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Freitag, 22. Januar 2016

Kauf Dir was Schönes

Vor einiger Zeit:
Mein Laptop war jetzt auch noch defekt, mein Handy hatte keine Verbindung und meine Kinder musste ich bestechen wenn ich ihren Laptop mal eben kurz ausleihen wollte.
Und am Donnerstag kann ich dann wieder mit meinem Arzt telefonieren, weil er dann neue Erkenntnisse haben will.
HALLLOOOOOO?!...ich weiß doch was es ist und er mittlerweile auch!

Seine Empfehlung: Machen Sie nicht das was alle um Sie herum machen, sondern leben Sie Ihr Leben! ...oh Mann hat der eine Ahnung... Würde er mich kennen, wüsste er das ich eben nicht das mache was alle machen oder anders gesagt, ich bin dafür bekannt anders zu sein: Wenn alle rechts abbiegen, biege ich links ab!

Sollte man allein schon an der Anzahl meiner Kinder erkennen können, ich habe keine 1,4 Kinder und auch nicht die ein lange Zeit als Non plus Ultra geltenden 2 Kinder! ....GRUMMEL...

Ich predige genau das auch meinen Kindern, eben nicht das zu machen weil alle es machen mit dem Satz "Nur weil ALLE es machen heißt ja noch lange nicht das es am Ende auch richtig ist! Die Lemminge springen auch alle von einer Felsenklippe ins Meer weil es eben ALLE machen und sind am Ende tot! TOLL das Leben vorbei aber wenigstens nicht anders als die anderen!
Na und sollen sie doch sagen ihr seid anders. Wo ist es denn erstrebenswert Einheitsbrei zu sein? Sollen sie doch sagen ihr seid verrückt, ist doch egal. Verrückt ist auch ein Stuhl den man vom Tisch zieht, der nicht in einer langen Schlange Stühle steht! Ich habe noch nie etwas von diesem Nivellierungswahn der seid geraumer Zeit durch die Gesellschaft zieht, gehalten, besonders in puncto Mensch nicht! Wie willste da denn noch DU sein wenn Du so bist wie die anderen. Bei Sachgegenständen macht es ja irgendwo Sinn sie zu normen und zu kopieren, aber sonst?! Genau, macht es auf Dauer krank!"

...und was sagte ich zu Petra und Hanna? "Ich glaube, wir sollten uns wirklich die Ruhe und Gelassenheit eines Stuhls zulegen, der muss schließlich auch mit jedem Arsch klar kommen, oder?!." Okay, sie und noch andere haben sich bei diesen Satz derbe an ihrem Kaffee, Tee oder Brötchen verschluckt und ich hatte daraufhin bestimmt 10 Minuten keinen Gesprächspartner mehr am Frühstückstisch, sie haben mir gewaltig einen gehustet und vorwurfsvoll geschaut, aber trotzdem gaben sie mir recht.

Mein Lichtblick: Meine Kinder berechneten mir die Nutzung ihres Laptops jedenfalls nicht stundenweise sondern drückten mir den Euro zurück in die Hand und sagen "Kauf Dir was Schönes dafür!" Ein Eis oder einen Lutscher!!!

Cool, 2 Euro habe ich schon, noch 4x und ich kann mir das Buch, welches ich bei Jokers gesehen habe, kaufen!!

Freitag, 1. Januar 2016

Neujahrskoffer

Das alte Jahr ist zum Glück endlich futsch,
ich hoffe wir sind alle gut reingerutscht.
Ich packte gestern meinen Koffer für 2016 und in meinen Koffer packte ich:

