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Sonntag, 10. Januar 2016

Gutmensch ist keine Beleidigung sondern eine Auszeichnung!

Ich habe es schriftlich: Ich bin ein Gutmensch.
Soll heißen, jemand, der naiv genug ist, sich nicht mit der Realität abzufinden.

Offenbar wird erwartet, dass man eine Meldung liest, sieht oder hört, mit den Kopf schüttelt und daraufhin die Zeitung zusammenfaltet oder den Fernseher/das Radio ausschaltet, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen sprich: Essen, trinken, schlafen und arbeiten.
Ich nehme es aber nicht einfach so hin sondern für mich beschlossen habe, darauf hinzuweisen werde ich in Schmähbriefen und emails aller Art als Wichtigtuer, unerwünschte Fremde und ( nicht zum ersten Mal ) als Gutmensch beschimpft – ein zynischer Begriff, der aber weiter Karriere macht.

Was ist das eigentlich Gutmensch, der

dieses sagt Wikipedia dazu:
"...ist sprachlich eine entweder ironische, sarkastische, gehässige oder verachtende Verdrehung des eigentlichen Wortsinns „guter Mensch“ in eine Verunglimpfung. Der Ausdruck gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“). Diesen wird vom Wortverwender eine Absicht bzw. Eigenschaft des – aus Sicht des Sprechers – übertriebenen „Gutseins“ oder „Gutseinwollens“ unterstellt, wobei diese angebliche Haltung unterschwellig als übermäßig moralisierend und naiv abqualifiziert und verächtlich gemacht wird. In der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. Die Jury kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.[2] Mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren...
...Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.[3] So würde er unter anderem als Modewort seit den 1980er Jahren für Personen verwendet, „die humanistische, altruistische, auch religiös-mitmenschliche Lebensziele und Argumente höher einschätzen als utilitaristische und ihr Handeln, ihre Politik, ihr Leben danach ausrichten.“[4] Der Begriff spielt auch an auf einen möglichen Unterschied zwischen 'gut gemeint' und 'gut gemacht'. Gutmenschen hätten gute Absichten, möchten bestimmte Probleme lösen oder die „Welt verbessern“. Ihre Handlungen und/oder die verwendeten Mittel gelten aber in den Augen derer, die den Begriff Gutmensch negativ verwenden, als zweifelhaft oder unnütz.
Gutmensch wird seit Mitte der 1990er-Jahre auch mit dem Begriff „Politische Korrektheit“ verbunden und als Anklage verstanden. Im öffentlichen Sprachgebrauch dient er durchweg als eine negativ konnotierte Fremdbezeichnung. Eine „liebevolle“ Verwendung findet sich zumeist nur in persönlichen Gesprächen, etwa für „das Herz am rechten Fleck haben“, großzügiges Verhalten oder für „übertriebenen“ Altruismus..."


Das heißt also:
In perfider perverser Verdrehung werden damit also die Menschen diffamiert und diskreditiert, die hohe ethische und moralische Werte und Ideale besitzen, die sich auch eimal für etwas anderes einsetzen als ihr persönliches Wohl, seien es die Grundwerte unserer Demokratie, eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen, bessere Bedingungen für Kinder, Frauen, Familien, Kranke, Alte und Behinderte in der Gesellschaft oder mehr soziale Gerechtigkeit im Allgemeinen. Gerne wird der Einzelne dieser Personengruppe als hoffnungslose Romantiker hingestellt, die leider nicht begriffen haben, dass der Markt sowieso alles regelt, dass gesellschaftliches Engagement Wichtigtuerei ist und Menschenrechte sowieso ein Luxus, der nur das Wirtschaftswachstum bremst.

