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Mittwoch, 17. Juli 2013

Tausche Fundtrecker gegen Einladung zum Sommerfest

Am Montag haben wir, auf dem Weg zu "unserem" Bächle, einen Spielzeug(tret)trecker gefunden. Irgendjemand hatte diesen den Abhang herunter geworfen. Für solch eine Müllentsorgung haben wir selbstverständlich keinerlei Verständnis und halten dieses für eine kaum zu überbietende Umweltverschmutzung (zumindestens von Privatpersonen). Wir bildeten also eine Kette und zogen ihn wieder herauf. Siehe da, der Trecker war noch intakt, lediglich die Schaufel fehlt. Es handelte sich um einen der Marke RollyToys und das Modell John Deere mit Gummibereifung und Gangschaltung. Nun gut, wir waren auf unserem Weg nach unten, mit dem Ziel: Talstation der Schauinsland-Bahn und nahmen ihn kurzerhand mit.

Wir verbrachten einen recht schönen Nachmittag an "unserem" Bächle und fuhren am Abend erfrischt und entspannt mit dem Bus zurück auf "unseren" Berg. Den Trecker hatten wir im Schlepptau. Trotz der Tatsache das unsere Kinder bereits über zwei einwandfrei funktionierende Trecker, einen MB Trac (nachempfunden dem Original Mercedes Benz Traktor) und den Orangen von Big verfügen, stritten sie sich um den neuen Trecker. Letzterer war noch nicht einmal einwandfrei, sondern schnappte beim Fahren immer wieder über.
Aber gut, der "NEUE" war natürlich die Attraktion. So verdonnerten die Kindern ihren Herrn Papa dazu, die bei uns immer noch intakte Schaufel des mittlerweile 16 Jahre alten grünen MB Trac an den "NEUEN" zu bauen. Der 10 Jahre alte Big Trecker verfügt seit unserem Umzug leider nicht mehr über den Frontlader, dafür bedanken wir uns an dieser Stelle nochmals beim Umzugsunternehmen Schenker und natürlich auch beim Herrn Papa der diesen Schaden nicht wie dato versprochen reklamierte. *Achtung, Ironie erkennt der Leser nie!*
Der Herr Papa kam dieser Bitte des Trecker Umbaus auch unverzüglich nach, was alle doch sehr in Erstaunen versetzte.
Unsere Trecker wurden verbannt, sie waren "lahm" "häßlich" "uncool" und all solcher Dinge.
Für eine Nacht sollte der Trecker ihnen gehören, denn am nächsten Morgen gegen zehn - halb elf stand der Besitzer bzw. der vermeintliche Umweltverschmutzer vor unserer Tür.

Der Trecker war ihm mitsamt eines Rollers entwendet worden. Die wirklich teuren Dinge wie Gocart, Fahrräder hatte jenes Diebesgesinde jedoch stehen lassen. Es ging in diesem Fall wohl nicht um Bereicherung sondern wohl vielmehr um einen, wie man bei uns landläufig so sagt "Dummen Jungenstreich". Nachdem ich ihm genau beschrieben hatte wo wir ihn gefunden hatten und wie sehr uns diese vermeintliche Entsorgung empört hatte, lachten wir herzhaft und beschlossen darauf zu achten, welche Jugendliche derzeit mit zerschrammten Gesichtern durchs Dörfle ziehen.

Ich gehe an dieser Stelle davon aus, das des Nachts ein sehr spaßiges Bergrennen mit Trettrecker und Roller unter Jugendlichen stattgefunden hat. Nachdem der Trecker verunglückte, wird man sich wohl der beiden Dinge entledigt haben. So schaut es zumindest aus. Diese Variante ist mir deutlich lieber, als jene die unsere Kinder ersannen als wir den Trecker fanden. Wie sensationslustig und blutrünstig meine Kinder doch sind, hätte ich bis zu jenem Moment noch nicht einmal im Traum gedacht.
"Vielleicht ist der kleine Junge der da abgestürzt ist, auch noch nicht tot und seine Eltern wissen das gar nicht, das er abgestürzt ist weil sie noch gar nicht wissen das er weg ist! Wir müssen unbedingt nachschauen ob der noch da unten liegt und ihn retten wenn er noch nicht ganz tot ist!"
"Der kleine Junge der da abgestürzt ist, ist bestimmt mit seinem Trecker den Berg runtergefahren und konnte dann nicht mehr richtig steuern und überhaupt nicht bremsen und ist dann den Berg heruntergefallen. Bestimmt liegt der jetzt tot voll mit Blut da unten im Welt und stirbt ganz allein, weil seine Mama und sein Papa einfach ohne ihn weitergelaufen ist!"

"Oder ein kleiner Junge ist hier mit seiner Mama und seinem Papa gelaufen und die waren sauer auf ihn und die haben ihn dann mit seinem Trecker einfach den Berg herunter geschubst, weil sie ihn nicht mehr behalten wollten! Der hat sich so doll verletzt, das da unten alles voll mit Blut ist und das haben die Wölfe gerochen und die haben ihn dann aufgefressen! Jetzt liegen da nur noch die Knochen die die Wölfe nicht mehr mochten. Vielleicht haben die Wölfe die aber auch mit in ihre Höhle genommen und die Wolfskinder spielen jetzt schön damit!"

Ich habe, aufgrund der immer abenteuerlicher und blutrünstiger werdenden Geschichten letztlich angemerkt:
"Wahrscheinlich sind irgendwelche Touristen mit ihrem Kind unterwegs gewesen und haben den Bus nach oben verpaßt. Da wollten sie wahrscheinlich den Berg zu Fuß rauf und weil es hier so steil ist, konnte das Kind nicht mehr oder das Tretwerk des Treckers ist dabei kaputt gegangen! Ihr seht ja selbst, das der Trecker überschnappt beim Treten und Fahren! Dann haben sie kurzerhand den Trecker entsorgt, haben ihr Kind auf die Schulter genommen und sind weitergelaufen! Wäre hier jemand mit seinem Trecker abgestürzt, dann wäre hier viel mehr zerstört und noch mehr Pflanzen kaputt, als sie es schon sind!"

