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Freitag, 24. Mai 2013

Das Sockenmonster


Dies ist eine kleine Geschichte zurück in eine Welt, die wir Erwachsenen schon längst vergessen weil wir sie schon vor langer Zeit verlassen haben. Die Welt in der wir noch wahre Helden mit erstaunlichen Kräften und Fähigkeiten waren. In der wir es auch heute noch sind oder sein können, wenn wir Kinder oder mit Kindern zu tun haben. Vielleicht erinnerst Du Dich wieder an diese Welt von damals, wenn Du den heutigen Blogpost ganz gelesen hast und verstehst warum gewisse Dinge so sind wie sie eben sind.

Männer und kleine Kinder gehen Dingen gerne auf den Grund und das in allen Bereichen des Lebens! Ganz besonders beschäftigen sie aber die offenen, ungeklärten Fragen des Alltags. Sie stellen sich die Frage „Wie ist es nur möglich, das man trotz schmutzigem Spülwassers saubere Teller erhält?“

Oder warum sich Socken in Luft auflösen. Letzteres Phänonem ist auch bekannt als "VSP" (Verlorene-Socken-Phänomen) – diesem will ich mich heute annehmen.

Ausgangssituation.
Männer und kleine Kinder sind nicht dumm. Natürlich kaufen ihre Frauen und Mütter ihnen Socken paarweise, nicht in Einzelstücken. (Singles und schon richtig große Kinder machen dieses selbstverständlich selbst) Mit etwas Glück ziehen sie auch zusammengehörige Socken an (dies trifft allerdings nicht für alle Männer und Kinder zu - manche sehen das etwas ungezwungener). Und sie stecken die Paare auch hübsch in die Waschmaschine - wie sich das gehört. Wenn sie gerade Single sind, ihre Frau verreist, krank oder um sie milde zu stimmen, jedenfalls. Oder es handelt sich um das seltene Phänomen dem emanzipierten Mann, dieser ist das Gegenstück zur emanzipierten Frau und meist glücklich mit einer solchen verheiratet.


Phänomen:
Während des Waschvorgangs muss irgendetwas passieren mit diesen Socken. Denn immer mehr Männer stellen heutzutage beim anschließenden Socken sortieren fest, dass sie plötzlich eine Reihe von Einzelstücken in Händen halten. Nein, keineswegs bei allen Paaren fehlt eine Socke - es sind immer nur 1 bis 3 Paare, die diese Bezeichnung nun nicht mehr verdienen. Allerdings geschieht das bei fast jedem Waschgang, so dass im Laufe der Zeit ein erstaunlicher großer Berg solcher "Single-Socken" entsteht (meist in kleinen Körbchen verstaut).

Fragestellung:
Die Frage, die den nachdenklichen Mann und das nachdenkliche kleine Kind nun umtreibt, ist: wie in früheren Zeiten schon die Frauen und Mütter
a) Wie kann das sein?
b) Wie kann es sein, dass der zweite Socken auch nie wieder auftaucht?

Seine Erklärungsversuche und die der Kinder, ist die der Frauen der früheren Zeit:

1. Es wurde von Anfang an nur EINE Socke in die Wäsche gesteckt (z. B. aus dem vorhin erwähnten Berg der Singlesocken).

2. Die verlorene Socke ist noch in der Waschtrommel.
Dies sollte spätestens bei der Kochwäsche bemerkt werden die gerade läuft, wenn die urpsrünglich weißen Wäschestücke mit einem grauen oder rötlichen Schleier versehen sind.

3. Bettbezüge oder Spannbettücher.
Wenn man diese zusammen mit den Socken waschen, kann es durch die Zentrifugalkraft sein, dass sich eine Socke innerhalb des Bezugs, z. B. in einem Zipfel, verfängt.

4. Die Textilfirmen verwenden bei jedem zweiten Socken ein bestimmtes Garn, das sich bei einem hohen Feuchtigkeitsgrad und einer bestimmten Erwärmung auflöst, damit der Umsatz gesteigert wird. Eher unwahrscheinlich, denn Männer und kleine Kinder mit Schweißfüßen würden diesem Trick schon nach kurzer Zeit auf die Spur kommen.

5. Fehlkonstruierte Waschmaschinen.
Die Wasch-Trommel bietet zu große "Schlupflöcher" für den Wasserablauf. Bei den noch von Emanzipation ungeplagten Frauen eine Möglichkeit. Aber bei dem heutigen emanzipierten Mann und den damit vorbundenen entsprechenden neuen Modellen ebenfalls unwahrscheinlich - denn dann würden auch andere Kleidungsstücke verschwinden, die Unterwäsche der kleineren Kinder.

Und dann kommt ihnen die unmöglichste und unglaubwürdigste Idee, die einem Menschen in dieser Welt nur kommen kann.

6. Das Sockenmonster
Jenes Phantom auf das die Frauen in allen Zeiten auch schon immer getippt haben. Denn auch als man in Flüssen, im Bottich mit dem Waschbrett wusch, gingen schon Socken verloren.

"Ein Sockenmonster? So etwas gibt es doch gar nicht, oder etwa doch? Quatsch, es gibt keine Monster, das sind alles nur Märchen" ist sich der rational denkende Mann sicher. Aber das innere Kind in ihm, der Forscher und der Entdecker, wird ihm keine Ruhe lassen, eine Frage stellen und passende Argumente dazu liefern warum es doch so sein könnte.
"Und was, wenn doch?! Es gibt schließlich auch Atome, Ionen und Neutronen, die kann man auch nicht sehen, aber dennoch gibt es sie. Bakterien und Viren kann man ebenfalls nicht sehen, trotzdem haben wir Schnupfen und Husten, wenn sie es sich bei uns gemütlich gemacht haben!" Auch der rationaldenkende Mann kann hier nicht widersprechen.
Dann reiht sich eine Frage nach der anderen:

Wie würde so ein Sockenmonster dann ausschauen?
Man müsste es doch irgendwann erwischen. Was ist ein Sockenmonster überhaupt? Was macht es denn den lieben langen Tag?
Wo versteckt es sich?

Männer und kleine Kinder gehen Dinge bekanntlich gerne auf den Grund und das methodisch wie Detektive.
Sie erstellen zuerst eine Liste was ein Sockenmonster so ausmacht: 
  1. Sockenmonster wollen nur Socken. 
  2. Sockenmonster verstecken nämlich Socken. So gut, dass sie niemand mehr findet…also wirklich niemand. 
  3. Sockenmonster können sich selber auch gut verstecken.Niemand kann sie finden. Das ist ihr ganz großer Trick. 
  4. Manchmal liegen sie vielleicht in der Sockenschublade im Schrank und sehen aus wie normale Socken, damit sie nicht auffallen.
Wenn der Mann Kinder hat, wird er sich sofort mit ihnen gemeinsam auf Abenteuerreise und damit auf Monsterjagd begeben. Diese beginnt, natürlich am Ausgangspunkt des Phänomens. In der Sockenschublade wo sie alle noch als Paar zusammen sind. Hier beginnt am Ende alles:Er wird dann höchstwahrscheinlich seine Kinder fragen:„Wer von uns hat die aufgeräumteste Sockenschublade mit den meisten Socken?" Natürlich ist dieses immer die Sockenschublade der Mama, denn sie ist die einzige im Haus, die immer Ordnung in ihrem Schrank hat, sogar ihre Socken hat sie immer fein sauber geordnet. Darum lautet die Antwort natürlich unison:"MAMA!"
"Also dann, sehen wir uns doch einfach einmal Mamas Sockenschublade mit ihren vielen Socken an. Viele Paare, große, kleine, dicke, dünne, ganz bunte, solche für den Winter, solche für den Sommer, einfarbige und bunte Socken, aber immer zwei Stück!“ Während unsere mutigen Abenteurer und Monsterjäger noch die Schublade begutachten kommt auch schon zufällig die besagte Mama nach Hause und fragt erstaunt ihre Familie
„Was macht ihr denn dort?“ Man muss die Mama verstehen, denn es sieht schon recht merkwürdig aus wenn sich der Mann und die Kinder um ihre Sockenschublade versammelt haben und diese genauestens und streng begutachten. Die liebe Familie gibt sich ein wenig zerknirscht und je älter, desto gesünder leuchtet ihre Gesichtsfarbe in rot. Der Mutigste von allen ist, wie immer der Jüngste „Wir suchen das Sockenmonster!“
Ohne mit der Wimper zu zucken sagt sie dann „Ihr sucht das Sockenmonster in meiner Sockenschublade? Na dann paßt einmal auf“ denn ihr ist gerade, just in diesem Moment, ein Erlebnis aus ihrer Kindheit eingefallen das sie fast schon vergessen hat.

„Vor langer Zeit als ich noch sehr klein war, meine Schwester noch nicht geboren und die Oma noch keine Oma sondern nur eine Mama war, saß ich eines Morgens in meinem Zimmer. Ich saß einfach so da, war sehr traurig und guckte auch wohl so, als meine Mutter nach mir sah.
„Guck mal!“ sage ich tieftraurig zu ihr, „Schon wieder fehlen mir Socken. Der eine grüne mit den blauen Punkten und der andere mit den gelben und roten Streifen. Ich hab nur noch einen von jedem und dabei habe ich doch noch immer zwei Füße. Ich brauche dann doch auch zwei!
Mama sagt: „Wo sind denn die anderen Socken, die müssen doch irgendwo sein?“
„Ich habe schon überall nachgesehen!“ antworte ich ihr.
Mama sagt: „Du hast bestimmt noch nicht überall gesucht!“
Trotzig antworte ich: „Jawohl, habe ich ja doch! Überall habe ich gesucht! Hier, unten, oben. In der Küchenschublade, im Kühlschrank, im Backofen, einfach überall. Aber nirgendwo war eine!“

Darum fingen wir beide noch einmal an, überall zu suchen, aber auch gemeinsam finden wir natürlich keinen einzigen der fehlenden Socken.
Ich sage, nach einiger Zeit: „Vielleicht hat ja unsere Waschmaschine Hunger und frisst darum dann heimlich immer meine Socken. Dann können wir ja noch lange suchen.“ und will damit die Sache aufgeben, weil ich keine Lust mehr zum Suchen habe. Wenn die Waschmaschine sie gefressen hat, dann macht es keinen Sinn sie weiter zu suchen. Die verschwundenen Gummibärchen tauchen auch nie wieder auf, wenn ich sie heimlich aus dem Schrank stibitzt und aufgegessen habe. Das ist bei einer Waschmaschine sicherlich auch nicht anders.
Aber Mama widerspricht mir: „Unsere Waschmaschine hat bestimmt keinen Hunger und frisst darum auch keine Socken!“
Ich denke kurz über das Gesagte nach und dann fällt es mir ein, das es dann nur noch ein Monster sein kann.
„Jetzt krieg ich aber Angst und fürchte mich“, sage ich
„Warum denn das?“ fragt mich meine Mama, sie weiß ja nichts von meinen Gedanken
„Ich glaube wir haben ein Monster im Haus, das immer meine Socken frisst!“
„Es gibt doch gar keine Monster!“
„Doch es gibt jawohl Monster, die wohnen in unseren Kleiderschränken und unter unseren Betten. Das hier ist bestimmt das Sockenmonster, das immer Nachts unter meinem Bett hervorkommt, dann schnell meine Socken klaut und sich ganz schnell wieder unter meinem Bett versteckt! Da frisst es dann die Socken die es geklaut hat und wenn es zu viele geklaut hat, dann lässt es sie da einfach liegen. In der nächsten Nacht mag es die Socken von gestern nicht mehr und holt sich dann einfach neue! Und alle die es zuviel geklaut hat, lässt es dort dann immer einfach so liegen. Damit es nicht aus Versehen eine alte vom Tag vorher ist, macht es sie dreckig und verknüdelt sie, so wie eine Socke aussieht die man einen ganzen Tag angehabt und am Abend ausgezogen hat. Das ist ganz schön gruselig und unheimlich, findest Du nicht auch?! Jetzt habe ich sogar so richtig echt Angst, wenn ich daran denke, das jede Nacht das Monster durch mein Zimmer läuft! Stell Dir das mal vor, irgendwann habe ich dann nämlich keine Socken mehr und dann klaut es vielleicht mich aus meinem Bett und frisst mich unterm Bett auf. Und dann?!“ aber ehe meine Mama mir antworten konnte, gab ich mir schon selbst die Antwort „Dann bin ich aufgefressen und Du hast mich nicht mehr, weil ich nämlich weg und im Bauch vom Sockenmonster bin, wo Du mich nicht finden kannst!“
„Also“, meint meine Mama, „vor einem Sockenmonster brauchst du dich nicht zu fürchten, das will nur Socken und sonst gar nichts! Das mag ganz sicher keine kleinen Mädchen“
So ganz überzeugt war ich davon damals allerdings nicht, ich war mir noch immer ziemlich sicher, dass es, wenn es nur richtigen Hunger hatte, mich am Ende doch noch auffressen würde. Darum habe ich mir auch gleich eine wirklich sehr gute Idee ausgedacht: „Wir könnten ja versuchen das Sockenmonster zu fangen, oder? Nur so für alle Fälle, falls es vergessen hat, das es keine kleinen Mädchen frisst“

