Es ist ein Sonntag wie viele andere zuvor und noch viele weitere.
Am Morgen nach dem Aufstehen, ist Frühstück angesagt. Da es ein Sonntag ist, ist ein ruhiges, langes und ausgiebiges Frühstück angesagt. Andere hetzen in die Kirche, ich bleibe daheim. Was soll ich allein in einer Kirche um dort Gott suchen? Hat Jesus nicht gesagt "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen?" (Matthäus 18,20) gleich nachdem er seinen Jüngern und Jüngerinnen erklärt hatte, wie sie miteinander umgehen sollen und dass Gott immer bei ihnen ist, wenn Einigkeit unter ihnen herrscht. Er versprach ihnen immer bei ihnen zu seinen, im Gebet und immer wenn sie sich in seinem Namen treffen. Die einen mögen daraus ein Treffen zum Gottesdienst machen, ich erlese daraus "ein Treffen im Namen der Liebe" da Jesus gleich Liebe ist. Ich versammele und treffe mich also im Namen der Liebe mit meiner Familie am sonntäglichen Frühstückstisch. Ich treffe mich, um mit ihnen das Brot zu brechen, was ich bekanntlich zum Gedächtnis tun soll. Die Jünger und Jesus waren zu dieser Zeit keine Superstars die vom Himmel herabgeschwebt kamen, sondern einfache Leute, von denen einer eine andere Auffassung vom Glauben, Gott, dem Gottesdienst und dem gängigen Trend in diesem Bereich hatte. Einfache Leute die sich von der Masse unterschieden und gemeinsam an diesem Abend zum letzten Mal zu Abend aßen. Zu der Zeit waren sie keine Superstars, sondern Leute die anders waren und vom Einheitsbrei der damaligen Zeit abgerückt oder verrückt waren. Sie entsprachen nicht dem gängigen Meinungsbild. Also quasi Leute, die am Rande der Gesellschaft Co-existieren und von anderen als (mehr als nur) etwas merkwürdig angesehen wurden. Leute mit denen man nicht wirklich etwas zu tun haben sollte, wenn man auch weiterhin sein Ansehen, seinen Stand und Status behalten möchte. Wenn man mit ihnen zu tun hatte, dann nur in aller Heimlichkeit oder wenn man total verzweifelt war und nichts mehr zu verlieren hatte, was sollten die Leute denn schließlich von einem denken? Ebenso wie es heute noch läuft oder fortan auch weiterhin lief. Sie waren eben anders. Zu Superstars und die Superhelden der Geschichte der Menschheit wurden sie erst deutlich später verklärt. Das sollte man immer wieder bedenken und niemals vergessen. Sie selbst haben sich niemals als dergleichen bezeichnet und betrachtet sondern lediglich als einfache Arbeiter im Weinberg des Herrn. Es waren andere Menschen die ihnen in späterer Zeit diese Rolle zudachten.
Damals waren sie einfach stinknormale Leute, wie Du und ich, die anders als die anderen waren und sich aufgrund dieser Tatsache wahrscheinlich auch gefunden hatten. Ich glaube heutzutage ist dieses unter anderem unter dem Phänomen "Seelenpartnerschaft" oder "Dualseelen" bekannt. Vor diesem sog. Phänomen nannte man es Freundschaft, Partei oder Fraktion. Wenn man die Gemeinschaft dieser 13 so von oben betrachtet und ihren Verlauf, erfüllen sie alle Attribute um sie aus der heutigen Sicht als äußerst gefährliche und verfassungsfeindliche Sekte zu outen, zumindestens wenn man sich an das System und die Verfassungen von damals orientiert. Anderes tat man damals auch nicht. Heute inhaftiert man diese Anführer lediglich, da wir durch den Humanismus geprägt nicht mehr zu solche drastischen Maßnahmen wie Kreuzigung und Ermordung durch Todesstrafe greifen müssen. *Zumindestens in Deutschland und anderen durch den Humanismus geprägte Länder gibt es die Todesstrafe nicht mehr.Jeder dieser Länder weiß das es unchristlich/unmenschlich ist. Und sich vollkommen bewußt, das er nicht über das Leben und den Tod eines anderen richten und entscheiden hat, sondern eine andere, deutlich höhere Instanz als die menschliche* Oder überzieht sie über Jahre hinweg mit Klagen, Verbotsversuchen und der Verfassungsschutz kümmert sich höchstpersönlich selbst um diese Menschen. Selbstverständlich alles im Namen der Demokratie, zum Wohle der Menschheit, in ihrem Namen und mit ihrem Segen. Damit beweisen sie mir aber lediglich das sie selbst nicht an die Demokratie, das Volk und dem Wohle aller glauben, sonst würden sie den Menschen vertrauen und wären sich ihrer sicher. Eine Mutter mit Vertrauen in sich, ihr Kind und ihre Erziehung, braucht ihrem Kind nichts im Vorfeld verbieten sondern sie lediglich über mögliche Gefahren bei der jeweiligen Sache informieren.
