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Samstag, 30. Januar 2016

Wenn deine Kinder Schimpfwörter benutzen....

Wenn Kinder Schimpfwörter benutzen….

Tja, dann ist das leider so. Ein kleiner Trost vorweg, es verläuft in Phasen, beginnt irgendwann plötzlich und unerwartet, aber hört irgendwann auch ebenso plötzlich wieder auf. Das ist immerhin schon etwas.

Erst einmal kommt über mehrere Jahre hinweg die „PipiKakaPo“-Phase, und dann geht’s richtig zur Sache:
Timmy hatte ein neues Wort gelernt. Ich höre „Hurensohn!“ *Schluck* Muss das sein? Das ist jetzt ja schon ein bisschen arg, oder? Ich finde schon, es gilt bei uns die Regel, wenn man es nicht erklären kann was damit gemeint ist, dann darf man es auch nicht mehr benutzen bis man es weiß, also frage ich einmal vorsichtig: „Was ist denn das?“
Die Antwort von ihm kommt prompt: „Ein „Huhnsohn“ ist ein Kind von einem Huhn, Mama! Ist doch logisch!“ und verdreht dabei ein wenig entnervt ob meiner offensichtlichen Dummheit die Augen.
Naja, also gut, okay, bei Licht betrachtet, ist dagegen ja nichts einzuwenden. Die phonetische Ähnlichkeit zu einem SEHR bösen - ach was sage ich denn da? - zu einem ULTRAMEGABÖSEM Schimpfwort ist zwar ein Problem, aber das will ich jetzt nicht weiter vertiefen, zumal Timmy darüber nachgedacht hat und das Schimpfwort eigentlich schon längst wieder langweilig zu finden scheint.


Einmal war ich mit der zuckersüßen und schokoladenäugigen, sprachlich sehr gewandten Mary beim Zahnarzt, ein gegelter Silberfuchs im Anzug mit einer rahmenlosen Brille, folgte uns nur wenig später ins Wartezimmer, meine Tochter warf einen prüfenden Blick zwischen mir und ihm hin und her. Sie beäugte ihn darauf genauer, zwar nur kurz aber eingehend, nach einem abschließenden spiegeln in seine tadellosen und blankgeputzten schwarzen Lederschuhe, beschloss sie kurzerhand „Das ist ein Arschloch, Mama!“ Ein eingehender Blick über den Rand der rahmenlosen Brille in meine Richtung, der mich von 1,78m auf knapp einen Meter schrumpfen ließ, war daraufhin seine Antwort. Im Wartezimmer brach auf der Stelle und mitten im Winter eine enorme Hitze aus und die Tomatenzeit begann, in meinem Gesicht. Oder ich war mit der liebreizenden goldhaarigen und sprachlich noch mehr gewandten Nelly im Supermarkt, plötzlich sagt sie lautstark: „Vollpfosten, Penner, Arschgesicht!“ Das gibt natürlich eindeutig Minuspunkte auf der Goldigkeits-Skala, von den Blicken der umstehenden Leute möchte ich gar nicht erst anfangen.
Es hat wirklich sehr viele Vorteile, wenn die jüngeren Geschwister von den älteren lernen, aber eben nicht nur. Der tiefe und ungemein dreckige Pool der Schimpfworte, der den ältesten Grundschulkindern zur Verfügung steht, ist hier lückenlos durchgesickert.