Mama und ich überlegen, bei einer Tasse Pfefferminztee, den mochte ich nämlich früher schon so gern, wie ich ihn auch heute noch immer mag, wie das wohl gehen kann, weil am Tage sieht man ja nie Sockenmonster. Sie sind ja nur Nachts unterwegs und zwar genau dann, wenn die Gespenster gerade wieder schlafen gehen. Das ist Nachts um eins, wenn die Kirchturmuhr einmal schlägt.
Meine Mama und ich haben einen ganz listigen Plan entwickelt. Am Abend binden wir eine Schnur in meinem Zimmer fest, wie eine Wäscheleine. Dann hängen wir beide ganz einfach drei Paar Socken auf diese Leine. Damit wollen wir das Sockenmonster anlocken und dann ganz schnell fangen. Am Abend wollen wir warten, bis das Sockenmonster kommt, auch mein Hund wartet mit uns, nur für den Fall dass das Sockenmonster doch gefährlich ist und uns beißen will. Wer lässt sich schließlich schon gerne freiwillig ohne sich zu wehren fangen? Ein Hund ist nämlich der beste Schutz der Menschen vor Monster jeglicher Art. Das kommt und das wissen leider nur die wenigsten, weil alle Monster nämlich ganz schreckliche Angst vor Hunden haben. Egal wie groß und gruselig das Monster auch ist, sieht es einen Hund, egal wie klein der auch ist, haben sie schreckliche Angst und rennen mit zitternden Beinen schnell davon. Soviel Angst haben sie aber auch vor den Kuscheltieren und Kuscheltücher, die die Kinder immer mit ins Bett nehmen, man muss nicht unbedingt den Hund mit ins Schlafzimmer nehmen oder deshalb extra einen kaufen. Am meisten Angst haben Monster aber vor den Eltern der Kinder die sie erschrecken wollen, da trauen sie sich gar nicht erst aus ihrem Versteck heraus. Wenn doch, dann nur weil nicht bemerkt haben das die Eltern mit im Zimmer sind, aber sobald sie diese bemerken, vielleicht weil der Papa gerade einen lauten Schnarcher hören lassen hat sind sie weg. Das ist nämlich auch der Grund, warum so viele Papas und manchmal natürlich auch die Mamas immer die ganze Nacht so laut schnarchen: Damit die Monster sich gar nicht erst heraustrauen.

Wir legen uns also ins fast dunkle Schlafzimmer ins Bett, bis ungefähr 10 Uhr schaffen wir es auch, wach zu bleiben, aber dann sind wir doch eingeschlafen.
Neben dem Bett leuchtet nur noch ein ganz kleines Lämpchen. Es ist fast dunkel. Mama liegt neben mir, ich liege in ihrem Arm, ganz dicht an ihr. Wir merken natürlich gar nichts mehr, so fest schlafen wir. Auch nicht als die Uhr unserer Kirche einmal schlägt. Natürlich merken wir darum auch nicht, als auf einmal das Sockenmonster kommt.
Ihr werdet es nicht glauben. Es kommt direkt aus der Sockenschublade…es entfaltet sich aus einer sehr großen Männersocke, die ist vorher noch niemanden bei uns zu Hause aufgefallen. Es reckt sich und streckt sich.
Es freut sich, dass auf der Leine so viele Socken hängen, holt sich drei verschiedene, lässt aber auch drei verschiedene hänge
Das Sockenmonster brummt und knurrt vor Behagen, schnuppert an den Socken, freut sich, dass die so gut duften und legt sie in einen kleinen Kasten unter der Sockenschublade, den vorher noch keiner gesehen hat. „Ah, was für schöne weiche Socken, ah, wie gut die duften…darauf mag ich sehr gerne drauf schlafen…“

Plötzlich wachen Mama und ich auf, weil mein Hund bellt und knurrt, da sehen wir auch schon das Sockenmonster und schreien ganz laut auf: „Halt, jetzt haben wir dich…was willst du mit unseren Socken machen? Willst du die fressen?“ rufe ich
„Nein“, ruft das Sockenmonster erschrocken.
„Ja, aber was machst du damit?“ frage ich erstaunt
„Ich lege sie in meinen Kasten. Sie sind so schön weich und duften so gut und frisch…ich will nur drauf schlafen, weil sie so schön weich und duftig sind,“ sagt das Sockenmonster.
"Also ist das bei Dir so, wie bei uns mit der Bettwäsche?"
"Genau so wie bei euch mit der Bettwäsche!" stimmt mir das Sockenmonster zu.
"Und wenn sie nicht mehr so schön weich und duftig sind, was machst Du dann mit ihnen?" will ich natürlich wissen.
"Also das mache ich dann so, ich trage sie nachts aus dem Kasten, dann bringe ich sie unter das Bett und hole mir neue weiche und duftige Socken! So wie ihr das mit eurer Bettwäsche auch macht!"
„Ach so“ rufen ich und Mama gleichzeitig, „das haben wir ja gar nicht gewusst!
Und meine Mama fragt das Monster „Kannst du denn auch auf einem schönen warmen Handtuch schlafen, wenn wir dir eins geben?“
„Na klar“, sagt das Sockenmonster, „aber nur wenn es schön warm ist und ganz frisch duftet.“
„Lässt du dann unsere Socken in Ruhe?“ fragt Mama.
„Ja, ganz bestimmt“, meint das Sockenmonster.
„Woher kommst Du eigentlich?“ frage ich neugierig
„Ich komme aus dem Sockenland!“ sagt es
„Sockenland? Wo ist das denn, ich kenne nur Deutschland und Holland, aber Sockenland kenne ich nicht!“
„Also das Sockenland ist dort von wo all die neuen Socken kommen und wohin all die kaputten Socken gehen. Dort wohin all die verlorenen und vergessenen Socken gehen, welche die Menschen so auf ihren Reisen verlieren oder vergessen!“ antwortet es mir.
„Hm,“sage ich „kann man dort auch hinfahren?“
„Nein, ein Mensch kann dort nicht hinfahren, denn nur wenige Menschen können das Sockenland sehen und finden! Aber es gibt einen Zugang für jeden einzelnen Menschen und nur diejenigen die genug Phantasie, ein reines Herz und noch die Magie und den Zauber des Anfangs in sich tragen können auch hineingelangen!“
„Und wo ist der Zugang?“ frage ich fasziniert.
„Unter Deinem Bett, dort ist der Zugang, dort ist Dein eigener Zugang in unsere Welt!“
„Aber...aber...“stammele ich „da sind doch auch all die anderen gruseligen und bösen Monster.“
„Ja, das stimmt dort leben auch die anderen Monster. Unter Deinem Bett und in Deinem Kleiderschrank sind die Zugänge in die verschiedenen Monsterwelten. Aber wir Monster sind alle immer nur so gruselig und böse, wie Du uns sehen willst!“
Auf einmal fällt mir etwas ein „Hast Du denn auch eine Mama so wie ich?“
„Natürlich habe ich auch eine Mama, genau wie Du eine hast! Sie hat mir alles beigebracht was ich als Sockenmonster wissen muss“ antwortet es mir
„Hast Du auch einen Namen?“ frage ich es
„Na was denkst denn Du? Natürlich habe ich einen Namen, das ist wirklich ein komische Frage!“ lacht es.
„Und wie heißt Du?“
„Ich bin Candidus Albus und mit Nachnamen heiße ich Soccus!“
„Du bist also Candidus Albus Soccus?“
„Genau der bin ich!“

Auf einmal aber lässt es seinen Kopf hängen und brummt: „Aber jetzt habe ich erst einmal ganz dollen Hunger.“
Mama und ich gucken ganz erstaunt. „Aber, wir dachten Du frisst keine Socken!“
„Na“ sagt es „das mache ich ja auch nicht. Ich esse doch nicht mein Bett. Eßt ihr Menschen denn eure Betten?“ Natürlich machen wir das nicht und müssen über unsere Frage lachen. Wir wollen dann natürlich sofort wissen, was ein Sockenmonster denn so frisst.
„Ich fresse für mein Leben gern Kügelchen aus weißem Küchenpapier“, brummt es, „ganz viele!“
Da laufen Mama und ich schnell in die Küche, holen die Rolle Küchenpapier, wir reißen kleine Stücke ab und drehen daraus Kügelchen.
Das Sockenmonster kommt zu uns und fragt „Werft ihr sie mir zu? So mag ich sie am liebsten, meine Mama hat das früher nämlich so gemacht, als ich noch ganz klein war!“ das machen wir natürlich sehr gerne. Es sperrt sein großes Maul ganz weit auf und fängt damit die Kügelchen die wir ihm zuwerfen.
Es frisst so viele Kügelchen, wie es nur kriegen kann und bis die Küchenrolle leer ist. Mama und ich können es kaum glauben, wieviel es da frisst. Jetzt wissen wir auch endlich wo die Rolle Küchenpapier immer so schnell bleibt. Meine Mama hatte also fast recht, als sie sagte „Ich glaube, irgendjemand kocht daraus Suppe!“ Es war das Sockenmuster, nur Suppe hat es daraus nicht gekocht.
Dann stöhnt es: „Jetzt bin ich satt , danke.“
Ich frage das Monster „Und was isst Du, wenn kein Küchenpapier da ist?“ „Och“ sagt das Sockenmonster „dann nehme ich Papiertaschentücher oder Toilettenpapier, das ist fast dasselbe!Die schönen und bunten Papierservietten esse ich immer an Feiertagen wie Weihnachten, denn sie sind etwas ganz besonderes!“ Es gähnt, reckt und streckt sich „Jetzt bin ich aber müde und möchte gerne schlafen, wir lassen es natürlich.
Es läuft zum Kasten mit dem warmen Handtuch, rollt sich zusammen und schläft ein! Mama und ich wissen jetzt nicht nur wo die Socken immer bleiben, sondern auch warum das Küchenpapier immer so schnell bleibt. Warum immer die Taschentücher verschwinden und nicht da sind, wenn wir auf einmal erkältet sind. Warum auf einmal kein Toilettenpapier mehr da ist, obwohl wir ganz sicher wussten das noch eine Rolle da war. Und warum unsere Papierservietten an besonderen Tagen wie Weihnachten immer unauffindbar sind, obwohl wir ganz sicher welche gekauft haben. Oder warum öfter einmal dreckige Socken unter dem Bett liegen.
Das Sockenmonster ist für all diese Dinge verantwortlich. Es schnappt sich unsere Socken, um sich daraus ein Bett zu machen und wirft die schmutzigen zurück unter unsere Betten. Von dem Küchenpapier, den Taschentüchern, dem Toilettenpapier und den Servietten ernährt es sich. Natürlich hat uns das damals niemand geglaubt, aber wir beide haben immer gelacht, wenn wieder einmal eine Socke verschwunden war, kein Toilettenpapier mehr da war. Ich glaube meine Mama hat das damals aber nach einiger Zeit wieder vergessen, so ist das bei Erwachsenen nämlich. Wenn Menschen 36 werden, dann verschwindet das Sockenmonster aus dem Gedächtnis und man kann sich einfach nicht mehr daran erinnern. Mir scheint, es ist dringend an der Zeit, das ich mein Erlebnis mit Sockenmonster das Candidus Albus Soccus heißt, aufschreibe, nicht das selbst ich es eines Tages noch vergessen werde.“

Und genau das habe ich hiermit getan.
Wenn Du also irgendwo in ein Haus kommst wo es gerade kein Toilettenpapier, kein Küchenpapier, keine Papiertaschentücher oder keine Papierservietten gibt, wo Körbe mit einzelnen Socken herumstehen und schmutzige Socken unter dem Bett liegen, dann weißt Du ab jetzt das dort Sockenmonster unter den Betten leben.
Aber vielleicht verstehst Du ab jetzt auch wieder, warum Dein Kind immer wieder die frischen Handtücher aus dem noch warmen Trockner nimmt und in sein Zimmer bringt. Warum es einfach nicht auf sein Kuscheltier oder Kuscheltuch verzichten kann. Warum es immer wieder versucht den Hund in sein Schlafzimmer zu schmuggeln, damit dieser dort schläft. Und natürlich auch warum es bei Dir schlafen möchte oder Du bei ihm schlafen sollst.
Die Monster sind dafür verantwortlich und das Wissen Deines Kindes, weil es im Gegensatz zu Dir noch weiß wovor Monster sich am meisten fürchten, denn es ist immer noch zu Hause in der Welt die Du bereits vergessen hattest weil Du sie schon vor sehr vielen Jahren verlassen hast. Aber sie existiert immer noch, auch wenn Du sie heute nicht mehr sehen kannst oder vielmehr verlernt hast sie zu sehen. Vielleicht aber willst Du es auch gar nicht mehr. Nichts desto trotz, ist sie immer noch vorhanden und existent. Du kannst aber jederzeit zurück, wenn Du willst, dazu musst Du einfach nur ein Kind an die Hand nehmen und Dich darauf einlassen. Nur ein Kind vermag es, Dich zurück in das Land von einst zu bringen.
Trau Dich!  