Natürlich ist es aus heutiger Sicht vollkommen unverständlich, da sie doch harmlos waren, niemanden etwas böses taten oder in die Abhängigkeit brachten, sondern ihnen vielmehr die geistige Freiheit schenkten. Auch bombten sie sich selbst nicht als Selbstmordattentäter ins Jenseits, um andere zu schaden und sich durchzusetzen. Stellten Köfferchen voller Sprengstoff an Orten wo sich viele Menschen aufhalten oder flogen mit Flugzeugen einfach einmal in Wolkenkratzer. Nun ja, so in der Art jedenfalls. Nun, wenn wir das Beispiel Scientology nehmen kann man auch sagen: Sie behaupten nichts anderes, aus deren Blickwinkel und aufgrund ihrer Sicht der Welt, glauben sie fest daran das sie genau das machen, den Menschen geistige Freiheit zur Verwirklichung ihrer Selbst um ihre höchsten Ziele zu erreichen. Über die sog. Illuminati schweige ich mich aus, da ich nicht sicher bin, ob es eine Mär ist und von Dan Brown und Co abgeguckt wurde. Wenn es sie gibt, so haben sie die gleichen Ziele vor Augen, von ihrem Stand und der Sicht ihrer Dinge aus.
Aber auch diese kleine auf den ersten Blick harmlos wirkende Gruppe, stellte zu jener Zeit eine riesige Gefahr dar. Sowohl für die religöse als auch politische Führung. Sie sorgten für Unruhe, da, immer mehr Menschen ihnen folgten oder zumindestens ihnen ein Ohr schenkte und ihnen gegenüber nicht ablehnend eingestellt waren oder denen es schlicht und einfach egal was sie sagten und taten ohne sich davon beeindrucken zu lassen. So ähnlich wie es heutzutage in der christianisierten Welt zugeht, wenn es um den Islam geht. Einige gehen auf die Barrikaden, andere zeigen Interesse und noch anderen ist es vollkommen egal.
In der heutigen Zeit schleust man V-Männer in derlei Organisationen oder Gruppen, hört sie ab, liest ihre eMails, kauft sich Infos von Mitgliedern und und und....... Bis man sie hat. Natürlich zu Anfang nicht, wenn nur 13 Leute durch die Gegend laufen und derlei Dinge erzählen, sondern erst wenn sich vermehrt und massiv Strömungen in diese Richtung zeigen. Damals war man aber noch relativ einfach gestrickt. Naja wenn man die Welt vor über 2000 Jahren mit der heutigen vergleicht, ist es nicht einfach gestrickt sondern einfach nur der Zeit entsprechend. Welche Post stellt heute noch mit dem Pferd die Post zu oder schickt einen Sonderboten mit Pferd von München nach Bremen um einen einzelnen Brief zu überbringen? Welcher Zimmermann arbeitet heute noch mit einem einfachen kleinen Hobel, Hammer, Nägel und einfacher Säge? Wie viele Bauern spannen noch einen Ochsen vor dem Pflug? Von daher, war und lief es damals auf dem neuesten Stand der Technik und der Entwicklung nicht anders als heute.