Damit war ich natürlich ein Außenseiter und eine Spaßbremse, in den Augen meiner Kinder. Aber es ist nun einmal eine Tatsache, dass es hier keine Wölfe gibt sondern nur Rehe, Füchse und Wildschweine. Aber zurück zum eigentlichen Thema.



Der große Witz ist, nachdem wir uns ausgiebig unterhalten hatten, auch dieser, mir bislang noch unbekannter Bewohner, kommt aus Niedersachsen. Die Zahl der Niedersachsen hier um mich herum erhöht sich stetig. Der Name des Kindes war mir geläufig, denn er ist sehr selten, aber die Eltern kannte ich bislang leider nur vom Ansehen, dick vermummt im Winter.
So lernt man Leute kennen.

Das Beste aber ist am Ende wohl, wir erhielten prompt eine Einladung zu ihrem Sommerfest am kommenden Samstag 16:00 Uhr zu dem jetzt schon ca. 30 Kinder und 50 Erwachsene eingeladen sind und erscheinen werden. Ob wir dieser Einladung folgen werden, steht derzeit noch in den Sternen, denn wir sind bereits im Besitz einer Einladung für den gleichen Samstag um 20:00 Uhr. Mal schauen ob und wie wir dieses kombinieren können. Vielleicht erst zum Sommerfest und dann direkt weiter zur nächsten Einladung?! Eine bessere Lösung ist mir bislang noch nicht eingefallen. Ha jo, schaun mir mal, gell!

Nur gut, das wir den verunglückten Trecker geborgen und wieder sicher heim zurück auf unser aller Berg führten. Hätten wir ihn liegen gelassen oder wie erst beabsichtigt, am Straßenrand stehen gelassen, so hätte dieses Gespräch niemals stattgefunden und wir hätten keine Einladung erhalten.
Aber noch mehr Glück war es wohl, das wir uns ausnahmsweise dieses eine Mal zu Fuß und nicht mit dem Bus auf den Weg den Berg herab zur Talstation aufmachten. Im anderen Fall hätten wir den Trecker wohl niemals entdeckt und die Eltern jenes Kindes wären weiterhin für mich dick vermummte gesichtslose Gestalten geblieben, bis man sich irgendwann zufällig mit einem "Hallo!" über den Weg gelaufen wäre.
So aber tauschten wir einen Fundtrecker gegen eine Einladung und es stimmt:

"Nur dort wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen!"

Mit diesem Zitat frei nach unser aller Goethe verabschiede ich mich und wünsche allen einen wunderschönen Tag, egal was und wo ihr auch immer sein mögt, habt recht viel Spaß!

Donnerstag, 11. Juli 2013

Zur Einstimmung auf die bevorstehenden Ferien.........

...gibt es heute ein paar Impressionen aus unserem Urlaub in der Bretagne 2010 wo es noch große Ferienhäuser zum kleinen Preis gibt und darum auch (oder besonders) für große Familien bezahlbar sind. Mir ist gerade beim Aufräumen und sortieren, unsere Mappe mit allen Unterlagen aus dem Urlaub 2010 in die Hände gefallen. Damit verbunden auch der im Vorfeld gesammelten Unterlagen der Alternative zum Bretagne Urlaub. Es war ein netter Vergleich. 

Unser Ferienhaus (bis 10 Personen) mit Vollausstattung, riesiger Liegewiese mit Obstbäumen und -sträucher, lag 1200m vom Strand (feinster gelber Sand) direkt an der Smaragdküste und am Cap Amor. Wir haben für 14 Tage 1200,- Euro inkl. Wasser und Endreinigung zzgl. 70 Euro Strom gezahlt, also 1270,- Euro. Insgesamt haben wir mit Spritkosten (274,45 Euro inkl. Maut) 1544,45 Euro für Ferienhaus und Anreise für diese wunderschönen 14 Tage gezahlt. Das Wasser war glasklar, so dass man auf den Boden sehen konnte und die ganze Zeit wohltemperiert. Die Lebensmittel trotz Urlaubsort, günstiger als in Deutschland. 