Dienstag, 14. Mai 2013

Mein Feind ist mein Gast!


Für patriarchale Menschen ist “das andere” der Feind, aber auch sie waren sich immer bewusst oder im klaren darüber, dass auch sie in gewissen Situationen mit anderen auskommen mussten. In Notlagen, oder wenn man etwas erhandeln wollte, blieb trotz dem Verlust des Vertrauens und eingeprägtem Misstrauen nichts anders übrig, als sich zusammenzutun.
Dieses geschah üblicherweise durch ein gemeinsames Mahl, dem Zeichen dafür, dass man sein Essen zu teilen bereit war. Dazu muss man zurück in die Zeiten, wo es nicht solch einen überschraubten Wohlstand gab wie in der heutigen westlichen Welt. Als die Zeiten durch Hungersnöten aufgrund von Missernten, Kriege etc. gekennzeichnet waren und täglich viele Kinder, Kranke und Alte dem Hunger zum Opfer fielen (wie es auch heute in weiten Teilen der Erde leider immer noch der Fall ist. Das Recht des Stärkeren und dem Mangel an Bereitschaft miteinander das tägliche Brot zu teilen.) Ein Gastmahl ist für patriarchale Menschen wie ein Sprung über den eigenen Schatten, auch wenn sich dieses nach so langer Zeit nicht mehr so anfühlt.

Gastfreundschaft ist auch als ein Vorschuss, ein Kredit zu verstehen. Der Gast bleibt etwas schuldig, bis er sich durch eine Gegeneinladung oder einen Gefallen revanchiert hat.
Das Wort Gastfreundschaft bedeutet “Feinde dulden” und kann nur auf einem Geschäft der Wechselseitigkeit beruhen (Reziprozität). Mit Fremden, die nichts zu bieten haben, braucht man das Mahl nicht zu teilen (für diese gibt es den Almosen, das eine eigene patriarchale Funktion besitzt).
Schauen wir uns die etymologische (sprachliche) Herkunft der beiden Worte “Freund” und “Gast” an, dann wird die Bedeutung klar:

Gast
Aus der indogermanischen Wurzel ghosti-s gingen u.a.
germanisch = gasti,
altnordisch = gestr,
altenglisch = giest oder altfranzösich =jesthervor
alle bedeuten “Fremdling”.
Lateinisch hostis heißt “Fremdling, Feind, besonders Kriegsfeind”.
Damit ist der Gast also “das Andere”, der Fremdling und Feind.
Das Gegenstück zum Gast, ist der Gastfreund oder der Gastgeber (engl.host), der dem Fremden/Feind ein ‘Gastmahl’ gibt. Sozusagen der „Freund des Feindes“ oder „Der dem Feind gibt“

Deutlicher noch im Englischen:
host = “Gastgeber”,
hostile = “feindlich”,
hospital,hospitality = “Gastfreundschaft”,
hostage = „Geisel, Gefangener, Häftling”.

Freund

“Freund, Friede und frei” gehen auf die gemeinsame indogermanische Wurzel „pri-“zurück, Das „p“ wurde dabei im Laufe der Zeit zu einem „f“
pri- bedeutet “nahe, bei” in dem Sinn von “das gegenseitige Behandeln wie innerhalb der Sippe”.
Also letztlich Geschwister im Geiste und Herzen, nur nicht vom Blute. Gleich wie wir.

germanisch fridu- =“Friede”,
gotisch gafridon heißt “versöhnen”,
altenglisch friond, freond, friend “Freund”,
althochdeutsch fridu = “Friede”.
Aber “nahe, bei” ist auch der/die Geliebte;
indogermanische Vorsilbe priy-a“Geliebte/r”,
germanisch frijjo = “Geliebte, Ehefrau”,
altnordisch frigg, frija, das Wort kennen wir als Namen der nordischen Göttin, der Geliebten bzw. Ehefrau des Gottes Odin.
Verwandt damit sind auch freien, Einfriedung, Freude.

Man bedenke bitte: Eine Einfriedung ist im Frieden selbstverständlich und vollkommen deplatziert. Wenn man aber Angst hat, wie unsere Vorfahren sie beständig hatten, bedeutet sie Sicherheit – so wie der Burgfried.
Begriffe, besonders abstrakte, lassen sich in patriarchaler Verwendung sehr häufig gegensätzlich interpretieren (Pervertierung, kein Sprach-Konsens).
Noch deutlicher ist der patriarchale Gedanke, das alle anderen Menschen "das andere" (=Feinde) sind, im Russischen ausgedrückt: друг (drug) 'der Freund' ist abgeleitet von другой (drugoj) 'der Andere
In Nicht-patriarchalen Gesellschaften hingegen bedeuten sie für alle das Gleiche. Wo kein Sprach-Konsens herrscht ist das Zusammenleben schwierig bis chaotisch.

Wir laden also unsere “Feinde” "die anderen" "die uns nicht gleichen" zu einem feinen Essen ein. Wir bieten ihnen unsere Gastfreundschaft an. Wir dulden sie. Sie sind das kleinere von zwei Übeln.
Logischerweise sind nächstes Mal sie dran, aber das versteht sich von selbst. Wir vergessen natürlich auch nicht, die silbernen Löffel vor und nach ihrem Besuch zu zählen! Wir wissen schon, warum....!!! ;-)))

Ist ein Freund zum Essen eingeladen, dann ist er kein Gast sondern wie ein Mitglied der Sippe, das "Gleiche" wie wir. 

Haben wir einen Gast zum Essen eingeladen, dann ist er ein Feind den wir für unsere Zwecke gewinnen oder auf unsere Seite ziehen wollen, aber er ist das oder der "Andere".
Laden wir einen „Feind, Gast“ oder laden wir unseren “Freund” ein?
Aber wo liegt die Grenze zwischen Freund und Feind?
Heute liegen sie ganz genau an derselben empfindlichen Stelle, wo sie bei unseren indogermanischen Vorfahren auch schon lag: beim Besitz.

Der Volkmund weiß auch noch heute:
Bei Geld hört die Freundschaft auf

Stellen sich jetzt nur noch die beiden Fragen:
Wie viele Menschen  laden tatsächlich "GÄSTE" auf ein Essen ein?
Wie viele Menschen laden tatsächlich "FREUNDE" auf ein Essen ein? ;-))))

Nun, ich für meinen Teil werde ab sofort zu meiner Freundin nicht mehr sagen "Sei hier Gast!" oder "Wir haben gerne einmal Gäste zu Besuch"
Nein, ich will nicht das sie hier "Feind" ist und wir haben nicht gerne einmal "Feinde" zu Besuch. Definitiv nicht.


Sonntag, 12. Mai 2013

Prägung, Vorbilder und Muttertag!

Vor ein paar Tagen ist mir beim Aussortieren ein Hundebuch welches auch die  Welpenerziehung behandelt in die Hände gefallen. Ostern 1991 hatte ich in einer krakeligen Schrift die man heute kaum noch für die meinige halten würde reingeschrieben. Ich habe mir die Mühe gemacht es noch einmal teilweise zu lesen, dabei sind meine Gedanken abgeschweift, und ich dachte mir: So vieles wird ja schon als Kind bei einem Menschen  angelegt – das ist doch eine interessante Frage, wie sich das auswirkt.

Zum Beispiel der Umgang mit Geld. Für manche ist Geld was, worüber man nicht offen spricht. Oder es ist sehr eng mit dem Selbstwert verknüpft. In manchen Familien gelten wohlhabende Menschen als schlecht und böse, arrogant und selbstgefällig.

Oder nehmen wir das Thema sparen. Ich habe in meinem Kinderleben nie großartig gespart – und mein Taschengeld auch immer sofort beim Loger ein kleiner Kiosk, in Süßigkeiten investiert. Andere lernen, ihr Taschengeld oder Geldgeschenke von der Oma zu sparen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass jemand seine Kinder ihr Taschengeld dritteln lässt: ein Drittel sparen, eins für wohltätige Zwecke spenden und eins sofort ausgeben.
Den Umgang mit Steuern, Versicherungen habe ich zu Hause nicht gelernt. Das hat Vater schön allein im stillen Kämmerlein geregelt, und uns Kinder ging das überhaupt nichts an. Mutter wusste soweit Bescheid, das sie wusste was auf das Konto geht, was abgebucht wird und was dann am Ende zum Ausgeben bleibt und natürlich was Vatern für sich allein so abhob. Selbstverständlich besaß er auch nach seinem eigenem Dafürhalten jedes Recht dazu, er hatte es schließlich mühsam erarbeitet und gerne einmal arrogant "Die läppische 100,- Mark" sagte, während meine Mutter versuchte das wenig zusammen zu halten. Er gab gerne einmal den großen Mann vor anderen.

Aber natürlich geht es nicht nur ums Geld. Ich musste nämlich in meiner Kindheit nichts machen. Wir durften sogar lange Zeit unsere getragene Kleidung in unserem Zimmer an der Tür auf den Boden werfen, wo meine Mutter sie dann beim Aufräumen wie selbstverständlich mitgenommen hat. Nicht mal in den Wäschekorb werfen mussten wir sie! – Meine Mutter hatte hatte hierfür einen guten Grund, der für uns sehr bequem war: Sie selbst musste in ihrer Kindheit enorm viel im Haushalt machen und wurde oft bestraft. Darum wollte sie uns einfach nur Kind sein lassen. Bei meinem Vater sah die Sache schon anders aus, als Älteste und sowieso als Mädchen sei es meine Pflicht im Haushalt mitzuhelfen, meiner Schwester in der Schule und auch Jahrzehnte später noch zu helfen (die ist nämlich auch heute mit 30 Jahren immer noch klein in seinen Augen), Essen zu kochen, zu bügeln, ... (ich weiß gar nicht was der ewig gestrige Rollendenker noch so alles in diesem Bezug von sich gab) Was er glaubte was eine Tochter zu tun hätte um für die Zukunft ihres Daseins gerüstet zu sein (genau Mann, Kinder, Herd & Haushalt)  Er hat sein veraltetes 1933-45 Bild der Frau im Kopf und das ist alles. Frauen sind minderwertig und Männer sind die Herrscher über der Welt. Unantastbar und sogar von allen Religionen legitimiert! (Darum haben wir sicherlich auch so viele Kriege auf dieser Welt!) Ich halte ihm zugute das es seiner Erziehung zu verdanken ist und seine Schwestern all jene Aufgaben zu erledigen hatten und er als Sohn GAR NICHTS zu machen brauchte. Er kommt aus einer noch tieferen Provinz als ich es schon komme (Der arme Kerl, mein Mitleid hat dennoch nicht). Das spricht für ihn und warum ich nicht Wut oder gar Hass ihm gegenüber empfinden konnte oder kann sondern einfach nur Mitleid und Nachsicht mit ihm habe, da er es einfach nicht besser weiß und in diesem Bereich im Alter von 58 Jahren und auch nach 37 Jahren Ehe immer noch lernresistent zu sein scheint. Aber das ist an dieser Stelle auch egal. 

