonderes bieten, die Rullerkes. Jede Familie hatte ihr Neujahrskucheneisen, welches vom Dorfschmied hergestellt wurde. Oft verzierten Monogramme und Motive die etwa kuchentellergroßen Eisenscheiben mit langem Stiel. Diese Eisen wurden in den offenen Kamin oder auf den Ofen gelegt.
Typisch waren diese Monogramme bei jungen Paaren. Beispielsweise bei einem Eisen aus dem Jahr 1852, hergestellt von einem Dorfschmied aus Bunde für ein junges Brautpaar zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest.
Heute hat fast jede ostfriesische Hausfrau ihr spezielles elektrisches Eisen. Es wird erzählt, das in manchen Dörfern um diese Jahreszeit regelmäßig der Strom ausfiel, weil gleichzeitig alle Hausfrauen die elektrischen Waffeleisen benutzten. Das Backen und Rollen dauerte oft 4-5 Stunden und länger, da fast immer für Familienmitglieder mitgebacken wurde und auch manche Waffel in dieser Zeit verzehrt wurde.
Natürlich darf bei der Zubereitung nicht die ostfriesische Teezeremonie fehlen - ein Stövchen auf dem Tisch, eine Kerze und der duftende Tee laden zu einem langen gemütlichem Beisammensein ein.

Das Aufbewahren der Rullerkes ist natürlich genauso wichtig, beispielsweise in einer großen Teedose oder in einer "Melkboom" (Milchkanne). Trifft sich die Familie zum Teetrinken, wird das Gebäck dann etwas stilvoller gereicht: mit frischgeschlagener Sahne und "Kinnertoen" (Branntweinrosinen) oder mit etwas "Karnel" (Zimt).
Die Spezialitäten in der Region Ostfriesland werden fast alle aus einfachen landestypischen Zutaten hergestellt. Torte oder auch anderes Gebäck war und ist hier nicht so verbreitet wie die Rullerkes. Natürlich gibt es auch ganz traditionelle Torten, Kuchen und Kekse die es auch NUR in Ostfriesland gibt, ebenso wie gewisse Gerichte, Süßigkeiten und Brote.
Traditionell werden "Rullerkes" an Neujahr angeboten, wenn die Nachbarn und Freunde einander einen Besuch abstatten und sich mit „Moie Nieuwjohr – sünt de Koken all klor?“ („Schönes neues Jahr – sind die Kuchen schon fertig?“)begrüßen
Beim sog. "Nieuwjohrsloopen" (Neujahrslaufen) geht man von Haus zu Haus und "winnt" seinen Nachbarn „een Goede“ oder „moie Nieuwe (johr)“ ab. Jeder bekommt dann einen Schnaps eingeschenkt und die Schale mit den Neujahrskuchen wird gereicht. Natürlich müssen dann auch die "Rullerkes" der Hausfrau gelobt werden, in fast jedem Haushalt wird an diesem Tag über die Zubereitung der Neujahrskuchen gefachsimpelt, denn so unterschiedlich wie die Familien sind, so unterschiedlich sind auch die Rezepte. Jede Familie hat ihr ganz spezielles Rezept, in jedem Haushalt schmeckt diese Spezialität anders. Die Rezepte sind in der Familie immer von Mutter zur Tochter oder Schwiegertochter weitergegeben worden, jede schwört auf ihre Zutaten und Handhabungen in der Zubereitung. Diese Tradtion hat sich bis in die heutige Zeit hin erhalten.
Unsere „Rullerkes“ wurden nach dem Rezept unserer Familie, genauer dem Rezept meiner Oma (mütterlicherseits), zubereitet.
Sie schmecken wie immer und genau richtig, wie ich sie anders nicht kenne und/oder auch nicht mag.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Aufbruch in die Feiertage...

Ich verabschiede mich in die Feiertage mit einem Gedicht und einem Bild von unserem Weihnachtsbaum. Allen meinen Freunden und Geschwistern nicht vom Blute sondern im Geiste aus dem Hühnerstall rufe ich ein freudiges:
"FROHE WEIHNACHTEN!"
zu.
Und hier dann jetzt der sog. Irische Segensspruch
Geh´ deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast,
und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.
Steh´ mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht,
aber gib dich selbst nicht auf dabei.
Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar
und höre die anderen auch an,
selbst die Unwissenden, Dummen -
sie haben auch ihre Geschichte.
Laute und zänkische Menschen meide.
Sie sind eine Plage für Dein Gemüt.
Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit Dich erwarten.
Denn es wird immer größere
und geringer Menschen geben als dich.
Erfreue dich an deinen Erfolgen und Plänen.
Strebe wohl danach weiterzukommen,
doch bleibe bescheiden.
Das ist ein guter Besitz
im wechselnden Glück des Lebens.
Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften.
Die Welt ist voller Tricks und Betrug.
Aber werde nicht blind für das,
was dir an Tugend begegnet.
Sei du selbst - vor allem:
heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst.
Doch denke nicht verächtlich von der Liebe,
wo sie dich wieder regt.
Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt soviel
Dürre und wächst doch voller Ausdauer,
immer neu, wie das Gras.
Nimm den Ratschluss deiner Jahre
mit Freundlichkeit an.
Und gib deine Jugend mit Anmut zurück,
wenn sie endet.
Pflege die Kräfte deines Gemüts,
damit es dich schützen kann,
wenn Unglück dich trifft,
aber überfordere dich nicht durch Wunschträume.
Viele Ängste entstehen durch
Enttäuschung und Verlorenheit.
Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir.
Im übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.
Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger wie die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht -
ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so,
wie sie es soll.
Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst.
Und was auch immer deine Mühen und Träume
sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens -
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.
Mit all´ ihrem Trug, ihrer Plagerei
und ihren zerronnenen Träumen -
die Welt ist immer noch schön
 
Gedicht von Max Ehrmann aus dem Jahr 1927
(einer Legende zufolge "Irischer Segen" aus dem Jahr 1692

Montag, 21. Dezember 2015

Weihnachtszauber...