Nun denn wie dem auch sei, unsere lieben Freunde und Brüder/Schwestern von damals, saßen also beisammen und aßen gemeinsam, versammelt im Namen der Liebe, zu Abend. *Nennt mich ruhig Ketzer, ist mir wurscht!*Das es das Letzte gemeinsame sein würde, wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner, lediglich einer von ihnen hatte diesbezüglich eine böse Vorahnung.
Ebenso sitze ich bei jeder gemeinsamen Mahlzeit mit meiner Familie um den Tisch, nicht weil ich eine böse Vorahnung habe, sondern weil ich meine Familie liebe. Versammelt im Namen der Liebe oder auch um es ultrareligiös zu sagen: im Namen Christi und Gottes sitzen wir um den Tisch und nehmen unser Mahl zu uns. Jesus bedeutet Liebe, das habe ich seinerzeit gelernt und auch heute noch sagt man dieses. Er ist also mitten unter uns, jeden Tag und Gott auch. Darum suche ich am Sonntag nicht die Kirche auf, sondern versammele mich mit meiner Familie am Eßtisch um gemeinsam mit ihnen zu essen, weil ich im voraus nicht weiß wie viele Mahle wir noch alle gemeinsam einnehmen können. Sobald eines meiner Kinder ausgezogen ist, ist damit Schluß weil dieser eine dann am Tisch fehlt. Mein Ältester ist im Dezember bereits 16 Jahre geworden und mein Jüngster im Januar vier Jahre.
Das wir in Liebe miteinander verbunden sind und wir nur aus diesem Grund miteinander leben, steht außer Frage. Wir brechen täglich das Brot und teilen alles was wir haben miteinander. Beide sind also stets bei und immer mitten unter uns.
So aber jetzt genug davon: Wir sitzen am Sonntag nicht in der Kirche sondern am Esstisch.
Bevor es aber zum Frühstück kommt, sind allerhand Dinge zu erledigen, welche ich als treusorgende Mutter und Ehefrau natürlich sehr gerne für meine Liebenden erledige. Schließlich hat Vatern wieder einmal Wochenenddienst und zwar Nachtschicht, er ist also wie meist außen vor.
Als erstes steht Brötchen auf dem Plan.
Jeder normale und zeitgemäße Mensch fährt also zum Bäcker, ähnlich wie man es im Urlaub gerne macht, der aus reiner Nächstenliebe auch am Sonntag wie an jedem anderen Werktag arbeitet und seine Mitarbeiter beschäftigt. Im Namen Christi und Gottes, wartet man dort mit dem alltäglichen Backwerk auf. Er stellt sich geduldig an, kauft 20 Brötchen und macht sich auf dem Weg zurück, alles in allem braucht er dafür ca. 30-45 Minuten je nach Verkehrslage, Uhrzeit und Andrang. Preis je Stück ab ca. 0,26 Euro (im deutschen Durchschnitt, einfaches Weizen-Schnittbrötchen) zzgl. Sprit wenn das Auto genommen wurde. Gewicht ca. 50-70g (je nach Bäcker)
Der noch etwas von gestern Mensch, schnappt sich die Brötchen Teiglinge die in einer tollen Frischhaltepackung in Rollenform im Kühlschrank liegt oder nimmt die Teiglinge tiefgefroren aus dem Tiefkühlfach. Nach ca. 10 Minuten hat er sie auf dem Backblech plaziert, so dass alle Brötchen zur selben Zeit fertig werden, läßt sie ca 5-10 Minuten antauen und nach weiteren 20-25 min Aufbackzeit sind sie dann fertig. Also in etwa die Zeit, die der fortschrittliche Mensch beim Bäcker braucht. Preis je Brötchen ca. 0,19 Euro zzgl. Strom (je nach Hersteller und dem Alter des Backofens) Gewicht ca. 50-70g (je nach Hersteller)
Der sehr altmodische Mensch, schnappt sich Mehl, Hefe usw rührt aus diesen in 5 Minuten einen Teig zurecht und formt diesen in 5 Minuten zu 14 Teiglinge a ca. 70g, setzt sie aufs Backblech und wartet ca. 15-20 min das sie aufgehen, schiebt sie dann 15 min in den Backofen und hat nach ca. 45 min. ebenfalls seine Brötchen. Preis je Stück 0,13 Euro - Gewicht ca. 70g
Ich gehöre zu den sehr altmodischen Menschen.