Da er sowieso nur am Wochenende zu Hause war, hat es mich sowieso nie sonderlich interessiert was er zu sagen hatte, nettes in Richtung Frau war es nur selten.  Hinterweltler (ja bewußt WELT nicht Wald) oder hoffnungsloser Provinzler der er eben ist. Kann man machen nichts, zuviel Energie habe ich schon an solche Menschen verschwendet, als das ich es weiter versuchen möchte.  Was meine Mutter darüber dachte, das sind zwei völlig verschiedene Schuhe ein Vergleich ähnlich dem von Highheels und abgetragenen Pantoffeln.


In vielen Familien haben Kinder natürlich wie selbstverständlich Aufgaben mitzuerledigen. Da lernt man dann bestimmte Fähigkeiten, das Übernehmen von Verantwortung (vielleicht auch das Verhandeln, warum man sich gerade nicht kümmern kann) und vor allem auch, sich zu organisieren. Ich habe in den ersten Jahren durchaus das was ich zu Hause gelernt habe "Mutter macht alles und alle anderen gar nichts!" wie selbstverständlich übernommen. Geht nur 13 Jahre gut bei 7 Kindern und vollkommen allein!

Oder wenn ich mir anhöre, was einige Kinder für ein Pensum haben mit Schule, Musikinstrumenten, Sportkursen! Die haben, wenn sie aus der Schule kommen, schon ein enorm gutes Zeitmanagement. In meiner Kindheit bin ich aus der Schule gekommen und bin den ganzen Nachmittag draußen gewesen. Hausaufgaben wurden abends gemacht, vor dem laufenden Radio. Für Prüfungen habe ich im schnellschnell Modus im Morgengrauen vor der Schule und kurz vor der Prüfung gelernt.Machen meine Kinder irgendwie auch nicht anders.

Nicht gelernt habe ich dass Arbeit Spaß machen kann, darf und sogar soll. Ein beruflich frustrierter Vater und eine geistig unterforderte und körperlich überarbeitete Hausfrau haben mir zu verstehen gegeben: Arbeit ist etwas, das man mit zusammengebissenen Zähnen hinter sich bringt, weil es eben zu den Pflichten gehört und sie darf auf gar keinen Fall Spaß machen. Du musst aber so tun, als wäre es genau anders. Immer lächeln und weitermachen, egal wie elendig Du Dich dabei fühlst. Ist auch keine gute Prägung, treibt Dich sogar noch schneller in den Burnout als nur zuviel Arbeit.

Zu Hause mitbekommen habe ich natürlich auch:
Pflichtbewusstsein. Manche Dinge müssen einfach getan werden, sagten Mutter und Vater, auch ungeliebte.

Ordnungssinn. Und damit meine ich den Sinn, dass jedes Ding einen ihm zugewiesenen Platz hat (ich meine damit dagegen leider keine besondere Ordnungsliebe). So war das nämlich zu Hause auch. Selbst wenn ich also von Zeit zu Zeit Berge von Unordnung von meinem Schreibtisch abtragen musste: Ich wußte immer was ich wo abgeheftet, abgelegt habe und fand es in der Regel schnell wieder (es sei denn, etwas befindet sich im Vorstadium des Abheftens und damit in dem großen Wust). Mein Vater ist in diesem Bereich ein völliger Chaot, in seiner Werkstatt liegt alles durcheinander, willkürlich und es macht keinerlei Sinn. Bis zu dem Tag an dem er aufräumt, aber dann macht sein Ordnungssystem wenig Sinn. Es bleibt für einen Außenstehenden unüberschaubar. Dieses war bei meinem Opa (Vater meiner Mutter) vollkommen anders, alles war in diesem Bereich klar strukturiert und auch für den Außenstehenden überschaubar, alles hatte seinen festen Platz, bei meiner Oma ist dieses nicht anders und meine Mutter handhabt es ebenso. Bei mir hat alle seinen Platz und ich finde auch im Dunklen das was ich suche, problemlos. Außer ein anderer hat es auf eine andere Stelle gelegt oder gestellt. Dem Herrn sei Dank, meinen Ordnungssinn habe ich mütterlicherseits ererbt. Früher als Kind sah die Sache vollkommen anders aus, mein Herr Papa riet mir immer, mir ein Beispiel an meiner, in seinen Augen (und auch nur in seinen Augen) perfekten und makellosen fast 6 Jahre jüngeren Schwester zu nehmen. Die selbstverständlich von seiner Sicht der Dinge aus in allem besser war als ich und für mich das leuchtende Beispiel zu sein hatte.

Selbstbewusstsein fehlt, da man leicht einmal Ja sagt wenn man Nein denkt. Weil....man muß ja immer lieb, nett und freundlich sein.

Noten waren bei uns niemals ein Drama oder Anlass zu einer Katastrophe:
Gut, ich war ein 2-3er Schüler und hatte nur einmal ein wirklich schlechtes Jahr, wo ich 4er und 5er schrieb (im ersten Realschuljahr). Damals hat mir meine Mutter allerdings zugeredet, dass das nicht tragisch ist, weil ich es schlimmer empfand. Noten waren nie Messgrad. Ich bekam nie das Gefühl, dass ich nicht gut genug war oder es besser hätte machen können. Und ich hätte es sehr wohl besser machen können, wenn ich mich mehr angestrengt hätte. Zumindest bei meiner Mutter nicht. Mein Vater lachte und spottete eher darüber und stellte mich damals wie auch heute gerne als vollendeten Vollpfosten dar, besonders wenn noch andere dabei sind Freunde, meine Kinder oder auch mein Ehemann.
In seinen Augen sind Frauen generell dumm und haben von Mathe keinerlei Ahnung. Gut, wir alle wissen das er so reagieren muss, da seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe ihn zu diesem Verhalten zwingen. Wenn er andere für vermeintliche Schwächen niedermachen kann, dann lenkt er von seinen eigenen Fehlern und Schwächen ab, die im nicht zu geringen Maß vorhanden sind. Praktisch im Kopfrechnen ist er nämlich deutlich schwächer als meine Mutter, auch wenn er gerne so tut als sei es umgekehrt. Er gab in der Öffentlichkeit gerne mit den Leistungen seiner Kinder an, auch wenn er selbst nie wirklich einen Beitrag zu diesem geleistet hat. Schule war für die Woche, gehörte zur Erziehung und war damit ausschließlich Sache meiner Mutter. Er ließ gerne ein Donnerwetter erschallen, wenn es nicht so lief, wie er es gerne sehen würde. Beteiligte sich aber willig an den Kosten für Nachhilfe, dieses steigerte aber am Ende ja auch seinem eigenem Ansehen in der Öffentlichkeit.
Zu Hause und wenn er Dich allein erwischte, sah die Welt schon ganz anders aus. Er erzählte Dir dann natürlich gerne wie vollkommen dumm und verblödet Du warst. So dumm das man sogar Nachhilfe brauchte. Zu dumm um Mathe zu können. Irrtum: Geometrie war mein Feind und Volumenberechnung. Heute lache ich noch oft darüber, damals machte es mich wütend und blockierte mich auf lange Zeit in Mathe. Ich erwischte mich selbst, wie ich einem guten Freund sagte "Ich kann kein Mathe!" und wie dieser mich blöd anschaute, die Welt nicht mehr verstehend. Die korrigierte Fassung ist "Ich habe meine Probleme mit Geometrie und das Volumen und die Oberfläche einer Pyramide zu berechnen, weil ich lieber herumgealbert habe!" Ich kann problemlos eine Bilanz erstellen und habe darum wohl kaum ein Problem mit der Mathematik an sich.
Und irgendwann viele Jahre später ging mir ein Licht auf, das einem Leuchtturm glich: Meine Vater verglich damals sehr gerne mein Schwesterleins 2. Klasse Noten mit meinen in der 8. Klasse. Muahaha....damals nahm ich das tatsächlich ernst und fühlte mich ihr geistig unterlegen. Meine 4- in Mathe (eine 5 und eine 6 in Flächenberechnung und Geometrie haben mir meine 3 vollkommen versaut) bis........jaaaaa..........bis meine liebes 2. Kind ihr Zeugnis mit dem meines lieben Herrn Erstgeborenen vergleichen wollte und dieser empört rief "Hallo?! Du kannst Dein 3. Klasse Babyschule Zeugnis doch nicht mit meinem 6. Klasse Realschulzeugnis vergleichen!" und sein Grundschulzeugnis aus der 3. Klasse hervorkramte. Feststellung: In beiden Zeugnissen blitzten nur Zweien außer in Sport und Religion. Mein lieber Herr Sohn hatte dort eine 3 und meine Tochter eine 1 und in Religion blitzte bei meinem Sohn eine 1 und bei meiner Tochter eine 3. Da ging auch mir nach sehr langer Zeit ein Licht auf und ich verglich nach so langer Zeit besagte Note meiner Schwester mit meiner im selben Alter wo bei ihr damals eine 3 stand und mir als leuchtendes Vorbild gereichen sollte hatte bei mir eine 2+ gestanden. So heilte also diese Wunde und ich erinnerte mich an den Satz den meine Mutter damals zu meinem Vater gesagt hatte und sendete ihr so viele Jahre später ein "Danke, Mama!"
Dass man einerseits nicht immer durchhalten muss
… das hat eine Kehrseite, finde ich. Auf der einen Seite freue ich mich über die Freiheiten, dass ich nie gezwungen war, etwas gegen meinen Willen weiterzumachen – z. B. ein Musikinstrument oder Sportart, das ich mit großem Enthusiasmus begonnen, aber dann keinen Bock mehr hatte. Auf der anderen Seite ist ein Durchhalten natürlich auch eine wertvolle Angelegenheit. Da bin ich ganz schlecht und darum trickse ich mich bei solchen längerfristigen Dingen teilweise mit Verpflichtungen aus, zum Beispiel indem ich extern eine Deadline vereinbare. Beim Sport zum Beispiel würde ich von mir aus in Eigenregie nie eine Stunde lang Sport machen, dafür bin ich viel zu faul. Mein Mutter ließ mich die Dinge ausprobieren, mochte ich es nicht war es eben so.
Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin, gepaart mit Pflichtbewusstsein und den ständigen Worten meines Vater "Du schaffst ja eh nichts!" oder "Du hältst nichts bis zum Ende durch!"
Mut bekam ich durch meine Mama, meinen Onkel (mütterlicherseits und wie ein Bruder für mich), meinem Opa und meiner Oma: "Du schaffst das!" oder "Wenn Du es nicht schaffst, schafft es niemand!" und natürlich meine Trotzreaktion auf meines Vaters Satz den ich innerlich immer mit "Ich kann alles was ich will! Was Du kannst oder bist, kann und bin ich schon dreimal, Du Hohlkopf!" quittierte. Ich weiß als Kind sollte man nicht so über seinen Vater denken, aber es war nun einmal so und auch heute hat sich daran nicht viel geändert.
 Damit schaufelte ich mir natürlich hin und wieder mein eigenes Grab und überforderte mich selbst, aber ich brachte die Dinge zu Ende und wenn es mich mein Leben gekostet hätte.

"Wenn du etwas erreichen willst, musst du dafür arbeiten, Dir fällt nicht einfach so etwas in den Schoss ohne das Du etwas dafür getan hast", hieß es bei mir daheim immer, ich habe dadurch recht früh gelernt für meine Träume und Wünsche zu arbeiten. Ich habe genau das mit 12 begonnen und getan. Damit konnte ich mir all jene Dinge finanzieren die ich wollte, ohne betteln oder einem anderen Danke sagen zu müssen. Ich wollte Markenklamotten und 3 Zeitschriften die Woche lesen, also habe ich dafür damals Zeitungen ausgetragen. Das war es mir wert. Ich lernte also, was ich will das kann ich mir selbst erarbeiten, ich bin von niemanden abhängig, sondern kann meine Ziele selbst und allein erreichen. Ich stark genug etwas zu tun, wenn ich etwas wirklich will.