Gerade klopfte es leise, ganz sachte an unserem Fenster und ein Helfer des Weihnachtsmannes (das Christkind wurde schließlich auch erwachsen und zu einem Mann, der sich für die Menschen, ihre Sünden selbstlos opferte und eiskalt für seine Idee ermordet wurde, wie wir alle wissen. Darum erlaube ich mir als Christ auch Weihnachtsmann zu sagen!!!) stand plötzlich und vollkommen unerwartet mit einem wundervoll glitzerndem Paket vor unserer Tür.

Es war einer dieser Momente voller Magie und Zauber, die Überraschung war perfekt, denn es kam für mich vollkommen unerwartet. Niemals hätte ich damit gerechnet oder es gar erwartet. Es hat mein Herz wirklich sehr berührt, denn diese Gabe kommt nicht nur von Herzen sondern von Menschen die selbst bereits alles verloren haben und heute nur noch das notwendigste besitzen, von vielen verachtet und unerwünscht. Ihr Leben in gesicherten Verhältnissen, ihre Familie, ihre Freunde, ja selbst ihre Heimat haben sie verloren!
Es kommt von einer Flüchtlingsfamilie. Sie machten sich vor 19 Monaten mit einem Kleinstkind auf eine abenteuerliche und strapaziöse dreimonatige Reise. Bewaffnet nur mit der Hoffnung auf Sicherheit. Er ist in Syrien ein Rechtsanwalt gewesen, gehörte damit also nicht zur Unterschicht. Sie hatten ein schönes Heim, viele Freunde und die Familie in ihrer Nähe. Sie waren angesehen und hatten keine Sorgen. Sie führten ein glückliches und zufriedenes Leben im eigenem Heim. Es fehlte ihnen an nichts, eine schöne und moderne Einrichtung wie auch Fernseher, Laptop, Smartphone waren für sie wie für jeden anderen eine Selbstverständlichkeit.
Bis zu jenem schicksalshaften Tag wo die Truppen Assads in das Dorf in dem sie und der Großteil ihrer Familien lebten einfiel, wahllos wurden Männer, alte wie auch junge, brutal getötet, darunter über 50 Familienangehörige, das halbe Dorf wurde binnen kurzer ausgelöscht. Das einziges Verschulden dieser Menschen war es, neutral zu sein, zwischen Regierung und Opposition zu stehen. Sie besaßen fatalerweise wie so viele andere den Glauben "Der Präsident eines Volkes, muss sein Volk vor Gefahren schützen und nicht bedrohen oder gar die Gefahr selbst sein!" Sie waren keine Regierungsgegner und Rebellen sondern einfache Menschen der Mitte wie sie für uns Europäer mittlerweile so selbstverständlich ist, dass man zwischen zwei Lager stehen kann ohne deshalb ein Verräter, ein Nationalsozialist oder Antidemokrat ist. Aber wer in den letzten Jahren in Syrien lebt, muss sich letztlich für eine der Kampfseiten entscheiden. Die Seite die er wählt, beschützt dann vor der anderen Seite. Wer es nicht macht, ist dem sicheren Tod geweiht, er verliert jegliche Sicherheit, denn wer in der Mitte steht, ist nicht neutral sondern der Feind beider Seiten. Das Assad böse ist, das bedarf mit Sicherheit keiner erneuten Erwähnung, dass die Rebellen oder Opposition alles andere als Engel sind, sollte auch hinläufig bekannt sein. Auch diese Familie konnte sich nicht für eine Seite entscheiden, denn beide Seiten waren falsch und richtig. Wie es vielen von uns hier in Deutschland geht. Eigentlich ist man irgendwie immer SPD-Wähler gewesen, findet zwar einiges an dieser Partei und ihrem Programm falsch, schaut was die CDU zu gewissen Themen zu sagen hat hält auch vieles davon für richtig sagt aber auch die Grünen haben durchaus tolle Ideen und ein Programm das einem in bestimmten Bereichen durchaus zusagt, aber das hat wiederum auch die FDP in noch anderen Dingen. Einmal kann man problemlos mit der Regierung im Amt ist rein gar nichts anfangen und ein anderes Mal entspricht sie genau der eigenen Auffassung.
Manchmal steht man wirklich zwischen den Stühlen und kann einfach keine Entscheidung fällen oder eine Seite bevorzugen, weil beide sowohl richtig als auch falsch sind. Und dann steht man eben in der Mitte, umzingelt von vielen und sucht sich letztlich nach langem hin und her, dasss aus was am Besten zu einem passt. Manchmal hat man aber auch keine Meinung zu irgendetwas.Für uns ist es selbstverständlich und normal, in Syrien ist dieses aber seit Jahren alles andere als eine Selbstverständlichkeit oder Normalität. Man muß wählen, wenn man überleben will oder ein klein wenig Sicherheit in unsicheren Zeiten möchte.
Diese Familie konnte sich nicht für eine Seite entscheiden, denn beide Seiten waren falsch für sie.
Sie selbst blieben von dem Massaker wie durch ein Wunder verschont, denn per Zufall kamen sie an diesem Tag erst später als sonst nach Hause, der Besuch eines Arztes mit ihrem kranken Baby und eine Reifenpanne auf dem Heimweg waren ihr Glück.
Am nächsten Tag half er gemeinsam mit den anderen Überlebenden und seinen bloßen Händen diese Menschen zu Grabe zu tragen. Die Regierungstruppen waren weitergezogen, waren zwar noch nicht weg und immer noch eine Gefahr, aber auch die IS rückte währenddessen immer näher.

Sie fürchteten um ihr Leben und vor allen Dingen um das ihres nur wenige Wochen alten Kindes. Sie beschlossen daraufhin also in den Libanon zu flüchten, welches die Menschen selbstverständlich aufnahm.
Dort verrichtete er Arbeiten, für die er nicht nur nicht ausgebildet war sondern auch körperlich überhaupt nicht geeignet war. Er verdiente soviel, das es gerade für eine Einraumwohnung und das tägliche Überleben ausreichte, während er schwere Arbeit verrichtete. Anders als in Deutschland wiegen dort die kleinen Steine 45kg und die großen 75kg. Es war also ein Knochenjob. Er gab nicht auf, merkte aber das ihn seine Kraft mehr und mehr verließ, permanente und unerträgliche Schmerzen. Er merkte das er kränker und kränker wurde und wusste das er diese Arbeit nicht mehr lange würde verrichten können. Seine größte Angst war es, zu krank zum Arbeiten zu sein, als Bettler auf der Straße zu landen und damit seine Familie nicht nur nicht mehr ernähren zu können und in tiefster Armut zu landen, sondern sie damit letztlich dem Hungertod preiszugeben. Des weiteren rückte die IS immer mehr auf den Libanon zu, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auch den Libanon unter ihre Terrorherrschaft bringen würden. Sie beschlossen erneut zu flüchten, eine dreimonatige und recht abenteuerliche Reise folgte daraufhin. Wohin nach Europa war ihnen egal, die Hauptsache war "Einfach in Sicherheit und Frieden zu sein!"