Auf Borkum kostete zur selben Zeit ein Ferienhaus bis 8 Personen ohne Garten oder Liegewiese, in niedriger Ausstattung damals 153,- Euro pro Tag zzgl. Strom und Wasser nach Verbrauch und Endreinigung 150,- Euro. Um über genügend Schlaf- und Sitzplätze für uns verfügen zu können bestand hier die Möglichkeit ein Babybett und ein Kinderhochstuhl zu 6 Euro je Tag mitzubuchen. Es wären also zum Ferienhaus nochmals 84 Euro hinzugekommen, damit 9 Personen schlafen 
Nur das Ferienhaus allein (mit ausreichend Schlaf- und Sitzplätze) hätte uns dann 2226,- Euro mit  Endreinigung 2376,- Euro für das Ferienhaus allein. Hinzukommen dann noch Anreisekosten (oben als Spritkosten zugerechnet). Für ein Haus das 5km vom Badestrand entfernt lag, die Nordsee war in dieser Zeit 5 Grad kälter und damit weder wohltemperiert sondern Brrrrrrrrrr....kalt und vor allen Dingen ist sie auch auf Borkum nicht glasklar. 
Die Preise der Fähre ab Emden liegen bei ca. 18,80 Euro pro Person ab 12 Jahre und bei 9,40 Euro pro Person von 4-11 Jahre für die Hinfahrt und das gleiche noch einmal für die Rückfahrt. Für unser PKW wären dann noch 78,80 Euro hin und das gleiche zurück angefallen. Die Fahrtkosten für die Fähre hätten dann bei 344,- Euro (172,- Euro hin und 172,- Euro zurück) gelegen, zzgl. 45 km zum Fähranleger und das Gleiche zurück, also 90km und damit ca. 7,5l Diesel x 1,35 Euro = 10,13. Fahrtkosten insgesamt dann 354,13 Euro.
Der Urlaub hätte uns dann letztlich 2680,13 Euro zzgl. Strom und Wasserverbrauch gekostet. Bei dem gleichen Verbrauch wie in der Bretagne wären dieses nochmals ca. 220 Euro gewesen. Die Gesamtsumme hätte damit dann am Ende 2900,- Euro für 14 Tage Borkum ergeben.
Für uns als 9köpfige Familie ist ein Urlaub damals wie auch heute auf Borkum in dem damals einzigem Ferienhaus in dieser Größe (alle anderen waren kleiner) viel zu teuer gewesen.  
Außerdem gehört Borkum noch zum Landkreis Leer, unsere Anreise wären damals 45 km bis zum Fähranleger gewesen. Quasi Urlaub gleich ums Eck mit weniger Möglichkeiten und geringerer Ausstattung für 1355,55 Euro mehr wäre es gewesen.
Also ganz ehrlich: Da mache ich doch lieber ganz dekadent einen Urlaub in der von uns damals sehr weit entfernten Bretagne als spartanisch auf dem damals nahen Borkum. 1355,55,- Euro sind letztlich sehr, sehr, seeeeeeeeeeehr viele Eiskugeln am Strand. Um genau zu sein wären es im Jahre 2010 am Strand von Sables D'Or les Pins bei unserem damaligen Urlaubs-Stamm-Eis-Dealer genau 1506,1666666 und damit 1506 große Kugeln Eis gewesen. Viel zu viel in 14 Tagen selbst für eine Mehrkindfamilie mit 7 Kindern im Alter von 1-13 Jahren, wie wir es damals waren. Das sind 107,57 Kugeln je Tag und pro Person knapp 12 sehr große Kugeln Eis. ...und wenn ich sehr große Kugeln schreibe, dann meine ich auch sehr große. In dieser Eisdiele entsprach  eine Kugel in etwa 1,5 Kugeln der Eisdiele unseres damaligen Heimatortes bzw. der Eisdiele unseres ca. 7,5 km entfernten heimatlichen Nachbarortes.
Moment.......es wären ja 12 Kugeln pro Person extra zu den sowieso schon täglich 4 Kugeln Eis gewesen. Also hätte jeder von uns pro Tag 16 Kugeln Eis essen können. Aber dann muss ich wieder mit einrechnen, das auf Borkum die Kugel Eis zu jenem Zeitpunkt bereits 30 Ct. je Kugel teurer war als in der Bretagne.
Es wären dann je Tag also nochmals 10,80 Euro für die Mehrkosten an Eis am Strand und unterwegs hinzugekommen.  Ach nein, das erspare ich mir an dieser Stelle jetzt.
Den Vergleich zu einem Dänemark und Schwedenurlaub lasse ich bleiben, denn hier ist die Differenz um ein erhebliches und deutliches Maß höher, dafür hätten wir in den beiden Folgejahren 2011 und 2012, nochmals für 14 Tage in der Bretagne Urlaub machen und dort anreisen können.

So aber jetzt Schluss mit den Nebensächlichkeiten, jetzt gehts weiter mit der Hauptsache des heutigen Blogpostings, der Einstimmung auf die bevorstehenden Ferien (hier in Ba-Wü jedenfalls) und damit verbunden zu den Fotos. 


Cap de Amor bzw. die rechte Seite der Smaragdküste bis Cap Frehel

Cap Frehel vom alten Leuchtturm

Cap Frehel

Mont de Saint Michel 

Cap Frehel

Frehel-Plevenon

Neuer und alter Leuchtturm am Cap Frehel
  
Steine am Strand des Fischerdorfes Erquy

Strand von Sable Dor les Pins

Sable Dor les Pins

Sable d'Or les Pins



Abendstimmung am Strand von Sables D'or les Pins

Die kleine Kapelle auf dem Hügel ist nur bei Ebbe erreichbar.













         









Dienstag, 9. Juli 2013

Zum Geburtstag eine Backpfeife

Als ich noch sehr klein war, da wünschte ich mir nichts sehnlicher zum Geburtstag als eine "Backpfeife". Ich glaube ich war damals so um die 4-5 Jahre jung, auf jeden Fall ging ich noch nicht zur Schule.Ich hatte gehört das mein Freund, der liebe Jan, eine von seiner Mutter bekommen würde. "Du kriegst gleich eine Backpfeife" hatte sie zu ihm gesagt, als wir einmal dort waren. Ich fragte sie, ob ich auch eine bekommen könnte, aber sie wollte mir keine geben sondern erzählte mir, diese müsste meine Mutter mir geben.

 Ich fragte damals meiner Mutter, im Auto und auf dem Weg nach Hause: "Kann ich auch einmal eine Backpfeife bekommen?!" Sie verneinte, ich quengelte und nörgelte, aber sie ließ sich einfach nicht erweichen. Ich empfand das damals als sehr unfair und gemein, denn auch mein "Und wenn ich sie mir zum Geburtstag wünsche?!" bekam ein "Nein!". "Na gut, dann wünsche ich sie mir eben von Oma! SO! Das hast Du jetzt davon! HM!" sagte ich dann letztlich, allein schon um meine Mutter unter Druck zu setzen. Oma war zu der Zeit das einzige und beste Druckmittel was ich besaß. Ich hatte also beschlossen, sie mir von meiner Oma zu wünschen, ich war mir sicher, sie würde nicht so leicht "Nein!" sagen. Sie war und ist eben so, wie Omas eben so immer sind. Na gut, fast so wie Omas eben so sind. Rein optisch entsprach und entspricht sie nicht dem gängigen Ideal einer Oma das man so aus dem Fernseher kennt. Damals wie auch heute, hat sie keine schlohweißen Haare und ist eben keine pummelige Alte mit Nickelbrille. Ihre weiteren Fehler waren und sind: Sie saß und sitzt nicht den ganzen Tag auf dem Sofa herum und strickt, denn das mochte sie nicht. Sie backt nicht mit Sanella, sie mag nämlich nicht backen und besitzt darum, bis zum heutigen Tage, auch gar nicht erst einen Backofen, einfach weil sie ihn nicht braucht. Aber sie mag selbstgebackenes sehr gerne, damit konnte und kann man ihr immer eine Freude machen. Als sie mir diesen Wunsch aber auch sehr resolut ablehnte, wusste ich damals auch woran es bei ihr lag: am fehlenden Backofen und nicht weil sie so unfair und gemein war wie meine Mutter. "Kannst Du mir denn auch keine kaufen?!" und sie sagte auch hier wieder "Nein!" Ich ließ nicht locker und fragte "Und Opa?! Kann der mir auch keine kaufen?!" und sie verneinte erneut. Das bedeutete wohl, das Backpfeifen um ein sehr vieles teurer waren als ich vermutet hatte.  Ich muss an dieser Stelle anmerken, das ich zu jener Zeit immer sagte "Oma hat viel Platz und Opa hat viel Geld!" Meinen Onkel, damals zarte 14-15 Jahre alt fragte ich  nicht, denn der ging ja noch zur Schule und verdiente selbst noch kein Geld. Ihm erzählte ich es nur, er hat lauthals gelacht und gemeint "Du bist echt komisch, niemand wünscht sich eine Backpfeife, nur Du!" Mit komisch meinte er nicht komisch wie witzig, sondern komisch wie merkwürdig. Dieses war mir aber vollkommen egal, dann war ich eben merkwürdig und quittierte es mit einem "Ja und?!" und zog von dannen. Ihm habe ich es natürlich nie wieder erzählt, der lachte mich ja doch nur aus.