Während der Backzeit werden also noch schnell Eier gekocht, da es sie im praktischen 10er Pack gibt, kocht man alle weil ein Ei übrig lassen ist blöd. Es werden 4-6 Pakete Frühstücksspeck gebraten und je nach Jahreszeit eine Gurke und ca. fünf Tomaten in Scheiben geschnitten. Frisches Obst wie Kiwi, Banane, Äpfel zu Obst oder Quarkspeise zubereitet. Nur gut, das ich nicht zum Bäcker mußte, da hätte ich es anschließend und nicht nebenbei erledigen können. Die Kinder helfen beim Frühstückstisch fertigmachen, je nach Alter und Lust des Einzelnen schaut es aus:
Bei dem einen perfekt und stilvoll mit Servietten, Tellern, Weingläsern für den Saft und Kerzen nett angerichtet. Gurken- und Tomatenteller, der Speckteller, Eier und Brötchen komplettieren dieses Bild und fügen sich perfekt ein. Sonntag ist eben ein besonderer Tag
Bei dem anderen die einfachen Brotbretter, Messer, ohne Kerzen und Servietten, Gurken- und Tomatenteller, Speck und Eier als auch Brötchen sind eine nette Ergänzung, wobei ein einfacher Brotteller wahrscheinlich besser ins Bild gepaßt hätte. Ein Sonntag mitten im Jahr ist bekanntlich auch nur ein Sonntag und nicht Weihnachten und unterscheidet sich damit nicht wesentlich vom Werktag unter der Woche.
Bei noch einem anderen, herrscht das große Chaos auf dem Tisch: Messer links, Bretter schief, die Gläser wahllos auf dem Tisch verteilt, Marmelade und Nutella reichen diesem Kind vollkommen. Sollte es sich für Wurst und Käse entschieden haben, so findet man sie in ihrer Verkaufspackung irgendwo dazwischen. Gurken- und Tomatenteller wie auch Eier und Speck finden da nur kaum noch Platz auf dem Tisch. Ein Sonntag mitten im Jahr unterscheidet sich nicht von einem stressigen Morgen mitten in der Woche an dem man zu spät aufstand. Alles andere ist vollkommen überbewertet.
Ich entscheide mich für das erste Arrangement, wenn ich die Wahl habe und korrigiere grundsätzlich Tisch Nr. 3! Wer will schon an einem ausgeschlafenen Sonntag ohne Zeitdruck wie an einem der äußerst seltenen Tage im Jahr dasitzen, an denen man verspätet aufstand?! Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, das es vielleicht ein oder zweimal im Jahr vorkommt *jedes Mal aber ohne zu spät im Job oder der Schule ankommen, lediglich den Bus verpaßt man, mit dem Auto hat man aber 30-40 Minuten länger Zeit um noch vollkommen pünktlich zu sein! Also kein Grund sich zu echauffieren und in Panik zu geraten. Dann nimmt man eben ausnahmsweise das Auto statt Bus und Straßenbahn um alle Ziele zu erreichen*
Das Frühstück selbst dauert ca. 2-2,5 Stunden, jeder hat am Sonntag Zeit, ist nicht so leicht zu reizen oder hegt den Wunsch den anderen reizen. Alle sind auf Frieden und Harmonie gebürstet, fast so wie die Weltbevölkerung in der Vorweihnachtszeit. Einzige Diskussionspunkt ist, wer den Tisch abräumt. Jeden Sonntag das Gleiche und das Ergebnis auch, alle zusammen.