Obwohl wahrscheinlich einst die Nazis den Begriff erfunden haben, um die Gegner der Euthanasie (sog. Gnadentod behinderter Menschen, durch langsames verhungern lassen bei Kindern, Todesspritzen, tödliche Medikation in geheimen "Kliniken". Der Beginn des Massenmordes der Menschen die nicht in die Ideologie der Nationalsozialisten passten, auch bekannt als Operation T5) um Graf von Galen verächtlich zu machen, wird der Gutmensch bis heute hinzu hemmungslos als Waffe im politischen Kampf eingesetzt, und zwar meist von den Bequemen, die vom Fernsehsessel aus stänkern und sich in satter Selbstgerechtigkeit über jene erheben, die sich fürs Gemeinwohl starkmachen.

Cool ist demzufolge, wem Ungerechtigkeit egal ist, wer ungerührt zusehen kann, wie Menschen leiden und unsere ethischen und moralischen Werte mit den Füßen getreten werden.
Noch cooler ist es jedoch, auf diejenigen einzuschlagen, die sich dagegen wehren.

Ich habe mich jetzt darum auch entschieden, den Titel Gutmensch nicht als Beleidigung sondern als Auszeichnung zu betrachten.

Nicht, weil ich mich für einen guten Menschen halte, weiß Gott nicht, davon bin ich per eigener Definition noch meilenweit entfernt.

Ehrlich gesagt lasse ich mich lieber als naive, bescheuerte Sozialromantikerin belächeln und verspotten, als zur Zynikerin zu werden oder mich wie andere in meinen Fernsehsessel zurückzuziehen, um von dort aus in satter Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit zu stänkern und jammernd in Selbstmitleid zu vergehen. Lauthals nach einem starken Mann zu rufen, der die Welt für mich regelt und zu einem besseren Ort für MICH machen soll. Dabei natürlich meine eigene Wahrheit, Vergangenheit und Geschichte wie auch mein Zutun und Versagen welches mich in diese Situation brachte auszublenden.

Schlafmützen, die ohne groß nachzudenken zu allem Ja und Amen sagen, alles glauben was sie irgendjemand wissen lassen möchte, unreflektiert alles aufnehmen was ihnen zur Rechtfertigung ihres persönlichen Unglücks gereichen kann, gibt es mittlerweile einfach schon viel zu viele.



Kurz gesagt: Ich weiche nicht und werde weiterhin unbequem für diejenigen sein, die sich ihrer eigenen Wahrheit nicht stellen können, die sich in ihrem alles vergessenden Schlaf gestört fühlen, die den Schmerz nicht ertragen wenn der Finger in die faulende und eiternde Wunde gelegt wird, die lieber blind und gelähmt bleiben wollen, die das Licht der Wahrheit nicht zu ertragen in der Lage sind.

Wem es nicht passt was ich sage oder schreibe, der soll halt das hören und lesen, was besser zu seiner persönlichen Weltanschauung passt, mich aber einfach in meiner hoffnungslosen naiven Sozialromantik belassen und mich weiterhin in Ruhe von einer besseren Welt träumen und hoffen lassen.

 

Samstag, 9. Januar 2016

Gleiches Spiel wie damals, die Nazis sind immer noch überall

Was an Silvester in Köln, Stuttgart, Hamburg, ...geschehen ist, das ist schrecklich - ohne Frage.

In Köln rotteten sich 1000 Männer zusammen, wir wissen mittlerweile das 16 von ihnen also 1,6% davon Ausländer waren.
Was mit den restlichen 994 Männern bzw. 98,4% ist wissen wir leider noch nicht, sie konnten bislang anscheinend noch nicht ausfindig gemacht werden. Doch schon schreien alle nach Abschiebung und Eindämmung der Zuwanderung/Aufnahme. Das ist widerlich. Wo lassen wir denn die 994 anderen Täter für den Fall das es sich bei ihnen um Deutsche handelt? Auf eine unbewohnte Insel oder Hallig? Oder werfen sie aus unseren Flugzeugen auf Syrien herab um der IS Einhalt zu gebieten als sog. Humane Bombardierung?