Lissa, denn sie gab mir an Weihnachten mit ihrem wundervollen Geschenk, das unglaubliche Gefühl eine Prinzessin aus dem Märchen zu sein. Sie ist eine sehr starke und mutige Frau, die die Dinge beim Namen nennt und nicht schweigt, sich unermüdlich für die Menschen einsetzt die sie liebt, auch wenn man es ihr selten dankt.
Hanna, denn irgendwie weiß sie sowieso immer alles was mich bewegt, sie lacht mit mir über meine scheußlich-schönen Nachbarschaftserlebnisse und Schulerlebnisse meiner Kinder, außerdem freue ich mich auf unseren Besuch bei ihr im Februar, denn es bedeutet: normale Menschen, draußen nicht auf Zehenspitzen gehen müssen, denn der Nachbar ist kein Musiker mit empfindlichem Gehör, ders Nachts wahrscheinlich auch die Flöhe husten hört, und außerdem ist Karneval in Köln. Ich liebe unseren Kaffeeplausch am Telefon - egal zu welcher Uhrzeit.
Maren denn mit kaum jemanden kann man so herzhaft lachen wie mit ihr, teilt den gleichen Sinn für trocknen aber auch schwarzen Humor, macht oft ähnliche Erfahrungen wie ich selbst (sie schon machte), teilt die gleichen Wünsche, Träume wie ich, außerdem ist sie mein Testleseopfer und gibt mir die notwendigen Impulse zum Weiterschreiben. Sie ist mein Gegenpart wo sie still wird werde ich laut, sie beruhigt mich und ich aktiviere sie gemeinsam sind wir schon eine recht gute Mischung, wie ich meine. Ich liebe ihre Kommentare, den feinen Witz, die Ironie und das "being very british"
Simone, denn sie spricht ähnlich schnell und laut wie ich, ist nicht nur im Job sondern besonders privat äußerst kreativ und talentiert. Ich liebe deine Offenheit und Ehrlichkeit, am meisten aber unsere kleinen Frotzeleien und anderen Liebenswürdigkeiten. Nebenbei hat auch sie immer wieder mit den irrwitzigen Idiotien der Menschheit zu tun. Ich genieße unsere "kurzen" und spontanen Telefonate zwischendurch. Ich freue mich auf unseren nächsten Kaffee.
Sandra, denn sie denkt ständig und meist zeitgleich über das Gleiche nach wie ich, wie sie selbst auch immer wieder zugibt. Ich liebe ihre Kommentare, ihre Empörung & Entrüstung die meiner so sehr gleicht, aber auch ihren Humor und das "being very british". Aber auch Die Idee mit dem Buch ist eine richtig gute gewesen. Außerdem freue ich mich auf den Kaffee mit ihr.
Iris, denn welche Mutter traut sich schon in den Sommerferien, allein mit Kindern durch Europa zu reisen? Noch dazu mit 7 Stück?! Eben, eine mutige und starke Frau, noch dazu ist sie ein aufgehender Stern am deutschen Fernsehhimmel, ein äußerst talentierter und vielseitiger Mensch.
Sonja denn ich liebe ihre unermüdliche Arbeit gute Lebensmittel herzustellen und damit die Lebensqualität vieler zu gewährleisten, viele Bauern könnten sich von ihrer Art der nachhaltigen Landwirtschaft eine dicke Scheibe abschneiden. Ganz besonders mag ich aber ihre Strickwut, ihre Kekse und die Art wie sie die Welt zu sehen pflegt.
Daniela, denn sie hat eine wunderbare Sicht auf die Welt und sie kocht die ständig wunderbarsten Gerichte, ganz einfach so. Ich liebe ihre Art und Weise die Dinge beim Namen zu nennen, ihre Weltsicht und alles was sie so macht.
Eva-Maria denn ich mag die Geschichten über ihre Erlebnisse mit der Nachbarschaft wie die Baumgeschichte, die Wohnmobilgeschichte, aber auch die Schulgeschichten, sie spiegeln so oft mit meinen eigenen.
Katrin denn sie ist eine unwahrscheinlich starke Frau, egal wie hart ihr der Wind auch ins Gesicht schlägt, sie gibt nicht auf und ist nicht kleinzukriegen. Wenn sie fällt, bleibt sie nicht liegen, sondern steht wieder auf. Sie ist ein wunderbarer Mensch, auch wenn andere sie leider nicht immer so behandeln.
Jeannette denn ich schätze ihre Offenheit und Ehrlichkeit, ihren Mut sich den Problemen des Alltags wieder und wieder zu stellen, nicht aufzugeben sondern weiter zu kämpfen, ihren Weg weiterzugehen. Sie ist eine ganz starke und tolle Frau.
Andrea, denn sie hat eine wunderbare Art zu schreiben, eine tolle Weltanschauung und ist auch sonst ein ganz prima "Kerl".
Rahel, denn ich liebe ihren unerschütterlichen Glauben, ihre Marmeladen, Kalender, Sprüche, Zitate, ihre Sicht auf die Welt und Dinge.... und noch ein so vieles mehr. Außerdem freue ich mich schon wie verrückt auf das Konzert im Juli, auf den August, ihren Besuch und ihre Familie.
Monika  denn ich halte sie (gemeinsam mit ihrer Familie und 5 weitere Familie) für einen der normalsten, freundlichsten, hilfsbereitesten und ehrlichsten Menschen die es hier im Gemeindegebiet gibt, im Gegensatz zu den ...hust, hust... lassen wir das. Außerdem liebe ich ihren Kuchen, die Art wie sie durchs Leben tanzt, erinnert mich immer irgendwie an eine Elfe die anmutig durch die Welt springt, im Einklang mit sich selbst und allem um sie herum.
Tanja denn ich liebe ihre Kommentare und ihre Sicht auf die Dinge, ihre unvoreingenommene Art. Ich habe mich an deinen Vorschlag gehalten und das Buch begonnen zu schreiben, mittlerweile habe ich 3 vollendete und arbeite an dem Expose für das erste.
Monika, denn wir teilen eine so gut wie lebenslange Freundschaft, haben ähnliche Interessen, Erfahrungen und eine recht ähnliche Weltsicht, auch wenn wir vielleicht nicht immer der gleichen Meinung sind.
Sanaa & Mohamad denn sie sind unwahrscheinlich mutige und offene Menschen, verfügten nach nur 10 Monaten über stellenweise bessere Deutschkenntnisse als so mancher Deutscher selbst, wie ich nicht nur hier bei Facebook regelmäßig zu lesen in der Lage bin. Respekt für ihre Leistung, den Mut, dieses Vertrauen, diese Offenheit, diese Integrationsfähigkeit, diese Leistung Menschen so zu akzeptieren, respektieren und tolerieren wie sie sind ....davon kann sich so mancher Deutscher eine riesige und dicke Scheibe abschneiden. Ihr seid ganz tolle Menschen, Freunde und Eltern bleibt so wie ihr seid, denn besser geht es kaum.