Tja liebe Eltern, Eure Aufgabe ist es leider nicht, noch lustigere und bessere Schimpfwörter zu erfinden. Ja und lasst bitte auc äußerste Vorsicht beim Autofahren walten, enthaltet euch lieber einmal eines unflätigen Kommentars bezüglich eines anderen, vielleicht nicht ganz so begnadeten Verkehrsteilnehmers. Kinder hören nicht nur alles, sondern merken sich auch alles, besonders DIESE Wörter! Die Aufgabe als Eltern besteht tatsächlich darin den Kindern klarzumachen, dass sie das lassen sollen, was sie aber AUF GAR KEINEN FALL tun werden, also sie dazu zu bringen, die absoluten Burner an Wörtern von Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen unbemerkt loszulassen.
Louie hatte das eine zeitlang wirklich sehr gut drauf: Er nutzte z.b. die Wartezeit beim Arzt gern und nahm sich derweil freundlich eines ihm bekannten aber auch unbekannten Kindes an, zog sich mit diesem und der Ausrede auf Toilette zu müssen zurück, beide kamen freudestrahlend zurück:
„Ich habe XY ein SEHR schlimmes Wort beigebracht! Wir sind aber extra weggegangen, damit Du es nicht hören musst!“
 Das ist doch echt rührend und vollkommen rücksichtsvoll von ihm gewesen, oder?

CHECK - Erziehungsziel erreicht! Das Erreichen von Erziehungszielen hat natürlich eine Kehrseite: Vor einiger Zeit sagte Timmy zu Louie: „Und weißt Du, was die Mädchen immer zu den Jungs sagen? Ein echt GAAAAAAAANZ schlimmes Wort!“ Ich war mächtig gespannt, meine Ohren wurden auch schon ein bisschen länger in Erwartung welches gaaaanz schlimme Wort es wohl sein mochte. Insgeheim überlegte ich schon, was ich zu dieser Verkündigung sagen würde. Ich platzte also schon so richtig schön vor Neugier, als auch schon das rücksichtsvolle „Aber ich sag es Dir ins Ohr, damit Mama es nicht hören muss!“ von Timmy ertönte.

SO EIN ELENDIGER MIST ABER AUCH WIEDER!!!

Mittwoch, 6. Januar 2016

Kuh-a-noia

 
....eigentlich mag ich ja alle Tiere - nur eben nicht alle gleich gern.

Manche, wie Kühe und Spinnen, jagen mir aber auch -aus guten Gründen- eine Höllenangst ein. Spinnenbisse sind schmerzhafter als Hornissenstiche und gefährlicher zudem. Ostfriesische Kühe jagen in Horden (40-50 Stück) gerne kleine Mädchen durch Weiden.
Das finden viele wirklich unglaublich und erstaunlich, dass ausgerechnet ICH Angst vor diesen doch eigentlich so harmlosen Tieren habe. Aber.....
...ich hatte ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Ich war damals um 11 Jahre alt. Laufe bei uns wie eigentlich jeden Tag immer durchs "Land", wie immer eine Kuhherde dort aber anstatt wie sonst dort ganz hinten zu bleiben, kamen alle auf einmal angeprescht und hinter mir her. Habe es gerade noch so eben geschafft unter das Draht durch in den Schloot zwischen den Weiden, normalerweise hätte ich von dort ja wie immer weiterlaufen können. Blöderweise hatte sich auf der anderen Seite aber auch die gesamte Kuhherde schon versammelt. Ich habe Ewgkeiten dort gewartet das sie weggingen, taten sie aber nicht. Blieben fein stehen und schnaubte oder muhten dieses gruselig "Moooo-hüüüüüü!"
Dann biss mich während ich so da saß und hoffte das hoffentlich bald Melkzeit ist und sie weggehen würden, so eine Tigerraubspinne (die kleinen schwarz-weißen) in die rechte Hand wo die Daumenwurzel ist. Das tat so erbärmlich weh und schwoll sonstwie an, das ich aus diesem Grund beschloss irgendwie dort wegzukommen, denn diese Spinne war mit Sicherheit nicht allein sondern ihre riesige Familie lauerte bestimmt nur auf die nächste Gelegenheit.
 