Was mit den restlichen Täter ist, jene die passiv zuschauten anstatt den Opfern zu helfen wissen wir auch nicht. Wer nicht hilft macht sich zum Mittätern, da er durch seine Passivität dem Verbrecher half seine Tat ungehindert durchzuführen. Es ist also die Straftat der unterlassenen Hilfeleistung.

Viele verbrüdern sich jetzt auch mit den Tätern und behaupten die Frauen hätten bestimmt selbst schuld gehabt, das Männer nicht zwischen Richtig und Falsch, Recht und Unrecht unterscheiden konnten. Oder es komme davon weil viele Frauen viel zu freizügig wären, viel zu schnell mit einem Mann sprechen würden, allein auf den Straßen unterwegs wären. Damit brächten sie sich selbst absichtlich in Gefahr aber auch andere "die normalen" Frauen in Verruf. Das ist geschmacklos.

Was sollen wir dagegen machen? Frauen verbieten ohne männliche Begleitung das Haus zu verlassen? Sich in Säcken zu kleiden oder am Besten noch eine Burka tragen? Nun, dann würden wir ja etwas fordern was wir doch in anderen Nationen verdammen.
Warum verbrüdern sich die Menschen überhaupt mit den Tätern und zeigen auf die Opfer? Natürlich wird es erst in dem Moment lauthals geschrien wenn die restlichen 994 Männer (eigentlich) ehrenhafte und aufrechte Deutsche sind.

Lustiger- vielmehr traurigerweise sind diese Übergriffe nicht neu, sondern offengestanden trauriger alljährlicher Standard in Deutschland. Egal ob Silvester, Oktoberfest, Wasen, Messe, .....jedes Jahr und schon zu Kaisers Zeiten passierten diese Abscheulichkeiten, egal in welchem Teil Deutschlands, aber nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen "zivilisierten" Nationen Europas wie Frankreich, England, Spanien, Italien, Polen, Tschechien, ....! Mit den Flüchtlingen, die jetzt in der EU Schutz suchen hat sie also nur recht wenig zu tun.

Neu ist nur die Dimension wie darüber berichtet wird oder das es überhaupt in den Medien präsent ist. Witzigerweise hat die Polizei Köln gemeldet, das es eine "ruhige Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse" gewesen sei. Also eine Nacht wie jedes Jahr Silvester....Standard also.

Irrsinnigerweise wird im Moment in genau das gleiche Horn gestoßen wie seinerzeit bei den Nationalsozialisten. Diese tollen Onkel und Tanten wollten damals auch die Frauen und ihre Rechte schützen, ganz besonders vor sexuellen Übergriffe durch Männer, welche ja nur durch Semiten, Untermenschen und Juden begangen wurden. Zu dieser Zeit stagnierte die Geburtenrate in Deutschland übrigens auch und die Frauen hatten recht viele Freiheiten (nun ja...im Vergleich zu vorher) durften einen Beruf ausüben und waren so gesehen nicht wirklich davon abhängig einen Mann an ihrer Seite zu haben, ähnlich wie heute. Das passte damals wie heute eine recht konservativ bzw. rückständig eingestellte Anzahl von Menschen nicht. Aber auch die übriggebliebenen Männer und Frauen für die sich einfach kein Partner finden ließ. Ehevermittler zogen übers Land und versuchten diese Menschen doch noch irgendwie unter die Haube zu bekommen. Natürlich nicht umsonst und auf die gleiche Art wie es heute Partnervermittlungen machen, nur eben ohne den Segen oder Fluch Internet.