Der Tag läuft wie er läuft, ruhig und beschaulich ohne nennenswerte Streitereien oder Unfällen.
Schwupps di wupp ist auch schon der Spätnachmittag angebrochen. Es wird Zeit das warme Abendessen vorzubereiten. Sonntags ist Wunschtag, meistens jedenfalls. So ähnlich wie am Freitagabend der meist Fingerfood-Abend mit vor dem Fernseher beim Cartoon-Special abhängen ist.
"Kleine Hähnchen selbstgemacht" stand auf dem Plan bzw. war oberster Wunsch. Gemeint sind natürlich Chicken-Nuggets. Dazu nimmt man, in meinem Fall, am Abend vorher das tiefgefrorene Hähnchenfleisch zum Auftauen aus dem Tiefkühlfach, welches man einige Zeit zuvor im Sonderangebot im großen Stil gekauft hat. Nun ja, für gängige Familienbilder schaut es in solch einem Moment nach ganz großen Stil aus, wenn man ca. 8kg Hähnchenbrustfilet kauft. Für uns sind es lediglich 4 Mahlzeiten bzw. eine Mahlzeit und für 3 weitere auf Reserve. Nun gut, für viele andere sieht mein Einkauf, den ich aus Gründen der Zeitersparnis nur einmal im Monat tätige, auch alles andere als normal aus. "Mein Gott, was erwarten Sie denn was passiert?" und man schaut die Leute nur verständnislos an, weil man nicht weiß was sie wollen. "Hä? Was meinen Sie?"
"Erwarten Sie eine Katastrophe oder einen Krieg?" und sie zeigen auf den noch geöffneten Kofferraum Deines 9-sitzigen Renault Trafic extra in der Langversion, damit auch viel reinpaßt. Du verstehst und lachst "Ach so, nein das ist nur mein Monatseinkauf!" und sie schauen Dich an als hättest Du den Verstand verloren. "Monatseinkauf?" und außer ein lächelndes "Ja, wir sind eine Großfamilie. Wir haben 7 Kinder im Alter von 4-16 Jahren!" und die Leute werden rot und beginnen zu lachen. "Oh, ja na dann! Entschuldigung! Tut mir leid, das war nicht böse gemeint!" und auf einmal befindest Du Dich mit wildfremden Menschen in einem Gespräch. Im letzten Monat fragte mich jemand "Oh mein Gott! Was haben Sie denn vor, wollen Sie in die Sahara auswandern?" und Du grinst Dir einen "Nein, ich will nur einen Monat meine 7 Kinder, meinen Mann und mich mit Getränken versorgen! Es ist aber nur die Hälfte die wir normalerweise brauchen"
Aber genug davon und zurück zum Eigentlichen:
Paniert diese und zwar mit einer nicht gängigen Panade. Nur zu blöd, dieses erst am Samstagabend beschlossen hat, nachdem man von den vorrätigen 16 Eiern, 6 für einen Zwiebel-Knoblauch-Speck-Eierblechkuchen oder Pizza verarbeitet hat. So das deshalb auch nur noch ein 10er Paket Eier vorrätig hat. Noch blöder ist es, wenn man dieses am Sonntagmorgen vergessen hat und jedem ein Frühstücksei präsentiert hat, anstatt Rührei mit weniger Ei zuzubereiten.
Das Hähnchen ist aufgetaut, einfrieren geht also nicht. Einfach so braten oder backen, ist langweilig und so gar nicht das was dem allgemeinem Wunsch entsprochen hätte.
Kinder enttäuschen - Lebensmittelverschwendung betreiben oder das Risiko einer Erkrankung verursachen oder aber nach einer ALternative Ausschau halten.
Was kann man anstelle von Eiern nehmen? Was klebt die Panade an das Fleisch?
Zuckerguß wäre ein ausgezeichneter Kleber gewesen, aber das ist BÄH! auf Hähnchen!