Ich kam darum am Ende zu dem Schluss: Jan hatte es wirklich sehr gut, er kriegte teure Backpfeifen von seiner Mutter. Ich wunderte mich damals schon sehr, das seine Mutter ihm teure Backpfeifen gab, obwohl sein Vater ja gar nicht arbeitete. Eine komische Sache war das damals schon für mich, mein Vater arbeitete aber meine Eltern konnten sich keine Backpfeifen leisten. Mein Opa arbeitete zu diesem Zeitpunkt auch noch immer und meinen Großeltern ging es finanziell zu jener Zeit sogar besser als meine Eltern, aber selbst diese konnten sich keine Backpfeifen leisten. Also beschloss ich, mir eine Backpfeife vom Weihnachtsmann zu wünschen. Aber leider brachte auch er mir keine.

So wünschte ich mir Jahr ein und Jahr aus jeweils zum Geburtstag und Weihnachten eine Backpfeife. Viele Leute denen ich von meinem Wunsch berichtete, schüttelten nahezu empört die Köpfe. Ich gelangte irgendwann zu der Überzeugung, das mein Wunsch recht kostspielig und damit wahrscheinlich vollkommen überzogen war. Einfach viel zu teuer und zuviel, als das jemand wie ich mir dieses überhaupt wünschen oder überhaupt daran denken durfte so etwas zu erhalten. Ich bekam dann irgendwann ein recht schlechtes Gewissen, das ich mir dieses überhaupt gewünscht hatte und alle Menschen um mich herum so arg damit in Bedrängnis gebracht zu haben. Ich beschloss darum dann auch, diesen Wunsch aufzugeben und mir stattdessen, wie wir Mädchen nun einmal sind, ein Pferd zu wünschen und mir später, wenn ich selbst einmal arbeiten ging, mir ganz viel Geld zu sparen, um mir selbst eine Backpfeife zu kaufen und mir diesen einen Traum zu erfüllen. Alternativ eine OhrFEIGE, denn als ich in der Schule in die 1. Klasse ging, hatte mir mein Klassenlehrer gesagt, eine Backpfeife sei dasselbe wie eine Ohrfeige. Auch er wirkte etwas irritiert, dass ich mir zu Weihnachten eine Backpfeife wünschte. Es war mir damals vollkommen egal, was andere dachten, mein Traum war es einmal eine richtige Backpfeife oder eben eine Ohrfeige, wenn es denn dasselbe sein sollte, zu bekommen.


Bis zum heutigen Tage und gut 31-32 Jahre später, nachdem Jan von seiner Mutter eine Backpfeife in Aussicht gestellt wurde, habe ich weder von meiner Mutter, Oma oder von irgendjemand anderem Menschen in meinem Leben eine Backpfeife oder Ohrfeige bekommen noch habe ich mir selbst eine gekauft oder kaufen können. Heute weiß ich nämlich: Eine Backpfeife oder Ohrfeige ist nämlich dasselbe, wie wir auf plattdeutsch sagen würden. : "Een an de Piepenkopp to bekomen!"

Ich bin auch sehr froh und glücklich darüber, ein wenig stolz sagen zu können:

"Ich bin in den 36 Jahren meines Lebens noch keinem einzigen Menschen eine Backpfeife wert gewesen!"


Ich wünsche mir zu meinem heutigen Geburtstag, das es so auch für die nächsten 48 Jahre meines Lebens auch so bleiben wird. Ich werde nämlich 84, das habe ich damals mit ca. 6 Jahren so beschlossen, nachdem ich gehört habe, das ein Mensch der verstorben war, seeeeeeehr alt geworden war und alle Leute dieses in einem ganz besonderen Ton sagten. Es musste 1983 in Ostfriesland und damit im letzten Eck Deutschlands (knapp 5 km von den Niederlanden entfernt) also etwas ganz Besonderes, eine ganz besonders große und herausragende Leistung gewesen sein, dieses Alter zu erreichen.  Also beschloss ich daraufhin kurzerhand, die gleiche und außergewöhnliche Leistung wie dieser Mensch zu vollbringen und mindestens ein genau "soooooooooo" ungewöhnlich hohes Alter zu erreichen. Dieses erzählte ich meiner Familie in jenem Moment auch "Ich werde später auch einmal so alt wie der!" und mein Opa sagte daraufhin. "Versprochen das Du so alt wirst?"  und von mir kam ein "Versprochen!" und er fragte nach "Echt ehrlich versprochen!" "JA echt ehrlich!" und mein Opa nahm mir das Versprechen mit dem Satz "Dann musst Du Dein Versprechen ab sofort aber auch halten und mindestens so alt werden! Das hast Du Opa jetzt versprochen!" ab. Ein Versprechen zu geben heißt ein Versprechen zu halten. Für mich ist ein Versprechen keine Sache die man leichtfertigt auf die Schulter nimmt und so dahin sagt, sondern immer bindend. Aber auch ohne dieses Versprechen habe ich nach wie vor die Absicht und den Willen:


Eines Tages"seeeeeeeeeehr" alt zu werden. 


Allen anderen, die heute am 9. Juli Geburtstag feiern dürfen und haben, aber auch zukünftig haben werden, wünsche ich das Gleiche und sage an dieser Stelle:

"Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, was und wo auch immer ihr gerade sein mögt!" 