Und als allererstes habe ich selbstverständlich meine Kinder eingepackt: Jan-Lucas, Janneke-Marie, Niels-Oliver, Neele-Sophie, Fentje-Amelie, Timm-Niclas und Sven-Ole!

Denn sie sind meine Sonne,meine größte Stärke, mein stärkster Antrieb, meine allergrößte Liebe, das allerwichtigste, mein bester Kompass, meine Navigatoren, mein Radar, das Allerbeste vom Besten.....kurz gesagt: MEINE WELT UND MEIN LEBEN!


Und dann gibt es noch ganz viele andere Menschen, die ich hier leider gar nicht alle einfügen kann, weil es den Rahmen sprengen würde, es einfach zu viele sind. Seien es Ärzte, Lehrkräfte, Pflegepersonal, Angestellte, ....die einfach nach ihrer eigenen Definition: "einfach nur meinen Job gemacht" haben. Für uns war es bedeutend mehr als nur das, es hat uns mehr oder weniger überleben und nicht verzweifeln lassen, neue Hoffnung gegeben, Vertrauen in uns und unsere Umwelt, aber auch gezeigt das wir nicht allein sind. Genau dieses "nur meinen Job gemacht" macht für viele die Welt ein bisschen wärmer, ein wenig  heller und ein weniger bedrohlicher.

Um es kurz zu machen: Ich packe die Menschen in meinen Koffer, die mir im nicht gerade einfachen 2015 wieder und wieder Mut machten, sich mit mir Empörten, den Halt und die Sicherheit gaben, die unerschütterlich und unbeeindruckt an meiner Seite standen ganz egal wie stark der eisige Wind mir auch ins Gesicht schlug. Egal auf welche Art und Weise, sie waren einfach da. Natürlich sind da auch noch diejenigen die mir das Leben im letzten Jahr schwer gemacht haben und für allerhand der Probleme verantwortlich waren. Manche trieben nicht erst seit 2015 ihr Unwesen in meinem und dem Leben meiner Kinder ihr Unwesen, sondern schon bedeutend länger!Ihnen bin ich zutiefst dankbar, denn sie zeigen mir wie ich niemals werden möchte, wo ich nie landen möchte und vor allen Dingen "Wie ich niemals von einem Kind dieses Ansehen bekommen oder in Erinnerung bleiben möchte!" 

Die genannten sind einfach diejenigen die im besonderen Maß aus der breiten Masse herausragten. Sie sind für mich "Menschen 2015", auch wenn sie nicht im Fernseher auftauchen und für ihre Taten gelobt werden.
Sie sind die im Hintergrund, diejenigen die niemand sieht, aber tatsächlich dafür sorgen das die Welt ein besserer Ort für jedermann wird und werden kann. Man wird ihnen keine Stein gehauenen Denkmäler setzen, aber wer ein Denkmal verdient braucht keines und wer eines braucht verdient keines, nicht wahr?!
Ich freue mich auf ein neues Jahr mit ihnen und in ihrer Begleitung.
Außerdem habe ich meine Liste mit Vorsätzen eingepackt:
"Ich stehe nicht mehr zu Verfügung"
"Bis hierhin und nicht weiter"
"Ich bin nicht Jesus"
"Neinsager sind cooler als Jasager!"
"Ich trage nicht die Verantwortung für dein Gefühl"
"Selbstliebe ist kein Egoismus"
"Was interessiert mich das Geschwätz der Leute"
"Grenzen wahren, achten und verteidigen geben jedem mehr Sicherheit, Freiheit und Frieden - just do it!"
"Ich muss die Erwartungen, Wünsche und Träume anderer nicht erfüllen!"
"Meine Wahrheit muss nicht die Wahrheit eines anderen sein!"

In diesem Sinne: Prost Neujahr - möge es nicht nur bekommen sondern auch besser werden als 2015



 






Freitag, 24. Mai 2013

Das Sockenmonster


Dies ist eine kleine Geschichte zurück in eine Welt, die wir Erwachsenen schon längst vergessen weil wir sie schon vor langer Zeit verlassen haben. Die Welt in der wir noch wahre Helden mit erstaunlichen Kräften und Fähigkeiten waren. In der wir es auch heute noch sind oder sein können, wenn wir Kinder oder mit Kindern zu tun haben. Vielleicht erinnerst Du Dich wieder an diese Welt von damals, wenn Du den heutigen Blogpost ganz gelesen hast und verstehst warum gewisse Dinge so sind wie sie eben sind.

Männer und kleine Kinder gehen Dingen gerne auf den Grund und das in allen Bereichen des Lebens! Ganz besonders beschäftigen sie aber die offenen, ungeklärten Fragen des Alltags. Sie stellen sich die Frage „Wie ist es nur möglich, das man trotz schmutzigem Spülwassers saubere Teller erhält?“

Oder warum sich Socken in Luft auflösen. Letzteres Phänonem ist auch bekannt als "VSP" (Verlorene-Socken-Phänomen) – diesem will ich mich heute annehmen.