Die Nationalsozialisten schafften es tatsächlich die Frauenrechtsbewegung auf ihre Seite zu bekommen, da sie sich ja offensichtlich für die Frauenrechte und ihren Schutz einsetzte. Am Ende waren aber die Frauen in den Vorständen dieser Bewegungen gezwungen ins Ausland zu flüchten, als die Nazis dann ihr wahres Gesicht zeigten. Sie nicht nur andere Parteien verbot sondern auch die Frauenrechtsbewegung wie viele andere Vereine und Institutionen gleichschaltete, diese umbenannte oder verbot während die Vorstände von einst verfolgt wurden....die Frauen verloren sämtlich Rechte, durften nicht mehr einer Arbeit nachgehen, Ärztinnen durften allein keine (eigene) Praxis mehr betreiben. Die Frauen wurden wieder zum willfährigen Untertanen des Mannes degradiert, den einzigen Nutzen denen man ihnen zugedachte war das gebären, versorgen des Nachwuchses und Führer, Staat und Ehemann in allen Bereichen sofort und widerstandslos zu Diensten zu sein, Schutz und Rechte hatten sie keine mehr.
Hin und wieder gab man ihnen ein wenig Zucker, ein kleines Leckerli, ein Blechschild (das Mutterkreuz) zum Anstecken in Bronze, Silber und Gold, einen Muttertag usw. Hier und da einmal ein anerkennendes Wort...ein tätscheln des Kopfes quasi und belohnen wie man es bei einem gehorsamen Hund zu tun pflegt.

Zuvor aber...wurden genau diese Übergriffe, die seit Jahren wieder und wieder stattfanden, riesengroß in Szene gesetzt und breitgetreten ebenso wie andere Themen, wie der Tierschutz z.B.!

Ständig brennen neuerdings Diskussionen auf ob das Leben lebenswert ist wenn man behindert ist, ob man ihnen nicht einen Gnadentot (sprich Abtreibung) also Genozid gewähren sollte, ob man an Silvester Raketen und Böller anzünden darf, ob man sich schminken darf, ob man Fleisch essen darf, ob man ..... darf

Alle diese Diskussionen gab es schon einmal.....und sie endeten am Ende für alle nicht nur in der Ausbeutung, sondern in der Hölle auf Erden. Auch für diejenigen die anderen zuvor die Hölle bereitet haben. Nahezu unbeheiligt blieben letztlich diejenigen die diese Hölle ausgelöst hatten, sie wählten den Freitod oder tauchten in den Untergrund ab.

Jede Personengruppe wird gegen eine andere aufgehetzt und das immer öfter.
Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen, Kranke gegen Gesunde, Kinderreiche gegen Kinderlose, Beamte gegen ALGII Empfänger, Arbeiter gegen ALGII, Arbeiter gegen Beamte, Berufsgruppe gegen Berufsgruppe, Heterosexuelle gegen Homosexuelle, Arme gegen Reiche, Ausländer gegen Inländer, Religion gegen Religion, Dick gegen Dünn, Veganer gegen Fleischesser, Tierschützer gegen Umweltschützer, Kultur gegen Kultur, Sprache gegen Sprache, Nation gegen Nation, Flüchtling gegen Migrant, ....egal was... im Moment gilt scheinbar das Motto:

Jeder gegen jeden und Gott gegen alle.
Der Sozialneid ist eine recht große Antriebsfeder - damals wie heute.
Und diesen sozialen Neid wissen die Strippenzieher im Hintergrund derzeit sehr gut für sich zu nutzen und stören immer öfter den sozialen Frieden........
Wer nicht wach ist sondern schläft fällt auf ihre Illusionen herein und wird zu ihrer Marionette.......zu ihrem Golem...

Es ist jetzt an jedem selbst, nicht zum Opfer der Bauernfänger zu werden und dieses Land mit allem was dazu gehört, nicht erneut diesen bösartigen Kreaturen auszuliefern und aus puren Eigennutz und aufgrund Bildungslücken, aus Wut, eigener gemachten schlechten Erfahrungen und eigener Vergebungsunfähigkeit oder aus Genugtuung zum Verräter der Menschheit, der Menschlichkeit, der Demokratie, und vor allen der Kinder, der Zukunft dieses Landes und der Welt zu werden.

Ich schließe mit dem Zitat der über dem Eingang der Berliner Unterwelten hängt: