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Mittwoch, 26. Juni 2013

Arsch huh Zäng ussenander

Neulich saß ich in der Straßenbahn, eine sichtlich überforderte Mutter saß mit ihren 3 Kindern ebenfalls in dieser. Bereits nach 2 Minuten hätte ich dieser Mutter am liebsten meine Meinung gesagt, nach 5 Minuten wäre ich fast geplatzt, nach 10 Minuten hätte ich ihr am liebsten eine geklatscht, nach 15 Minuten am liebsten verprügelt und gleich darauf war ich soweit sie durch die ungeöffnete Tür der Straßenbahn zu schleudern und ihre Kinder mit zu uns nach Hause zu nehmen! Sie beleidigt, erniedrigte und kniff ihre brav sitzenden Kinder permanent.
Die Straßenbahn war rappelvoll und füllte sie immer mehr, die Leute sahen sich das Schauspiel an, schüttelten die Köpfe oder tuschelten, vereinzelt zeigte man mit dem Finger auf besagte Dame. Keiner sagte etwas. Niemand sagte oder tat etwas.
Als ich ausstieg konnte ich nicht mehr anders, ich ging zu ihr und sagte "Könnten Sie in Zukunft bitte in einem anderen und besseren Ton mit ihren Kindern sprechen und nicht in diesem erniedrigen hasserfüllten Ton?! Und etwas weniger handgreiflich gegenüber ihre Kinder sein? Sie wissen hoffentlich schon dass das was Sie hier seit 20 Minuten treiben unter die Begriffe seelische Grausamkeit und körperliche Gewalt gegen Kinder fällt?" und als Antwort kam ein agressiv geknurrtes "Kümmern Sie sich um Ihren Scheiß!" Na bravo da hatte sie mich also. Ich fuhr darum eine Station weiter, denn ich konnte mir eine Antwort darauf leider nicht verkneifen.

"Sorry, aber Ihre Kinder sind leider auch mein Scheiß, unabhängig davon ob Sie und möglicherweise andere es ebenfalls zu sehen. Ich glaube es nennt sich soziale Verantwortung seinem Mitbürger gegenüber bzw. christliche Verantwortung seinem Nächsten gegenüber. Hm,...oder nennt man es schlicht Bürgerpflicht?! Ach ist ja auch egal wie man es letztlich nennt. Auf jeden Fall sind Ihre drei Kurzen da auch meine Zukunft, sie arbeiten später auch einmal zusätzlich bzw. Seite an Seite mit meinen 7 Kindern für meine Rente! Dadurch bin ich also heute dazu verpflichtet ihnen zu helfen, da sie selbst weder körperlich noch geistig dazu in der Lage sind, sondern aufgrund dieser Tatsache vom Wohlwollen ihrer Eltern abhängig sind. Einfach aus dem Grund weil sie später einmal mit ihrer Arbeit mir helfen überleben zu können! Mit Kopfschütteln, tuscheln und mit dem Finger auf Sie zeigen, wie andere es machen, kann ich da ja wohl nicht viel ausrichten, gell?! Da muss ich es Ihnen wohl oder übel schon selbst ins Gesicht sagen, gell?! Sonst wissen Sie ja nicht, das es absolut nicht in Ordnung ist das Sie SO mit und zu ihren Kindern sprechen und ihnen Gewalt zufügen. Das beides besonders Letzteres ein absolutes No go ist! Nase quetschen, in die Arme oder Beine kneifen gehören auch dazu. Das ist kein Spaß und keine Liebkosung, sondern einfach nur Gewalt, denn ihre Kinder erleiden dadurch jedes Mal Schmerzen, wie man übrigens an ihrem gequälten Gesichtsausdruck deutlich erkennen kann! Nur weil sich keiner traut es ihnen zu sagen, das es nicht in Ordnung ist was Sie hier in aller Öffentlichkeit treiben, heißt noch lange nicht, das es dann auch tatsächlich in Ordnung ist und Sie dieses machen dürfen! Eben deshalb musste wohl ich es Ihnen sagen, sonst macht es ja eh keiner, gell" Sie sah mich wie vom Donner gerührt mit offenen Mund sprachlos an und um mich herum liefen die Leute knallrot an. Genau jene die mit dem Finger auf sie gezeigt, die Köpfe zusammen gesteckt und getuschelt hatten. Ich möchte jetzt lieber nicht wissen, wie viele von ihnen selbst Großeltern, Eltern, Onkel, Tanten usw. waren.
Soviel zum Thema Zivilcourage und Kinder sind unsere Zukunft.

Ich bin in den 80igern auf'm ostfriesischen Dorf aufgewachsen, dort waren Kinder damals noch der "Scheiß" von allen Dorfbewohnern! Mehr oder weniger erzog die Gesellschaft früher die Kinder mit. Wenn ein Kind ausspuckte, dann sagte durchaus eine ältere Dame "Igitt, so etwas macht man nicht!" oder wenn es mit einer triefenden Nase rumlief dann sagte schon der eine oder andere so etwas wie "Putze Dir mal Deine Nase"  und reichte oftmals ein Taschentuch dazu. Kinder und ihre Erziehung waren in allen früheren Zeiten niemals alleinige Sache der Eltern, sondern des gesamten Ortes bzw. der Gesellschaft in der sie lebten. Aber auch den Eltern wurde damit geholfen, denn auch sie wussten was sie sich erlauben können und was nicht. Früher sah man nur selten Eltern die ihre Kinder in aller Öffentlichkeit Schwachkopf bezeichnete. Ich glaube kaum das meine Eltern und die anderen Eltern es in unserem kleinen Dorf gewagt hätte, ihre eigenen Kinder mit derlei Schimpfwörter zu überziehen. Nicht nur die Kinder wurden von allen automatisch erzogen, sondern auch die Eltern. Letztere übernahmen es automatisch und gaben dieses an die nächste Generation weiter. Es war ein geschlossener Kreis. Jedem war bewusst das Eltern nicht immer dort sein konnten wo ihre Kinder waren, das sie ihre Kinder nicht permanent im Auge behalten konnten und sie auf Fehlverhalten hinweisen konnten. Einfach weil man sich damals als WIR verstanden hat und noch wusste das man irgendwo voneinander abhängig war, das es ein Kreis war. Das WIR ist aber durch Gleichgültigkeit verschwunden, aber nicht nur deshalb sondern auch durch die Verwandlung in eine Ellenbogengesellschaft.  "Was gehen mich die Kinder anderer Leute an, ich habe mit mir selbst genug zu tun?" "Was gehen mich die anderen an, ich muss erst einmal sehen das es mir möglichst gut geht und ich viel habe!" ...vielleicht auch weil man heute der falschen Meinung ist, man sei nicht mehr von seinen Mitmenschen abhängig.

Heute gilt oftmals nur noch ein "Jeder für sich und Gott gegen alle!"


Kinder im Zug, die sich wie normale Kinder benehmen und nicht wie Erwachsene in Miniaturausgabe sind verpönt.
Da heißt es auch Augen zu und durch. Ich habe kein Problem mit Kindern die reden und durch den Zug laufen, aber auch viele andere deutlich ältere als ich Herrschaften ebenfalls nicht. Aber zwei Tantchen hatten ein Problem mit dem Kind, es mag so um 5 Jahre gewesen sein. Erst war es ein entnervtes Stöhnen, Augen rollen, tuscheln.
Kinder muss man meiner Auffassung nach sehen und hören, sonst wissen wir ja nicht mehr, das wir Zukunft haben. Nun, besagte Tantchen (so um die 50-60 Jahre herum) hatten ein Problem. Als das Kind zum 2. Mal zur Toilette lief, sagten sie ihm "Jetzt ist es aber auch mal genug gewesen!" Meine Sitznachbarin war zu diesem Zeitpunkt bereits 4x an ihnen vorbei zum Bistro und 2x zur Toilette (vollkommen logisch bei 4 Pötte Kaffee und 2 Flaschen Wasser). Nun fühlte ich das Bedürfnis auch auf Toilette zu gehen. Das Kind kam gerade wieder und lief halb hüpfend halb gehend zurück. "Jetzt reichts dat is hier doch kein Spielplatz!" und griff dabei nach dem Arm des Kindes. Ein absolutes No-Go, man fasst keine fremden Kinder an. Als 7-fache Mutter (ohne Kinder unterwegs), habe ich mit derlei Verhalten wirklich ein Problem. "Entschuldigen Sie bitte?!" die Frau reagierte im typischen Ruhrpöttler Style und meinte "Wassen?" Ich:"Darf ich bitte mal vorbei!" in der Hoffnung sie würde das Kind loslassen. "Geh mal zur Seite, Du Ursel!" und zog es zur Seite. Wow, ich war begeistert "Sagen Sie mal, waren Sie selbst eigentlich niemals jung und ein Kind?!" Sie blickte mich entgeistert an "Hä? Wie meinen Sie dat?" Ich zeigte auf den Arm des Kindes das sich immer noch im Klammergriff der Dame befand. "Soetwas macht man als erwachsener Mensch und in dem Alter einfach nicht mehr! Das gibt am noch blaue Flecken. Ganz ehrlich wäre dieses mein Kind, ich würde Sie auf der Stelle beim Zugführer melden und Anzeige gegen Sie erstatten!" Auf der Stelle liess sie das Kind los und dieses huschte ganz schnell auf seinen Platz. Ich ging weiter. Wenig später plapperte das Kind wieder auf seinem Platz, die beiden Tantchen regten sich tierisch auf. Ich würde sagen, nicht das Kind sondern ihr gegenseitiges Hetzen über das Kind ließ am Ende die Sache eskalieren. Die Mutter, das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt sein, verfügte über Sitzplatzreservierungen für sich und ihr Kind. Was auch erwähnt sein sollte ist die Tatsache: die Bahn verfügt über Wagen mit sog. Ruhezonen, d.h. nicht nur Handy sind dort nicht erlaubt sondern man hat sich auch leise zu verhalten. Man kann sich bei der Reservierung hier einen Platz problemlos und ohne Mehrkosten buchen. Was dann kam war unter aller Sau. Die Dame überschlug sich fast, wurde roter und roter, lauter und lauter und die Mutter leiser und leiser, versank tiefer und tiefer im Sitz. STOPP! Geht gar nicht. Derjenige der Kinder weder hören noch sehen möchte, während er von A nach B pendelt, sollte meiner Meinung nach:
A) sein eigenes Fahrzeug wählen und auf öffentliche Verkehrsmittel komplett verzichten
oder B) einen Sitzplatz in der Ruhezone buchen/wählen und Großraumabteile komplett meiden.
Ich fühlte mich nicht durch das Kind gestört, sondern vielmehr durch das lauthalse Gekreische und den lautstarken Beschimpfungen der Dame. Sie war bestimmt fünfmal lauter als das Kind. Hatte die Dame mit Unterstützung gerechnet, so hatte sie sich leider kräftig in den Finger geschnitten. Wir waren in einem Zug der über Baden in Richtung Schweiz fuhr, in einem Großraumabteil lauter Badener und Schweizer (logischerweise auch ein Ostfriese, nämlich ich). In Süddeutschland, das ist mir aufgefallen geht man deutlich nachsichtiger und freundlicher mit Kindern um, als in Norddeutschland heutzutage. (Früher war es im Norden deutlich anders und verhielt sich ebenso wie hier!) Der Schuss ging leider nach hinten los und am Ende war sie diejenige die gewaltig zusammengefaltet wurde. Das Abteil war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Zugführer musste die Dame leider bitten, das Abteil zu verlassen oder endlich Ruhe zu geben, da sich andere Reisende durch sie belästigt als auch gestört fühlten und es mehrfache Beschwerden über sie gegeben hätte (logisch, hatten wir uns doch alle beschwert und ihn gebeten, er möge die Dame bitten uns nicht weiterhin durch ihr lautstarkes Schreien zu belästigen und zu stören!) Kunststück hatte doch eine sehr betagte Dame mit Rollator ihn herbei geholt. Der nette Bahnonkel bat uns andere fast untertänigst um Verzeihung und besagte Rollator Dame meinte recht laut und honigsüss "Awa Kerle, es ist doch fei net Deine Schuld, des manche Leit koi gescheit Kinderstub gehat hen, gell!"

Falls noch jemand wissen möchte warum Baden-Württemberg Kinderland heißt, dieses ist einer der vielen Gründe dafür.
Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen den Mund aufzumachen, wenn ich sehe das Unrecht geschieht oder wenn ich derlei Dinge sehe. Das ich mich herausziehe, das ich die Dinge nicht mehr mitmache. Das ich Nein sage und mich ausklinke. Ich will nicht irgendwelche Shirts oder Hosentragen müssen, nur weil jeder sie trägt. Ich will nicht mehr irgendwelche Musik hören, nur weil sie gerade modern ist. Und ich will nicht mehr nach dem netten Poesiealbumspruch leben, den mir einst eine Freundin in dieses Album schrieb:
"Denk nicht drum was andere machen, kümmere Dich um Deine eigene Sachen!"
Ich bin schließlich kein kleines abhängiges Mädchen unter 10 Jahren mehr, sondern erwachsen und emanzipiert genug.
Es ist mir egal ob ich damit anecke oder für andere unbequem bin. Warum?!
Nun dieses Warum ist ganz einfach zu erklären:
Einfach weil ich hoffe, das auch mir jemand sagt, wenn ich falsch handle.
Wenn ich meine Kinder zusammenfalte, mir jemand sagt, das es nicht in Ordnung ist das ich so mit ihnen spreche und damit meinen Kindern hilft.
Einfach das mich jemand zurück ins Jetzt und damit aus der Wut herausholt, wenn ich selbst vor lauter Ärger nicht mehr dazu in der Lage bin.
Das mir auch mein Fehlverhalten vor Augen geführt wird, wenn ich es selbst nicht mehr merke wie weit mich mein Ärger bereits getrieben hat.

Denn es ist nicht in Ordnung wenn Eltern ihre Kinder beleidigen, sie herabwürdigen, sie kränken, sie als zu dumm, zu blöd oder oder oder bezeichnen.
Es ist nicht okay wenn Eltern ihre Kinder ins Bein, in den Arm kneifen, ihnen die Nase quetschen oder sie immer wieder mit dem Ellenbogen oder der Faust in die Seite knuffen und boxen.
Es ist nicht okay, wenn man wegschaut anstatt hinsieht.
Es ist nicht okay, wenn man diese Leute einfach gewähren lässt.
Es ist nicht okay, wenn man dieses unkommentiert lässt.
Es ist nicht okay, wenn man glaubt die Zukunft dieses Landes ginge uns nichts mehr an.
Es ist nicht okay, wenn man glaubt Kinder müssten sich anpassen
Es ist nicht okay, wenn man erwartet das Kinder sich wie Erwachsene benehmen
Es ist nicht okay, wenn man Kinder nicht hören und sehen will.
Es ist nicht okay, wenn wir kein Verständnis mehr für den normalen Bewegungsdrang eines Kinder haben.
Es ist nicht okay, wenn man Kindern verbietet zu spielen und Kind zu sein.
Es ist nicht okay, wenn man Kindern nicht mehr erlaubt auf den draußen auf den Straßen, Gehwegen etc. zu spielen und zu toben.
Es ist nicht okay, wenn man ...................

Das war es nie und das wird es auch niemals sein, unabhängig davon was jeder Einzelne für sich glauben mag..

Unsere Kinder sind das Wertvollste was unser Land und unsere Gesellschaft besitzt und vorzuweisen hat. Nicht unsere Goldreserven im entfernten Amerika, unsere Bodenschätze oder oder oder sondern unsere Kinder. Diese sichern unsere Zukunft und den Fortbestand unserer Gesellschaft, unseres Landes,...! Mit Kindern meine ich jedes einzelne Kind das in Deutschland lebt, unabhängig von seiner Nationalität, seiner Glaubensrichtung oder der seiner Eltern. Jedes Kind ist wichtig und bedeutet Zukunft.
Mit Kindern zu tun zu haben, bedeutet jeden Tag die Zukunft anfassen und sehen zu können.

Es ist wichtig und richtig sich für die Zukunft einzusetzen, das sind unsere Kinder, jedes Einzelne von ihnen.
Unsere Kinder gehören zu den unzufriedensten Kindern in ganz Europa - ganz ohne Grund und ohne unser aller Zutun wird dieses sicherlich nicht so sein. 




Montag, 24. Juni 2013

Was ist eine Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten?


Ehrenpatenschaften



Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Ist der Antrag für das Kind unterblieben, kann er auch für ein später geborenes Kind der Familie gestellt werden. Die Ehrenpatenschaft wird in einer Familie nur einmal übernommen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen einschließlich des Patenkindes mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen. Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt.



Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Der Bundespräsident bringt mit der Ehrenpatenschaft die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben. Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.



Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft sind dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- bzw.Gemeindeverwaltung zuzuleiten. Der Bundespräsident stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus und lässt diese mit einem Patengeschenk (zzt. 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde aushändigen.



Seit 1949 wurden insgesamt rund 77.700 Ehrenpatenschaften übernommen (Stand 31.12.2012). Im Jahr 2012 waren es 599 (2011: 670, 2010: 603, 2009: 670). Bundespräsident Joachim Gauck hat seit dem Amtsantritt am 18. März 2012 bisher 459 Ehrenpatenschaften übernommen (Stand: 31.12.2012).


Das ist die Erklärung seitens: http://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Wirken-im-Inland/Jubilaeen-und-Ehrenpatenschaften/jubilaeen-und-ehrenpatenschaften-node.html


Auf Seite der Eltern lässt sich aber sagen:
Es ist ein netter Wisch, der keinerlei Bedeutung hat. Man hat dadurch weder Vor- noch Nachteile. Auch Familien die viele Kinder haben und die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten besitzen, haben es ebenso so schwer und müssen um jeden cm im Leben kämpfen. Sie werden auch dann noch in einigen Volksschichten als DUMM, ASOZIAL und DRECKIG angesehen. Es macht also keinen Unterschied, außer das sie einmalig über 500,- Euro mehr als jene verfügen, welche die Ehrenpatenschaft nicht beantragt haben. Der Bundespräsident, von Herrn Johannes Rau abgesehen, interessiert sich letztlich nicht für seine Paten. Es finden auch keine Umfragen statt, wie diese Familien das Leben in Deutschland empfinden und erleben. Sie tragen genausowenig dazu bei, das sich Politik in diesem Land in Richtung mehr kinder- und familienfreundlich verändert. Sie bleiben von der Politik, ebenso wie andere (kinderreiche) Familien, übersehen und vergessen.


Eine Ehrenpatenschaft ist also nichts Besonderes, außer die Familie selbst macht daraus etwas Besonderes oder Wichtiges. Für alle anderen ändert sich dadurch nichts, außer einmalig 500 Euro mehr zu haben. Für die Gesellschaft selbst macht es ebenfalls keinen Unterschied, letztlich ist es einfach nur ein Mehraufwand an Steuergeldern für die Urkunde, das Autogramm des Präsidenten und die 500 Euro die je beantragte Patenschaft anfallen.

Du bist und bleibst, bei den 1-2Kind-Familien-Nonplus-Ultra Jüngern weiterhin verpönt und verachtet. Insbesondere in Augen derer die sich bereits vollkommen mit einem Kind überforderten Eltern mit ihrer schmutzigen Fantasie bzw. ihrem eigenem starken Sexualtrieb weiterhin "Die asozialen und dummen Leute (zu blöd um zu Verhüten) die den ganzen Tag im Bett liegen um zu f.cken und keine weiteren Hobbies ausser dieses besitzen!" Am Denken dieses, mit Sozialkompetenz und Intelligenz weniger reichlich bedachten, Gesellschaftsteils kann diese Patenschaft rein gar nichts verändern. Denn sie ist nur theoretisch eine Auszeichnung, praktisch findet sie aber keinerlei Anwendung.

Das SOZIALPRESTIGE kinderreicher Familie wird hierdurch nicht gestärkt und ihre besondere Bedeutung für die Gesellschaft wird auch nicht hervorgehoben, da es sich um eine Auszeichnung handelt die im stillen Kämmerlei jenseits der Medien und des Volkes vollzieht. In unserem Fall war es so, das wir mal eben im schnell-schnell Verfahren bei einer Tasse Tee beim Bürgermeister vorgeladen waren. Schnell schnell eine Unterschrift leisten mussten und dann schnell schnell das Geld hingezählt bekamen und dann wieder schnell-schnell verschwinden durften. Es war außer uns Eltern und unser Kind kein anderer anwesend, auch die regionale Presse nicht. Niemand erfuhr und weiß davon, außer jenen denen wir es erzählt haben. Es war am Ende eher ein Nachteil für mich.  Bei Gesprächen mit dem Bürgermeister in Zukunft, insbesondere wenn es kritische waren, und diesem die Argumente ausgingen, wurde ich auf meine 7 Kinder reduziert. Sozusagen als Ablenkungsmanöver oder um mir meinen Stand und was er von meiner Meinung hielt aufzuweisen. Wenn er nicht weiterwusste, kamen dumme Sätze wie "Sag mal warst Du das nicht mit den 7 Kindern?" und wenn ich verwirrt ja sagte, kam die Antwort "Damit hast Du sicherlich auch sehr viel zu tun!" Kurz: Du bist doch die dumm ist. Kümmere Dich lieber um Deine 7 Kinder als mir zu erklären das zu wenig Bildung (0,70x1,50m Regal inkl mehrerer Gartengestaltung Bände mit Titel "Der schön Rasen", Traumgärten selbst gestalten", zuviel Harry Potter (jeder der 7 Bände 4-5x vorhanden) und zuwenig Weltliteratur (3xLindgren, 4x Blyton...) in der neuen Bücherei stehen und das 10 Euro für eine Büchereikarte bei dem Angebot vollkommen daneben ist!"


Es ist in diesem Land nicht einfach viele Kinder zu haben, das weiß der Herr, sondern in der meisten Zeit ist es sehr schwer und wird sich auch zukünftig als immer schwieriger gestalten! Raum für freie Lebensgestaltung bleibt nur wenig, das Recht auf Gleichheit und Bildung findet auch kaum Anwendung!

Hilfe und Unterstützung gibt es ungefragt von keiner Seite, solange alles gut läuft, aber auch generell selbst auf Anfrage nicht. Erst wenn etwas vollkommen daneben läuft, bemerkt man uns kinderreiche Familien. Dann wird mit dem Finger auf kinderreiche Familie gezeigt und oftmals fangen die Sätze mit "Typisch Großfamilie,.....!" oder "Wusste ich es doch, dass....!".

Erst wenn Kinder bereits durch die Höhle gehen, wird geholfen.

Erst wenn Kinder bereits von jahrelanger Verwahrlosung gezeichnet wird, wird geholfen.

Erst wenn Eltern und ihre Kinder halb verhungert sind, wird geholfen.

Erst wenn Mütter/Väter vor lauter Verzweiflung ihre Kinder wieder und wieder schlagen, wird geholfen.

Aber gleichzeitig wird auch mit dem Finger auf sie gezeigt, dann wird das Bild der bösen Mutter/des bösen Vaters, der dreckigen und faulen Schlampe/ des SChlampers gezeichnet. Immer schwingt ein Vorwurf mit, oftmals ungerechtfertigt. 

Es werden böse Vorwurfe erhoben. Diese gehen aber immer in Richtung derjenigen die einfach übersehen, vergessen und im Stich gelassen wurden. Niemals aber in Richtung derjenigen, die übersahen, vergaßen und im Stich ließen. Niemals in Richtung derer die nicht von sich aus halfen. Jener die von vornherein wussten, das mehr als 1-2 Kinder zuviel sind für eine Familie und dieses proklamierten.

Wo waren sie??? Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille und nicht nur eine!


Ich kann das WARUM sehr oft verstehen und nachvollziehen!
Warum Eltern ihre Kinder schlagen!
Warum Eltern ihre (Schrei-)Babys schütteln!

Warum Eltern im Chaos leben!
Warum.........

Ich glaube nicht an die bösen Eltern die ihren Kindern mit Absicht Böses antun.
Ich glaube nicht an die faulen Eltern die ihre Kinder mit Absicht im Dreck leben lassen.

Ich kann verstehen, warum die Dinge geschehen.Nicht das ich es selbst tun würde, aber warum es dazu kommt. Nur zum Verständnis: Ich gutheisse diese Dinge nicht, auf gar keinen Fall. Ich verstehe Warum Eltern dieses tun warum es geschieht oder geschehen kann, nicht DAS sie es tun. Das WARUM ist weil sie ALLEIN waren, man sie SICH SELBST ÜBERLASSEN hat, ihnen keine Hilfe anbot, .....

Aus Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung!

Ich meine natürlich nicht jene Leute die aus reinem Sadismus Zigaretten auf Kinderhaut ausdrücken, sie verhungern lassen, missbrauchen usw. Obwohl, irgendwie auch, denn sie selbst sind krank und auch sie haben keine Hilfe erhalten als es vielleicht noch früh genug gewesen wäre.

Weil Menschen wegsehen statt hinzusehen.
Weil Menschen ignorieren.
Weil es Menschen egal ist wie andere Menschen ihre Kinder behandeln.
Weil Menschen glauben sie hätten keine soziale Verantwortung.
Weil Menschen glauben sie hätten genug zu tun und getan wenn sie sich nur um sich selbst kümmern.
Weil Menschen glauben das derjenige der bereit war spätere Renten- und Steuerzahler zu bekommen, gefälligst zusehen soll wie er zurecht kommt.
Weil Menschen glauben andere gingen sie nichts an und würden in keinerlei Zusammenhang mit ihnen und ihrem Leben stehen. 

Weil Menschen zu sehr in ihrem Ego-Denken verhaftet sind.
Weil Menschen glauben sie seien unabhängig und nicht abhängig von ihren Mitmenschen.

Eine Ehrenpatenschaft ändert daran auch nichts (mehr).

Großfamilien gelten auch durch diese Patenschaft weiterhin als ...nun ja... ein nettes Wort fällt mir hierzu leider nicht ein.
Aber das was andere oftmals glauben was wir sind, das sind wir nicht. Wir sagen ja auch nicht:
Jeder Singlemann/jeder Singlefrau ist auch ein Vorstandsvorsitzende/r.
Jeder Vater von 1-2 Kindern ist ein Supervater der viel mit seinen Kindern macht und sie fördert wo er nur kann.
Jede Mutter von 2 Kindern ist eine Supermutter die ganz viel mit ihren Kindern macht und sie fördert wo sie kann.
Alle Teeniemütter töten irgendwann ihre Kinder oder lassen diese verwahrlosen.
Alle alleinstehende Mütter lassen ihre Kinder verhungern.
Jeder Lebenspartner einer alleinerziehenden Mutter ist ein Sadist und quält oder tötet das Kind seiner Partnerin.
Jede/r Geschiedene ist ein/e ALGII Empfängerin.
Jeder Mieter ist ein Mietnomade, zerstört Wohnungen, zahlt keine Miete, ....
Jeder Spieler eines sog. Ballerspiels läuft Amok.
Jeder Stiefvater missbraucht und misshandelt die Kinder seiner Frau aus erster Ehe.
Nur weil es jene in diesen Reihen gibt und wir sie von der jeweiligen Personengruppe in diesem Zusammenhang gehäuft in den Medien lesen, sehen oder hören.


Also warum sollte jede Großfamilie irgendeinem Klischee entsprechen, das Medien und schlechte Erfahrungen einzelner mit dieser Personengruppe ersonnen haben?! EBEN!

Wir normalen Großfamilien, werden hinter Schloß und Riegel gehalten. Uns will niemand sehen, wir sind zu langweilig für die Medien und Gesellschaft. Unsere Leben unterscheiden sich nur an dem Punkt das wir mehr Kinder haben von dem Leben der sog. anderen Familien.

Aber wir sind da und wir sind in der Mehrheit! Diejenigen von denen man (im Negativen) hört und sieht, das sind in Wahrheit die Ausnahmen.

An der Einstellung und den Vorurteilen in den Köpfen der Menschen ändert eine Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten rein gar nichts. Sie existiert lediglich im Verborgenen und wird nur im Zusammenhang mit "Was wir alles für Familien tun, wie wir diese fördern und sie unterstützen" als Glanzleistung aus den tiefsten Tiefen der untersten Schubladen hervor geholt. Immer wenn es für die jeweilige Regierung sich als nützlich erweist sozusagen.
Aber ansonsten?!
Nichts außer Vorurteile in den Köpfen vieler Menschen. Diese gilt es zu verändern. Indem wir "normalen" präsenter sind und lernen uns wie die "anderen", nur im positiven, geschickt in Szene zu setzen. Wir das Selbstbewusstsein entwickeln und sagen "JA! Wir sind viele!" "Ja wir haben 7 (oder ???) Kinder!" anstatt verschämt zu gestehen man habe mehr als die statistischen 1,4 Kinder.

Nicht wir müssen uns schämen, nicht wir sind die Asozialen, nein, denn wir leisten unseren gesellschaftlichen Beitrag und das in nicht gerade unerheblicher sondern auf sehr vielfältige Art und Weise. Tag für Tag und über sehr viele Jahre, mehr als manch anderer der uns mit Schimpfwörtern bedenkt, auf uns herabsieht oder oder oder! Also sollten wir doch einfach sagen können, wenn uns jemand entsetzt: "Was SIE-BEN Kinder?!" fragt, es nicht verschämt bestätigen sondern ganz selbstbewusst sagen
"Ja SIEBEN! Was sagten Sie gleich, was tun Sie für die Gesellschaft und die Zukunft der Gleichen?!"

Nix für ungut, nech - aber dat musste hier echt einmal raus, wah!












Sonntag, 26. Mai 2013

Die Welt wird immer mehr entchristlicht?!

"Die Welt wird immer mehr entschristlicht?! Ich kämpfe dagegen, wer macht mit?"

Diesen Aufruf fand ich vor einiger Zeit, als ich noch ein Fratzenbuch Mitglied (seit November 2012 bin ich es schon nicht mehr) war, als Statusmeldung eines Mitgliedes der sich in meiner Freundesliste befand (Wir waren dato beide Mitglieder der gleichen Partei, er ist von Beruf Journalist)! Die Idee klang gut, aber...

Entschuldigung, wie kann man eine Gesellschaft entchristlichen?
Ist damit vielleicht entgeistigen, demoralisieren oder vielleicht doch Entchristianisieren gemeint?
Wie soll das funktionieren?

Die Lösung nach einiger Zeit des Lesens, auch der Beiträge anderer brachte dann endlich der Lichtblick und die Antwort:
Entchristianisierung und entchristlichen bedeutet für sehr viele der Untergang der Kirche, der sich durch die immer geringer werdende Mitgliederzahl der Kirchen abzeichnet, die Gebäude zerfallen und werden zu Ruinen. Dieses aufzuhalten, darum ging es. Es ging um die weltlichen Belange.

Nun dieses ist nicht wirklich ein Verlust, deswegen ist man schließlich nicht weniger Christ als mit. Ich betrete monatelang keine Kirche, fühle ich mich doch trotzdem als Christ im eigentlichem Sinne und glaube an Gott. Dafür brauche ich mich wirklich nicht einsetzen, dass die Kirchen, Münster und Dome erhalten bleiben. Sie sind stellenweise bereits Kulturdenkmäler und stehen unter Denkmalschutz, was bedeutet, sie müssen im IST-zustand erhalten bleiben. Da sorgt man sich unnötigerweise. Es kristallisiert sich heraus: Ich bin damit also "unchristlich"weil ich NICHT in die Kirche gehe und NICHT an diese Institution glaube weil ich NICHT glaube das ein Mensch zwischen mir und Gott vermitteln, mir die Bibel aus seiner Sicht interpretieren muss oder kann sondern das ich es selbst mit ihm ausmachen muss und auch durchaus in der Lage bin zu interpretieren! 
Damit bin ich nach dieser Auffassung des Christentums also ein Antichrist, viele andere die so denken, handeln und glauben wie ich, ebenfalls.
Viele armen Mütter, Väter, Großmütter und Großväter werden vor lauter Entsetzen einen Herzanfall bekommen und an diesem Versterben. Können diese Leute, die es so sehen, diese Tatsache mit ihrem Herzen und Gewissen vereinbaren, als Christenmenschen die sind ?!

Die Menschen müssen also wieder religiöser werden - waren einige Vorschläge in dieser Diskussion. Autsch, ich glaube da müssen allerhand noch einmal die Schul- ähm Kirchenbank drücken. Religion und Christ bzw. Gläubiger sind zwei recht verschiedene Paar Schuhe.
Ich glaube an Gott, aber ich glaube nicht an Kirchen und Religionen!!!
Im Klartext: Ich bete zu Gott aber nicht zum Papst, zur Kirchturmspitze, zum Mond oder sonstwohin! Glauben ist nach meiner Auffassung etwas anderes als Religion!!! Christ sein bedeutet ein wenig mehr, als in die Kirche zu gehen, die heilige Schrift, die Gebote, Gebete, Verse und Psalme aus dem ff zu kennen. Christ wird man nicht, Christ ist man indem man es lebt. Wenn diese Welt "entchristlicht" wird, dann weil die Menschen die Grundwerte des Christentums selbst nicht mehr leben (lebten sie diese jemals?) und das hat rein gar nichts mit der Bibel oder Kirche zu tun.
Jemand meinte, es würde keine Beerdigungen mehr geben, dieses wäre auch ein Grund warum die Welt nicht weiterhin entchristlicht werden darf.
Das verstand ich irgendwie nicht so recht. Würde es in Zukunft heißen, das die Menschen nicht mehr sterben würden, wenn die Religionen zerfallen?!  Auch Ostern, Weihnachten usw. all das würde entfallen. 
Warum gibt es keine Beerdigungen, wenn es keine Kirchen gibt? Warum gibt es kein Weihnachten und kein Ostern, wenn es keine Kirche gibt? Wenn die Menschen den Glauben leben würden, statt ihn als Vorwand zu benutzen sich vom Fremden und Unbekannten abzugrenzen!...dann würde es das alles auch ohne Kirche geben! Es ist völliger Blödsinn, das Vater unser und der Herr ist mein Hirte, ist von einem nicht explizit dafür bezahlten Gläubigen sicherlich deutlich effektiver, da es in diesem Fall vom Herzen kommt und nicht aus der Geldbörse, weil es eben ein Job (es wurde auch hier in den vergangenen Jahren massivst rationalisiert) wie jeder andere geworden ist.

Erwähnte ich schon, das Christ sein mehr bedeutet als Texte auswendig lernen und in die Kirche zu gehen und an diese zu glauben?! Nein, dann habe ich es jetzt damit getan.
Ein paar meinten, das nur die Kirchen die Menschen frei gemacht hätten.
Hmmmmmmm..............ich bin anderer Meinung. 
Wir können ja sagen was wir wollen, aber die Kirche (und ist es stellenweise immer noch) war schon eine richtige Diktatur und Weltmacht die alles und jeden kontrollierte und wer nicht konform mit ihrer Meinung ging, wurde erbarmungslos getötet, gefoltert und gejagt. Es war erlaubt diese Menschen zu töten, sie wurden exkommuniziert und vogelfrei gegeben. Jeder der diesen Menschen tötet kam dadurch nicht ins ewige Feuer, dadurch war es legitim und von Gott geduldet, seinen Nächsten zu ermorden. Das Ganze hatte mit CHRISTLICH im Sinne der Lehre Christi rein gar nichts mehr zu tun, auch wenn man es im namen "Christi" machte. Denn er lehrte und lebte das völlige Gegenteil dessen.
Dann kam natürlich auch der Islam, der selbstverständlich Schuld am Abfall der Menschen der "Kirche" gegenüber sei, weil er böse sei, immer und überall Probleme machte wo er auftauchte.

Der Islam macht überall Probleme? Vielleicht weil es ein relativ junger Glaube ist im Gegensatz zu den vorgenannten, der seinen Platz noch sucht und niemand ihn einen einräumen will? Mit den Christen hatten damals doch auch alle ihre probleme als sie in die Welt hinauszogen um einen Platz auf dieser zu finden, oder?! Der Islam ist pie Mal Daumen über 500 Jahre später entstanden. 
Heute ist es nicht anders als damals, als die Christen auszogen ihren Platz in der Welt zu beanspruchen, man kreuzigt, foltert heute nur auf eine viel fiesere als perfidere Art und Weise und ein ganzes Leben. Mobbing, Embargo, Handelssanktionen, Ausgrenzung, Hunger, Abhängigkeit,......!!!
Erst durch Einwirkung des Humanismus vor gut 500 Jahren, änderte sich etwas am sog. Christentum. Diesen Wandel ist der Islam (weil er ja von vielen  als das Böse der Welt manifestiert wurde) noch nicht unterzogen worden. Schauen wir doch einfach was in 500 Jahren ist.
Man vergisst leicht einen entscheidenden Punkt: Wahrhaft an Gott bzw. dem Allmächtigen Gläubige können ohne Religion leben - Religionen können aber nicht ohne Gläubige leben. Gläubige können ohne Kirche leben - Kirchen können aber nicht ohne Gläubige leben. Ich brauche nicht erst ein Mitglied einer bestimmten Religion zu sein um zu glauben. Ich brauche keiner bestimmten Religion angehören um an den Allmächtigen glauben zu können. So what?!


Mohammed war es, aber die menschen? Sieh dir mal Paulus genauer an, denn auf diesen Paulus ehemals Saulus baut sich unsere Religion auf. Der spricht vom Abschlachten, erbarmungslosen Ausmerzen, etc. er ist über viele Stellen ein Verfälscher der wahren Lehre Christi oder ein anderer hat seine Schriften im Laufe der Zeit verfälscht, was natürlich auch gut möglich ist. Denn ich glaube kaum, das mein guter bester Freund Jesu lehrte das man "Ungläubigen wie Tiere opfern" sollte. Eine fragwürdige Säule ist das, ebenso wie Petrus, der scheinbar ein gewaltiges Problem mit Frauen hatte. Komischerweise, sah es unser guter Freund Jesu komplett anders und sagte "Ihr ALLE seid Töchter UND Söhne Gottes". Wie kommen Paulus, Petrus und die Kirche also dazu dieses Bild so arg ins Gegenteil zu verdrehen? Und hat Jesu nicht auch gesagt: Wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde ich vor dem Vater verleugnen? Komisch, denn gerade dieser Petrus war es der ihn gleich dreimal binnen kürzester Zeit vor den Menschen verleugnet hat. Steht Petrus darum bis heute hinzu immer noch vor der Himmelstür, statt eingelassen zu werden? Darf er darum nur die Türen auf Geheiß des HERRN öffnen, statt selbst einzutreten? Warum ist er immer noch der Pförtner des Himmels und auch als Gärtner (dem Vorgarten des Himmels, der Garten des Himmels ist das Paradies) der Erde zuständig?

Wie kann man ausgerechnet diese beiden zu den Grundpfeilern des christlichen Glaubens machen? Oder machte man sie dazu weil sie sich selbst am besten zu inszenieren und ins Rampenlicht zu setzen wussten? Besser als die anderen 11 Apostel?
Jesus grenzte nicht aus, sah auf niemanden herab und lehnte Gewalt ab. Nein, er reichte stattdessen all jenen von der damaligen Gesellschaft ausgegrenzten, Verachteten und Verstossenen die Hand. Er hielt sich selbst nicht für etwas Besseres um nicht mit dem Bettler, dem Penner, dem Säufer, dem Zöllner, der Hure, dem Verrückten, der, die das ... zu sprechen, sie zu achten und respektieren. Er sah primär den Menschen der vor ihm stand, nicht Stand, Status und Titel. Er hat die Supertollen der damaligen Zeit nicht besser behandelt wie diese Leute sondern gleich. Darin liegt der Unterschied zwischen ihm und uns, die wir uns Christen nennen und ihm anscheinend nachfolgen.
Genau dort liegt das Problem bei den Religionen, sie erhöhen sich selbst über andere, grenzen aus und ab, sehen herab auf Andersdenkende.

Wurde uns in Deutschland früher nicht auch vermittelt, das der Islam etwas sei auf das man herabsehen musste, auch oder vielmehr gerade durch die Kirchenväter? Glauben wir wirklich das ist im Ausland oder bei den Moslems unbemerkt geblieben? Haben wir Christen in Europa (nein nicht nur in Deutschland!!!) nicht auch geschrien: "Die Juden töteten unseren lieben Herrgott, tötet diese Brut!"? Jesus selbst aber war, blieb und ist Jude bis in die Ewigkeit und er ist nicht der liebe Herrgott, das ist Gott selbst. Jesus ist Gottes Sohn, wahres Sohn.  Mose ist es aber auch, wie es auch die anderen Propheten aber auch Heilige und Märtyrer es waren. Ein wahres Kind Gottes, das sich auch zu seinem Vater bekannt hat. Das Kind, der Sohn,  die Botschaften verkündete die der Vater ihnen mitteilte, egal was auch immer es ihn kosten würde. Sie alle waren bereit für den Auftrag den Gott ihnen gab, ihr Leben zu lassen, sich von ihren Widersachern töten zu lassen. Sie waren selbstverständlich keine Selbstmordattentäter, das möchte ich klar unterstreichen. Diese Menschen waren unbewaffnet und friedfertig, standen aber zu ihrem Wort das sie Gott gaben. Lieber gefoltert, gegeißelt und getötet zu werden als das Bündnis mit Gott zu brechen.
Es tauchte in dieser Diskussion auch ein Satz auf, der alle die anders denken als Judas bezeichnete. Der schließlich der Allerböseste in der ganzen Geschichte ist! 
Falsch gedacht, GENAU diese Tatsache und der Verrat des Judas WAR am Ende zu unser aller Segen und bedeutet unser Heil. denn nur durch den Verrat und den Mord, konnte sich die Prophezeihung erfüllen, er Jesu zum Messias werden und dadurch die Menschheit erlöst werden und sich die Türen des Himmels für uns wieder auftun. Allerdings geschieht dieses nur, wenn wir auf seinem Weg wandeln. Denn er ist die Wahrheit, das Leben und das Licht, es führt kein WEG zum Vater denn durch ihn. Kein anderer WEG als so zu leben wie er und ihm damitnachzufolgen führen in die Erlösung. Wie viele Christen werden also da am Ende erlöst werden mit den verqueren Lehren des Paulus und Petrus, die nicht Liebe, Respekt und Achtung dem Menschen an sich, sondern Mord, Totschlag und Unterwerfung  Andersdenkenden gegenüber predigen?! Das Christentum hat durch diese Lehren (außer jemand verfälschte die Schriften des Paulus und Petrus) einen anderen Weg eingeschlagen als es der ursprüngliche war und den die ersten "Christen" lebten und wählten. 
Je nachdem wie wir es für uns auslegen, passt es schon, nicht wahr?! Nein, dies ist nicht das Christentum wie es erdacht war, denn es würde die Hand reichen (und das nicht nur intern im eigenem gleichdenkendem Klüngel) und nicht die eines anderen abhaken. In den ersten 500 Jahren ist schon soviel falsch gelaufen, das darum der Islam dringend notwendig wurde und Mohammed den Koran vom Erzengel Gabriel diktiert bekam?!

Was glaubst du selbst, würde Jesus sagen, wenn er Weihnachten den Petersdom (oder auch eine x-beliebige Kirche in irgendeinem x-beliebigen Dorf) betreten würde? Er wäre entsetzt ob des ganzen Goldes und Geglitzere, der prachtvollen Roben, der Pelzmäntel, Gehänge und Geschmeide, der feinen Schuhe und Stiefel, der wohlgenährten Überernährten, .... während er auf den Strassen und Gassen, durch die er zum Dom (oder auf dem Weg zu dieser Kirche in Ort X) lief, Menschen frieren und hungern sah. Er würde entweder einen Aufstand ohne Ende machen, er würde den Papst und alle Anwesenden in diesem Dom"Schlangenbrut" und wahrscheinlich "Verräter des wahren Glaubens und der Wahrheit" nennen, wie damals im Tempel! ............oder aber......... 
.......und dieses ist viel wahrscheinlicher 
Er würde in ein lautstarkes Gelächter ausbrechen und "Oh ihr Narren und Kleingläubigen, glaubt ihr wirklich damit erweist ihr mir und dem Vater eine Ehre? Indem ihr prunkvolle Messen mit prunkvollen Menschen in noch prunkvollere gut geheizten Bauten feiert? Indem ihr üppige Festmahle für euch bereitet um mich und Gott zu ehren? Und das in Anbetracht der Tatsache das draußen eure Brüder und Schwestern frieren, hungern und sterben? Oh ihr Kleingläubigen!" sagen. In beiden Fällen aber würde er sich dann umdrehen und sich den Armen, Andersdenkenden, Geächteten, Ausgestoßenen und Verstoßenen zuwenden, weil seine offiziellen Nachfolger so rein gar nichts begriffen haben.

CHRIST ist nicht nur ein Name für eine Sache oder Gegenstand , sondern Programm oder Betriebssystem. Für mich bedeutet "christlich sein" das was für andere (z.B. Atheisten) "sozial sein" bedeutet. Es ist eine Lebenseinstellung und mein Betriebssystem.

FAZIT:
Es ging wieder einmal nicht um die immer unchristlicher werdende Welt und Gesellschaft. Es ging um Erhalt der materiellen Güter, das Festhalten und Verherrlichung einer Religion. Schuldige in dieser ganzen "Entschristlichung" der Welt gab es natürlich inklusive. Zionisten, sog. Atheisten und natürlich Moslems. Es war auch nur eine billige Hetze wie es sie zu tausenden zur Zeit gibt. Eben eine Hetze wie jede andere, denn es sollte den Feinden der Kampf angesagt werden und alles einem Menschen nur mögliche dagegen getan werden. Es ging nicht um den Erhalt einer christlichen Welt (ich verstehe darunter das Gleiche wie ein Atheist unter eine soziale und gerechte Welt) sondern um Ausgrenzung, Abgrenzung, Krieg, Kampf, Defamierung, den Erhalt weltlicher Güter (Besitz) uvm. Es ging nicht um das vermehrte Leben der Grundwerte dieser Glaubensgemeinschaft. Es ging nicht um Liebe, Nächstenliebe, Fürsorge, Warmherzigkeit, Freundlichkeit, Güte, Geduld/Langmut, Güte, Freude, Barmherzigkeit, ...nein.... natürlich nicht, wie immer...als ob es jemals wirklich darum ging!

Es ging wieder einmal nur um das Pseudochristentum und um die sich immer mehr etablierenden Pseudochristen die alles ablehnen und sich selbst auf der Welt wichtiger nehmen als sie es tatsächlich für die Welt sind, wie so oft! 
338 "Gefällt-mir" Klicks und eine Diskussion mit 106 Leuten war es. Besonders viele "Gefällt mir" Klicks bekamen jene Beiträge die gegen andere Religionen mobilisieren wollten ..."Wir müssen uns gegen die steigende Überfremdung wehren! Wir sind in Deutschland und Europa! Deutschland und Europa sind traditionell Christen!" Er bekam 279 "Gefällt mir" Klicks. Es war der 193. Beitrag, ab diesem Moment habe ich mich aus dem Faden verabschiedet. Rechtes Gedankengut ist einfach nichts für mein "christliches" Gemüt! ;-)
Es zeigt eigentlich nur, wie wenig Selbstbewusstsein, jene Leute besitzen und wie wenig sie selbst an der Richtigkeit der von ihnen gewählten Religion glauben und wie wenig Vertrauen sie zu ihren "Brüdern und Schwestern" also jener Leute haben die das Christentum für sich erwählt haben. Sie glauben scheinbar nicht an die Kraft ihrer eigenen Religion, das sie meinen mit Heugabeln, Schaufeln und Fackeln bewaffnet gegen andere Religionen ausziehen müssten wie einst! Oder warum sollten sie sich sonst so sehr sorgen, dass das Christentum zerfallen wird? Oder warum dieser Zerfall nur aufzuhalten ist wenn man andere Religionen vernichtet und Menschen mit einer anderen Religion ausrottet?! Oder anderen Religionen den Kampf ansagt?! 


Schade...es hätte ein Anfang sein können!

 

Freitag, 24. Mai 2013

Das Sockenmonster


Dies ist eine kleine Geschichte zurück in eine Welt, die wir Erwachsenen schon längst vergessen weil wir sie schon vor langer Zeit verlassen haben. Die Welt in der wir noch wahre Helden mit erstaunlichen Kräften und Fähigkeiten waren. In der wir es auch heute noch sind oder sein können, wenn wir Kinder oder mit Kindern zu tun haben. Vielleicht erinnerst Du Dich wieder an diese Welt von damals, wenn Du den heutigen Blogpost ganz gelesen hast und verstehst warum gewisse Dinge so sind wie sie eben sind.

Männer und kleine Kinder gehen Dingen gerne auf den Grund und das in allen Bereichen des Lebens! Ganz besonders beschäftigen sie aber die offenen, ungeklärten Fragen des Alltags. Sie stellen sich die Frage „Wie ist es nur möglich, das man trotz schmutzigem Spülwassers saubere Teller erhält?“

Oder warum sich Socken in Luft auflösen. Letzteres Phänonem ist auch bekannt als "VSP" (Verlorene-Socken-Phänomen) – diesem will ich mich heute annehmen.

Ausgangssituation.
Männer und kleine Kinder sind nicht dumm. Natürlich kaufen ihre Frauen und Mütter ihnen Socken paarweise, nicht in Einzelstücken. (Singles und schon richtig große Kinder machen dieses selbstverständlich selbst) Mit etwas Glück ziehen sie auch zusammengehörige Socken an (dies trifft allerdings nicht für alle Männer und Kinder zu - manche sehen das etwas ungezwungener). Und sie stecken die Paare auch hübsch in die Waschmaschine - wie sich das gehört. Wenn sie gerade Single sind, ihre Frau verreist, krank oder um sie milde zu stimmen, jedenfalls. Oder es handelt sich um das seltene Phänomen dem emanzipierten Mann, dieser ist das Gegenstück zur emanzipierten Frau und meist glücklich mit einer solchen verheiratet.


Phänomen:
Während des Waschvorgangs muss irgendetwas passieren mit diesen Socken. Denn immer mehr Männer stellen heutzutage beim anschließenden Socken sortieren fest, dass sie plötzlich eine Reihe von Einzelstücken in Händen halten. Nein, keineswegs bei allen Paaren fehlt eine Socke - es sind immer nur 1 bis 3 Paare, die diese Bezeichnung nun nicht mehr verdienen. Allerdings geschieht das bei fast jedem Waschgang, so dass im Laufe der Zeit ein erstaunlicher großer Berg solcher "Single-Socken" entsteht (meist in kleinen Körbchen verstaut).

Fragestellung:
Die Frage, die den nachdenklichen Mann und das nachdenkliche kleine Kind nun umtreibt, ist: wie in früheren Zeiten schon die Frauen und Mütter
a) Wie kann das sein?
b) Wie kann es sein, dass der zweite Socken auch nie wieder auftaucht?

Seine Erklärungsversuche und die der Kinder, ist die der Frauen der früheren Zeit:

1. Es wurde von Anfang an nur EINE Socke in die Wäsche gesteckt (z. B. aus dem vorhin erwähnten Berg der Singlesocken).

2. Die verlorene Socke ist noch in der Waschtrommel.
Dies sollte spätestens bei der Kochwäsche bemerkt werden die gerade läuft, wenn die urpsrünglich weißen Wäschestücke mit einem grauen oder rötlichen Schleier versehen sind.

3. Bettbezüge oder Spannbettücher.
Wenn man diese zusammen mit den Socken waschen, kann es durch die Zentrifugalkraft sein, dass sich eine Socke innerhalb des Bezugs, z. B. in einem Zipfel, verfängt.

4. Die Textilfirmen verwenden bei jedem zweiten Socken ein bestimmtes Garn, das sich bei einem hohen Feuchtigkeitsgrad und einer bestimmten Erwärmung auflöst, damit der Umsatz gesteigert wird. Eher unwahrscheinlich, denn Männer und kleine Kinder mit Schweißfüßen würden diesem Trick schon nach kurzer Zeit auf die Spur kommen.

5. Fehlkonstruierte Waschmaschinen.
Die Wasch-Trommel bietet zu große "Schlupflöcher" für den Wasserablauf. Bei den noch von Emanzipation ungeplagten Frauen eine Möglichkeit. Aber bei dem heutigen emanzipierten Mann und den damit vorbundenen entsprechenden neuen Modellen ebenfalls unwahrscheinlich - denn dann würden auch andere Kleidungsstücke verschwinden, die Unterwäsche der kleineren Kinder.

Und dann kommt ihnen die unmöglichste und unglaubwürdigste Idee, die einem Menschen in dieser Welt nur kommen kann.

6. Das Sockenmonster
Jenes Phantom auf das die Frauen in allen Zeiten auch schon immer getippt haben. Denn auch als man in Flüssen, im Bottich mit dem Waschbrett wusch, gingen schon Socken verloren.

"Ein Sockenmonster? So etwas gibt es doch gar nicht, oder etwa doch? Quatsch, es gibt keine Monster, das sind alles nur Märchen" ist sich der rational denkende Mann sicher. Aber das innere Kind in ihm, der Forscher und der Entdecker, wird ihm keine Ruhe lassen, eine Frage stellen und passende Argumente dazu liefern warum es doch so sein könnte.
"Und was, wenn doch?! Es gibt schließlich auch Atome, Ionen und Neutronen, die kann man auch nicht sehen, aber dennoch gibt es sie. Bakterien und Viren kann man ebenfalls nicht sehen, trotzdem haben wir Schnupfen und Husten, wenn sie es sich bei uns gemütlich gemacht haben!" Auch der rationaldenkende Mann kann hier nicht widersprechen.
Dann reiht sich eine Frage nach der anderen:

Wie würde so ein Sockenmonster dann ausschauen?
Man müsste es doch irgendwann erwischen. Was ist ein Sockenmonster überhaupt? Was macht es denn den lieben langen Tag?
Wo versteckt es sich?

Männer und kleine Kinder gehen Dinge bekanntlich gerne auf den Grund und das methodisch wie Detektive.
Sie erstellen zuerst eine Liste was ein Sockenmonster so ausmacht: 
  1. Sockenmonster wollen nur Socken. 
  2. Sockenmonster verstecken nämlich Socken. So gut, dass sie niemand mehr findet…also wirklich niemand. 
  3. Sockenmonster können sich selber auch gut verstecken.Niemand kann sie finden. Das ist ihr ganz großer Trick. 
  4. Manchmal liegen sie vielleicht in der Sockenschublade im Schrank und sehen aus wie normale Socken, damit sie nicht auffallen.
Wenn der Mann Kinder hat, wird er sich sofort mit ihnen gemeinsam auf Abenteuerreise und damit auf Monsterjagd begeben. Diese beginnt, natürlich am Ausgangspunkt des Phänomens. In der Sockenschublade wo sie alle noch als Paar zusammen sind. Hier beginnt am Ende alles:Er wird dann höchstwahrscheinlich seine Kinder fragen:„Wer von uns hat die aufgeräumteste Sockenschublade mit den meisten Socken?" Natürlich ist dieses immer die Sockenschublade der Mama, denn sie ist die einzige im Haus, die immer Ordnung in ihrem Schrank hat, sogar ihre Socken hat sie immer fein sauber geordnet. Darum lautet die Antwort natürlich unison:"MAMA!"
"Also dann, sehen wir uns doch einfach einmal Mamas Sockenschublade mit ihren vielen Socken an. Viele Paare, große, kleine, dicke, dünne, ganz bunte, solche für den Winter, solche für den Sommer, einfarbige und bunte Socken, aber immer zwei Stück!“ Während unsere mutigen Abenteurer und Monsterjäger noch die Schublade begutachten kommt auch schon zufällig die besagte Mama nach Hause und fragt erstaunt ihre Familie
„Was macht ihr denn dort?“ Man muss die Mama verstehen, denn es sieht schon recht merkwürdig aus wenn sich der Mann und die Kinder um ihre Sockenschublade versammelt haben und diese genauestens und streng begutachten. Die liebe Familie gibt sich ein wenig zerknirscht und je älter, desto gesünder leuchtet ihre Gesichtsfarbe in rot. Der Mutigste von allen ist, wie immer der Jüngste „Wir suchen das Sockenmonster!“
Ohne mit der Wimper zu zucken sagt sie dann „Ihr sucht das Sockenmonster in meiner Sockenschublade? Na dann paßt einmal auf“ denn ihr ist gerade, just in diesem Moment, ein Erlebnis aus ihrer Kindheit eingefallen das sie fast schon vergessen hat.

„Vor langer Zeit als ich noch sehr klein war, meine Schwester noch nicht geboren und die Oma noch keine Oma sondern nur eine Mama war, saß ich eines Morgens in meinem Zimmer. Ich saß einfach so da, war sehr traurig und guckte auch wohl so, als meine Mutter nach mir sah.
„Guck mal!“ sage ich tieftraurig zu ihr, „Schon wieder fehlen mir Socken. Der eine grüne mit den blauen Punkten und der andere mit den gelben und roten Streifen. Ich hab nur noch einen von jedem und dabei habe ich doch noch immer zwei Füße. Ich brauche dann doch auch zwei!
Mama sagt: „Wo sind denn die anderen Socken, die müssen doch irgendwo sein?“
„Ich habe schon überall nachgesehen!“ antworte ich ihr.
Mama sagt: „Du hast bestimmt noch nicht überall gesucht!“
Trotzig antworte ich: „Jawohl, habe ich ja doch! Überall habe ich gesucht! Hier, unten, oben. In der Küchenschublade, im Kühlschrank, im Backofen, einfach überall. Aber nirgendwo war eine!“

Darum fingen wir beide noch einmal an, überall zu suchen, aber auch gemeinsam finden wir natürlich keinen einzigen der fehlenden Socken.
Ich sage, nach einiger Zeit: „Vielleicht hat ja unsere Waschmaschine Hunger und frisst darum dann heimlich immer meine Socken. Dann können wir ja noch lange suchen.“ und will damit die Sache aufgeben, weil ich keine Lust mehr zum Suchen habe. Wenn die Waschmaschine sie gefressen hat, dann macht es keinen Sinn sie weiter zu suchen. Die verschwundenen Gummibärchen tauchen auch nie wieder auf, wenn ich sie heimlich aus dem Schrank stibitzt und aufgegessen habe. Das ist bei einer Waschmaschine sicherlich auch nicht anders.
Aber Mama widerspricht mir: „Unsere Waschmaschine hat bestimmt keinen Hunger und frisst darum auch keine Socken!“
Ich denke kurz über das Gesagte nach und dann fällt es mir ein, das es dann nur noch ein Monster sein kann.
„Jetzt krieg ich aber Angst und fürchte mich“, sage ich
„Warum denn das?“ fragt mich meine Mama, sie weiß ja nichts von meinen Gedanken
„Ich glaube wir haben ein Monster im Haus, das immer meine Socken frisst!“
„Es gibt doch gar keine Monster!“
„Doch es gibt jawohl Monster, die wohnen in unseren Kleiderschränken und unter unseren Betten. Das hier ist bestimmt das Sockenmonster, das immer Nachts unter meinem Bett hervorkommt, dann schnell meine Socken klaut und sich ganz schnell wieder unter meinem Bett versteckt! Da frisst es dann die Socken die es geklaut hat und wenn es zu viele geklaut hat, dann lässt es sie da einfach liegen. In der nächsten Nacht mag es die Socken von gestern nicht mehr und holt sich dann einfach neue! Und alle die es zuviel geklaut hat, lässt es dort dann immer einfach so liegen. Damit es nicht aus Versehen eine alte vom Tag vorher ist, macht es sie dreckig und verknüdelt sie, so wie eine Socke aussieht die man einen ganzen Tag angehabt und am Abend ausgezogen hat. Das ist ganz schön gruselig und unheimlich, findest Du nicht auch?! Jetzt habe ich sogar so richtig echt Angst, wenn ich daran denke, das jede Nacht das Monster durch mein Zimmer läuft! Stell Dir das mal vor, irgendwann habe ich dann nämlich keine Socken mehr und dann klaut es vielleicht mich aus meinem Bett und frisst mich unterm Bett auf. Und dann?!“ aber ehe meine Mama mir antworten konnte, gab ich mir schon selbst die Antwort „Dann bin ich aufgefressen und Du hast mich nicht mehr, weil ich nämlich weg und im Bauch vom Sockenmonster bin, wo Du mich nicht finden kannst!“
„Also“, meint meine Mama, „vor einem Sockenmonster brauchst du dich nicht zu fürchten, das will nur Socken und sonst gar nichts! Das mag ganz sicher keine kleinen Mädchen“
So ganz überzeugt war ich davon damals allerdings nicht, ich war mir noch immer ziemlich sicher, dass es, wenn es nur richtigen Hunger hatte, mich am Ende doch noch auffressen würde. Darum habe ich mir auch gleich eine wirklich sehr gute Idee ausgedacht: „Wir könnten ja versuchen das Sockenmonster zu fangen, oder? Nur so für alle Fälle, falls es vergessen hat, das es keine kleinen Mädchen frisst“

Mama und ich überlegen, bei einer Tasse Pfefferminztee, den mochte ich nämlich früher schon so gern, wie ich ihn auch heute noch immer mag, wie das wohl gehen kann, weil am Tage sieht man ja nie Sockenmonster. Sie sind ja nur Nachts unterwegs und zwar genau dann, wenn die Gespenster gerade wieder schlafen gehen. Das ist Nachts um eins, wenn die Kirchturmuhr einmal schlägt.
Meine Mama und ich haben einen ganz listigen Plan entwickelt. Am Abend binden wir eine Schnur in meinem Zimmer fest, wie eine Wäscheleine. Dann hängen wir beide ganz einfach drei Paar Socken auf diese Leine. Damit wollen wir das Sockenmonster anlocken und dann ganz schnell fangen. Am Abend wollen wir warten, bis das Sockenmonster kommt, auch mein Hund wartet mit uns, nur für den Fall dass das Sockenmonster doch gefährlich ist und uns beißen will. Wer lässt sich schließlich schon gerne freiwillig ohne sich zu wehren fangen? Ein Hund ist nämlich der beste Schutz der Menschen vor Monster jeglicher Art. Das kommt und das wissen leider nur die wenigsten, weil alle Monster nämlich ganz schreckliche Angst vor Hunden haben. Egal wie groß und gruselig das Monster auch ist, sieht es einen Hund, egal wie klein der auch ist, haben sie schreckliche Angst und rennen mit zitternden Beinen schnell davon. Soviel Angst haben sie aber auch vor den Kuscheltieren und Kuscheltücher, die die Kinder immer mit ins Bett nehmen, man muss nicht unbedingt den Hund mit ins Schlafzimmer nehmen oder deshalb extra einen kaufen. Am meisten Angst haben Monster aber vor den Eltern der Kinder die sie erschrecken wollen, da trauen sie sich gar nicht erst aus ihrem Versteck heraus. Wenn doch, dann nur weil nicht bemerkt haben das die Eltern mit im Zimmer sind, aber sobald sie diese bemerken, vielleicht weil der Papa gerade einen lauten Schnarcher hören lassen hat sind sie weg. Das ist nämlich auch der Grund, warum so viele Papas und manchmal natürlich auch die Mamas immer die ganze Nacht so laut schnarchen: Damit die Monster sich gar nicht erst heraustrauen.

Wir legen uns also ins fast dunkle Schlafzimmer ins Bett, bis ungefähr 10 Uhr schaffen wir es auch, wach zu bleiben, aber dann sind wir doch eingeschlafen.
Neben dem Bett leuchtet nur noch ein ganz kleines Lämpchen. Es ist fast dunkel. Mama liegt neben mir, ich liege in ihrem Arm, ganz dicht an ihr. Wir merken natürlich gar nichts mehr, so fest schlafen wir. Auch nicht als die Uhr unserer Kirche einmal schlägt. Natürlich merken wir darum auch nicht, als auf einmal das Sockenmonster kommt.
Ihr werdet es nicht glauben. Es kommt direkt aus der Sockenschublade…es entfaltet sich aus einer sehr großen Männersocke, die ist vorher noch niemanden bei uns zu Hause aufgefallen. Es reckt sich und streckt sich.
Es freut sich, dass auf der Leine so viele Socken hängen, holt sich drei verschiedene, lässt aber auch drei verschiedene hänge
Das Sockenmonster brummt und knurrt vor Behagen, schnuppert an den Socken, freut sich, dass die so gut duften und legt sie in einen kleinen Kasten unter der Sockenschublade, den vorher noch keiner gesehen hat. „Ah, was für schöne weiche Socken, ah, wie gut die duften…darauf mag ich sehr gerne drauf schlafen…“

Plötzlich wachen Mama und ich auf, weil mein Hund bellt und knurrt, da sehen wir auch schon das Sockenmonster und schreien ganz laut auf: „Halt, jetzt haben wir dich…was willst du mit unseren Socken machen? Willst du die fressen?“ rufe ich
„Nein“, ruft das Sockenmonster erschrocken.
„Ja, aber was machst du damit?“ frage ich erstaunt
„Ich lege sie in meinen Kasten. Sie sind so schön weich und duften so gut und frisch…ich will nur drauf schlafen, weil sie so schön weich und duftig sind,“ sagt das Sockenmonster.
"Also ist das bei Dir so, wie bei uns mit der Bettwäsche?"
"Genau so wie bei euch mit der Bettwäsche!" stimmt mir das Sockenmonster zu.
"Und wenn sie nicht mehr so schön weich und duftig sind, was machst Du dann mit ihnen?" will ich natürlich wissen.
"Also das mache ich dann so, ich trage sie nachts aus dem Kasten, dann bringe ich sie unter das Bett und hole mir neue weiche und duftige Socken! So wie ihr das mit eurer Bettwäsche auch macht!"
„Ach so“ rufen ich und Mama gleichzeitig, „das haben wir ja gar nicht gewusst!
Und meine Mama fragt das Monster „Kannst du denn auch auf einem schönen warmen Handtuch schlafen, wenn wir dir eins geben?“
„Na klar“, sagt das Sockenmonster, „aber nur wenn es schön warm ist und ganz frisch duftet.“
„Lässt du dann unsere Socken in Ruhe?“ fragt Mama.
„Ja, ganz bestimmt“, meint das Sockenmonster.
„Woher kommst Du eigentlich?“ frage ich neugierig
„Ich komme aus dem Sockenland!“ sagt es
„Sockenland? Wo ist das denn, ich kenne nur Deutschland und Holland, aber Sockenland kenne ich nicht!“
„Also das Sockenland ist dort von wo all die neuen Socken kommen und wohin all die kaputten Socken gehen. Dort wohin all die verlorenen und vergessenen Socken gehen, welche die Menschen so auf ihren Reisen verlieren oder vergessen!“ antwortet es mir.
„Hm,“sage ich „kann man dort auch hinfahren?“
„Nein, ein Mensch kann dort nicht hinfahren, denn nur wenige Menschen können das Sockenland sehen und finden! Aber es gibt einen Zugang für jeden einzelnen Menschen und nur diejenigen die genug Phantasie, ein reines Herz und noch die Magie und den Zauber des Anfangs in sich tragen können auch hineingelangen!“
„Und wo ist der Zugang?“ frage ich fasziniert.
„Unter Deinem Bett, dort ist der Zugang, dort ist Dein eigener Zugang in unsere Welt!“
„Aber...aber...“stammele ich „da sind doch auch all die anderen gruseligen und bösen Monster.“
„Ja, das stimmt dort leben auch die anderen Monster. Unter Deinem Bett und in Deinem Kleiderschrank sind die Zugänge in die verschiedenen Monsterwelten. Aber wir Monster sind alle immer nur so gruselig und böse, wie Du uns sehen willst!“
Auf einmal fällt mir etwas ein „Hast Du denn auch eine Mama so wie ich?“
„Natürlich habe ich auch eine Mama, genau wie Du eine hast! Sie hat mir alles beigebracht was ich als Sockenmonster wissen muss“ antwortet es mir
„Hast Du auch einen Namen?“ frage ich es
„Na was denkst denn Du? Natürlich habe ich einen Namen, das ist wirklich ein komische Frage!“ lacht es.
„Und wie heißt Du?“
„Ich bin Candidus Albus und mit Nachnamen heiße ich Soccus!“
„Du bist also Candidus Albus Soccus?“
„Genau der bin ich!“

Auf einmal aber lässt es seinen Kopf hängen und brummt: „Aber jetzt habe ich erst einmal ganz dollen Hunger.“
Mama und ich gucken ganz erstaunt. „Aber, wir dachten Du frisst keine Socken!“
„Na“ sagt es „das mache ich ja auch nicht. Ich esse doch nicht mein Bett. Eßt ihr Menschen denn eure Betten?“ Natürlich machen wir das nicht und müssen über unsere Frage lachen. Wir wollen dann natürlich sofort wissen, was ein Sockenmonster denn so frisst.
„Ich fresse für mein Leben gern Kügelchen aus weißem Küchenpapier“, brummt es, „ganz viele!“
Da laufen Mama und ich schnell in die Küche, holen die Rolle Küchenpapier, wir reißen kleine Stücke ab und drehen daraus Kügelchen.
Das Sockenmonster kommt zu uns und fragt „Werft ihr sie mir zu? So mag ich sie am liebsten, meine Mama hat das früher nämlich so gemacht, als ich noch ganz klein war!“ das machen wir natürlich sehr gerne. Es sperrt sein großes Maul ganz weit auf und fängt damit die Kügelchen die wir ihm zuwerfen.
Es frisst so viele Kügelchen, wie es nur kriegen kann und bis die Küchenrolle leer ist. Mama und ich können es kaum glauben, wieviel es da frisst. Jetzt wissen wir auch endlich wo die Rolle Küchenpapier immer so schnell bleibt. Meine Mama hatte also fast recht, als sie sagte „Ich glaube, irgendjemand kocht daraus Suppe!“ Es war das Sockenmuster, nur Suppe hat es daraus nicht gekocht.
Dann stöhnt es: „Jetzt bin ich satt , danke.“
Ich frage das Monster „Und was isst Du, wenn kein Küchenpapier da ist?“ „Och“ sagt das Sockenmonster „dann nehme ich Papiertaschentücher oder Toilettenpapier, das ist fast dasselbe!Die schönen und bunten Papierservietten esse ich immer an Feiertagen wie Weihnachten, denn sie sind etwas ganz besonderes!“ Es gähnt, reckt und streckt sich „Jetzt bin ich aber müde und möchte gerne schlafen, wir lassen es natürlich.
Es läuft zum Kasten mit dem warmen Handtuch, rollt sich zusammen und schläft ein! Mama und ich wissen jetzt nicht nur wo die Socken immer bleiben, sondern auch warum das Küchenpapier immer so schnell bleibt. Warum immer die Taschentücher verschwinden und nicht da sind, wenn wir auf einmal erkältet sind. Warum auf einmal kein Toilettenpapier mehr da ist, obwohl wir ganz sicher wussten das noch eine Rolle da war. Und warum unsere Papierservietten an besonderen Tagen wie Weihnachten immer unauffindbar sind, obwohl wir ganz sicher welche gekauft haben. Oder warum öfter einmal dreckige Socken unter dem Bett liegen.
Das Sockenmonster ist für all diese Dinge verantwortlich. Es schnappt sich unsere Socken, um sich daraus ein Bett zu machen und wirft die schmutzigen zurück unter unsere Betten. Von dem Küchenpapier, den Taschentüchern, dem Toilettenpapier und den Servietten ernährt es sich. Natürlich hat uns das damals niemand geglaubt, aber wir beide haben immer gelacht, wenn wieder einmal eine Socke verschwunden war, kein Toilettenpapier mehr da war. Ich glaube meine Mama hat das damals aber nach einiger Zeit wieder vergessen, so ist das bei Erwachsenen nämlich. Wenn Menschen 36 werden, dann verschwindet das Sockenmonster aus dem Gedächtnis und man kann sich einfach nicht mehr daran erinnern. Mir scheint, es ist dringend an der Zeit, das ich mein Erlebnis mit Sockenmonster das Candidus Albus Soccus heißt, aufschreibe, nicht das selbst ich es eines Tages noch vergessen werde.“

Und genau das habe ich hiermit getan.
Wenn Du also irgendwo in ein Haus kommst wo es gerade kein Toilettenpapier, kein Küchenpapier, keine Papiertaschentücher oder keine Papierservietten gibt, wo Körbe mit einzelnen Socken herumstehen und schmutzige Socken unter dem Bett liegen, dann weißt Du ab jetzt das dort Sockenmonster unter den Betten leben.
Aber vielleicht verstehst Du ab jetzt auch wieder, warum Dein Kind immer wieder die frischen Handtücher aus dem noch warmen Trockner nimmt und in sein Zimmer bringt. Warum es einfach nicht auf sein Kuscheltier oder Kuscheltuch verzichten kann. Warum es immer wieder versucht den Hund in sein Schlafzimmer zu schmuggeln, damit dieser dort schläft. Und natürlich auch warum es bei Dir schlafen möchte oder Du bei ihm schlafen sollst.
Die Monster sind dafür verantwortlich und das Wissen Deines Kindes, weil es im Gegensatz zu Dir noch weiß wovor Monster sich am meisten fürchten, denn es ist immer noch zu Hause in der Welt die Du bereits vergessen hattest weil Du sie schon vor sehr vielen Jahren verlassen hast. Aber sie existiert immer noch, auch wenn Du sie heute nicht mehr sehen kannst oder vielmehr verlernt hast sie zu sehen. Vielleicht aber willst Du es auch gar nicht mehr. Nichts desto trotz, ist sie immer noch vorhanden und existent. Du kannst aber jederzeit zurück, wenn Du willst, dazu musst Du einfach nur ein Kind an die Hand nehmen und Dich darauf einlassen. Nur ein Kind vermag es, Dich zurück in das Land von einst zu bringen.
Trau Dich!  











Dienstag, 14. Mai 2013

Mein Feind ist mein Gast!


Für patriarchale Menschen ist “das andere” der Feind, aber auch sie waren sich immer bewusst oder im klaren darüber, dass auch sie in gewissen Situationen mit anderen auskommen mussten. In Notlagen, oder wenn man etwas erhandeln wollte, blieb trotz dem Verlust des Vertrauens und eingeprägtem Misstrauen nichts anders übrig, als sich zusammenzutun.
Dieses geschah üblicherweise durch ein gemeinsames Mahl, dem Zeichen dafür, dass man sein Essen zu teilen bereit war. Dazu muss man zurück in die Zeiten, wo es nicht solch einen überschraubten Wohlstand gab wie in der heutigen westlichen Welt. Als die Zeiten durch Hungersnöten aufgrund von Missernten, Kriege etc. gekennzeichnet waren und täglich viele Kinder, Kranke und Alte dem Hunger zum Opfer fielen (wie es auch heute in weiten Teilen der Erde leider immer noch der Fall ist. Das Recht des Stärkeren und dem Mangel an Bereitschaft miteinander das tägliche Brot zu teilen.) Ein Gastmahl ist für patriarchale Menschen wie ein Sprung über den eigenen Schatten, auch wenn sich dieses nach so langer Zeit nicht mehr so anfühlt.

Gastfreundschaft ist auch als ein Vorschuss, ein Kredit zu verstehen. Der Gast bleibt etwas schuldig, bis er sich durch eine Gegeneinladung oder einen Gefallen revanchiert hat.
Das Wort Gastfreundschaft bedeutet “Feinde dulden” und kann nur auf einem Geschäft der Wechselseitigkeit beruhen (Reziprozität). Mit Fremden, die nichts zu bieten haben, braucht man das Mahl nicht zu teilen (für diese gibt es den Almosen, das eine eigene patriarchale Funktion besitzt).
Schauen wir uns die etymologische (sprachliche) Herkunft der beiden Worte “Freund” und “Gast” an, dann wird die Bedeutung klar:

Gast
Aus der indogermanischen Wurzel ghosti-s gingen u.a.
germanisch = gasti,
altnordisch = gestr,
altenglisch = giest oder altfranzösich =jesthervor
alle bedeuten “Fremdling”.
Lateinisch hostis heißt “Fremdling, Feind, besonders Kriegsfeind”.
Damit ist der Gast also “das Andere”, der Fremdling und Feind.
Das Gegenstück zum Gast, ist der Gastfreund oder der Gastgeber (engl.host), der dem Fremden/Feind ein ‘Gastmahl’ gibt. Sozusagen der „Freund des Feindes“ oder „Der dem Feind gibt“

Deutlicher noch im Englischen:
host = “Gastgeber”,
hostile = “feindlich”,
hospital,hospitality = “Gastfreundschaft”,
hostage = „Geisel, Gefangener, Häftling”.

Freund

“Freund, Friede und frei” gehen auf die gemeinsame indogermanische Wurzel „pri-“zurück, Das „p“ wurde dabei im Laufe der Zeit zu einem „f“
pri- bedeutet “nahe, bei” in dem Sinn von “das gegenseitige Behandeln wie innerhalb der Sippe”.
Also letztlich Geschwister im Geiste und Herzen, nur nicht vom Blute. Gleich wie wir.

germanisch fridu- =“Friede”,
gotisch gafridon heißt “versöhnen”,
altenglisch friond, freond, friend “Freund”,
althochdeutsch fridu = “Friede”.
Aber “nahe, bei” ist auch der/die Geliebte;
indogermanische Vorsilbe priy-a“Geliebte/r”,
germanisch frijjo = “Geliebte, Ehefrau”,
altnordisch frigg, frija, das Wort kennen wir als Namen der nordischen Göttin, der Geliebten bzw. Ehefrau des Gottes Odin.
Verwandt damit sind auch freien, Einfriedung, Freude.

Man bedenke bitte: Eine Einfriedung ist im Frieden selbstverständlich und vollkommen deplatziert. Wenn man aber Angst hat, wie unsere Vorfahren sie beständig hatten, bedeutet sie Sicherheit – so wie der Burgfried.
Begriffe, besonders abstrakte, lassen sich in patriarchaler Verwendung sehr häufig gegensätzlich interpretieren (Pervertierung, kein Sprach-Konsens).
Noch deutlicher ist der patriarchale Gedanke, das alle anderen Menschen "das andere" (=Feinde) sind, im Russischen ausgedrückt: друг (drug) 'der Freund' ist abgeleitet von другой (drugoj) 'der Andere
In Nicht-patriarchalen Gesellschaften hingegen bedeuten sie für alle das Gleiche. Wo kein Sprach-Konsens herrscht ist das Zusammenleben schwierig bis chaotisch.

Wir laden also unsere “Feinde” "die anderen" "die uns nicht gleichen" zu einem feinen Essen ein. Wir bieten ihnen unsere Gastfreundschaft an. Wir dulden sie. Sie sind das kleinere von zwei Übeln.
Logischerweise sind nächstes Mal sie dran, aber das versteht sich von selbst. Wir vergessen natürlich auch nicht, die silbernen Löffel vor und nach ihrem Besuch zu zählen! Wir wissen schon, warum....!!! ;-)))

Ist ein Freund zum Essen eingeladen, dann ist er kein Gast sondern wie ein Mitglied der Sippe, das "Gleiche" wie wir. 

Haben wir einen Gast zum Essen eingeladen, dann ist er ein Feind den wir für unsere Zwecke gewinnen oder auf unsere Seite ziehen wollen, aber er ist das oder der "Andere".
Laden wir einen „Feind, Gast“ oder laden wir unseren “Freund” ein?
Aber wo liegt die Grenze zwischen Freund und Feind?
Heute liegen sie ganz genau an derselben empfindlichen Stelle, wo sie bei unseren indogermanischen Vorfahren auch schon lag: beim Besitz.

Der Volkmund weiß auch noch heute:
Bei Geld hört die Freundschaft auf

Stellen sich jetzt nur noch die beiden Fragen:
Wie viele Menschen  laden tatsächlich "GÄSTE" auf ein Essen ein?
Wie viele Menschen laden tatsächlich "FREUNDE" auf ein Essen ein? ;-))))

Nun, ich für meinen Teil werde ab sofort zu meiner Freundin nicht mehr sagen "Sei hier Gast!" oder "Wir haben gerne einmal Gäste zu Besuch"
Nein, ich will nicht das sie hier "Feind" ist und wir haben nicht gerne einmal "Feinde" zu Besuch. Definitiv nicht.


Sonntag, 12. Mai 2013

Prägung, Vorbilder und Muttertag!

Vor ein paar Tagen ist mir beim Aussortieren ein Hundebuch welches auch die  Welpenerziehung behandelt in die Hände gefallen. Ostern 1991 hatte ich in einer krakeligen Schrift die man heute kaum noch für die meinige halten würde reingeschrieben. Ich habe mir die Mühe gemacht es noch einmal teilweise zu lesen, dabei sind meine Gedanken abgeschweift, und ich dachte mir: So vieles wird ja schon als Kind bei einem Menschen  angelegt – das ist doch eine interessante Frage, wie sich das auswirkt.

Zum Beispiel der Umgang mit Geld. Für manche ist Geld was, worüber man nicht offen spricht. Oder es ist sehr eng mit dem Selbstwert verknüpft. In manchen Familien gelten wohlhabende Menschen als schlecht und böse, arrogant und selbstgefällig.

Oder nehmen wir das Thema sparen. Ich habe in meinem Kinderleben nie großartig gespart – und mein Taschengeld auch immer sofort beim Loger ein kleiner Kiosk, in Süßigkeiten investiert. Andere lernen, ihr Taschengeld oder Geldgeschenke von der Oma zu sparen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass jemand seine Kinder ihr Taschengeld dritteln lässt: ein Drittel sparen, eins für wohltätige Zwecke spenden und eins sofort ausgeben.
Den Umgang mit Steuern, Versicherungen habe ich zu Hause nicht gelernt. Das hat Vater schön allein im stillen Kämmerlein geregelt, und uns Kinder ging das überhaupt nichts an. Mutter wusste soweit Bescheid, das sie wusste was auf das Konto geht, was abgebucht wird und was dann am Ende zum Ausgeben bleibt und natürlich was Vatern für sich allein so abhob. Selbstverständlich besaß er auch nach seinem eigenem Dafürhalten jedes Recht dazu, er hatte es schließlich mühsam erarbeitet und gerne einmal arrogant "Die läppische 100,- Mark" sagte, während meine Mutter versuchte das wenig zusammen zu halten. Er gab gerne einmal den großen Mann vor anderen.

Aber natürlich geht es nicht nur ums Geld. Ich musste nämlich in meiner Kindheit nichts machen. Wir durften sogar lange Zeit unsere getragene Kleidung in unserem Zimmer an der Tür auf den Boden werfen, wo meine Mutter sie dann beim Aufräumen wie selbstverständlich mitgenommen hat. Nicht mal in den Wäschekorb werfen mussten wir sie! – Meine Mutter hatte hatte hierfür einen guten Grund, der für uns sehr bequem war: Sie selbst musste in ihrer Kindheit enorm viel im Haushalt machen und wurde oft bestraft. Darum wollte sie uns einfach nur Kind sein lassen. Bei meinem Vater sah die Sache schon anders aus, als Älteste und sowieso als Mädchen sei es meine Pflicht im Haushalt mitzuhelfen, meiner Schwester in der Schule und auch Jahrzehnte später noch zu helfen (die ist nämlich auch heute mit 30 Jahren immer noch klein in seinen Augen), Essen zu kochen, zu bügeln, ... (ich weiß gar nicht was der ewig gestrige Rollendenker noch so alles in diesem Bezug von sich gab) Was er glaubte was eine Tochter zu tun hätte um für die Zukunft ihres Daseins gerüstet zu sein (genau Mann, Kinder, Herd & Haushalt)  Er hat sein veraltetes 1933-45 Bild der Frau im Kopf und das ist alles. Frauen sind minderwertig und Männer sind die Herrscher über der Welt. Unantastbar und sogar von allen Religionen legitimiert! (Darum haben wir sicherlich auch so viele Kriege auf dieser Welt!) Ich halte ihm zugute das es seiner Erziehung zu verdanken ist und seine Schwestern all jene Aufgaben zu erledigen hatten und er als Sohn GAR NICHTS zu machen brauchte. Er kommt aus einer noch tieferen Provinz als ich es schon komme (Der arme Kerl, mein Mitleid hat dennoch nicht). Das spricht für ihn und warum ich nicht Wut oder gar Hass ihm gegenüber empfinden konnte oder kann sondern einfach nur Mitleid und Nachsicht mit ihm habe, da er es einfach nicht besser weiß und in diesem Bereich im Alter von 58 Jahren und auch nach 37 Jahren Ehe immer noch lernresistent zu sein scheint. Aber das ist an dieser Stelle auch egal. 

Da er sowieso nur am Wochenende zu Hause war, hat es mich sowieso nie sonderlich interessiert was er zu sagen hatte, nettes in Richtung Frau war es nur selten.  Hinterweltler (ja bewußt WELT nicht Wald) oder hoffnungsloser Provinzler der er eben ist. Kann man machen nichts, zuviel Energie habe ich schon an solche Menschen verschwendet, als das ich es weiter versuchen möchte.  Was meine Mutter darüber dachte, das sind zwei völlig verschiedene Schuhe ein Vergleich ähnlich dem von Highheels und abgetragenen Pantoffeln.


In vielen Familien haben Kinder natürlich wie selbstverständlich Aufgaben mitzuerledigen. Da lernt man dann bestimmte Fähigkeiten, das Übernehmen von Verantwortung (vielleicht auch das Verhandeln, warum man sich gerade nicht kümmern kann) und vor allem auch, sich zu organisieren. Ich habe in den ersten Jahren durchaus das was ich zu Hause gelernt habe "Mutter macht alles und alle anderen gar nichts!" wie selbstverständlich übernommen. Geht nur 13 Jahre gut bei 7 Kindern und vollkommen allein!

Oder wenn ich mir anhöre, was einige Kinder für ein Pensum haben mit Schule, Musikinstrumenten, Sportkursen! Die haben, wenn sie aus der Schule kommen, schon ein enorm gutes Zeitmanagement. In meiner Kindheit bin ich aus der Schule gekommen und bin den ganzen Nachmittag draußen gewesen. Hausaufgaben wurden abends gemacht, vor dem laufenden Radio. Für Prüfungen habe ich im schnellschnell Modus im Morgengrauen vor der Schule und kurz vor der Prüfung gelernt.Machen meine Kinder irgendwie auch nicht anders.

Nicht gelernt habe ich dass Arbeit Spaß machen kann, darf und sogar soll. Ein beruflich frustrierter Vater und eine geistig unterforderte und körperlich überarbeitete Hausfrau haben mir zu verstehen gegeben: Arbeit ist etwas, das man mit zusammengebissenen Zähnen hinter sich bringt, weil es eben zu den Pflichten gehört und sie darf auf gar keinen Fall Spaß machen. Du musst aber so tun, als wäre es genau anders. Immer lächeln und weitermachen, egal wie elendig Du Dich dabei fühlst. Ist auch keine gute Prägung, treibt Dich sogar noch schneller in den Burnout als nur zuviel Arbeit.

Zu Hause mitbekommen habe ich natürlich auch:
Pflichtbewusstsein. Manche Dinge müssen einfach getan werden, sagten Mutter und Vater, auch ungeliebte.

Ordnungssinn. Und damit meine ich den Sinn, dass jedes Ding einen ihm zugewiesenen Platz hat (ich meine damit dagegen leider keine besondere Ordnungsliebe). So war das nämlich zu Hause auch. Selbst wenn ich also von Zeit zu Zeit Berge von Unordnung von meinem Schreibtisch abtragen musste: Ich wußte immer was ich wo abgeheftet, abgelegt habe und fand es in der Regel schnell wieder (es sei denn, etwas befindet sich im Vorstadium des Abheftens und damit in dem großen Wust). Mein Vater ist in diesem Bereich ein völliger Chaot, in seiner Werkstatt liegt alles durcheinander, willkürlich und es macht keinerlei Sinn. Bis zu dem Tag an dem er aufräumt, aber dann macht sein Ordnungssystem wenig Sinn. Es bleibt für einen Außenstehenden unüberschaubar. Dieses war bei meinem Opa (Vater meiner Mutter) vollkommen anders, alles war in diesem Bereich klar strukturiert und auch für den Außenstehenden überschaubar, alles hatte seinen festen Platz, bei meiner Oma ist dieses nicht anders und meine Mutter handhabt es ebenso. Bei mir hat alle seinen Platz und ich finde auch im Dunklen das was ich suche, problemlos. Außer ein anderer hat es auf eine andere Stelle gelegt oder gestellt. Dem Herrn sei Dank, meinen Ordnungssinn habe ich mütterlicherseits ererbt. Früher als Kind sah die Sache vollkommen anders aus, mein Herr Papa riet mir immer, mir ein Beispiel an meiner, in seinen Augen (und auch nur in seinen Augen) perfekten und makellosen fast 6 Jahre jüngeren Schwester zu nehmen. Die selbstverständlich von seiner Sicht der Dinge aus in allem besser war als ich und für mich das leuchtende Beispiel zu sein hatte.

Selbstbewusstsein fehlt, da man leicht einmal Ja sagt wenn man Nein denkt. Weil....man muß ja immer lieb, nett und freundlich sein.

Noten waren bei uns niemals ein Drama oder Anlass zu einer Katastrophe:
Gut, ich war ein 2-3er Schüler und hatte nur einmal ein wirklich schlechtes Jahr, wo ich 4er und 5er schrieb (im ersten Realschuljahr). Damals hat mir meine Mutter allerdings zugeredet, dass das nicht tragisch ist, weil ich es schlimmer empfand. Noten waren nie Messgrad. Ich bekam nie das Gefühl, dass ich nicht gut genug war oder es besser hätte machen können. Und ich hätte es sehr wohl besser machen können, wenn ich mich mehr angestrengt hätte. Zumindest bei meiner Mutter nicht. Mein Vater lachte und spottete eher darüber und stellte mich damals wie auch heute gerne als vollendeten Vollpfosten dar, besonders wenn noch andere dabei sind Freunde, meine Kinder oder auch mein Ehemann.
In seinen Augen sind Frauen generell dumm und haben von Mathe keinerlei Ahnung. Gut, wir alle wissen das er so reagieren muss, da seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe ihn zu diesem Verhalten zwingen. Wenn er andere für vermeintliche Schwächen niedermachen kann, dann lenkt er von seinen eigenen Fehlern und Schwächen ab, die im nicht zu geringen Maß vorhanden sind. Praktisch im Kopfrechnen ist er nämlich deutlich schwächer als meine Mutter, auch wenn er gerne so tut als sei es umgekehrt. Er gab in der Öffentlichkeit gerne mit den Leistungen seiner Kinder an, auch wenn er selbst nie wirklich einen Beitrag zu diesem geleistet hat. Schule war für die Woche, gehörte zur Erziehung und war damit ausschließlich Sache meiner Mutter. Er ließ gerne ein Donnerwetter erschallen, wenn es nicht so lief, wie er es gerne sehen würde. Beteiligte sich aber willig an den Kosten für Nachhilfe, dieses steigerte aber am Ende ja auch seinem eigenem Ansehen in der Öffentlichkeit.
Zu Hause und wenn er Dich allein erwischte, sah die Welt schon ganz anders aus. Er erzählte Dir dann natürlich gerne wie vollkommen dumm und verblödet Du warst. So dumm das man sogar Nachhilfe brauchte. Zu dumm um Mathe zu können. Irrtum: Geometrie war mein Feind und Volumenberechnung. Heute lache ich noch oft darüber, damals machte es mich wütend und blockierte mich auf lange Zeit in Mathe. Ich erwischte mich selbst, wie ich einem guten Freund sagte "Ich kann kein Mathe!" und wie dieser mich blöd anschaute, die Welt nicht mehr verstehend. Die korrigierte Fassung ist "Ich habe meine Probleme mit Geometrie und das Volumen und die Oberfläche einer Pyramide zu berechnen, weil ich lieber herumgealbert habe!" Ich kann problemlos eine Bilanz erstellen und habe darum wohl kaum ein Problem mit der Mathematik an sich.
Und irgendwann viele Jahre später ging mir ein Licht auf, das einem Leuchtturm glich: Meine Vater verglich damals sehr gerne mein Schwesterleins 2. Klasse Noten mit meinen in der 8. Klasse. Muahaha....damals nahm ich das tatsächlich ernst und fühlte mich ihr geistig unterlegen. Meine 4- in Mathe (eine 5 und eine 6 in Flächenberechnung und Geometrie haben mir meine 3 vollkommen versaut) bis........jaaaaa..........bis meine liebes 2. Kind ihr Zeugnis mit dem meines lieben Herrn Erstgeborenen vergleichen wollte und dieser empört rief "Hallo?! Du kannst Dein 3. Klasse Babyschule Zeugnis doch nicht mit meinem 6. Klasse Realschulzeugnis vergleichen!" und sein Grundschulzeugnis aus der 3. Klasse hervorkramte. Feststellung: In beiden Zeugnissen blitzten nur Zweien außer in Sport und Religion. Mein lieber Herr Sohn hatte dort eine 3 und meine Tochter eine 1 und in Religion blitzte bei meinem Sohn eine 1 und bei meiner Tochter eine 3. Da ging auch mir nach sehr langer Zeit ein Licht auf und ich verglich nach so langer Zeit besagte Note meiner Schwester mit meiner im selben Alter wo bei ihr damals eine 3 stand und mir als leuchtendes Vorbild gereichen sollte hatte bei mir eine 2+ gestanden. So heilte also diese Wunde und ich erinnerte mich an den Satz den meine Mutter damals zu meinem Vater gesagt hatte und sendete ihr so viele Jahre später ein "Danke, Mama!"
Dass man einerseits nicht immer durchhalten muss
… das hat eine Kehrseite, finde ich. Auf der einen Seite freue ich mich über die Freiheiten, dass ich nie gezwungen war, etwas gegen meinen Willen weiterzumachen – z. B. ein Musikinstrument oder Sportart, das ich mit großem Enthusiasmus begonnen, aber dann keinen Bock mehr hatte. Auf der anderen Seite ist ein Durchhalten natürlich auch eine wertvolle Angelegenheit. Da bin ich ganz schlecht und darum trickse ich mich bei solchen längerfristigen Dingen teilweise mit Verpflichtungen aus, zum Beispiel indem ich extern eine Deadline vereinbare. Beim Sport zum Beispiel würde ich von mir aus in Eigenregie nie eine Stunde lang Sport machen, dafür bin ich viel zu faul. Mein Mutter ließ mich die Dinge ausprobieren, mochte ich es nicht war es eben so.
Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin, gepaart mit Pflichtbewusstsein und den ständigen Worten meines Vater "Du schaffst ja eh nichts!" oder "Du hältst nichts bis zum Ende durch!"
Mut bekam ich durch meine Mama, meinen Onkel (mütterlicherseits und wie ein Bruder für mich), meinem Opa und meiner Oma: "Du schaffst das!" oder "Wenn Du es nicht schaffst, schafft es niemand!" und natürlich meine Trotzreaktion auf meines Vaters Satz den ich innerlich immer mit "Ich kann alles was ich will! Was Du kannst oder bist, kann und bin ich schon dreimal, Du Hohlkopf!" quittierte. Ich weiß als Kind sollte man nicht so über seinen Vater denken, aber es war nun einmal so und auch heute hat sich daran nicht viel geändert.
 Damit schaufelte ich mir natürlich hin und wieder mein eigenes Grab und überforderte mich selbst, aber ich brachte die Dinge zu Ende und wenn es mich mein Leben gekostet hätte.

"Wenn du etwas erreichen willst, musst du dafür arbeiten, Dir fällt nicht einfach so etwas in den Schoss ohne das Du etwas dafür getan hast", hieß es bei mir daheim immer, ich habe dadurch recht früh gelernt für meine Träume und Wünsche zu arbeiten. Ich habe genau das mit 12 begonnen und getan. Damit konnte ich mir all jene Dinge finanzieren die ich wollte, ohne betteln oder einem anderen Danke sagen zu müssen. Ich wollte Markenklamotten und 3 Zeitschriften die Woche lesen, also habe ich dafür damals Zeitungen ausgetragen. Das war es mir wert. Ich lernte also, was ich will das kann ich mir selbst erarbeiten, ich bin von niemanden abhängig, sondern kann meine Ziele selbst und allein erreichen. Ich stark genug etwas zu tun, wenn ich etwas wirklich will.

Dazu fällt mir als zweites ein, der Vorwurf meines Vaters, dass ich auch einmal ein Ding, das ich anfange, auch zu Ende bringen muss und dass ich nie etwas zu Ende gebracht habe sondern alles nur anfange. "Ist das so?" Diese Frage habe ich mir in den letzten 25 Jahren hunderte Male gestellt und ich weiß der Vorwurf von ihm ist nicht einmal halbwegs berechtigt gewesen sondern eher passend auf ihn und meine Schwester. (Habe ich eine Ausbildung bei 3 verschiedenen Lehrherren gemacht? Bin ich 2 Ausbildungen angefangen und habe die 2. erst beim 2. Anlauf bestanden? NEIN!) Gemeint war damals wohl, dass man nicht tausend Sachen beginnen soll und keine davon zu Ende bringt. Gar nicht so leicht, wenn man viele Talente und Interessen hat und ,wie ich, so ungeduldig ist.Das habe ich für mich verändert in, dass man angefangenen Dinge , die sinnvoll für mich und Andere sind , zu Ende macht. Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen und nicht weiter auf dieses einprügeln und zum weiterlaufen zu zwingen, ist auch eine persönliche Ergänzung von mir nach meinem Burnout. Denn etwas bis zum Ende zu bringen, dass keinen Nutzen (mehr) bringt, das ist es definitiv auch nicht.

Was haben mir diese Dinge und Erkenntnisse gebracht?

Ich habe dadurch ein extrem gutes Durchhaltevermögen, einen sehr starken Willen, ein hohes Gerechtigkeits- und Unrechtsempfinden, Mitgefühl. innere Stärke und eine eigene Meinung bekommen. Aber auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein, Disziplin und  Pflichtbewusstsein! Ich weiß das ich für alles, was ich will und für meine Ziele, meine Freiheit als auch Träume, hart arbeiten und kämpfen muss um sie erreichen oder erhalten zu können! Ich weiß, ich bekomme in meinem Leben rein gar nichts geschenkt. Ich weiß an allen Ecken und Enden viele Miesmacher stehen und nur darauf warten, das ich Schwäche zeige oder einen Fehler begehe. Ich bin ein Sparfuchs und habe gelernt, viele Dinge selbst zu machen, um mein Geld zu sparen bzw. meine Ressourcen zu schonen. Wer kann schon sagen das er mit 500 Euro einen Monat 9 Personen gesund und ausreichend ernähren kann?!  Ich habe als Kind vieles ausprobiert, kann darum auch vieles und traue mir auch sehr viel zu selbst zu machen. Ich vermisse dennoch nichts, sondern gebe das was ich einspare mit vollen Händen an meine Kinder und meinen Mann weiter. Wahrscheinlich weil ich als Kind mit vollen Händen mein eigenes Geld ausgeben konnte, um heute verzichten zu können.
 Ich habe dadurch gelernt, nicht mit zweierlei Maß zu messen oder einen Unterschied zwischen Männer und Frauen zu machen oder zwischen der meinigen und einer anderen Kultur zu werten! Ich habe gelernt, ich kann mich 100% auf mich selbst verlassen und nichts was ich mir vornehme ist mir zu schwer!

Ich weiß dadurch und mit der Beschäftigung was mich geprägt hat, das ich eine starke Persönlichkeit mit einem noch stärkeren Willen bin. Ich bin stark und nicht schwach, ich bin sehr leistungsstark. Ich habe eine eigene Meinung und eine eigene Auffassung der Dinge, aber ich kann auch andere Meinungen und Auffassungen neben meiner eigenen gelten lassen, tolerieren und akzeptieren.

Aber was genau hat mich letztlich eigentlich wirklich geprägt?!

In meinem Leben hat mich eine starke Frau geprägt, die von einem sehr schwachen Mann mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl über Jahrzehnte hinweg niedergemacht wurde. Ein Mann der ohne diese Frau unweigerlich in der Gosse gelandet wäre. Von dieser Frau wurde ich sehr stark geprägt. Ich liebe diese Frau von ganzem Herzen und mit ganzer Seele!
 Aber auch zwei starke Männer die sich ihrer selbst bewusst waren, eine eigene Meinung vertraten und geradlinig durch ihr Leben gingen, egal was andere denken oder sagen mochten. Darum hatten sie es auch gar nicht nötig, ihre Partner und Kinder niedermachen zu müssen, nur um sich gut, stark und überlegen fühlen zu können.
Sie waren sich ihrer eigenen Stärke soweit bewusst, das sie andere nicht permanent durch fiese Gemeinheiten (das sie oftmals schon sehr pervertierte Züge annahmen), gegen diese um damit diesen ihr sich selbst bewusst sein zu nehmen anwenden mußten, um darauf hinweisen können. Beide Männer liebe ich von Herzen, fast ebenso wie meine Kinder. 
Aber auch eine schwache Frau die ihren jüngeren Sohn ihrer älteren Tochter vorzog und sehr abhängig von ihrem Mann war, ohne das dieser sie dazu zwang. Die wegsah anstatt hinzusehen, als ihrer Tochter Unrecht geschah, wieder und wieder. Eine Frau die nicht für das Recht ihrer Kinder eintreten konnte oder wollte. Die lieber einem Schwager ein 2. Glas Rollmops hinstellte, als hier an ihre Kinder zu denken, die dadurch leer ausgingen. Einer Frau deren Familienbild bzw. ihr eigenes Bild nach außen und was die Leute von ihr dachten wichtiger war, als das Bild das sich ihre Kinder von ihr machten und von ihr dachten. Ich liebe auch diese Frau von Herzen, ohne Frage, denn für mich konnte sie durchaus eintreten was sie bei ihrer eigenen Tochter bis heute hinzu nie bis selten konnte. 
Fünf Menschen, 3 Männer und 2 Frauen, aus zwei Generationen die mich maßgeblich prägten. 

Heute ist Muttertag und genau deshalb ist es wichtig, dieses hier zu schreiben. "Vatertag gibt es nicht", wie mein Opa immer wieder, Jahr für Jahr betonte "sondern ist eine Erfindung von den Menschen. Heute ist Himmelfahrt!" sein Vatertagsgeschenk nahm aber trotzdem an und freute sich auch immer darüber.

Meine Mutter ist die stärkste Frau die ich je kennengelernt habe. Insgeheim nenne ich sie Löwin, denn genau das ist sie. Egal was andere sagen oder denken, ich weiß um ihre Stärke und auch um ihre Intelligenz. Es tut mir leid, das Du nicht so eine starke Mutter hattest wie ich, ich wünschte ich hätte Dir besser helfen können. Aber ich war damals leider auch nur ein Kind und mir fehlte einfach nur die Kraft dazu. Du hast keine Fehler gemacht, egal was andere sagen, Du hast immer das Beste getan, was Du in jenen Momenten tun konntest. Lass Dir von ihnen nicht einreden, es sei nicht so. Sie haben überhaupt keine Ahnung, sie können gegen Dich nur bestehen, indem sie Dich niedermachen!
Ich habe gesehen wie man Dich behandelt, ich habe gefühlt wie Du darunter gelitten hast und ich habe gesehen was man Dir antat! Genau das ist der Grund, warum ich so verbissen an der wahren Gleichstellung der Frau kämpfe und den über die Medien gerne suggerierte Ultrafeminismus nur spöttisch die Nase rümpfen kann. In den Medien existiert er, aber in der realen Welt beim normalen Volk ist er nicht vorhanden.
Du hattest keine Wahl, ich hatte eine schon größere und meine Töchter sollen eines Tages frei sein. Das ist es warum ich so verhemmend gegen das veraltete System, in dem sich irgendwelche dummen und schwachen Männer als Herren über starke und intelligente Frauen aufschwingen und sie auf allen Enden sabotieren und niedermachen angehe. Ich verzeihe, aber ich vergesse nicht.

Und glaube mir: Das Leben das ich am 8.8. beginne mache ich nur, weil Du immer an mich geglaubt und mich immer vor einem sehr schwachen Menschen, mit einem total verächtlichen Menschenbild  verteidigt hast. Ihm habe ich was mich betrifft vergeben, Dummheit steht in Deutschland schließlich nicht unter Strafe. Was Dich betrifft aber noch lange nicht.
Um sein menschliches Fehlverhalten, kümmert sich ein anderer und für den Schaden den seine Seele mit seinem Verhalten und seiner Einstellung Frauen gegenüber nahm, muss er, das weiß Gott,  an anderer Stelle gerade stehen. Du wirst schon sehen!
Du hast nichts falsch gemacht, Du bist so wie Du WIRKLICH bist, genau richtig. Du hast immer Dein Bestes gegeben und mehr als sein Bestes wird von keinem Menschen verlangt!
Lass Dir von den beiden Hohlbrummern in Bunde (oder LKW) und gleich hinterm Deich bloss nichts oder niemals wieder etwas anderes einreden. Die sind beide so etwas von verpeilt und im vorgestern, das noch nicht einmal der liebe Herrgott höchstpersönlich etwas dagegen machen könnte. Kannste machen nix!

Solange nur ein Mensch auf der Erde Dich liebt und respektiert eben so wie Du bist - dann kannst Du ruhig Du selbst sein!

Ich liebe Dich und meine sieben Kinder Dich ebenfalls. Aber noch allerhand andere Menschen fallen mir ein! Also was hindert Dich Du zu sein?!
Du warst,  bist und bleibst meine Löwin! Ich bin stolz auf Dich und werde es auch immer bleiben! 

Wenn andere es nicht so sehen, Dich weniger oder gar sehr gering schätzen, dann ist es ihr Problem und sie müssen damit leben, es hat aber nichts mit Dir zu tun oder das es Deine Wahrheit ist. 

Du bist eine Löwin - Du bist stark und nur wenige können es mit Dir aufnehmen. Du bist ein wunderschöner Mensch - wenn Du einfach nur Du selbst bist - wie Du wirklich und tatsächlich bist oder einmal gewesen bist!
Ich liebe Dich, Mama und ich bin stolz sagen zu können "DAS ist meine Mama!"

Lass Dich nicht unterkriegen, das Leben ist viel zu schön um sich von Negativkumpeln und Hohlköpfen beeindrucken zu lassen