Irgendwann kamen sie dann endlich in Italien an, man verfrachtete sie ein paar Tage später nach Paris. Dies erschien ihnen sinnvoll, denn französisch sprachen sie, jedes Kind lernt im Libanon oder Syrien in den Schulen von Anfang an libanesisch/französisch oder syrisch/französisch. Sie wären also in der Lage gewesen sich ein wenig mitzuteilen und die Menschen zu verstehen.
Dort waren sie aber gerade eine Nacht als es für sie hieß "Morgen geht es nach Berlin - Deutschland nimmt Sie als Flüchtlinge auf!"
Dieses war erst einmal ein riesiger Schreck, denn sie sprachen kein einziges Wort deutsch und mussten diese Sprache erst einmal komplett neu erlernen. Berlin war natürlich nicht ihr endgültiges Ziel sie wurden noch ein paar Mal hin und her geschoben, bis sie am Ende in der tiefsten Provinz Baden-Württembergs landeten. In einer kleinen muffigen als auch feuchten 2-Raum Wohnung, welche vor gar nicht so langer Zeit ein einfacher Keller gewesen war, dessen Boden gefliest war, in einem Haus das niemand überhaupt hatte mieten wollen. Andere wurden auf dem eiligst hergerichtetem Dachboden des Bauhofes im Ort untergebracht.
Also nichts wo ein Deutscher der noch einigermaßen klar bei Verstand ist, freiwillig eingezogen wäre und vor allen Dingen nicht zu diesem Preis bei dem Zustand.

In ihrer Wohnung gab es eine sehr alte Einbauküche, die irgendwann einmal in den 70igern oder frühen 80igern modern gewesen ist, auch die Eckbank und der Tisch waren sehr abgenutztes Mobiliar. Auf dem Boden fanden sich ausgetretene oder vielmehr zertretene Teppiche, ebenfalls aus dieser Zeitepoche. Im Wohnzimmer befanden sich dann drei uralte und fleckige Sofas. Das Schlafzimmer war ebenfalls alt, ich kann mich erinnern das meine Eltern eine ähnliche Schlafzimmereinrichtung besaßen, damals in den 70igern angeschafft und bereits Mitte der 80iger entsorgt. Es war also alles in allem sehr spärlich und äußerst ärmlich eingerichtet. Von ihren Nachbarn, allesamt alteingessene und ausschließlich Deutsche. Der Vermieter ließ sich natürlich im Dorf als sehr sozial feiern, dass er das Haus (was kein einziger Deutscher zuvor gewollt hatte obwohl der Ort an sich sehr begehrt ist) vollkommen selbstlos für Flüchtlinge bereitstellte. Wahrscheinlich glaubte er es selbst auch, dass er selbstlos und sozial wäre, die Mieteinahmen die er von der Gemeinde durch diese Flüchtlinge, zu der die Gemeinde gezwungen war aufzunehmen,  vergaß und übersah er dabei wohlwollend. Die Nachbarn beäugten die Fremden natürlich skeptisch, einige grüßten sie nach einigen Monaten zaghaft.   
Diese Familie schien dieses jedoch alles gar nicht zu bemerken, sondern waren einfach nur glücklich in Deutschland zu sein. So schien es, außer man fragte sie nach ihrer Heimat, dann nahmen die Augen einen sehr wehmütigen Ausdruck an.
Unser Sohn machte uns miteinander bekannt, es war eine dieser typischen Situationen zu denen nur Kinder in der Lage sind sie herbeizuführen. Er fragte mich damals, als er die beiden im Bus miteinander sprechen hörte "Welche Sprache sprechen die beiden?" laut genug um nicht überhört zu werden. Zuvor hatten wir uns im Bus zwar öfter gesehen und gegrüßt, aber keiner von uns traute sich den anderen anzusprechen.
Der Mann lächelte ihn an und gab ihm die Antwort, ehe ich noch antworten konnte "Wir sprechen arabisch und ein wenig deutsch!" Mein Sohn grinste und freute sich diebisch. "Wo ist Arabien?" war seine nächste Frage. Der Mann lächelte "Arabien ist kein Land, es sind viel Länder!" Mein Sohn überlegte kurz "Welche Ländern sind denn Arabien!" und gemeinsam überlegten wir welche Länder zu Arabien gehörten und beantworteten seine Frage. Ab diesem Tag war das Eis gebrochen, wir grüßten uns nicht nur, sondern sprachen immer öfter miteinander. Eines Tages lud ich sie zum Kaffee ein, ich habe meinen Lebtag noch keine Augen so glücklich strahlen sehen. Sie fragte mehrmals nach ob ich es wirklich meinen würde. Als sie dann kamen, konnten sie ihr Glück immer noch nicht so wirklich fassen. Sie luden uns dann ein paar Tage später zum Abendessen ein. Ich muss dazu sagen, zu dieser Zeit war Ramadan. "Ich würde Sie gerne zum Abendessen einladen, wenn Sie wollen, aber es ist Ramadan, ist das erst gegen 21:00 Uhr."
Es war ein unglaublich schöner Abend, am Anfang entschuldigten sie sich das es "nur" syrisches Essen gab.

Und dann bekam er endlich nach über 18 Monaten in der Provinz die Erlaubnis studieren zu dürfen. Sie waren so glücklich, endlich konnten sie etwas tun, endlich nicht mehr zu Hause sitzen und die Zeit totschlagen müssen. Endlich sich nicht mehr wie Schmarotzer fühlen (das taten sie wirklich).  Endlich wieder ein Sinn im Leben. Sie mussten dazu erneut umziehen und wohnen heute in Ludwigshafen. Ich hatte ihnen zu Weihnachten ein kleines Paket mit den alten Bilderbüchern unserer Kinder zusammengestellt, noch ein paar selbstgemachte Leckereien dazugelegt und gestern abgeschickt. Aber dieses wussten sie heute noch nicht und es wird laut der  Sendungsverfolgung erst Morgen eintreffen.