Dienstag, 2. Juli 2013

Vertell us doch noch een bitje mehr up Platt

Door ik neet weet wat man up platt so schrieven kann, denk ik, ik schriev eenfach over wat, over dat jede mitprooten kann un dat is:
De Menske

As de Menske maakt worden is, daar gaav dat noch kien Kalenners un Computers, un daarum weeten wij neet genau wennehr dat ok nochmaal waas. De Ururururururgrootvader van us Mensken weer een Kerl de hedde Adam. De leeve Gott hett darnaar, wiel Adam de heele tied an blaren was wall he sük ja so alleen vöölen dej, Eva ut Lehm maakt un hum dann schunken, dormit he endlich mit sien Gejauel uphören de. Un wiel Eva sük neet bewegen dee, hett Adam se een goede Week mit Water begoten un in de Sünn leggt. Un up eenmaal fung se neet bloot an sük to bewegen sondern ook to babbeln. Man vertellt dat Adam daar heel gau för her weglopen is um sük to verstopen in de Tuin de domaals „ Garten Eden“ heeten de, abbes uns Ururururururgrootmodder Eva is fuut achter hum an. Eva hett hum natürlich ook up de ste funnen, denn se was to de tied noch heel schlimm schlau. Se hett een Appel van de een Boom plückt un hett hum neet as een Peerd mit disse Appel anlockt. Adam was neet de allerslauste sondern waas domoals eenfach blot verfreten un muss natürlich up de ste in de Appel rinbieten. Do was allens to laat, se mussen nu dat Paradies und her moie Tuin verlaten, weil de leeve Gott bang was, dat Adam ook noch all de anner planten un all dat anner wat dor domoals so in de Tuin so warsen de, upfraat. Dat mutt nu al heel lang her wesen, denn all dat steiht al in de Bibel. De Bibel dat is de oldste Book de 't up disse Welt givt un alles wat door in steit ist, wo man up duits seggt "Die einzige wahre und reine Wahrheit!" Eenzig wat in Bibel steit is Wohrheit un genau so as dat door steit. In de Bibel steit ook drin, wo de Menske to leeven hett un wo man hum to bestraafen is. Vandaag maakt man dat neet mehr genau so, dat is wahrscheinlich wallt neet soveel Steenen givt as de Lüü sük scheeden laaten un de Nabaars tied hebben. Genau genommen is dat nämlich Ehebrekerij un de Nabaars mussen dejenigen solang mit Steenen gohlen bit se, also de Ehebrekers, neet mehr jappen also bit se heelemaal dood sünt. Viellicht liegt dat ook daran, dat se all kien Koek mehr sehn koen. Weil de beide Doden mutten se her up karkhof brengen, beerdigen un so. Naa de Beerdigung givt abbes immer een in sogenannte Teetafel. Door givt dat naa de Beerdigung Tee mit Koek för all de un bloot för de de mit in de Kark un up Karkhof wassen.  Trüren mutt man um de Doode neet unbedingt, jede de dorbij was bekommt dre un well maag ook mehr Koppkes Tee un kann soveel Koek eeten as he mag un door is. Abbes wenn man't schlau genug anstellt, kann man dat ook uitlaaten un slikt sük tüschen de Lüü de van Kaarkhof kommen mit rin. Ab de twede Koppke Tee fangen de Lüü ook weer sacht an to laggen un prooten over anner Lüü. Bijt de dart Koppke is dat neet so as up een Gebursdaag of een Hochtied. Een Tiedt lang was dat ook modern, dat naat Tee un Koek de Lüü noch sitten bleeven un Beer un so kregen, faks was dat ook so dat de Familie van de Dood dann all neet mehr dorbij is of all naa de eerste Koppke Tee na Huus gaan is. Se kwamen dann an de anner dag un mussen de Rekken betaalen. Of dat noch immer so is, weet ik neet, ik maak bij so wat ja noet mit.  Ik glöv diese Rituaal nömmt man up duits  "Leichenschmaus".

De Menske wordt vaan dag abbes up heel natürelk Wies herstellt, bit up een poar uitnamen over de man mehr un mehr lest. Dat is van daag neet mehr so kompliziert as domoal bij Adam un Eva.
Dat mit de Klapperstörk of mit de Immen un Bloemen hebben sük de Ollen übrigens irgendwenne eenmal, wahrscheinlich fuut nadem Adam un Eva wegen Adam sien Verfretenheit de Paradies verlaaten mussen, bloot utdacht, um de Kinner tau Narr to hollen. Aver de weeten un wüssen naturlijk Bescheed!! Jede Kind kann dat all in sien Computer nakieken. Un wenn se dat dann her Moder of Vader wiesen, kriegen se een an de Piepenkopp. Dat verstahn se neet, abbes dat verstaat kieneen vandaag mehr so wiers, worum dat so wesen mutt. Abbes dat was all immer so un dorum wort dat ook so widde maakt! Kunn ja wall weesen, dat dat doch een wichtige Grund domoals als man dat infört hett, geven hett. Een an de Piepenkopp hett noch kien een schaad, nej. 
De Menske wordt to de Wirbelderten tellt. Dat sücht man daaran, dat he een Skelett mit een heel bült Knaken hett. An de Knaken sünd de Muskels un ok de Backentanen fast maakt. De Apen, de ok to de Minsken tellt, sünd van boven bit unnen vull Haar. Bij de Kerls sünd vandaag bloot noch een Paar Haar vörn up `d Böst, Rügg un Been over bleven. Een heel Rummel Kerls hebben ook Glatzkoppen. De hebben 'n Glück - sie  spaarn heel Rummel Geld för`d Friseur, dat köönen se dann för her Smökeree un Beer mehr utgeven.