Ausgangssituation.
Männer und kleine Kinder sind nicht dumm. Natürlich kaufen ihre Frauen und Mütter ihnen Socken paarweise, nicht in Einzelstücken. (Singles und schon richtig große Kinder machen dieses selbstverständlich selbst) Mit etwas Glück ziehen sie auch zusammengehörige Socken an (dies trifft allerdings nicht für alle Männer und Kinder zu - manche sehen das etwas ungezwungener). Und sie stecken die Paare auch hübsch in die Waschmaschine - wie sich das gehört. Wenn sie gerade Single sind, ihre Frau verreist, krank oder um sie milde zu stimmen, jedenfalls. Oder es handelt sich um das seltene Phänomen dem emanzipierten Mann, dieser ist das Gegenstück zur emanzipierten Frau und meist glücklich mit einer solchen verheiratet.


Phänomen:
Während des Waschvorgangs muss irgendetwas passieren mit diesen Socken. Denn immer mehr Männer stellen heutzutage beim anschließenden Socken sortieren fest, dass sie plötzlich eine Reihe von Einzelstücken in Händen halten. Nein, keineswegs bei allen Paaren fehlt eine Socke - es sind immer nur 1 bis 3 Paare, die diese Bezeichnung nun nicht mehr verdienen. Allerdings geschieht das bei fast jedem Waschgang, so dass im Laufe der Zeit ein erstaunlicher großer Berg solcher "Single-Socken" entsteht (meist in kleinen Körbchen verstaut).

Fragestellung:
Die Frage, die den nachdenklichen Mann und das nachdenkliche kleine Kind nun umtreibt, ist: wie in früheren Zeiten schon die Frauen und Mütter
a) Wie kann das sein?
b) Wie kann es sein, dass der zweite Socken auch nie wieder auftaucht?

Seine Erklärungsversuche und die der Kinder, ist die der Frauen der früheren Zeit:

1. Es wurde von Anfang an nur EINE Socke in die Wäsche gesteckt (z. B. aus dem vorhin erwähnten Berg der Singlesocken).

2. Die verlorene Socke ist noch in der Waschtrommel.
Dies sollte spätestens bei der Kochwäsche bemerkt werden die gerade läuft, wenn die urpsrünglich weißen Wäschestücke mit einem grauen oder rötlichen Schleier versehen sind.

3. Bettbezüge oder Spannbettücher.
Wenn man diese zusammen mit den Socken waschen, kann es durch die Zentrifugalkraft sein, dass sich eine Socke innerhalb des Bezugs, z. B. in einem Zipfel, verfängt.

4. Die Textilfirmen verwenden bei jedem zweiten Socken ein bestimmtes Garn, das sich bei einem hohen Feuchtigkeitsgrad und einer bestimmten Erwärmung auflöst, damit der Umsatz gesteigert wird. Eher unwahrscheinlich, denn Männer und kleine Kinder mit Schweißfüßen würden diesem Trick schon nach kurzer Zeit auf die Spur kommen.

5. Fehlkonstruierte Waschmaschinen.
Die Wasch-Trommel bietet zu große "Schlupflöcher" für den Wasserablauf. Bei den noch von Emanzipation ungeplagten Frauen eine Möglichkeit. Aber bei dem heutigen emanzipierten Mann und den damit vorbundenen entsprechenden neuen Modellen ebenfalls unwahrscheinlich - denn dann würden auch andere Kleidungsstücke verschwinden, die Unterwäsche der kleineren Kinder.

Und dann kommt ihnen die unmöglichste und unglaubwürdigste Idee, die einem Menschen in dieser Welt nur kommen kann.

6. Das Sockenmonster
Jenes Phantom auf das die Frauen in allen Zeiten auch schon immer getippt haben. Denn auch als man in Flüssen, im Bottich mit dem Waschbrett wusch, gingen schon Socken verloren.

"Ein Sockenmonster? So etwas gibt es doch gar nicht, oder etwa doch? Quatsch, es gibt keine Monster, das sind alles nur Märchen" ist sich der rational denkende Mann sicher. Aber das innere Kind in ihm, der Forscher und der Entdecker, wird ihm keine Ruhe lassen, eine Frage stellen und passende Argumente dazu liefern warum es doch so sein könnte.
"Und was, wenn doch?! Es gibt schließlich auch Atome, Ionen und Neutronen, die kann man auch nicht sehen, aber dennoch gibt es sie. Bakterien und Viren kann man ebenfalls nicht sehen, trotzdem haben wir Schnupfen und Husten, wenn sie es sich bei uns gemütlich gemacht haben!" Auch der rationaldenkende Mann kann hier nicht widersprechen.
Dann reiht sich eine Frage nach der anderen:

Wie würde so ein Sockenmonster dann ausschauen?
Man müsste es doch irgendwann erwischen. Was ist ein Sockenmonster überhaupt? Was macht es denn den lieben langen Tag?
Wo versteckt es sich?