Somit hat ihr Geschenk also rein gar nichts mit meinem Paket zu tun, sondern es kommt einfach so, aus dem Herzen heraus. 

 
Wenn ich vorher nicht schon an den Zauber der Weihnacht geglaubt hätte, dann täte ich es spätestens seit diesem Moment. Ich kann es kaum noch abwarten, dass endlich der Heiligabend kommt.   Dieses Jahr steht Weihnachten unter einem ganz besonderen Stern: Sowohl die Christen feiern die Geburt Jesu wie auch die Muslime die Geburt Mohammeds zur selben Zeit.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Frühlingserwachen zur Wintersonnenwende?!

Guten Morgen .... einen wunderschönen Adventssonntagmorgen wünsche ich nach einem erquickenden Spaziergang in aller Frühe mit dem Hund an der frühlingsgleichen milden und frischen Luft....

In Hannover blüht bereits an einigen Stellen die Forsythien, Japanische Zierkirsche und auch andere Bäume.... das zeigte mir der NDR bei "Hallo Niedersachsen" jedenfalls....
Ganz gleich wie das Wetter auch sein mag, ob mit Regen, Schnee, Gewitter, Sonnenschein oder Eis..... der 4. Advent ist der 4. Advent und bleibt der 4. Advent, daran ändert auch das Wetter nichts.

Die längste Nacht steht bevor oder auch die Wintersonnenwende am 22.12.....just der Tag an dem mein Sohn Jan-Lucas vor 19 Jahren geboren wurde. Damals schneite es zum ersten Mal nach gut 10 nahezu schneefreien Jahren und fror endlich einmal wieder so richtig in Ostfriesland und wir hatten endlich wieder weiße Weihnachten. 1998 habe ich dann mit großer Sorge meine Narzissen und Tulpen im Garten beäugt, sie standen kurz vorm blühen. Mein Sohn hat damals seinen supertollen, extra dick abgefütterten und verflixt teuren Beaver-Nylon-Schneeanzug insgesamt 2x getragen. Unser Urlaub (die zwei Wochen vor Weihnachten) ging nach Belgien und es war auch dort sehr mild.
2009/10 fiel den ganzen Winter Schnee bis Ende März, das letzte Mal am 23.3.10! Wir hatten dato in Norddeutschland eine absolute Streusalzknappheit und beklagten uns bitterlich über die 3 süddeutschen Bundesländer (genau BY, BA-WÜ, HE), die auf das Flehen unserer Regierenden nach unserer Auffassung vollkommen herzlos mit einem "Nein, brauchen wir vielleicht selbst noch!" reagierten, was sie dann aber doch nicht brauchten und nahezu die Tonnen an Resten übrigbehielten um die Niedersachsen, NRW, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg (und auch Berlin) gefleht hatten. Einzig R-P reagierte helfend, dieses ging natürlich überwiegend nach Berlin und NRW. Aber auch Frankreich und unserem Landkreis half ganz besonders die Niederlande zum Glück aus. In S-H war es Dänemark. Das Schiff mit dem georderten Streusalz, dieses war eigentlich das Problem, saß eingefroren im Fluß fest.

Unsere Autobahnen waren über Wochen nur einspurig gestreut und die Siedlungen waren allerorts spiegelglatt vom festgefahrenem Schnee. Der Bus aber auch der Bahnverkehr kam immer wieder zum erliegen. Wutentbrannte Eltern riefen bei mir als Gemeindeelternrats bzw. Kreiselternratsvorsitzende an und forderten ich solle gefälligst irgendetwas unternehmen, dafür hätte man mich schließlich gewählt, da der ÖPNV an einigen Tagen um 10 Uhr morgens "aus witterungsgründen" eingestellt wurde und die Kinder, welche die Gymnasien besuchten im 25 km entfernten Leer festsaßen und viele Eltern eben nicht über ein Auto verfügten, weil die (überwiegend) die Väter diese mit zur Arbeit hatten.
Der Kreis schob die Verantwortung auf die Gemeinden und diese sie wiederum auf den Kreis und letztlich beide auf die Bürger. Der Kreis sagte nur zu mir "Sie sind ein Einzelschicksal und die Einzige die sich beschwert!" was wiederum bei mir zu Ärger führt so dass ich "Okay, dann beschwere ich mich jetzt eben in meiner Funktion als Gemeindeelternratsvorsitzende im Namen von über 800 Schüler und ihrer Eltern! Und sollte ich dann auch ein 800faches Einzelschicksal sein, dann beschwere ich mich eben als Kreiselternratsvorsitzende für alle Schüler und Eltern der Städte und Gemeinden im gesamten Kreisgebiet! Es sollten weit über 4000 sein!" ....Totenstille herrschte auf der anderen Seite.....irgendwann ein Räuspern "Ja ...äh...also ... sagen sie den Eltern sie sollen ihre Kinder im Haus behalten wenn sie ihnen den Schulweg nicht zutrauen! Das ist ihr Recht!" ...."Es geht um die Einstellung des Busverkehrs, die Kinder kommen vom Gymnasium und den anderen weiterführenden Schulen nicht nach Hause, wenn der Busverkehr einfach einmal so gegen 10 Uhr eingestellt wird. Das wissen die Eltern ja um kurz vor 7 Uhr ja schließlich nicht, nech?! Außerdem wissen die wenigsten Eltern das nicht, das sie einfach einmal ihre Kinder zu Hause lassen können. Und das kann es ja letztlich auch nicht sein, oder? Die Schule fällt aus weil die Schulwege vollkommen vereist sind und nur mit Schlittschuhen benutzt werden können! Während die Kinder die morgens mit dem Bus oder deren Eltern ein Auto haben am Unterricht teilnehmen können! Das ist absolut keine Lösung!"