All van dat wat de Minsk tweemaal hett, is an sien Sieden fast maakt. Un wat he bloot eenmaal hett, dat is in't Mitte. Van binnen is he heelemal holl, dat heet abbes ook een heel goede Grund: Sien Eten, Drinken un Luft bruken ja ook Platz un mutten irgendwor hen, nej. De Menske hett twee Benen, daarmit he lopen un springen kann un natürlich ook damit he neet allmanwech umfallen mutt. Dat is nämlich neet goed of gesund wenn he umfallt, he kunn sük dorbij wat breken of de Kopp anstoeten, dann hett he de heele Daggen Koppsehr. Ohne sien Hannen weer de Menske elendig verloren, he kann dann neet mehr Auto foahren of an inkopen gaan. Büxen kregg he ook neet mehr hoog un sien Haar kunn he ook neet mehr kämmen. Must dij dat maal voorstellen, wo noor de Menske dran satt. Heele daag satt he dann up Klo un dat ook noch mit ungekämmte Haar. Een heel Rummel Saken hett de Menske ook wat he neet brukt. Dat schnijden de Dokters eenes Dags weg, wenn hum door van wat seer deit of weil he door van krank is, weil sük door wat entzünd het. Dat kann all van een Karsensteen kommen, de sük irgendwor in de Blindarm verhaakt. De flüggt dann druut. Goed hett de Menske dat, de Mandeln drutt bekummt, de  dürt dann een heel Rummel Ijs eeten sovoel as he maag of bit he spijen mutt. Dat letzte is abbes heel schlimm gefarlijk, dann kunn de Wuun in Hals weer oppenrijten. Dat is dann neet so goed un de Menske spoelt mit sien Leben. Abbes dat deit de Menske ja vaan sien eersde dag an. Dat kummt, weil de Menske un de Tiedt wat man ook Evolution up duits nömmt, immer schlanker wuur un doruum vandaag neet mehr riep geboren woord. Normaalerwies dues so een Schwangerschaft een heel een langer, abbes dann wassen de Mensken all voor een paar dusend Joaren uitsturven weest, wall dat doe to de Tiedt noch kien Krankenhuusen geben hett un kien een wüüsst haar wo man een Kaiserschnitt maaken musst haa. 

Daarmit de Menske an`t Leven blifft,  mutt he Planten un noch voel mehr lever Flesk eeaten. Ook wat to drinken mutt he  hebben, sonst wordt dat Bloot voels to dick. Een heel bült Kerls drinken faker maal een Beer, se fangen dann  fakstieden an to singen un de heel malen mutten dann spijen. Wat man irgendwor ook verstaan kann, so scheef as de fakstieden dann singen. Dor mutt man all bool spijen, ook wenn man noch kien drupp Beer of Kur hat hett. Unsereen kann dann wechloopen un bij de Kerl wegblieven, abbes he? De arme Blood mutt dat de heele Tied mit sük sümmst vullhollen wenn he Duin is. De kann neet eenfach so as wij annern voor hum, also för sük sümst wegloopen. Man dat fallt neet to, door bün ik mij recht seeker.
Wenn de Kerl een Vrouw hat ragt de dann meestens. Warum dat so is, weet man neet mehr so genau. Villicht wall se ook wall een mucht hat un he her alles wegsoppen het. Villicht ook wall se ook wall een mucht haar, abbes foahren mus un se sonst neet naar Huus kommen wassen? Villicht abbes ook wall se neet duis? Givt nämlich ook Kerls de soepen neet as de Kriegers un sünt dann full neet as de Haubitzen, abbes willen neet dat her Vrouw so watt deit, weil Lüü dann over her prooten kunnen. Dat is een heel bült Kerls dann heel schlimm peinlich. Kann naturlijk ook wesen, dat sie vergrellt is weil he wenn he duin is, alles fullspijt un neet weer wechwischen will of deit. Abbes villicht un dat glöv ik an edersten liegt da daran, weil de Kerl immer so elendig snurkt wenn hej Kur of Beer hat hett un se dorum de heele Nacht kien slaap kriegt
Villicht sull se ok man of een tau  Beer drinken, dann brukte se neet so faak ragen un de Paarkes haarn neet so faak Skandal unnenanner !!

De Menske leevt in een Huus. Door hett jeder de door wohnt un fakkst tieden ook för all de door neet woon ook een Bett, falls de de neet door wonnen kommen un door slaapen mutten of willen. Een uitnaam is de Vader, de het kien eegen Bett, he moot nachts bij de Moder slapen. An de froije Avond un daags over wenn't n Fier- of Sönndag is up Sofa. He kriggt woll net all to veel Slaap teggen de Moder, wall annern Dag is he immer noch de heele lang Dag möi. Of anners seggt, fuut na 't de Upstaan weer möi. Dat wass all immer so mit de Vaders un wuur seker ook neet voel anners, wenn he heel alleen in een Bett slaapen de. Ist dann wall eder so, dat he dann noch voel möier was un dann de heele Dagen verslaapen dej un Nachts dann weer neet slaapen kunn un anner Dag fuut na de Upstaan weer möi was. Kann abbes ook weesen dat he dann sien heele Leeven verslääp, nej.
De Menske fallt in twee Delen uitnanner, up duits seggt man in männlich un weiblich. Eerst siet goed of een bitje wat over hunnert Jahren worden de Froen ok to de Mensken tellt. Dör een Gesetz is dat domoals regelt worden, dorin steit so watt as Ab vaandaag sünt ok Vrouwlü Lü neet mehr bloot de Mannlü alleen. Een heel bült Kerls funnen dat domoals neet goed un van denen givt ook vandaag noch een heel bült up disse Welt. De Gliekberechtigung för de Vrouw wuur domoals Würkelkheid, tauminsten up Papier was un is dat so. Dat weer ok gültig för de Verkehr. Hier nimmt se de glieker Stellung in. Bloot bij uns Fussballverein was dat för 'n paar Joar noch net so. Dor was de Vrouw wall een Menske, abbes kien "Erwachsene" wo man so moie up Duits seggt. Dor stuun do an de Tavel woor de Intrittsprijsen druppstaan "Erwachsene 3 DM - Frauen und Kinder 1,50 DM". Abbes dat maakt nix, normaale Vrouwen interesseren sük för Fußball ja man ook bloot, wenn so richtige echte Kerls so as dei de in't Nationalmaanschaft of in een richtige Verein so as Werder Bremen un so spölen. Neet föör de lüttje Jungs, de Mannlü in eegen oller as ook de oll Keerls de sük immer noch bewiesen willen, also de lüttje un groot Mannlü uit de eegen Dörp un de Dörpen umtau. Dat sünt ja kien richtige Mannlü, sondern bloot een poar Kerls de nix betteres mit her tied anfangen weeten un lüttje Jungs, so to seggen de frij Gesellen de noch kien Vrouw hebben of kien afkregen hebben. Richtige Kerls sünt na'd Fieravond un an Weekenenden in Huus bij her Vrouwen un Kinner of mit dissen tausammen unnerwegens, of liggen up Kammersofa to slaapen of Fernseh kieken. Disse Sort mutt sük van her haarde Arbeidsdaagen un Arbeidsweeke Avons un an de Weekenenden verholen. Dat Leeven as Kerl fallt neet to un is beduidend sturer as de Leeven van de Vrouw. As Kerl heest Du also all an de Daag an de Du gebooren woorden büst verlooren. Un freist dij wahrscheinlich jede eenzele Daag up de Daag an de Du staarvst. Na boel jedenfalls, in de Tiedt wor Du up Rent büst, freist dij seeker neet mehr. Abbes dann kummst vöör langwijl seeker all boel um, weil dijn heele Leevdaag as uitwursen Menske mit dien Aarbeid, Fernsehkieken un Slaapen verbroogt heest. Door kannst dij dann man wat infallen laaten, dat neet vöör langwijl dood geihst. Een heel bült fangen dann an, achte anner Lüü her Rügg to prooten un dat nieuwste over her to erfoahren, um wat to prooten to hebben. Eenigen gaan sogaar so wijt, dat se annern in Fensters luuren. De worden dann fakst tieden van noch heel annern "Olle Buuk" un "Olle Luurmorsen" achter her Rügg nömmt. 