Männer und kleine Kinder gehen Dinge bekanntlich gerne auf den Grund und das methodisch wie Detektive.
Sie erstellen zuerst eine Liste was ein Sockenmonster so ausmacht: 
  1. Sockenmonster wollen nur Socken. 
  2. Sockenmonster verstecken nämlich Socken. So gut, dass sie niemand mehr findet…also wirklich niemand. 
  3. Sockenmonster können sich selber auch gut verstecken.Niemand kann sie finden. Das ist ihr ganz großer Trick. 
  4. Manchmal liegen sie vielleicht in der Sockenschublade im Schrank und sehen aus wie normale Socken, damit sie nicht auffallen.
Wenn der Mann Kinder hat, wird er sich sofort mit ihnen gemeinsam auf Abenteuerreise und damit auf Monsterjagd begeben. Diese beginnt, natürlich am Ausgangspunkt des Phänomens. In der Sockenschublade wo sie alle noch als Paar zusammen sind. Hier beginnt am Ende alles:Er wird dann höchstwahrscheinlich seine Kinder fragen:„Wer von uns hat die aufgeräumteste Sockenschublade mit den meisten Socken?" Natürlich ist dieses immer die Sockenschublade der Mama, denn sie ist die einzige im Haus, die immer Ordnung in ihrem Schrank hat, sogar ihre Socken hat sie immer fein sauber geordnet. Darum lautet die Antwort natürlich unison:"MAMA!"
"Also dann, sehen wir uns doch einfach einmal Mamas Sockenschublade mit ihren vielen Socken an. Viele Paare, große, kleine, dicke, dünne, ganz bunte, solche für den Winter, solche für den Sommer, einfarbige und bunte Socken, aber immer zwei Stück!“ Während unsere mutigen Abenteurer und Monsterjäger noch die Schublade begutachten kommt auch schon zufällig die besagte Mama nach Hause und fragt erstaunt ihre Familie
„Was macht ihr denn dort?“ Man muss die Mama verstehen, denn es sieht schon recht merkwürdig aus wenn sich der Mann und die Kinder um ihre Sockenschublade versammelt haben und diese genauestens und streng begutachten. Die liebe Familie gibt sich ein wenig zerknirscht und je älter, desto gesünder leuchtet ihre Gesichtsfarbe in rot. Der Mutigste von allen ist, wie immer der Jüngste „Wir suchen das Sockenmonster!“
Ohne mit der Wimper zu zucken sagt sie dann „Ihr sucht das Sockenmonster in meiner Sockenschublade? Na dann paßt einmal auf“ denn ihr ist gerade, just in diesem Moment, ein Erlebnis aus ihrer Kindheit eingefallen das sie fast schon vergessen hat.

„Vor langer Zeit als ich noch sehr klein war, meine Schwester noch nicht geboren und die Oma noch keine Oma sondern nur eine Mama war, saß ich eines Morgens in meinem Zimmer. Ich saß einfach so da, war sehr traurig und guckte auch wohl so, als meine Mutter nach mir sah.
„Guck mal!“ sage ich tieftraurig zu ihr, „Schon wieder fehlen mir Socken. Der eine grüne mit den blauen Punkten und der andere mit den gelben und roten Streifen. Ich hab nur noch einen von jedem und dabei habe ich doch noch immer zwei Füße. Ich brauche dann doch auch zwei!
Mama sagt: „Wo sind denn die anderen Socken, die müssen doch irgendwo sein?“
„Ich habe schon überall nachgesehen!“ antworte ich ihr.
Mama sagt: „Du hast bestimmt noch nicht überall gesucht!“
Trotzig antworte ich: „Jawohl, habe ich ja doch! Überall habe ich gesucht! Hier, unten, oben. In der Küchenschublade, im Kühlschrank, im Backofen, einfach überall. Aber nirgendwo war eine!“