Am Ende vom Lied wurden die Weihnachtsferien einfach um mehr als eine Woche verlängert...spontan täglich neu entschieden weil die Straßen vollkommen vereist waren und eben kein Salz hierfür vorhanden sondern für die Autobahn gebraucht werden musste. Fanden allerhand Eltern überhaupt nicht gut, das die Ferien einfach einmal verlängert wurden.
Am Ende streute man dann mit irgendeinem Dünger die Straßen um das Eis zu tauen, was zur Folge hatte dass im Frühjahr und Sommer das sog. Unkraut in einem übermäßigen Maß wuchs . Dieses sorgte dann wiederum bei den Bürgern für noch mehr Unmut, weil die Gosse und die Bürgersteige 5x häufiger als gewöhnlich üblich gereinigt und entkräutert werden mussten
und selbst die umweltbewussten Menschen schier in den Wahnsinn trieb oder sog. "Pflanzenschutzmittel" also Gift greifen ließ.
Unser damaliger Bürgermeister Herr S. warf es mir im August noch vor und meinte "Wegen Dir und Deinem Mist, müssen unsere Jungs jetzt im Winter eine Stunde eher raus! Weißt du eigentlich was du diesen armen Männern damit angetan hast? Sei froh das ich ihnen nicht erzähle, das es ganz allein Deine Schuld ist das sie jetzt um 5:30 statt um 6:30 Uhr mit der Arbeit beginnen müssen damit um 7 die wichtigsten Schulwege frei sind!" Nun, als Ausgleich mussten sie dafür dann in den Sommermonaten, leider eine Stunde eher Feierabend machen bei gleichem Lohn natürlich.
(Ostfriesland ist eine der ärmsten Regionen Deutschlands, die Menschen müssen darum selbstverantwortlich handeln, weil eben keiner kommt der mal eben schnell den Schnee vorm Haus wegschippt oder die Schulwege streut oder gar die Bürgersteige und Gosse reinigt, das besorgen die Anwohner der jeweiligen Straße selbst! Siedlungen werden komplett nicht gestreut nur die Hauptstraßen die zum und durch den Ort führen, vorausgesetzt es ist Salz vorhanden natürlich. Wenn nicht dann wird halt nur das Stück Bürgersteig vor der Schule und dem Rathaus notdürftig gefegt und mit Sand wenn vorhanden getreut)

Besser wurde das Wetter genau 5 Tage bevor ich in Kur fuhr. Wir stiegen quasi vom Schneeanzug auf kurze Hose um und so um. Am 23.3. das letzten Mal Schneefall und Schneeanzug und um den 7. April trugen die Kinder dann Sommerkleidung.
Aber genug davon und der Vergangenheit....

Ab der Wintersonnenwende wird die Nacht Tag für Tag ein wenig kürzer.... während das Licht immer mehr zunimmt.
....wer stört sich bei der Aussicht auf mehr Licht im Leben, da denn noch am zu milden Wetter oder möchte jammern weil der Schnee, den sich ja die meisten Menschen nach ein paar Tagen, meist am 2. oder 3. Tag, Schneeschippen müssen ganz weit weg und zu einer Pfütze geschmolzen im Rinnstein wünscht nicht fällt... von Händlern, Gastronomen, Hoteliers und Skiliftbetreibern einmal abgesehen....
Man muss die Feste feiern wie sie fallen, so sagt man.
Weihnachten ist jetzt, also zelebrieren wir die Feiertage ihrem Stellenwert gebührend und pflegen unsere ganz persönlichen und damit einhergehenden Rituale - selbst mit kurzer Hose oder auch im Bikini lässt sich der Tannenbaum schmücken und Menschen beschenken. Ein gutes Essen im Kreise der Menschen die man liebt, geht doch immer und es selten von den Temperaturen.

Man sollte Wetter nicht mit Klima verwechseln, im Winter 1978/79 als es in Norddeutschland zur Schneekatastophe kam war der Dezember auch erstaunlich warm, viel zu mild....das dicke Ende kam dann im Januar/Februar als viele Landstriche und Gemeinden komplett von der Welt abgeschnitten waren. Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber damals war es mit dem Wetter ähnlich wie es in diesem Jahr gewesen ist.

....und nicht vergessen:.
Mit den Flüchtlingen hat es definitiv nichts zu tun - auch wenn einige lustige deutsche Flitzepiepen (mit einer grauenhaften Rechtschreibung) dieses bereits vermuten, weil die Länder aus denen sie zu uns kommen stets warm sind und dunkles (hier ist die Haut gemeint) ja Wärme nicht nur anzieht sondern auch lange speichert und dann nach und nach abgibt. Was zu der logischen Schlussfolgerung führt: Die Flüchtlinge kommen aus warmen Ländern und geben jetzt aufgrund ihrer dunkleren Haut diese Wärme nach und nach an das deutsche Wetter ab und  deshalb ist es hier zu warm und darum kann es hier nicht mehr schneien.

Wer an solch einen Unsinn glaubt, sollte vielleicht einmal einen darauf spezialisierten Arzt aufsuchen, es könnte sein, dass es sich um eine ernsthafte geistige Krankheit oder einen bösartigen Tumor im Kopf handelt, was auch politisch nicht mehr erklärt werden kann. Wobei viele dieser Spinner sind ja Anhänger der Partei mit dem A am Anfang, dem f in der Mitte und dem D am Ende oder eben mit N am Anfang, P in der Mitter und endet mit D! Vielleicht ist es dort doch vollkommen normal und darum auch einfach mit "Arme Opfer" zu erklären. ;-)

Samstag, 19. Dezember 2015

Weihnachtsfreude selbstgemacht...

Heute helfe ich dem Weihnachtsmann aus....
...und der Post beim schwarze Zahlen schreiben.
27 Weihnachtskarten an Menschen die mir wichtig sind (die 6 nach Amerika und Kanada habe ich schon vor ca. 4 Wochen abgeschickt, die zwei nach England vor 10 Tagen)

6 Pakete an Menschen die mir sehr am Herzen liegen und mir wirklich äußerst wichtig in meinem Leben sind.

Die Füllung der Pakete variert.... mal sind es andere Flaschen, Gläser und Aufkleber und mal liegt es einfach an der ...
Geschmacksrichtung des Empfängers, nicht jeder mag und darf schließlich alles essen.
2 Pakete habe ich schon verschickt, das hier sind die letzten 6 Stück.