Is de Menske noch een heel lüttje, weet man noch neet heel so genau, of he schlau of dösig is. Dat stellt sük eerst herut, wenn he na`d School kummt. Wenn de Schoolmester hum immer een „Fiev“ of „Sess“ gifft, denn is he man goed dösig un he kummt heel gau up de Dummenschool. Up disse school gaan all dejenigen, de man later up platt ook Leije Stikel, oll Schloov un so nömmt, all de Oetnaams de man so kennt eben. Darvaan givt abbes neet all tau voel up disse Welt. Ook wenn een heel Rummel Lüü glövt un meent darvaan givt an 't meesten. Dat is abbes neet so.

Kriggt he abbes Noten van „Een“ of „Twee“  kummt he na`d hoge School, dor gaan all de Mensken hen de her heele Leevdaag neet arbeiden bruken um to overleeven.    Dat sünt de Mensken de man up duits: Politiker, Doktor of Künstler nemmt. Abbes ook een heel bült van de Handje Vormeiers kommen ook van disse school. Van dissen givt dat ook neet all tau voel, worbij man naturlijk seggen mutt, dat wall een heel bült Politikers un Künstlers tau voel up us Welt givt. Bit up dumm rumquaken un sünnerbaar wark, maaken de de heele leeve lang Dag gornix. Givt ook wall een paar van denen de her job goed maaken, abbes dat sünt man bloot een heel paar, een van hunnert so in etwa is dat.

Givt de Schoolmester hum abbes dreen un veeren dann is he neet de Dummste un neet de Schlauste, dat is so een Middelsortige. De word later maal wenn he een Mann is een Arbeide un wenn se een Vrouw is traut se irgendeen egal wüxe Kerl, bekummt vaan un mit hum Kinner, blivt in't Huus un is dann een Moder un Huusvrouw tuijendöör word se ook vielleicht noch Grootmoder un geit föör höchstens 400 Euro in de Maant an Arbeiden un irgendwenne starvt se dann. De anner Sort de sümmst för her Geld in een Firma arbeiden will und deit, bekummt kien Kerl un ook kien Kinner, wall dat neet geit. Dat mit de Kinner kunn vielleicht noch wall klappen, abbes dat mit de Keerl word dann all wat sturer. Abbes ook mit de Arbeid wenn se Kinner hett. Beides geit neet, man mut mit um de 20 Joar all weeten wat man föör de Nächste 20-30 Joar will. Dat glövst Du neet? Na dann komm man moal up een van de Dörpen in Oostfreesland, door kannst dann sümst seen, dat woar is un dat dat door bloot eenfache Arbeides un Moders givt. Van disse Sort Mensken givt up disseWelt de meesten, so wort dat seggt. Of dat wirklich so iss, dat weet man neet so genau. Dat sünt de, up de van't Dummenschool afgünstig sünt un de van Hoogeschool immer nadaal kieken. Abbes beid sieden willen van disse Middelsortigen immer wat hebben, meest of eegentlich bloot sien Geld. De Middelsortige is dat wat jede Menske eegentlich woorn will. 

Wenn de Menske heel fröh geboren is, dann is he laater eenmaal ook heel old. Starven will de Menske naturlijk neet, wiel he neet weet, wat achteran kummt. Un davoor is de Menske am allerbangsten, vor dat hum Unbekannde un dat is ook in de heutige Tiedt noch net anners as domoals. Man weet eenfach to mijn over dat doornaa, is ja noch kien een so wirklich dood weest over een langere tiedt un van de Dooden upstaan. Ausser uns leeve Jesus, de hett dree daag bij de Dooden weest un nahderhan weer terug kommen. Abbes he hett ook neet sünderlich voel doorover vertellt of man hett domoals vergeten dat wat he doorover vertellt het up to schrieven. Dat bitje wat wij so weeten is dat wat uns Pastor vertellen de. De Himmel sall ja een heel moie Platz weesen, abbes de Höll neet. Kien een weet wor he in naderrin landen mach. Dorum is jede Menske irgendwor wall ook bang vöör de Dood, of hett nu taugeeven mag of ook neet.  
Naja, all bit up de Ostfreesen, nej! De sünt man bloot bang Slaav van irgendwell to wesen. De seggen immer weer: Leever dood as Slaav. ...un genau so leeven de Ostfreesen ook.
Wat hebben wij dann all tau verleesen, as us Leeven? Wenn wij slaaven van irgendweel worn, hebben wij us Leeven as wij de voormaals hat hebben ja ook verloren. Dann koe wij better fuut dood weesen, nej. Dat eenzige wat us dann noch passeren kann is God sümst un dat kann neet so schlimm weesen, as Slaav van een to weesen de vöörmaals us Feind weest heet, nej. 
Of arm of rijk - föör'd Dood sünt Mensken all glijk.Abbes starven mut een jede föör sük sümst un up de Aart un Maneer as he leevt hett, nej.