Darum fingen wir beide noch einmal an, überall zu suchen, aber auch gemeinsam finden wir natürlich keinen einzigen der fehlenden Socken.
Ich sage, nach einiger Zeit: „Vielleicht hat ja unsere Waschmaschine Hunger und frisst darum dann heimlich immer meine Socken. Dann können wir ja noch lange suchen.“ und will damit die Sache aufgeben, weil ich keine Lust mehr zum Suchen habe. Wenn die Waschmaschine sie gefressen hat, dann macht es keinen Sinn sie weiter zu suchen. Die verschwundenen Gummibärchen tauchen auch nie wieder auf, wenn ich sie heimlich aus dem Schrank stibitzt und aufgegessen habe. Das ist bei einer Waschmaschine sicherlich auch nicht anders.
Aber Mama widerspricht mir: „Unsere Waschmaschine hat bestimmt keinen Hunger und frisst darum auch keine Socken!“
Ich denke kurz über das Gesagte nach und dann fällt es mir ein, das es dann nur noch ein Monster sein kann.
„Jetzt krieg ich aber Angst und fürchte mich“, sage ich
„Warum denn das?“ fragt mich meine Mama, sie weiß ja nichts von meinen Gedanken
„Ich glaube wir haben ein Monster im Haus, das immer meine Socken frisst!“
„Es gibt doch gar keine Monster!“
„Doch es gibt jawohl Monster, die wohnen in unseren Kleiderschränken und unter unseren Betten. Das hier ist bestimmt das Sockenmonster, das immer Nachts unter meinem Bett hervorkommt, dann schnell meine Socken klaut und sich ganz schnell wieder unter meinem Bett versteckt! Da frisst es dann die Socken die es geklaut hat und wenn es zu viele geklaut hat, dann lässt es sie da einfach liegen. In der nächsten Nacht mag es die Socken von gestern nicht mehr und holt sich dann einfach neue! Und alle die es zuviel geklaut hat, lässt es dort dann immer einfach so liegen. Damit es nicht aus Versehen eine alte vom Tag vorher ist, macht es sie dreckig und verknüdelt sie, so wie eine Socke aussieht die man einen ganzen Tag angehabt und am Abend ausgezogen hat. Das ist ganz schön gruselig und unheimlich, findest Du nicht auch?! Jetzt habe ich sogar so richtig echt Angst, wenn ich daran denke, das jede Nacht das Monster durch mein Zimmer läuft! Stell Dir das mal vor, irgendwann habe ich dann nämlich keine Socken mehr und dann klaut es vielleicht mich aus meinem Bett und frisst mich unterm Bett auf. Und dann?!“ aber ehe meine Mama mir antworten konnte, gab ich mir schon selbst die Antwort „Dann bin ich aufgefressen und Du hast mich nicht mehr, weil ich nämlich weg und im Bauch vom Sockenmonster bin, wo Du mich nicht finden kannst!“
„Also“, meint meine Mama, „vor einem Sockenmonster brauchst du dich nicht zu fürchten, das will nur Socken und sonst gar nichts! Das mag ganz sicher keine kleinen Mädchen“
So ganz überzeugt war ich davon damals allerdings nicht, ich war mir noch immer ziemlich sicher, dass es, wenn es nur richtigen Hunger hatte, mich am Ende doch noch auffressen würde. Darum habe ich mir auch gleich eine wirklich sehr gute Idee ausgedacht: „Wir könnten ja versuchen das Sockenmonster zu fangen, oder? Nur so für alle Fälle, falls es vergessen hat, das es keine kleinen Mädchen frisst“

Mama und ich überlegen, bei einer Tasse Pfefferminztee, den mochte ich nämlich früher schon so gern, wie ich ihn auch heute noch immer mag, wie das wohl gehen kann, weil am Tage sieht man ja nie Sockenmonster. Sie sind ja nur Nachts unterwegs und zwar genau dann, wenn die Gespenster gerade wieder schlafen gehen. Das ist Nachts um eins, wenn die Kirchturmuhr einmal schlägt.
Meine Mama und ich haben einen ganz listigen Plan entwickelt. Am Abend binden wir eine Schnur in meinem Zimmer fest, wie eine Wäscheleine. Dann hängen wir beide ganz einfach drei Paar Socken auf diese Leine. Damit wollen wir das Sockenmonster anlocken und dann ganz schnell fangen. Am Abend wollen wir warten, bis das Sockenmonster kommt, auch mein Hund wartet mit uns, nur für den Fall dass das Sockenmonster doch gefährlich ist und uns beißen will. Wer lässt sich schließlich schon gerne freiwillig ohne sich zu wehren fangen? Ein Hund ist nämlich der beste Schutz der Menschen vor Monster jeglicher Art. Das kommt und das wissen leider nur die wenigsten, weil alle Monster nämlich ganz schreckliche Angst vor Hunden haben. Egal wie groß und gruselig das Monster auch ist, sieht es einen Hund, egal wie klein der auch ist, haben sie schreckliche Angst und rennen mit zitternden Beinen schnell davon. Soviel Angst haben sie aber auch vor den Kuscheltieren und Kuscheltücher, die die Kinder immer mit ins Bett nehmen, man muss nicht unbedingt den Hund mit ins Schlafzimmer nehmen oder deshalb extra einen kaufen. Am meisten Angst haben Monster aber vor den Eltern der Kinder die sie erschrecken wollen, da trauen sie sich gar nicht erst aus ihrem Versteck heraus. Wenn doch, dann nur weil nicht bemerkt haben das die Eltern mit im Zimmer sind, aber sobald sie diese bemerken, vielleicht weil der Papa gerade einen lauten Schnarcher hören lassen hat sind sie weg. Das ist nämlich auch der Grund, warum so viele Papas und manchmal natürlich auch die Mamas immer die ganze Nacht so laut schnarchen: Damit die Monster sich gar nicht erst heraustrauen.