Alles in allem wurden von mir in den letzten 5 Wochen:
1,5 kg Schafskäse
1 kg Kornkaffee (Gerste, Gerstenmalz, Roggen, Zichorie)
500 g Milchpulver
5 l Olivenöl
3 kg Kürbis
1 kg weiße und schwarze Schokolade
1,5 kg Cornflakes
6 Knoblauch
8 rote Peperoni
2 kg rote Zwiebeln (in Scheiben geschnitten)
4 rote Paprika
3 kg Totes Meer Salz
2,5 kg Chinakohl
2 kg Mehl
1 kg Butter
1 kg Zucker
1,5 kg 5-Kornflocken (ohne Weizen)
500 g Sonnenblumenkerne
1 Paket niederländischer Kakao
5 Vanille Schoten
40g Vanille Pulver
500 ml Johanniskrautöl (selbstangesetzt)
händevoll Gewürze (Zimt, Nelken, Muskat, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Basilikum, Majoran, Cayenne Pfeffer, ...) verarbeitet
500 ml bester Ostfriesen-Tee
2 l Fruchtsaft
50 Blatt Gelatine

Das einzige was ich nicht verarbeitet habe sind die Oliven - die habe ich leider leider alle selbst gefressen bei der Zubereitung der anderen Dinge! Oliven und mich verbindet einfach eine Liebe, die bereits im Himmel geschlossen wurde.  
Nebenbei habe ich noch 12 Notizbücher und 30 gebastelte Weihnachtskarten gebastelt, verkauft und verschickt....
4 kg Seife hergestellt....verkauft und verschickt....
Dieses ist eine meiner letzten "guten" Taten vor Weihnachten....ab sofort muss der Weihnachtsmann zusehen das er selbst zurecht kommt.. ich mach dann jetzt mal Pause bis zum 24.12. und gebe die Stange des Fährmanns an einen anderen weiter!
An mir liegt es nicht mehr ...ein klein wenig Weihnachtsfreude zu verbreiten..... ich habe meinen Teil meinen Möglichkeiten entsprechend beigetragen...
Ich bin selbst total aufgeregt, mein Herz hüpft bei dem Gedanken an Weihnachten und dem Blick auf die Pakete. Ich freue mich selbst unwahrscheinlich und bin wieder einmal dankbar, dass ich auch in diesem Jahr wieder in der glücklichen Lage bin, ein paar Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können. Ein wenig von dem zurückgeben zu können, was ich in diesem Jahr selbst auf andere Weise vielfach erhalten habe.

Weihnachten du kannst also kommen...sobald ich hier aufgeräumt habe und Geschenkbänder, Papier, Scheren, Klebstoffe etc. wieder an ihrem Platz liegen!
















Freitag, 18. Dezember 2015

Bonbontorte, Süßigkeitenbombe oder wie auch immer

 


Mit dieser Süßigkeitenbombe ist meine Tochter beim Weihnachtswicheln in der Schule ins Rennen gegangen.
Meine allererste Bonbontorte....oder wie auch immer man es nennen will... habe ich fertig gestellt.

Und ich gebe zu... ich bin schon ein wenig stolz auf meine Hände und dankbar das ich mit dieser Gabe gesegnet wurde, so dass ich eben nicht 29,80 Euro für solch ein "Kunstwerk" zahlen muss sondern nur die Material (Süßigkeiten) zu bezahlen habe.

Das Teil mal anpreise....HUST...RÄUSPER....die mit einem Regenbogen umschlungenen Mäuse huldigen dem Gold im Inneren des Kessels... blablabla...

Gearbeitet wurde es aus einer großen Tüte Gummibärchen, einer Tüte bunte Schnüre, eine Tüte Schaummäuse, ein Säckchen Goldtaler (Kaubonbons) und eine Tüte Katjes. Selbstverständlich üppig berechnet, so dass auch ein Rest blieb bzw. ich bei der Herstellung ausgiebig schlemmen konnte. Ein Stück Pappe, Alufolie und feiner weißer Nylonfaden.

Mal schauen ob und wann sich noch einmal eine Gelegenheit ergibt eine weitere herzustellen, denn die Herstellung hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Butenostfreesen - Sind Norddeutsche zu barsch für Baden?!

Sind wir es oder sind wir es nicht? Eine berechtigte Frage wie ich finde, denn das untenstehende Video (auch wenn es hier keine Badener sondern Schweizer sind) erinnert mich nicht nur an die Geschichte die ein Bremer mir erzählt hat:

"Unsere Tochter war in Bremen verhaltensauffällig und man diagnostizierte ihr ein wirklich schweres ADS weil sie einfach zu verträumt, leise, still und langsam war. Hier in Freiburg gilt sie jetzt aber als vollkmmen normal und man geht davon aus das sich das ADS ausgewachsen hat."
sondern auch an
eine Berlinerin die mir ähnliches zu erzählen wusste"Unsere Kinder waren nie verhaltensauffällig sondern galten in Berlin als vollkommen normal, hier waren sie aber sofort quasi seit dem ersten Tag verhaltensauffällig. Am Ende fanden wir uns dann mit der Diagnose "Schweres ADHS" wieder!" ...und das gleiche habe ich jetzt von Sizilianern, Hamburgern, Flensburgern, Oldenburgern, Kölnern, Münsteranern, Franken,...zu hören bekommen, die ich in den letzten 4,5 Jahren getroffen habe.

Die Kinder die im Norden im Sinne von ADHS und ADS als "NORMAL" gelten sind in Baden verhaltensauffällig und jene die als verhaltensauffällig gelten sind in Baden als "NORMAL"

Umgekehrt gilt das Gleiche übrigens auch. Die süddeutschen Kinder und Studenten fallen im, ich nenne es mal: Norden durch ihre Langsamkeit im Alltäglichen wie laufen, sprechen, Schulzeugs hervorholen auf und erfüllen damit wiederum im Norden eindeutig die Kriterien des ADS (Träumerle). Darum gehen zurückgekehrte Badener auch davon aus, das im Norden ausschließlich "inkompetente Arschlöcher" von Ärzten und Lehrkräften sitzen. Ein Freiburgerin die in Bremen zwei Semester studierte meinte "Im Norden sind alle so wild und laut! Unverschämt und frech sind sie zudem!"