Denk...denk...denk...
BING Geistesblitz, TEIG ist klebrig. Mehl mit Wasser vermischt ist eine klebrige Sauerei, wie man noch aus dem Erlebnis der Vorwoche mit dem Jüngsten weiß, der eigenständig Kuchen und Kekse hatte backen wollen, während Muttern sich draußen herumtrieb und angeberisch Steine verrückte und mit Kräutern arrangierte. Wieder ein Unannehmlichkeit die mir am Ende zum Vorteil gereichte.
Mehl und Wasser waren schnell bei Hand, zusammengematscht auch. Erster Versuch, sensationell klebte besser als Ei, schnell 9 kleine Stücken gebraten, um zu schauen ob es beständig ist und bei den recht wählerischen Menschen hier im Haus ankommt. Jeden probieren lassen und das Urteil abwartend. NICHTS - gar nichts kam zu Anfang!
"Hallo?!" fragte ich zögerlich, innerlich gewappnet und auf das Schlimmste vorbereitet.
"Hallo!" sagte mein Großer zurück. SCheinbar möchte er später unter die Komödianten gehen und feilt an seiner Karriere.
"Was sagst Du?"
"Nichts habe ich gesagt!" Mußte man diesen Bengel eigentlich alles aus der Nase ziehen?
"Hallo?!"
"Hallo!" Haha, seine Komödianten Karriere würde nicht von langer Dauer sein, soviel stand schon einmal fest. Ebensowenig wie ich mich auf Dauer in Geduld fassen können würde, egal wie sehr ich mich auch bemüht hatte in den vergangenen Jahren meines Lebens, egal welche Vorsätze ich mir allabendlich für den nächsten Tag vornahm, das mit der Geduld war so eine Sache für sich, welche stet eine vollkommene Eigendynamik entwickelte und sich oft auf dem schnellsten Weg verabschiedet hatte.
"ARGH - schmeckt es oder nicht?" da schon wieder war die Geduld und der Vorsatz des Tages weg, aber immerhin ich hatte es bis zum Spätnachmittag durchgehalten, sie nicht zu verlieren.
"Mhm.." gab er von sich
"Gut oder nicht so gut?"
"Mama, wenn es nicht gut schmecken würde, hätten wir alle hier schon längst herum gemeckert!" sagte er auf seine typische und ihm zu eigenen Art grinsend, während er sich mein paniertes Hähnchenstückchen schnappend und in den Mund schiebend.
"Vielleicht etwas mehr Salz und Kräuter! Aber das wichtigste ist, noch ein paar Stücke mehr davon, wären nicht schlecht! Dann werden wir auch satt. Sei einfach Du selbst und mach was daraus, Mama!" sagte er noch als er bereits mampfend aus der Küche ging. Typisch mein Sohn, wie immer, wenn ihn nicht gerade eine dieser hohen Hormonwogen, welche in der Pubertät vollkommen normal sind, im Griff hat. Nein, ein Komödiant wird er später nicht werden, aber ein ganz toller Mann, das steht schon einmal fest.
Also war ich einfach ganz ich selbst und habe im ganz großen Stil Mehl mit Wasser verrührt, wieviel weiß ich nicht mehr, einfach nach Augenmaß und bis es die Konsistenz von verquirlten Eiern hat.
Das Fleisch oder was auch immer, in dieser eintauchen, anschließend in Paniermehl oder was auch immer wälzen, ganz normal wie immer zubereiten. Man braucht lediglich etwas mehr Salz und Gewürze, da der Mehlkleber selbst recht fad schmeckt. Am besten man rührt zuvor schon etwas von den frischen Kräutern und dem Salz, mit welches man das Fleisch oder was auch immer würzen möchte unter den Kleber.
Fazit: Die Panade "klebte" sehr gut und bedeutend besser als mit Ei, der "Kleber" ist zudem bedeutend günstiger als Ei-Kleber. Dieses verwende ich in Zukunft jetzt immer, wenn es ums Panieren geht.
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