Wir legen uns also ins fast dunkle Schlafzimmer ins Bett, bis ungefähr 10 Uhr schaffen wir es auch, wach zu bleiben, aber dann sind wir doch eingeschlafen.
Neben dem Bett leuchtet nur noch ein ganz kleines Lämpchen. Es ist fast dunkel. Mama liegt neben mir, ich liege in ihrem Arm, ganz dicht an ihr. Wir merken natürlich gar nichts mehr, so fest schlafen wir. Auch nicht als die Uhr unserer Kirche einmal schlägt. Natürlich merken wir darum auch nicht, als auf einmal das Sockenmonster kommt.
Ihr werdet es nicht glauben. Es kommt direkt aus der Sockenschublade…es entfaltet sich aus einer sehr großen Männersocke, die ist vorher noch niemanden bei uns zu Hause aufgefallen. Es reckt sich und streckt sich.
Es freut sich, dass auf der Leine so viele Socken hängen, holt sich drei verschiedene, lässt aber auch drei verschiedene hänge
Das Sockenmonster brummt und knurrt vor Behagen, schnuppert an den Socken, freut sich, dass die so gut duften und legt sie in einen kleinen Kasten unter der Sockenschublade, den vorher noch keiner gesehen hat. „Ah, was für schöne weiche Socken, ah, wie gut die duften…darauf mag ich sehr gerne drauf schlafen…“

Plötzlich wachen Mama und ich auf, weil mein Hund bellt und knurrt, da sehen wir auch schon das Sockenmonster und schreien ganz laut auf: „Halt, jetzt haben wir dich…was willst du mit unseren Socken machen? Willst du die fressen?“ rufe ich
„Nein“, ruft das Sockenmonster erschrocken.
„Ja, aber was machst du damit?“ frage ich erstaunt
„Ich lege sie in meinen Kasten. Sie sind so schön weich und duften so gut und frisch…ich will nur drauf schlafen, weil sie so schön weich und duftig sind,“ sagt das Sockenmonster.
"Also ist das bei Dir so, wie bei uns mit der Bettwäsche?"
"Genau so wie bei euch mit der Bettwäsche!" stimmt mir das Sockenmonster zu.
"Und wenn sie nicht mehr so schön weich und duftig sind, was machst Du dann mit ihnen?" will ich natürlich wissen.
"Also das mache ich dann so, ich trage sie nachts aus dem Kasten, dann bringe ich sie unter das Bett und hole mir neue weiche und duftige Socken! So wie ihr das mit eurer Bettwäsche auch macht!"
„Ach so“ rufen ich und Mama gleichzeitig, „das haben wir ja gar nicht gewusst!
Und meine Mama fragt das Monster „Kannst du denn auch auf einem schönen warmen Handtuch schlafen, wenn wir dir eins geben?“
„Na klar“, sagt das Sockenmonster, „aber nur wenn es schön warm ist und ganz frisch duftet.“
„Lässt du dann unsere Socken in Ruhe?“ fragt Mama.
„Ja, ganz bestimmt“, meint das Sockenmonster.
„Woher kommst Du eigentlich?“ frage ich neugierig
„Ich komme aus dem Sockenland!“ sagt es
„Sockenland? Wo ist das denn, ich kenne nur Deutschland und Holland, aber Sockenland kenne ich nicht!“
„Also das Sockenland ist dort von wo all die neuen Socken kommen und wohin all die kaputten Socken gehen. Dort wohin all die verlorenen und vergessenen Socken gehen, welche die Menschen so auf ihren Reisen verlieren oder vergessen!“ antwortet es mir.
„Hm,“sage ich „kann man dort auch hinfahren?“
„Nein, ein Mensch kann dort nicht hinfahren, denn nur wenige Menschen können das Sockenland sehen und finden! Aber es gibt einen Zugang für jeden einzelnen Menschen und nur diejenigen die genug Phantasie, ein reines Herz und noch die Magie und den Zauber des Anfangs in sich tragen können auch hineingelangen!“
„Und wo ist der Zugang?“ frage ich fasziniert.
„Unter Deinem Bett, dort ist der Zugang, dort ist Dein eigener Zugang in unsere Welt!“
„Aber...aber...“stammele ich „da sind doch auch all die anderen gruseligen und bösen Monster.“
„Ja, das stimmt dort leben auch die anderen Monster. Unter Deinem Bett und in Deinem Kleiderschrank sind die Zugänge in die verschiedenen Monsterwelten. Aber wir Monster sind alle immer nur so gruselig und böse, wie Du uns sehen willst!“
Auf einmal fällt mir etwas ein „Hast Du denn auch eine Mama so wie ich?“
„Natürlich habe ich auch eine Mama, genau wie Du eine hast! Sie hat mir alles beigebracht was ich als Sockenmonster wissen muss“ antwortet es mir
„Hast Du auch einen Namen?“ frage ich es
„Na was denkst denn Du? Natürlich habe ich einen Namen, das ist wirklich ein komische Frage!“ lacht es.
„Und wie heißt Du?“
„Ich bin Candidus Albus und mit Nachnamen heiße ich Soccus!“
„Du bist also Candidus Albus Soccus?“
„Genau der bin ich!“