Es ist schon eine Crux in diesem Land: Im Norden biste mit deiner Schnelligkeit nicht nur anerkannt und normal sondern auch höchstwillkommen, im Süden dagegen mit deiner Langsamkeit und Verträumtheit. Wie du es machst ist es falsch...außer wir schicken alle aus dem Norden mit der Diagnose "ADS" in den Süden und alle im Süden mit der Diagnose ADHS in den Norden....zack....bumms.... die Krankenkassen werden Millionen jährlich sparen, die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind nicht weiterhin in solch eklatanten Maße überfüllt, das manche Eltern 12-14 Monate auf einen Behandlungsplatz warten müssen und die Ressourcen wären nicht mehr gebunden sondern frei für die wirklich wichtigen Fälle wobei natürlich das Opfer einer phlegmatischen/cholerischen Lehrkraft selbstverständlich ein sehr wichtiger Fall ist.

Wenn wir es jetzt im Süden das "schweizerische Virus" und im Norden das "skandinavische Virus" nennen würden, dann wäre es kein deutsches Problem mehr und wir könnten sagen "Die Schweiz und Skandinavien haben Schuld, dass wir keine echte LeiTkultur sondern nur eine LeiDkultur haben!"

Alternativ könnten wir natürlich den Römern auch die Schuld geben, die Germanen, Suaeben, Alemannen, Goten usw. sollen ja im Vergleich zu ihnen recht wilde Zeitgenossen gewesen sein, wenn man der Geschichte Glauben schenken darf.
Im nördlichen Europa haben sie ja nicht sonderlich viel ausrichten können, außer Handel betreiben während sie im südlichen Europa ja ihre Herrschaft ausdehnten.

Möglicherweise wäre eine verbindliche Richtlinie in puncto Diagnostik eine gesunde Alternative anstelle der Schuldzuschiebung auf andere Völker. Möglicherweise sind die Kinder ja allesamt vollkommen in Ordnung, nur die Erwachsenen sind nicht in der Lage sich anzupassen?! Vielleicht liegt ja genau in der Mitte der gängigen Praxis die Wahrheit?!

Oder wir leben vielleicht einfach nur in einer vollkommen wahrnehmungsgestörten Gesellschaft, wo man vergessen hat, wie Kinder sind und was das Kindsein vom Erwachsenensein unterscheidet, wo die nervenschwächsten Menschen und die Menschen die selbst nie Kind sein durften, ihre Kindheit vergessen haben, .... usw.... letztlich das Sagen haben und bestimmen was heute normal und was unnormal ist?!  Ein lebendiges Kind das noch spielen oder ein Kind das noch in der Lage ist zu träumen und Phantasie besitzt, anstatt sich nur mit der Handhabung der Fernbedienung, des PCs, der Spielkonsolen, Lernsoftware etc. auszukennen. Ein Kind das sich in der freien Natur wohler fühlt als eingesperrt in Räumen. Wer bestimmt was normal ist? Es ist immer die zu diesem Zeitpunkt lebende und gegenwärtige Gesellschaft. Für die Nationalsozialisten war es auch vollkommen normal, Menschen die nicht die gleiche Weltanschauung und Religion wie sie teilten ohne mit der Wimper zu zucken zu enteignen, verschleppen und umzubringen.
Für die Menschen im amerikanischen Süden, war es vollkommen normal schwarze Menschen als minderwertiger anzusehen und als Sklaven zu halten wie auch auszupeitschen. Ebenso war es bis tief in die 1970iger in den USA vollkommen normal, dass gewisse Parkbänke, Waschsalons, Busplätze wie auch gewisse Schulen und viele Universitäten für schwarze Menschen verboten waren, dass es keine sog. gemischte Schulklassen gab. Alles war für die Menschen die in dieser Zeit und Gesellschaft lebten, nicht anstößig oder gar falsch, sondern vollkommen normal. Die Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Heute ist ähnliches in Gang, nur das es jetzt Muslime und Flüchtlinge aus nordafrikanischen-arabischen Ländern in der westlichen Welt sind. Natürlich reden wir uns ein, dass sei eben so und gar nicht so dramatisch, etwas vollkommen anderes und nicht damit zu vergleichen.
  
Ein norddeutscher Kinderarzt (Flensburger), seit 30 Jahren in Freiburg, erklärte es mir so: "Man merkt das Sie Norddeutsche sind. Die Freiburger melden sich nicht vor halb zehn beim Arzt wenn sie krank sind, die norddeutschen aber schon. Die Freiburger müssen nämlich, erst einmal in Ruhe frühstücken bevor sie zum Arzt gehen können und das dauert halt. Die Norddeutschen sprechen schneller und können in 5 minuten das mitteilen was ein Süddeutscher in 20 min mitteilt. Wir sind die Schnellschwätzer und Sprinter, während sie für uns die Quatschköppe und Dauerläufer sind. Wir verdrehen innerlich die Augen im Kopf, wenn sie anfangen zu erzählen und denken uns komm doch endlich mal auf den Punkt um den es jetzt tatsächlich geht während sie verängstigt die Augen aufreißen und sich zu ducken beginnen wenn wir sprechen. Ich freue mich immer wenn neuzugezogene Norddeutsche in meine Praxis kommen. Wir sind für sie wohl soetwas wie der berühmt berüchtigte deutsche Panzer "
...und dann haben wir auf plattdeutsch weitergesprochen und herzlich über unsere Erfahrungen gelacht.

Nun, einen Arzt (Kinder- und Jugend-Psychologe) habe ich für diese Thematik jedenfalls ein wenig sensibilisieren und interessieren können
"Ich verstehe Ihre Theorie und ich verspreche ihnen, ich werde das für die Zukunft im Hinterkopf behalten und im Auge behalten, denn ihre Einwände sind nicht nur berechtigt sondern auch schlüssig!" Ich halte ihn für vertrauenswürdig, aber auch für ehrgeizig genug, dass er es tatsächlich machen wird.

Es klingt jetzt natürlich als wäre ich auf Streit oder würde Zwietracht säen wollen, aber darum geht es mir gar nicht sondern genau um das Gegenteil.