Dazu fällt mir als zweites ein, der Vorwurf meines Vaters, dass ich auch einmal ein Ding, das ich anfange, auch zu Ende bringen muss und dass ich nie etwas zu Ende gebracht habe sondern alles nur anfange. "Ist das so?" Diese Frage habe ich mir in den letzten 25 Jahren hunderte Male gestellt und ich weiß der Vorwurf von ihm ist nicht einmal halbwegs berechtigt gewesen sondern eher passend auf ihn und meine Schwester. (Habe ich eine Ausbildung bei 3 verschiedenen Lehrherren gemacht? Bin ich 2 Ausbildungen angefangen und habe die 2. erst beim 2. Anlauf bestanden? NEIN!) Gemeint war damals wohl, dass man nicht tausend Sachen beginnen soll und keine davon zu Ende bringt. Gar nicht so leicht, wenn man viele Talente und Interessen hat und ,wie ich, so ungeduldig ist.Das habe ich für mich verändert in, dass man angefangenen Dinge , die sinnvoll für mich und Andere sind , zu Ende macht. Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen und nicht weiter auf dieses einprügeln und zum weiterlaufen zu zwingen, ist auch eine persönliche Ergänzung von mir nach meinem Burnout. Denn etwas bis zum Ende zu bringen, dass keinen Nutzen (mehr) bringt, das ist es definitiv auch nicht.

Was haben mir diese Dinge und Erkenntnisse gebracht?

Ich habe dadurch ein extrem gutes Durchhaltevermögen, einen sehr starken Willen, ein hohes Gerechtigkeits- und Unrechtsempfinden, Mitgefühl. innere Stärke und eine eigene Meinung bekommen. Aber auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein, Disziplin und  Pflichtbewusstsein! Ich weiß das ich für alles, was ich will und für meine Ziele, meine Freiheit als auch Träume, hart arbeiten und kämpfen muss um sie erreichen oder erhalten zu können! Ich weiß, ich bekomme in meinem Leben rein gar nichts geschenkt. Ich weiß an allen Ecken und Enden viele Miesmacher stehen und nur darauf warten, das ich Schwäche zeige oder einen Fehler begehe. Ich bin ein Sparfuchs und habe gelernt, viele Dinge selbst zu machen, um mein Geld zu sparen bzw. meine Ressourcen zu schonen. Wer kann schon sagen das er mit 500 Euro einen Monat 9 Personen gesund und ausreichend ernähren kann?!  Ich habe als Kind vieles ausprobiert, kann darum auch vieles und traue mir auch sehr viel zu selbst zu machen. Ich vermisse dennoch nichts, sondern gebe das was ich einspare mit vollen Händen an meine Kinder und meinen Mann weiter. Wahrscheinlich weil ich als Kind mit vollen Händen mein eigenes Geld ausgeben konnte, um heute verzichten zu können.
 Ich habe dadurch gelernt, nicht mit zweierlei Maß zu messen oder einen Unterschied zwischen Männer und Frauen zu machen oder zwischen der meinigen und einer anderen Kultur zu werten! Ich habe gelernt, ich kann mich 100% auf mich selbst verlassen und nichts was ich mir vornehme ist mir zu schwer!

Ich weiß dadurch und mit der Beschäftigung was mich geprägt hat, das ich eine starke Persönlichkeit mit einem noch stärkeren Willen bin. Ich bin stark und nicht schwach, ich bin sehr leistungsstark. Ich habe eine eigene Meinung und eine eigene Auffassung der Dinge, aber ich kann auch andere Meinungen und Auffassungen neben meiner eigenen gelten lassen, tolerieren und akzeptieren.

Aber was genau hat mich letztlich eigentlich wirklich geprägt?!

In meinem Leben hat mich eine starke Frau geprägt, die von einem sehr schwachen Mann mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl über Jahrzehnte hinweg niedergemacht wurde. Ein Mann der ohne diese Frau unweigerlich in der Gosse gelandet wäre. Von dieser Frau wurde ich sehr stark geprägt. Ich liebe diese Frau von ganzem Herzen und mit ganzer Seele!
 Aber auch zwei starke Männer die sich ihrer selbst bewusst waren, eine eigene Meinung vertraten und geradlinig durch ihr Leben gingen, egal was andere denken oder sagen mochten. Darum hatten sie es auch gar nicht nötig, ihre Partner und Kinder niedermachen zu müssen, nur um sich gut, stark und überlegen fühlen zu können.
Sie waren sich ihrer eigenen Stärke soweit bewusst, das sie andere nicht permanent durch fiese Gemeinheiten (das sie oftmals schon sehr pervertierte Züge annahmen), gegen diese um damit diesen ihr sich selbst bewusst sein zu nehmen anwenden mußten, um darauf hinweisen können. Beide Männer liebe ich von Herzen, fast ebenso wie meine Kinder. 
Aber auch eine schwache Frau die ihren jüngeren Sohn ihrer älteren Tochter vorzog und sehr abhängig von ihrem Mann war, ohne das dieser sie dazu zwang. Die wegsah anstatt hinzusehen, als ihrer Tochter Unrecht geschah, wieder und wieder. Eine Frau die nicht für das Recht ihrer Kinder eintreten konnte oder wollte. Die lieber einem Schwager ein 2. Glas Rollmops hinstellte, als hier an ihre Kinder zu denken, die dadurch leer ausgingen. Einer Frau deren Familienbild bzw. ihr eigenes Bild nach außen und was die Leute von ihr dachten wichtiger war, als das Bild das sich ihre Kinder von ihr machten und von ihr dachten. Ich liebe auch diese Frau von Herzen, ohne Frage, denn für mich konnte sie durchaus eintreten was sie bei ihrer eigenen Tochter bis heute hinzu nie bis selten konnte. 
Fünf Menschen, 3 Männer und 2 Frauen, aus zwei Generationen die mich maßgeblich prägten. 

Heute ist Muttertag und genau deshalb ist es wichtig, dieses hier zu schreiben. "Vatertag gibt es nicht", wie mein Opa immer wieder, Jahr für Jahr betonte "sondern ist eine Erfindung von den Menschen. Heute ist Himmelfahrt!" sein Vatertagsgeschenk nahm aber trotzdem an und freute sich auch immer darüber.

Meine Mutter ist die stärkste Frau die ich je kennengelernt habe. Insgeheim nenne ich sie Löwin, denn genau das ist sie. Egal was andere sagen oder denken, ich weiß um ihre Stärke und auch um ihre Intelligenz. Es tut mir leid, das Du nicht so eine starke Mutter hattest wie ich, ich wünschte ich hätte Dir besser helfen können. Aber ich war damals leider auch nur ein Kind und mir fehlte einfach nur die Kraft dazu. Du hast keine Fehler gemacht, egal was andere sagen, Du hast immer das Beste getan, was Du in jenen Momenten tun konntest. Lass Dir von ihnen nicht einreden, es sei nicht so. Sie haben überhaupt keine Ahnung, sie können gegen Dich nur bestehen, indem sie Dich niedermachen!
Ich habe gesehen wie man Dich behandelt, ich habe gefühlt wie Du darunter gelitten hast und ich habe gesehen was man Dir antat! Genau das ist der Grund, warum ich so verbissen an der wahren Gleichstellung der Frau kämpfe und den über die Medien gerne suggerierte Ultrafeminismus nur spöttisch die Nase rümpfen kann. In den Medien existiert er, aber in der realen Welt beim normalen Volk ist er nicht vorhanden.
Du hattest keine Wahl, ich hatte eine schon größere und meine Töchter sollen eines Tages frei sein. Das ist es warum ich so verhemmend gegen das veraltete System, in dem sich irgendwelche dummen und schwachen Männer als Herren über starke und intelligente Frauen aufschwingen und sie auf allen Enden sabotieren und niedermachen angehe. Ich verzeihe, aber ich vergesse nicht.

Und glaube mir: Das Leben das ich am 8.8. beginne mache ich nur, weil Du immer an mich geglaubt und mich immer vor einem sehr schwachen Menschen, mit einem total verächtlichen Menschenbild  verteidigt hast. Ihm habe ich was mich betrifft vergeben, Dummheit steht in Deutschland schließlich nicht unter Strafe. Was Dich betrifft aber noch lange nicht.
Um sein menschliches Fehlverhalten, kümmert sich ein anderer und für den Schaden den seine Seele mit seinem Verhalten und seiner Einstellung Frauen gegenüber nahm, muss er, das weiß Gott,  an anderer Stelle gerade stehen. Du wirst schon sehen!
Du hast nichts falsch gemacht, Du bist so wie Du WIRKLICH bist, genau richtig. Du hast immer Dein Bestes gegeben und mehr als sein Bestes wird von keinem Menschen verlangt!
Lass Dir von den beiden Hohlbrummern in Bunde (oder LKW) und gleich hinterm Deich bloss nichts oder niemals wieder etwas anderes einreden. Die sind beide so etwas von verpeilt und im vorgestern, das noch nicht einmal der liebe Herrgott höchstpersönlich etwas dagegen machen könnte. Kannste machen nix!

Solange nur ein Mensch auf der Erde Dich liebt und respektiert eben so wie Du bist - dann kannst Du ruhig Du selbst sein!

Ich liebe Dich und meine sieben Kinder Dich ebenfalls. Aber noch allerhand andere Menschen fallen mir ein! Also was hindert Dich Du zu sein?!
Du warst,  bist und bleibst meine Löwin! Ich bin stolz auf Dich und werde es auch immer bleiben! 

Wenn andere es nicht so sehen, Dich weniger oder gar sehr gering schätzen, dann ist es ihr Problem und sie müssen damit leben, es hat aber nichts mit Dir zu tun oder das es Deine Wahrheit ist. 

Du bist eine Löwin - Du bist stark und nur wenige können es mit Dir aufnehmen. Du bist ein wunderschöner Mensch - wenn Du einfach nur Du selbst bist - wie Du wirklich und tatsächlich bist oder einmal gewesen bist!
Ich liebe Dich, Mama und ich bin stolz sagen zu können "DAS ist meine Mama!"

Lass Dich nicht unterkriegen, das Leben ist viel zu schön um sich von Negativkumpeln und Hohlköpfen beeindrucken zu lassen


Donnerstag, 9. Mai 2013

Löwenzahnhonig....

Der Frühling ist da, mit ihm steht jetzt auch der Löwenzahn in voller Blüte. Wie jedes Jahr bin ich auch in diesem Jahr wieder hellauf von seinem gelben Blütenteppich begeistert, der die Wiesen und Felder schmückt. Für die von Lebererkrankungen und Gallenleiden betroffene Teil der Menschheit unter uns, stellt er ein überaus wirksames  Heilmittel dar. Es wäre nur zu schade dieses gute Heilmittel einfach zu verschwenden, das in diesem Jahr m. E. in einer besonderen Fülle vorhanden ist, einfach verkommen oder ungenutzt verblühen zu lassen.
Vielen Gartenbesitzern ist er als lästiges Unkraut in seiner ansonsten makellosen Rasenfläche und Beeten seit jeher ein Dorn im Augen.

Und so manch einer wird sich, wie schon in den vergangenen Jahren, dazu berufen fühlen, ihm dieses Jahr vollkommen den Garaus zu machen. Selbstverständlich nichtsahnend das diese von ihm als lästiges Unkraut gesehene Pflanze seiner Gesundheit in vielen Bereichen überaus förderlich wäre. Also wird er sie wie immer abmähen und auf den Kompost werfen. Natürlich in voller Blüte, damit sie sich nicht noch mehr verbreitet.
Ist er zudem noch Leber oder Galleleidend, leidet unter Ekzemen, Blutarmut, Diabetes usw. usw. greift er wie und eh je weiterhin auf Chemie und synthetische Wirkstoffe in Tablettenform zurück, selbstverständlich nicht umsonst.
Schade, dabei könnte er es so einfach und vor allen Dingen umsonst und auch gesünder bekommen Auf jeden Fall ist es bedeutend weniger anstrengend den Löwenzahn zu verzehren und ihm damit den Garaus zu machen, als ihn anderwertig ausrotten zu wollen. Im besten Fall verwendet er einfach  nur den Rasenmäher, im schlimmsten Fall aber setzt er gezielt die Chemiekeule an. Aber wer sich selbst lieber mit chemischen anstatt natürlichen Mittelchen zuwirft, bei dem muss es einen letztlich nicht wundern das er zu solch drastischen Maßnahmen greift.
Wer nicht möchte das sich der Löwenzahn weiterhin durch den Wind in seinem Garten vermehrt, braucht nicht unbedingt den Chemiekonzernen in die Taschen wirtschaften. Die Alternative wäre ihn auf natürliche Weise auszurotten. Hm,......ein Kahlfraß sozusagen.