Also bin ich durch den Graben, den wir Ostfriesen für gewöhnlich Schloot nennen.... durchs Brombeergestrüpp usw aus den Wallhecken gewandert...und auf beiden Seiten trotteten zu allem Elend die Kühe mit.
Am Ende hatte ich ein recht zerkratztes Gesicht, Arme, Beine, eine angeschwollene Hand (zum Glück bin Linkshänder) ..meine Schuld...weil Mädchen machen soetwas ja nicht durch die Weiden zu streifen - noch dazu allein nur von einem Pudel-Dackelmischling begleitet.

Bis zu diesem Tag fand ich Kühe toll und mache erst seit dem einen Riesenbogen um Kühe und Spinnen. Hätte ich damals gleich machen sollen, als mir mit ungefähr 5-6 Jahren eine Kuh auf den Fuß gestiegen ist, die meinem damaligen Nachbarn gehörten. Da haben sie mir schon ihre wahre Natur gezeigt, an diesem Tag hätte ich es schon wissen müssen. Nun, im Nachhinein ist man immer schlauer.  

Das nächste Mal als sie mir ganz nahe waren, war als wir hierhergezogen sind. Im Oktober 2011 war ich mit meiner Schwester und meinem Hund am Abend (es war bereits richtig dunkel und ein wenig nebelig) auf dem kleinen Wanderweg spazieren und haben uns am Ende des Weges auf die Bank gesetzt von wo aus man über einen Teil Freiburgs und andere Dörfer wie Wittnau schauen kann. Das war echt gruselig. Die ganze Zeit hörte ich irgendetwas...dachte aber "Bildest du dir ein! Sag bloss nichts, deine Schwester erklärt dich für verrückt und vollends übergeschnappt!" ..sie hat das gleiche gedacht und irgendwann war da ...ein merkwürdiges Schnauben urplötzlich ganz nah hinter uns...nicht wie von einem Pferd, das klingt immer freundlich sondern ein unfreundliches Schnauben...ich dreh mich um und ein,  so ein richtiges riesiges Mördervieh von Kuh steht knapp einen Meter hinter uns...mit einem Satz war ich auf den Beinen so schnell wie noch nie......der Schreckensschrei von mir hat nicht nur meine Schwester erschreckt....nein....er hat alle anderen Monster neugierig gemacht, das sie auch mal vorbeischauten wer sich da wohl gerade schweißgebadet und zitternd zum Narren macht. Bis zu diesem Tag hat es keiner gewusst, das ich eine Sche.ßangst vor Kühen habe.

Eine sehr gute Freundin von mir, Bäuerin mit über 120 Kühen behauptet zwar immer, die Kühe von damals hätten wohl nur gedacht ich wollte ihnen eine neue Weide zeigen...aber ganz ehrlich.... ich glaube ihr kein Wort...Kühe sind verflixt blutrünstige Tiere - basta. Das Gegenteil von Pferd, Hund, ...kommen von der Gefährlichkeit gleich nach Tiger, Löwe, Hai,Wolf, ....usw. . Bei Vollmond sind sie bestimmt noch gefährlicher als Werwölfe....also quasi  Werkühe.
Im letzten Sommer standen auf dem Berg hinter unserem Haus auch Kühe - ich bin den Weg in dieser Zeit nicht gelaufen sondern habe eben einen anderen Weg auf den Berg gewählt und bin diesen dann zurückgelaufen....ich traue dem Drahtzaun usw nicht. Also laufe ich halt die doppelte Strecke, Hauptsache ich muss nicht daran vorbei.

Ich habe nichts gegen Kühe, wirklich nichts - zumindest nichts das wirkt. ;-)
Ich mag Kühe - wirklich ich mag sie, aber nur wenn sie min. 10 m Abstand von mir haben.
Eine Freundin wollte aber dennoch, für mich absolut unverständlich, kurz vor Weihnachten und beim Wichteln Kühe - hier sind sie also! Auf dem Dach und so, einfach nur um einmal ihre Gefährlichkeit zu zeigen und das meine Kuh-a-noia durchaus eine Daseins-Berechtigung in meinem Leben findet. ;-)