Ich verstehe die Badener jetzt besser: Sie fühlen sich von mir und meiner norddeutschen Natur leicht überfahren und bedrängt,während ich mich von der süddeutschen Natur abgelehnt und ausgegrenzt fühle. Wenn ich also meine Leistung um 50% drossele fühlen sie sich in meiner Gegenwart wohl und wenn sie ihre um 50% steigern fühle ich mich wohl. Sie kommen nicht damit zurecht das ich mal eben schnell in aller Frühe, wenn es noch nicht dämmert mit dem Hund unterwegs bin während alles noch schläft.
Ergo gehe ich für sie nicht mit dem Hund spazieren, weil es für sie unverständlich ist, das jemand so früh schon soviel Energie besitzt, einmal die kleine Anhöhe hinaufzuhechten ...noch dazu im Dunklen! Ich habe hier allerdings immer das Gefühl es wird hier gar nicht richtig dunkel... was jetzt nicht einzig und allein der eklatanten Energieverschwendung "die ganze Nacht die Straßenlaternen brennen zu lassen" geschuldet ist. Hier könnte wirklich noch einiges in puncto Umweltschutz und Klimaerwärmung getan werden, neben einer deutlich verbesserten Isolierung und Wärmedämmung der Häuser insbesondere der Neubauten was man im Norden schon seit Jahrzehnten zu tun pflegt.

Die Schweizer und Badener sind sich sogar noch ähnlicher als ich dachte. Es ist gar nicht mein Problem: Es ist ihr Problem, sie sind überfordert mit meiner Lebendigkeit und der Geschwindigkeit in der ich mich seit meiner Geburt und Sozialisation bewege, denke und spreche. Mein Problem ist es dagegen das ich mich unterfordert fühle von ihrer Langsamkeit und Gemütlichkeit sich zu bewegen, denken und sprehen. Wobei die Schwaben, Kölner, Westfäler, (Rheinland)Pfälzer, Bayovaren, Berliner, Hamburger, Saarländer, Franken,... wiederum kein Problem mit mir haben oder ich mit ihnen, das gilt übrigens auch für Türken, Kurden, Libanesen, Syrer, Niederländer, Engländer, Polen, Russen, Nigerianer, ... oder ihre Nachfahren!
Die Badener mit denen ich mich super verstehe, haben lustigerweise IMMER Familie in Norddeutschland, da kommt meist der Satz "Meine Oma/ Mein Opa kommt gebürtig aus ...." oder "Mein Vater kommt gebürtig..." oder "Meine Mutter kommt gebürtig aus..." Ganz schlimm sind allerdings jene Norddeutsche, die Probleme mit ihrer eigenen Herkunftsfamilie gehabt zu haben scheinen, diese triggere ich wahrscheinlich und unliebsame Kindheitserlebnisse werden wieder wach. Aber um es einmal ganz ehrlich zu sagen: Sie können ihre Probleme und Wehleidigkeiten ganz gerne für sich behalten - ich habe schon genug mit mir selbst zu tun, als das ich mich auch noch um die Probleme und Befindlichkeiten irgendwelcher Phlegmatiker oder Choleriker kümmern könnte.


Das bedeutet also am Ende für mich: Ich muss einfach nur Nachsicht mit jenen haben und sie ihre Probleme selbst lösen wie auch die Verantwortung für ihr Problem übernehmen lassen, anstatt vorrangig bei mir nach Problemen zu suchen und an mir etwas verändern zu wollen! Diese Nachsicht und Rücksichtsnahme ist aber nicht nur von mir gefordert sondern auch von der anderen Seite.

Wie sagte ein sehr lieber Mensch vor vier Jahren so schön?!
"Leben und leben lassen!"

Im Video tausche man einfach Schweizer gegen Badener aus, so hat man nahezu das gleiche Ergebnis.



Samstag, 5. Dezember 2015

Weiße, schwarze oder goldene Magie?!

Chili, Schafskäse, Oliven, Chinakohl, Pfeffer, Oregano, Thymian, Zimt, Nelken, Muskat, Vanille, Cornflakes, Kürbis, Schokolade, Äpfel, Nüsse, Mehl, Butter, Kaffee, Kakao, Tee ... schreien hier lauthals:

"Verzaubere uns, Magiore! Mach uns zu etwas Besonderem!"

Magiore, ein anderes Wort für Koch leitet sich aus dem lateinischen "magia" für zaubern, der Zauber ab.

Jeder zaubert täglich, nur bemerken es die wenigsten - immer dann wenn man etwas umwandelt. Die einen zaubern mit ihren Worten und Taten und die andere mit Gegenständen. Schnell wird auf diese Art einfaches Wasser z
u Wein oder eben zu Säure.
In allem was wir tun ist Magie, denn es verändert die Dinge und Welt, zum Positiven oder Negativen für einen anderen.
Die einen sind Schwarzmagier und die anderen Weißmagier.
Das nette und aufbauende Wort oder das gehässige und verachtende Wort zum anderen, das Würdigen und Schätzen oder das Erniedrigen und Herabsetzen des Gegenüber, das Kochen von Lebensmitteln um damit den Hunger zu stillen oder das Wegwerfen von Lebensmitteln um damit den Hunger zu erhalten, die helfende Hand oder die zerstörende Hand, .... sind jeweils weiße oder schwarze MAGIE!

Es liegt an jedem selbst und jeder trifft für sich ganz allein die Entscheidung, ob er schwarze oder weiße Magie im Alltag praktizieren und zu welche Art Alchemisten/Zauberer/Magier er letztlich gehören möchte!
Also dann, werde ich Alchemist jetzt im übertragenem Sinne wie jedes Jahr Blei zu Gold, also etwas Gewöhnliches zu etwas Besonderes verwandeln und damit an Weihnachten ein Lächeln auf ein paar Gesichter und ein Funken der Wärme ins Innere zaubern - aber auf jeden Fall das Gefühl das sie nicht allein oder vergessen sind sondern das von jemanden an sie gedacht wird!

Denn das ist der Zauber der für mich zu Weihnachten einfach dazu gehört, einem anderen Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ein wenig Licht zu schicken.

Möge es auch für viele andere der Zauber sein, der Weihnachten ausmacht.