In den letzten Tagen habe ich mich diesem Thema ausgiebig gewidmet. Mein Löwenzahn verbreitet sich nicht weiter und wir haben einen leckeren Brotaufstrich, der zudem der Gesundheit sehr zuträglich ist. Nicht nur wir, sondern auch einiger unserer Nachbarn.

Ich habe die Blüten bei herrlichsten Sonnenwetter gepflückt, in kalten Wasser angesetzt, gekocht und nachdem ich es abgeseiht hatte das Wasser mit Zucker und Zitronenscheiben versetzt und zu einem allseits beliebten Sirup verkocht.

Hier ist das Rezept:

LÖWENZAHNSIRUP // HONIG
2 gehäufte Doppelhände Löwenzahnblüten

1 Liter kaltes Wasser
1 kg brauner Zucker

1/2 Zitrone, unbehandelt, mit Schale in Scheiben geschnitten.


Man setzt die Löwenzahnblüten mit kalten Wasser in einem Topf an, nach 60 Minuten bringt man das Wasser langsam zum kochen, lässt überwallen und zieht den Topf wieder vom Herd. Abgedeckt über Nacht stehen und ziehen lassen bzw. min. 18 Stunden.
Am nächsten Tag gibt man das Wasser durch ein mit Leinen ausgelegtes Sieb und fängt das Wasser auf. Die im Leinentuch verbliebenen Blüten sehr gut auspressen.
Man stellt das Ganze auf den Ofen, gibt den Zucker hinzu sowie die in Scheiben geschnittene Zitrone mit Schale (wenn gespritzt, ohne Schale) jetzt erwärmt man das Ganze langsam. Um alle Vitamine und Mineralstoffe zu erhalten, darf es nicht gekocht werden das Wasser soll nur verdunsten. Nun erwärmt man es über Stunden so lange bis ein dickflüssiger Sirup entsteht.
Man muß zwischendurch immer erkalten lassen um die Konsistenz zu überprüfen. Der Sirup darf nicht zu dickflüssig sein, weil er bei Lagerung zu kristallisieren beginnt. Er darf nicht zu dünn sein, da er bei Lagerung zu säuern beginnt. Es muss ein richtig dickflüssiger Sirup werden.
Wenn die richtige Konsistenz erreicht ist, füllt man den heißen Sirup in saubere Schraubgläser, schraubt fest zu und stellt diese für ca. 30-60 min auf den Kopf.

Der Geschmack ist ähnlich dem eines sehr guten und feinen Bienenhonigs, allerdings können ihn auch Nierenkranke verzehren, da sie die im Bienenhonig enthaltenen Säuren nur schwer vertragen und ihnen zudem schlecht bekömmlich sind.


Ach und die Löwenzahnstängel kann man auch essen. 14-tägige isst man täglich 3-5 Stängel. Empfehlen möchte ich ihn besonders jedem der sich müde, abgeschlagen fühlt und ständig kränkelt, wer unter Blutarmut leidet, Leber und Nierenprobleme hat. Hautjucken, Flechten und Ausschläge leidet, sie verbessern die Magensäfte und reinigen den Magen von allerhand verhockten Stoffen. Die frischen Stängel können schmerzlos Gallensteine lösen, Leber- und Gallentätigkeit werden durch sie angetrieben.
Aufgrund seiner blutreinigenden Wirkung hilft er auch bei Gicht und Rheuma. Aber auch Drüsenschwellungen gehen zurück, wenn man diese Kur drei bis vier Wochen durchhält. Neben Mineralsalzen verfügt der Löwenzahn auch über wichtige Heil- und Aufbaustoffe die bei Stoffwechselerkrankungen überaus wichtig sind.

Aber auch jedem Nichtkranken kann er als Frühjahrskur nur wärmstens empfohlen werden. Man wird nach 14 Tagen über die vorzügliche Wirkung erstaunt sein, die diese Kur birgt.
Zuckerkranke sollten täglich 10 von diesen Stängeln essen, solange der Löwenzahn in der Blüte steht.

5-6 Stängel täglich roh gegessen bringen bei chronischer Leberentzündung rasch Hilfe.

Die Stängel werden mitsamt Blüte gewaschen, erst dann trennt man die Blütenköpfe ab. Sie schmecken anfangs recht bitter. 


...und immer noch an der Vernichtung des Löwenzahns mittels Chemie interessiert?!

Die Wurzeln als auch Blätter kann man natürlich auch essen und auch sie verfügen über sehr große Heilwirkungen. Darüber im Internet aufzuklären ist allerdings nicht meine Sache, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Zudem haben allerhand andere hierüber ausgezeichnete Bücher geschrieben. Aber auch im Internet haben sich allerhand Leute ausführlich über den Löwenzahn ausgelassen und darum ist an dieser Stelle diesbezüglich sehr viel Nützliches aber auch unnützliches zu finden.

Ich wünsche viel Spaß beim Wiederentdecken eines der ältesten Heilkräuter der Menschheitsgeschichte und natürlich

GUTEN APPETIT!













Montag, 6. Mai 2013

Brot, Brot, Brot ....Brötchen....schnell

Schnelle Brote in verschiedenen Varianten, für alle die wenig Zeit und noch weniger Geld in den Taschen haben, aber dennoch gesund essen und nicht auf günstigeres (aber nährstoffärmeres) Fabrikbrot zurückgreifen möchten. Unter dem Preis eines 500g Toastbrotes und der handelsüblichen günstigsten Backmischungen welche mit allerhand Zusatz- und Konservierungsstoffen versetzt sind. Je nach Mehl und Hersteller selbstverständlich.

Ich verwende als Mehl generell Dinkelvollkornmehl (sofern nicht anders beschrieben), sie lassen sich aber selbstverständlich auch mit anderem Mehl zubereiten. Also auch mit Weizenmehl Typ 405 (senkt die Kosten in diesem Fall deutlich, man sollte aber mit Kräutern aufwerten)
Die Rezepte ergeben in etwa 1kg Brotteig. Alle Teige eignen sich auch für Brötchen, die Backzeit halbiert sich in diesem Fall.
Die Hefe ist gegen 1 Pk Backpulver austauschbar, dieses wiederum gegen Natron, Weinsteinbackpulver oder Hirschhornsalz. Sauerteig habe ich nicht getestet, da dieser wilde Hefe enthält, wenn  auch anders als die übliche. 

Im Unterschied zu Hefeteig kann der Teig mit Backpulver sofort im Backofen gebacken werden. Das Weinstein Backpulver ist eine glutenfreie Alternative.
Essig ist zudem als Triebmittel verwendbar, meinerseits jedoch noch so gut wie ungetestet.
Da der Bienenhonig Nierenkranken gesundheitlich nicht besonders dienlich und bekömmlich ist, kann der Honig gegen den sog. Löwenzahnhonig ausgetauscht werden.

Maisbrot:
400g Maismehl
200g Dinkelmehl
350ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz

Roggenmischbrot:
400 g Roggenmehl
200 g Dinkelmehl Type 630
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
Anmerkung: Für ein volles Roggenbrot nimmt man 600g Mehl und läßt die 200g Dinkelmehl weg.

Dinkelwalnußbrot:
600g  Dinkelvollkornmehl
400g  Walnüsse, gehackt
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
1 TL Brotgewürz

Dinkelrosinenbrot:
600g Dinkelmehl Type 630
350 ml Wasser
1 Hd Rosinen oder mehr
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz

Schinken-Käse Brot:
600g Dinkelmehl
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
125g Schinkenwürfel
ger. Käse (zum bestreuen)

Schinken-Zwiebel-Brot (sehr vitamin- und mineralstoffreich, gesundheitsförderlich)
600g Dinkelmehl
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
1 rote Zwiebel
125g Schinken
ger. Käse (zum bestreuen)

Löwenzahnbrot: (sehr vitamin- und mineralstoffreich, gesundheitsförderlich)
600 g Dinkelmehl
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
ca. 8-10 frische große Löwenzahnblätter, fein gehackt

Brennesselbrot: (sehr vitamin- und mineralstoffreich, gesundheitsförderlich)
600g Dinkelmehl
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
ca. 10-15 frische Brennesselblätter, fein gehackt

Giersch Brot: (sehr vitamin- und mineralstoffreich, gesundheitsförderlich)
600g Dinkelmehl
350 ml Wasser
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz
ca. 10-15 frische mittelgroße Giersch Blätter, fein gehackt

Schnittlauch-Joghurt Brot:
600 g Dinkelmehl
150g Joghurt (natur)
200 ml Wasser bzw. den Joghurt mit soviel Wasser auffüllen bis man auf insgesamt 350ml kommt
1 Pk Hefe
1 EL Honig
1 TL Salz


Zubereitung für alle vorherigen Rezepte:
Mehl mit Hefe, Salz mischen, in eine Mulde Honig und dann das Wasser geben. Alles gut miteinander verkneten, danach die Walnüsse, Rosinen etc. von Hand unterkneten.

30-45 min abgedeckt mit einem feuchten Handtuch an einem warmen Ort aufgehen lassen.
Teig nochmals durchkneten und zu einem Laib formen.
Beim Schinken-Käsebrot abschließend mit Käse bestreuen
Backzeit ca. 30-45 min bei 180°C Umluft oder 200°C Ober/Unterhitze


Dinkel-Buchweizenbrot:
200 g Buchweizenmehl
800 g Dinkelvollkornmehl
3 TL Salz
800 ml Wasser
1 Pck. Hefe (Trockenhefe)
1 Tasse/n Leinsamen
Alle Zutaten gut mischen, den Teig erst 1/2 Stunde gehen lassen, dann nochmals gut durchkneten und nochmals 1/2 Stunde gehen lassen. Den Teig in eine mit Olivenöl eingefettete Kastenform (oder zwei kleinere) geben. Bei 180°C  für ca. 45-50 Minuten backen.



...und wer noch weniger Zeit hat:

Schnelles Brot I:
1 Pk Trockenhefe
450 ml Wasser, lauwarmes
500 g Dinkel - oder Weizenvollkornmehl
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Sesam
50 g Leinsamen
2 TL Salz
2 EL Essig (Obstessig) oder Brottrunk

Mehl mit Hefe mischen. Alle anderen Zutaten zufügen und gut verarbeiten. In eine gefettete Form geben und in den kalten Backofen stellen.
DAS BROT NICHT GEHEN LASSEN!
Backen 60 Min bei 200° Ober/Unterhitze, oder 50 Min bei 170° Heißluft
Brot aus der Form lösen und evtl. 10 Minuten nachbacken.
Körner können weggelassen oder ausgetauscht werden (Rosinen, Mandeln, Nüsse)


Schnelles Buchweizen-Dinkelbrot:
400 g Dinkelvollkornmehl
100 g Buchweizen
2 TL Salz (evtl.weniger)
2 TL Essig (Obstessig)
70 g Leinsamen
70 g Sesam
70 g Sonnenblumenkerne
1 Pk Trockenhefe
1/2 Liter Wasser
Dinkel und Buchweizenmehl mit der Hefe und dem Salz mischen. Wasser, Obstessig und die Körner zugeben und zu einem Teig verarbeiten. Die Masse in eine gefettete Kastenform (eine große oder zwei kleine) füllen und SOFORT (KEINE GEHZEIT!) im vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde bei 220°C abbacken.


Chilli-Maisbrot:

25g Mehl
125g Polenta (wer es ausgeprägter mexikanisch mag nimmt 125g Maismehl)
1 EL Weinstein-Backpulver (oder normales)
1/2 TL Salz
1 grüne Chilli, entkernt, fein gehackt
5 Frühlings/Lauchzwiebeln, fein gehackt
2 Eier
140g Schmand
125ml Sonnenblumenöl


Mehl, Polenta, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen, Chilli und Frühlingszwiebeln zugeben und gut unterrühren. Eier, Sahne und Sonnenblumenöl verquirlen, mit den trockenen Zutaten gründlich vermengen. Den Teig in eine gefettete quadratische Backform (20 cm) geben.
Bei 200° C im vorgeheizten Backofen ca. 20-25 min backen, bis es aufgegangen und leicht gebräunt ist. Vor dem Servieren in der Form leicht abkühlen lassen.
Anmerkung: Ich habe keine quadratische Backform und verwende hierfür darum meine ovale Auflaufform bzw. meine rechteckige 40 x 30 Auflaufform (mit der 3fachen Menge des Teiges).