Auf einmal aber lässt es seinen Kopf hängen und brummt: „Aber jetzt habe ich erst einmal ganz dollen Hunger.“
Mama und ich gucken ganz erstaunt. „Aber, wir dachten Du frisst keine Socken!“
„Na“ sagt es „das mache ich ja auch nicht. Ich esse doch nicht mein Bett. Eßt ihr Menschen denn eure Betten?“ Natürlich machen wir das nicht und müssen über unsere Frage lachen. Wir wollen dann natürlich sofort wissen, was ein Sockenmonster denn so frisst.
„Ich fresse für mein Leben gern Kügelchen aus weißem Küchenpapier“, brummt es, „ganz viele!“
Da laufen Mama und ich schnell in die Küche, holen die Rolle Küchenpapier, wir reißen kleine Stücke ab und drehen daraus Kügelchen.
Das Sockenmonster kommt zu uns und fragt „Werft ihr sie mir zu? So mag ich sie am liebsten, meine Mama hat das früher nämlich so gemacht, als ich noch ganz klein war!“ das machen wir natürlich sehr gerne. Es sperrt sein großes Maul ganz weit auf und fängt damit die Kügelchen die wir ihm zuwerfen.
Es frisst so viele Kügelchen, wie es nur kriegen kann und bis die Küchenrolle leer ist. Mama und ich können es kaum glauben, wieviel es da frisst. Jetzt wissen wir auch endlich wo die Rolle Küchenpapier immer so schnell bleibt. Meine Mama hatte also fast recht, als sie sagte „Ich glaube, irgendjemand kocht daraus Suppe!“ Es war das Sockenmuster, nur Suppe hat es daraus nicht gekocht.
Dann stöhnt es: „Jetzt bin ich satt , danke.“
Ich frage das Monster „Und was isst Du, wenn kein Küchenpapier da ist?“ „Och“ sagt das Sockenmonster „dann nehme ich Papiertaschentücher oder Toilettenpapier, das ist fast dasselbe!Die schönen und bunten Papierservietten esse ich immer an Feiertagen wie Weihnachten, denn sie sind etwas ganz besonderes!“ Es gähnt, reckt und streckt sich „Jetzt bin ich aber müde und möchte gerne schlafen, wir lassen es natürlich.
Es läuft zum Kasten mit dem warmen Handtuch, rollt sich zusammen und schläft ein! Mama und ich wissen jetzt nicht nur wo die Socken immer bleiben, sondern auch warum das Küchenpapier immer so schnell bleibt. Warum immer die Taschentücher verschwinden und nicht da sind, wenn wir auf einmal erkältet sind. Warum auf einmal kein Toilettenpapier mehr da ist, obwohl wir ganz sicher wussten das noch eine Rolle da war. Und warum unsere Papierservietten an besonderen Tagen wie Weihnachten immer unauffindbar sind, obwohl wir ganz sicher welche gekauft haben. Oder warum öfter einmal dreckige Socken unter dem Bett liegen.
Das Sockenmonster ist für all diese Dinge verantwortlich. Es schnappt sich unsere Socken, um sich daraus ein Bett zu machen und wirft die schmutzigen zurück unter unsere Betten. Von dem Küchenpapier, den Taschentüchern, dem Toilettenpapier und den Servietten ernährt es sich. Natürlich hat uns das damals niemand geglaubt, aber wir beide haben immer gelacht, wenn wieder einmal eine Socke verschwunden war, kein Toilettenpapier mehr da war. Ich glaube meine Mama hat das damals aber nach einiger Zeit wieder vergessen, so ist das bei Erwachsenen nämlich. Wenn Menschen 36 werden, dann verschwindet das Sockenmonster aus dem Gedächtnis und man kann sich einfach nicht mehr daran erinnern. Mir scheint, es ist dringend an der Zeit, das ich mein Erlebnis mit Sockenmonster das Candidus Albus Soccus heißt, aufschreibe, nicht das selbst ich es eines Tages noch vergessen werde.“

Und genau das habe ich hiermit getan.
Wenn Du also irgendwo in ein Haus kommst wo es gerade kein Toilettenpapier, kein Küchenpapier, keine Papiertaschentücher oder keine Papierservietten gibt, wo Körbe mit einzelnen Socken herumstehen und schmutzige Socken unter dem Bett liegen, dann weißt Du ab jetzt das dort Sockenmonster unter den Betten leben.
Aber vielleicht verstehst Du ab jetzt auch wieder, warum Dein Kind immer wieder die frischen Handtücher aus dem noch warmen Trockner nimmt und in sein Zimmer bringt. Warum es einfach nicht auf sein Kuscheltier oder Kuscheltuch verzichten kann. Warum es immer wieder versucht den Hund in sein Schlafzimmer zu schmuggeln, damit dieser dort schläft. Und natürlich auch warum es bei Dir schlafen möchte oder Du bei ihm schlafen sollst.
Die Monster sind dafür verantwortlich und das Wissen Deines Kindes, weil es im Gegensatz zu Dir noch weiß wovor Monster sich am meisten fürchten, denn es ist immer noch zu Hause in der Welt die Du bereits vergessen hattest weil Du sie schon vor sehr vielen Jahren verlassen hast. Aber sie existiert immer noch, auch wenn Du sie heute nicht mehr sehen kannst oder vielmehr verlernt hast sie zu sehen. Vielleicht aber willst Du es auch gar nicht mehr. Nichts desto trotz, ist sie immer noch vorhanden und existent. Du kannst aber jederzeit zurück, wenn Du willst, dazu musst Du einfach nur ein Kind an die Hand nehmen und Dich darauf einlassen. Nur ein Kind vermag es, Dich zurück in das Land von einst zu bringen.
Trau Dich!