Schokoladenbrot:
450g Mehl (Weizen 550, Dinkel 630)

25g Kakaopulver (echter Kakao, kein Instantprodukt)
1 TL Salz

1 Pk Trockhefe
25g brauner Zucker
300 ml Wasser, lauwarm

Mehl und Kakaopulver in eine Schüssel sieben, Salz, Hefe und Zucker unterrühren. Öl und Wasser zugeben, zu einem festen Teig verarbeiten, weitere 5 Minuten auf der Arbeitsfläche zu einem glatten Teig verkneten. In einer großen und gefetteten Schüssel etwa 1 Std. gehen lassen. Teig durchkneten und in eine Form geben, weitere 30 min gehen lassen.
Bei 200°C im vorgeheizten Backofen ca. 25-30 min backen.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren, varieren und selbstverständlich jedem:

Guten Appetit!

Sonntag, 28. April 2013

Sonntags darf man auch ohne Kirche und Ei Schnitzel panieren!

Es ist ein Sonntag wie viele andere zuvor und noch viele weitere.

Am Morgen nach dem Aufstehen, ist Frühstück angesagt. Da es ein Sonntag ist, ist ein ruhiges, langes und ausgiebiges Frühstück angesagt. Andere hetzen in die Kirche, ich bleibe daheim. Was soll ich allein in einer Kirche um dort Gott suchen? Hat Jesus nicht gesagt "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen?" (Matthäus 18,20) gleich nachdem er seinen Jüngern und Jüngerinnen erklärt hatte, wie sie miteinander umgehen sollen und dass Gott immer bei ihnen ist, wenn Einigkeit unter ihnen herrscht. Er versprach ihnen immer bei ihnen zu seinen, im Gebet und immer wenn sie sich in seinem Namen treffen. Die einen mögen daraus ein Treffen zum Gottesdienst machen, ich erlese daraus "ein Treffen im Namen der Liebe" da Jesus gleich Liebe ist. Ich versammele und treffe mich also im Namen der Liebe mit meiner Familie am sonntäglichen Frühstückstisch. Ich treffe mich, um mit ihnen das Brot zu brechen, was ich bekanntlich zum Gedächtnis tun soll. Die Jünger und Jesus waren zu dieser Zeit keine Superstars die vom Himmel herabgeschwebt kamen, sondern einfache Leute, von denen einer eine andere Auffassung vom Glauben, Gott, dem Gottesdienst und dem gängigen Trend in diesem Bereich hatte. Einfache Leute die sich von der Masse unterschieden und gemeinsam an diesem Abend zum letzten Mal zu Abend aßen. Zu der Zeit waren sie keine Superstars, sondern Leute die anders waren und vom Einheitsbrei der damaligen Zeit abgerückt oder verrückt waren. Sie entsprachen nicht dem gängigen Meinungsbild. Also quasi Leute, die am Rande der Gesellschaft Co-existieren und von anderen als (mehr als nur) etwas merkwürdig angesehen wurden. Leute mit denen man nicht wirklich etwas zu tun haben sollte, wenn man auch weiterhin sein Ansehen, seinen Stand und Status behalten möchte. Wenn man mit ihnen zu tun hatte, dann nur in aller Heimlichkeit oder wenn man total verzweifelt war und nichts mehr zu verlieren hatte, was sollten die Leute denn schließlich von einem denken? Ebenso wie es heute noch läuft oder fortan auch weiterhin lief. Sie waren eben anders. Zu Superstars und die Superhelden der Geschichte der Menschheit wurden sie erst deutlich später verklärt. Das sollte man immer wieder bedenken und niemals vergessen. Sie selbst haben sich niemals als dergleichen bezeichnet und betrachtet sondern lediglich als einfache Arbeiter im Weinberg des Herrn. Es waren andere Menschen die ihnen in späterer Zeit diese Rolle zudachten.
Damals waren sie einfach stinknormale Leute, wie Du und ich, die anders als die anderen waren und sich aufgrund dieser Tatsache wahrscheinlich auch gefunden hatten. Ich glaube heutzutage ist dieses unter anderem unter dem Phänomen "Seelenpartnerschaft" oder "Dualseelen" bekannt. Vor diesem sog. Phänomen nannte man es Freundschaft, Partei oder Fraktion. Wenn man die Gemeinschaft dieser 13 so von oben betrachtet und ihren Verlauf, erfüllen sie alle Attribute um sie aus der heutigen Sicht als äußerst gefährliche und verfassungsfeindliche Sekte zu outen, zumindestens wenn man sich an das System und die Verfassungen von damals orientiert. Anderes tat man damals auch nicht. Heute inhaftiert man diese Anführer lediglich, da wir durch den Humanismus geprägt nicht mehr zu solche drastischen Maßnahmen wie Kreuzigung und Ermordung durch Todesstrafe greifen müssen. *Zumindestens in Deutschland und anderen durch den Humanismus geprägte Länder gibt es die Todesstrafe nicht mehr.Jeder dieser Länder weiß das es unchristlich/unmenschlich ist. Und sich vollkommen bewußt, das er nicht über das Leben und den Tod eines anderen richten und entscheiden hat, sondern eine andere, deutlich höhere Instanz als die menschliche* Oder überzieht sie über Jahre hinweg mit Klagen, Verbotsversuchen und der Verfassungsschutz kümmert sich höchstpersönlich selbst um diese Menschen. Selbstverständlich alles im Namen der Demokratie, zum Wohle der Menschheit, in ihrem Namen und mit ihrem Segen. Damit beweisen sie mir aber lediglich das sie selbst nicht an die Demokratie, das Volk und dem Wohle aller glauben, sonst würden sie den Menschen vertrauen und wären sich ihrer sicher. Eine Mutter mit Vertrauen in sich, ihr Kind und ihre Erziehung, braucht ihrem Kind nichts im Vorfeld verbieten sondern sie lediglich über mögliche Gefahren bei der jeweiligen Sache informieren.

Natürlich ist es aus heutiger Sicht vollkommen unverständlich, da sie doch harmlos waren, niemanden etwas böses taten oder in die Abhängigkeit brachten, sondern ihnen vielmehr die geistige Freiheit schenkten. Auch bombten sie sich selbst nicht als Selbstmordattentäter ins Jenseits, um andere zu schaden und sich durchzusetzen. Stellten Köfferchen voller Sprengstoff an Orten wo sich viele Menschen aufhalten oder flogen mit Flugzeugen einfach einmal in Wolkenkratzer. Nun ja, so in der Art jedenfalls. Nun, wenn wir das Beispiel Scientology nehmen kann man auch sagen: Sie behaupten nichts anderes, aus deren Blickwinkel und aufgrund ihrer Sicht der Welt, glauben sie fest daran das sie genau das machen, den Menschen geistige Freiheit zur Verwirklichung ihrer Selbst um ihre höchsten Ziele zu erreichen. Über die sog. Illuminati schweige ich mich aus, da ich nicht sicher bin, ob es eine Mär ist und von Dan Brown und Co abgeguckt wurde. Wenn es sie gibt, so haben sie die gleichen Ziele vor Augen, von ihrem Stand und der Sicht ihrer Dinge aus.

Aber auch diese kleine auf den ersten Blick harmlos wirkende Gruppe, stellte zu jener Zeit eine riesige Gefahr dar. Sowohl für die religöse als auch politische Führung. Sie sorgten für Unruhe, da, immer mehr Menschen ihnen folgten oder zumindestens ihnen ein Ohr schenkte und ihnen gegenüber nicht ablehnend eingestellt waren oder denen es schlicht und einfach egal was sie sagten und taten ohne sich davon beeindrucken zu lassen. So ähnlich wie es heutzutage in der christianisierten Welt zugeht, wenn es um den Islam geht. Einige gehen auf die Barrikaden, andere zeigen Interesse und noch anderen ist es vollkommen egal.
In der heutigen Zeit schleust man V-Männer in derlei Organisationen oder Gruppen, hört sie ab, liest ihre eMails, kauft sich Infos von Mitgliedern und und und....... Bis man sie hat. Natürlich zu Anfang nicht, wenn nur 13 Leute durch die Gegend laufen und derlei Dinge erzählen, sondern erst wenn sich vermehrt und massiv Strömungen in diese Richtung zeigen.  Damals war man aber noch relativ einfach gestrickt. Naja wenn man die Welt vor über 2000 Jahren mit der heutigen vergleicht, ist es nicht einfach gestrickt sondern einfach nur der Zeit entsprechend. Welche Post stellt heute noch mit dem Pferd die Post zu oder schickt einen Sonderboten mit Pferd von München nach Bremen um einen einzelnen Brief zu überbringen? Welcher Zimmermann arbeitet heute noch mit einem einfachen kleinen Hobel, Hammer, Nägel und einfacher Säge? Wie viele Bauern spannen noch einen Ochsen vor dem Pflug? Von daher, war und lief es damals auf dem neuesten Stand der Technik und der Entwicklung nicht anders als heute.
Nun denn wie dem auch sei, unsere lieben Freunde und Brüder/Schwestern von damals, saßen also beisammen und aßen gemeinsam, versammelt im Namen der Liebe, zu Abend. *Nennt mich ruhig Ketzer, ist mir wurscht!*Das es das Letzte gemeinsame sein würde, wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner, lediglich einer von ihnen hatte diesbezüglich eine böse Vorahnung.

Ebenso sitze ich bei jeder gemeinsamen Mahlzeit mit meiner Familie um den Tisch, nicht weil ich eine böse Vorahnung habe, sondern weil ich meine Familie liebe. Versammelt im Namen der Liebe oder auch um es ultrareligiös zu sagen: im Namen Christi und Gottes sitzen wir um den Tisch und nehmen unser Mahl zu uns. Jesus bedeutet Liebe, das habe ich seinerzeit gelernt und auch heute noch sagt man dieses. Er ist also mitten unter uns, jeden Tag und Gott auch. Darum suche ich am Sonntag nicht die Kirche auf, sondern versammele mich mit meiner Familie am Eßtisch um gemeinsam mit ihnen zu essen, weil ich im voraus nicht weiß wie viele Mahle wir noch alle gemeinsam einnehmen können. Sobald eines meiner Kinder ausgezogen ist, ist damit Schluß weil dieser eine dann am Tisch fehlt. Mein Ältester ist im Dezember bereits 16 Jahre geworden und mein Jüngster im Januar vier Jahre.
Das wir in Liebe miteinander verbunden sind und wir nur aus diesem Grund miteinander leben, steht außer Frage. Wir brechen täglich das Brot und teilen alles was wir haben miteinander. Beide sind also stets bei und immer mitten unter uns. 


So aber jetzt genug davon: Wir sitzen am Sonntag nicht in der Kirche sondern am Esstisch.
Bevor es aber zum Frühstück kommt, sind allerhand Dinge zu erledigen, welche ich als treusorgende Mutter und Ehefrau natürlich sehr gerne für meine Liebenden erledige. Schließlich hat Vatern wieder einmal Wochenenddienst und zwar Nachtschicht, er ist also wie meist außen vor.

Als erstes steht Brötchen auf dem Plan.
Jeder normale und zeitgemäße Mensch fährt also zum Bäcker, ähnlich wie man es im Urlaub gerne macht,  der aus reiner Nächstenliebe auch am Sonntag wie an jedem anderen Werktag arbeitet und seine Mitarbeiter beschäftigt. Im Namen Christi und Gottes, wartet man dort mit dem alltäglichen Backwerk auf. Er stellt sich geduldig an, kauft 20 Brötchen und macht sich auf dem Weg zurück, alles in allem braucht er dafür ca. 30-45 Minuten je nach Verkehrslage, Uhrzeit und Andrang. Preis je Stück ab ca. 0,26 Euro (im deutschen Durchschnitt, einfaches Weizen-Schnittbrötchen) zzgl. Sprit wenn das Auto genommen wurde. Gewicht ca. 50-70g (je nach Bäcker)

Der noch etwas von gestern Mensch, schnappt sich die Brötchen Teiglinge die in einer tollen Frischhaltepackung in Rollenform im Kühlschrank liegt oder nimmt die Teiglinge tiefgefroren aus dem Tiefkühlfach. Nach ca. 10 Minuten hat er sie auf dem Backblech plaziert, so dass alle Brötchen zur selben Zeit fertig werden, läßt sie ca 5-10 Minuten antauen und nach weiteren 20-25 min Aufbackzeit sind sie dann fertig. Also in etwa die Zeit, die der fortschrittliche Mensch beim Bäcker braucht. Preis je Brötchen ca. 0,19 Euro zzgl. Strom (je nach Hersteller und dem Alter des Backofens) Gewicht ca. 50-70g (je nach Hersteller)

Der sehr altmodische Mensch, schnappt sich Mehl, Hefe usw rührt aus diesen in 5 Minuten einen Teig zurecht und formt diesen in 5 Minuten zu 14 Teiglinge a ca. 70g, setzt sie aufs Backblech und wartet ca. 15-20  min das sie aufgehen, schiebt sie dann 15 min in den Backofen und hat nach ca. 45 min. ebenfalls seine Brötchen. Preis je Stück 0,13 Euro - Gewicht ca. 70g

Ich gehöre zu den sehr altmodischen Menschen.

Während der Backzeit werden also noch schnell Eier gekocht, da es sie im praktischen 10er Pack gibt, kocht man alle weil ein Ei übrig lassen ist blöd. Es werden 4-6 Pakete Frühstücksspeck gebraten und je nach Jahreszeit eine Gurke und ca. fünf Tomaten in Scheiben geschnitten. Frisches Obst wie Kiwi, Banane, Äpfel zu Obst oder Quarkspeise zubereitet. Nur gut, das ich nicht zum Bäcker mußte, da hätte ich es anschließend und nicht nebenbei erledigen können. Die Kinder helfen beim Frühstückstisch fertigmachen, je nach Alter und Lust des Einzelnen schaut es aus:
Bei dem einen perfekt und stilvoll mit Servietten, Tellern, Weingläsern für den Saft und Kerzen nett angerichtet. Gurken- und Tomatenteller, der Speckteller, Eier und Brötchen komplettieren dieses Bild und fügen sich perfekt ein. Sonntag ist eben ein besonderer Tag

Bei dem anderen die einfachen Brotbretter, Messer, ohne Kerzen und Servietten,  Gurken- und Tomatenteller, Speck und Eier als auch Brötchen sind eine nette Ergänzung, wobei ein einfacher Brotteller wahrscheinlich besser ins Bild gepaßt hätte. Ein Sonntag mitten im Jahr ist bekanntlich auch nur ein Sonntag und nicht Weihnachten und unterscheidet sich damit nicht wesentlich vom Werktag unter der Woche.

Bei noch einem anderen, herrscht das große Chaos auf dem Tisch: Messer links, Bretter schief, die Gläser wahllos auf dem Tisch verteilt, Marmelade und Nutella reichen diesem Kind vollkommen. Sollte es sich für Wurst und Käse entschieden haben, so findet man sie in ihrer Verkaufspackung irgendwo dazwischen. Gurken- und Tomatenteller wie auch Eier und Speck finden da nur kaum noch Platz auf dem Tisch. Ein Sonntag mitten im Jahr unterscheidet sich nicht von einem stressigen Morgen mitten in der Woche an dem man zu spät aufstand. Alles andere ist vollkommen überbewertet.

Ich entscheide mich für das erste Arrangement, wenn ich die Wahl habe und korrigiere grundsätzlich Tisch Nr. 3! Wer will schon an einem ausgeschlafenen Sonntag ohne Zeitdruck wie an einem der äußerst seltenen Tage im Jahr dasitzen, an denen man verspätet aufstand?! Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, das es vielleicht ein oder zweimal im Jahr vorkommt *jedes Mal aber ohne zu spät im Job oder der Schule ankommen, lediglich den Bus verpaßt man, mit dem Auto hat man aber 30-40 Minuten länger Zeit um noch vollkommen pünktlich zu sein! Also kein Grund sich zu echauffieren und in Panik zu geraten. Dann nimmt man eben ausnahmsweise das Auto statt Bus und Straßenbahn um alle Ziele zu erreichen*

Das Frühstück selbst dauert ca. 2-2,5 Stunden, jeder hat am Sonntag Zeit, ist nicht so leicht zu reizen oder hegt den Wunsch den anderen reizen. Alle sind auf Frieden und Harmonie gebürstet, fast so wie die Weltbevölkerung in der Vorweihnachtszeit. Einzige Diskussionspunkt ist, wer den Tisch abräumt. Jeden Sonntag das Gleiche und das Ergebnis auch, alle zusammen.

Der Tag läuft wie er läuft, ruhig und beschaulich ohne nennenswerte Streitereien oder Unfällen.

Schwupps di wupp ist auch schon der Spätnachmittag angebrochen. Es wird Zeit das warme Abendessen vorzubereiten. Sonntags ist Wunschtag, meistens jedenfalls. So ähnlich wie am Freitagabend der meist Fingerfood-Abend mit vor dem Fernseher beim Cartoon-Special abhängen ist.

"Kleine Hähnchen selbstgemacht" stand auf dem Plan bzw. war oberster Wunsch. Gemeint sind natürlich Chicken-Nuggets. Dazu nimmt man, in meinem Fall, am Abend vorher das tiefgefrorene Hähnchenfleisch zum Auftauen aus dem Tiefkühlfach, welches man einige Zeit zuvor im Sonderangebot im großen Stil gekauft hat. Nun ja, für gängige Familienbilder schaut es in solch einem Moment nach ganz großen Stil aus, wenn man ca. 8kg Hähnchenbrustfilet kauft. Für uns sind es lediglich 4 Mahlzeiten bzw. eine Mahlzeit und für 3 weitere auf Reserve. Nun gut, für viele andere sieht mein Einkauf, den ich aus Gründen der Zeitersparnis nur einmal im Monat tätige, auch alles andere als normal aus. "Mein Gott, was erwarten Sie denn was passiert?" und man schaut die Leute nur verständnislos an, weil man nicht weiß was sie wollen. "Hä? Was meinen Sie?"
"Erwarten Sie eine Katastrophe oder einen Krieg?" und sie zeigen auf den noch geöffneten Kofferraum Deines 9-sitzigen Renault Trafic extra in der Langversion, damit auch viel reinpaßt. Du verstehst und lachst "Ach so, nein das ist nur mein Monatseinkauf!" und sie schauen Dich an als hättest Du den Verstand verloren. "Monatseinkauf?" und außer ein lächelndes "Ja, wir sind eine Großfamilie. Wir haben 7 Kinder im Alter von 4-16 Jahren!" und die Leute werden rot und beginnen zu lachen. "Oh, ja na dann! Entschuldigung! Tut mir leid, das war nicht böse gemeint!" und auf einmal befindest Du Dich mit wildfremden Menschen in einem Gespräch. Im letzten Monat fragte mich jemand "Oh mein Gott! Was haben Sie denn vor, wollen Sie in die Sahara auswandern?" und Du grinst Dir einen "Nein, ich will nur einen Monat meine 7 Kinder, meinen Mann und mich mit Getränken versorgen! Es ist aber nur die Hälfte die wir normalerweise brauchen"

Aber genug davon und zurück zum Eigentlichen:
Paniert diese und zwar mit einer nicht gängigen Panade. Nur zu blöd, dieses erst am Samstagabend beschlossen hat, nachdem man von den vorrätigen 16 Eiern, 6 für einen Zwiebel-Knoblauch-Speck-Eierblechkuchen oder Pizza verarbeitet hat. So das deshalb auch nur noch ein 10er Paket Eier vorrätig hat. Noch blöder ist es, wenn man dieses am Sonntagmorgen vergessen hat und jedem ein Frühstücksei präsentiert hat, anstatt Rührei mit weniger Ei zuzubereiten.

Das Hähnchen ist aufgetaut, einfrieren geht also nicht. Einfach so braten oder backen, ist langweilig und so gar nicht das was dem allgemeinem Wunsch entsprochen hätte.

Kinder enttäuschen - Lebensmittelverschwendung betreiben oder das Risiko einer Erkrankung verursachen oder aber nach einer ALternative Ausschau halten.

Was kann man anstelle von Eiern nehmen? Was klebt die Panade an das Fleisch?
Zuckerguß wäre ein ausgezeichneter Kleber gewesen, aber das ist BÄH! auf Hähnchen!
Denk...denk...denk...

BING Geistesblitz, TEIG ist klebrig. Mehl mit Wasser vermischt ist eine klebrige Sauerei, wie man noch aus dem Erlebnis der Vorwoche mit dem Jüngsten weiß, der eigenständig Kuchen und Kekse hatte backen wollen, während Muttern sich draußen herumtrieb und angeberisch Steine verrückte und mit Kräutern arrangierte.  Wieder ein Unannehmlichkeit die mir am Ende zum Vorteil gereichte.

Mehl und Wasser waren schnell bei Hand, zusammengematscht auch. Erster Versuch, sensationell klebte besser als Ei, schnell 9 kleine Stücken gebraten, um zu schauen ob es beständig ist und bei den recht wählerischen Menschen hier im Haus ankommt. Jeden probieren lassen und das Urteil abwartend. NICHTS - gar nichts kam zu Anfang!
"Hallo?!" fragte ich zögerlich, innerlich gewappnet und auf das Schlimmste vorbereitet.
"Hallo!" sagte mein Großer zurück. SCheinbar möchte er später unter die Komödianten gehen und feilt an seiner Karriere.
"Was sagst Du?"
"Nichts habe ich gesagt!" Mußte man diesen Bengel eigentlich alles aus der Nase ziehen?
"Hallo?!"
"Hallo!" Haha, seine Komödianten Karriere würde nicht von langer Dauer sein, soviel stand schon einmal fest. Ebensowenig wie ich mich auf Dauer in Geduld fassen können würde, egal wie sehr ich mich auch bemüht hatte in den vergangenen Jahren meines Lebens, egal welche Vorsätze ich mir allabendlich für den nächsten Tag vornahm, das mit der Geduld war so eine Sache für sich, welche stet eine vollkommene Eigendynamik entwickelte und sich oft auf dem schnellsten Weg verabschiedet hatte.
"ARGH - schmeckt es oder nicht?" da schon wieder war die Geduld und der Vorsatz des Tages weg, aber immerhin ich hatte es bis zum Spätnachmittag durchgehalten, sie nicht zu verlieren.
"Mhm.." gab er von sich
"Gut oder nicht so gut?"
"Mama, wenn es nicht gut schmecken würde, hätten wir alle hier schon längst herum gemeckert!" sagte er auf seine typische und ihm zu eigenen Art grinsend, während er sich mein paniertes Hähnchenstückchen schnappend und in den Mund schiebend.
"Vielleicht etwas mehr Salz und Kräuter! Aber das wichtigste ist, noch ein paar Stücke mehr davon, wären nicht schlecht! Dann werden wir auch satt. Sei einfach Du selbst und mach was daraus, Mama!" sagte er noch als er bereits mampfend aus der Küche ging. Typisch mein Sohn, wie immer, wenn ihn nicht gerade eine dieser hohen Hormonwogen, welche in der Pubertät vollkommen normal sind, im Griff hat. Nein, ein Komödiant wird er später nicht werden, aber ein ganz toller Mann, das steht schon einmal fest. 


Also war ich einfach ganz ich selbst und habe im ganz großen Stil Mehl mit Wasser verrührt, wieviel weiß ich nicht mehr, einfach nach Augenmaß und bis es die Konsistenz von verquirlten Eiern hat.

Das Fleisch oder was auch immer, in dieser eintauchen, anschließend in Paniermehl oder was auch immer wälzen, ganz normal wie immer zubereiten. Man braucht lediglich etwas mehr Salz und Gewürze, da der Mehlkleber selbst recht fad schmeckt. Am besten man rührt zuvor schon etwas von den frischen Kräutern und dem Salz, mit welches man das Fleisch oder was auch immer würzen möchte unter den Kleber.

Fazit: Die Panade "klebte" sehr gut und bedeutend besser als mit Ei, der "Kleber" ist zudem bedeutend günstiger als Ei-Kleber. Dieses verwende ich in Zukunft jetzt immer, wenn es ums Panieren geht.