Montag, 1. Juli 2013

Vertell doch maal wat up platt, dat prootst Du doch ook!

Jau, abbes man wat? Ik denk, wenn dat um verloren un vergeeten van irgendwat geit, kann elk een van us mitprooten.


Nu eben net laag dat dor doch noch – un nu is`t weer all weg. Schlödels, Knippke, of Führerschien – sünt fakere tieden maal een Sökeree. Up Fundbüro weet man: Neet jede söcht daarna, wat he maal verloren hett. Nee man, dat kaanst futt weer vergeten.

Güstern mörgen harrn wi to Huus weer eenmaal  een heel moie Upregen. Mien oldste Sön kunn sien all weer eenmoal sien Huusdöörschlödel neet finnen. „Ik mutt los!“ ,kreiht he de heele tied un maak ördendlijk Skandal, as he neet as een Haan ohne Kopp hier döör de Huus leep. He is dann in't leetzt mit mien Schlödel los. He hett sien eegnste dann avens ok weerfunnen. Laag unner sien Bettdeken, mag Hemd weeten wo de dor wall henkomen is, he wüst jedenfalls neet. Dat was bestimmt ook weer dejenige hier in't Huus de ook immer all dat anner verstopt wat mijn oldste so immer verloren hett un verlüst - dat is bij hum immer 'n heel bült bij hum. Fangt bit lüttje Anspitzer an und hört bij sien Zeddels van't school up. Dat is bestimmt een Wallridderske door bün ik mij, vöör mijn Deel heelemoal seker. Well wall anners as een van de Wallridderskes leet sük infallen van een Minske immer weer dat heele Wark to verstopen? Eben, meen ik doch. Dat kann man bloot een Wallridderske weesen. De Olske hebben wij bestimmt uit versehn mit inpackt as wij domoals umtruken sünt. De was all immer in us Huus, naja, neet all immer, erst so um de Tied as us oldste Jung so um twe-dre Joahr old waas. De hett bestimmt domoals all 'n Oog up hum smeeten. Na, dann hett hej ja noch 'n heel bült freid in sien Leven. Mij egoal hauptsaak is, se trekt laater ook mit hum uit un leet mij ab de daag in fre leeven, nej. 

Neet weerfunnen of vergeten hett een Kerl vör Joaren sien Jacke un Hood up uns Schütt. So um Wiehnachten rum laag up eenmaal een richtig moi dicke Joppe un een Hood up us Schütt vörn in't Tuin. Buten was dat man bannig kold. Ik dog domoals noch so bij mij: „Sull de Kerl wall in de Karibik uitwannert wesen un dorum sien dicke Joppe neet mehr bruken, wall de dor voelst tau warm is?“ Na`n paar Daag was dat Wark up`nmaal van't Schütt weg. Ik dog: „Oh kiek, he is torüggkomen uit Karibik un hett as erstes sien Joppe weer afholt.“ Abbes Fleitjepiepen! As ik daagen later vöörn in't Tuin wat to doen haar, laagen dor Joppe un Hood tegen us Huus – irgendeen haar de dor wall henbrogt. Dat wasen bestimmt weer de Erdmaantjes, de ja bij us in Ostfreesland, besünners in Buun ook een heel bült van't leven, nej. Kann ok wesen, dat dat man blot de besünners starke Wind uit de leest dagen weest heet. Dat weet man neet so genau. Abbe ik vöör mijn deel tipp immer noch up de Erdmaantjes, all de anner Möglichkeiten sünt ja vöölst tau langwijlig. Ik hebb jedenfalls Joppe un Hood in de Ollkleersammlung geven, de in Buun immer vöör Bethel staatfuun. Of dat vaandaag in Buun immer so is, dat weet ik ok neet, ik wohn door ja neet mehr. Wat de in Bethel door dann in't lest mit maakt hebben weet ik neet. Se mögen door van wall een Klutte för't schoonmaaken maakt hebben. Is mij in't lest ook eenerlei, de Kerl bruggt de saken in't Karibik ja doch neet. Wenn doch, dann haar he sük dat ja van't vöörjaar bit harvst ja weer bij us afholen kunnt. Na of he haar een Brefke schreven mit sien nieuw Adresse in Karibik un 10 Euro för dat Porto drin un ik haar hum de taustürt. Abbes davoor was he dann int lest tau ropig, natig of sien moie Jacke un Hood wassen hum dat int lest eenfach neet wert. Well weet dat all? Ik neet, dat steit fast un ik hebb de ok neet mehr. Nu bruggt he jedenfalls neet mehr bij mij anschieten komm, is all lang wech un heet seker all mannig Fooddeel in Bethel schoon makt. Voor allen Dingen ik wohn door ook all weer over twe joar neet mehr un ik treek door ook heel seker noit weer hen. Eder woort de Höll kolt as dat ik dat doe. Abbes man noch, ik glöv de Joppe un Hood sünt seker ook all lang weer uit mode. Hentau kummt ja ook noch, Minsken nehmen in't loop van't joahren af un weer tau, mag hum ook wall neet anners ergahn as anner minsken, nej. Well weet of hum dat nau nunmehr over 10 Joahr noch paasen de un he dat vandaag noch genau so gern lijden maag as domaals? Ik glöv eder van neet. Nun, is nu ja ook egoal, widde geit dat an diese Stej nu mit verleesen un vergeeten.
De Mitarbeiders van de Fundbüros könn dij doorover ook bültenwijs Storys vertellen. Wat Lü so alles verleesen un vergeten, dat lövst Du goar neet. Man sull eggentlich meenen, dien Schlödel brukst Du elke Dag, markst ja wall wenn de dij fehlt. Man de Duitsen verleesen in`t Jahr bold een halve Million Schlödelbunnen un holen her neet af – harrst nu ook neet docht, wah?
Ik hebb maal mit een Kerl proot de sien Arbeit up Fundbüro in Freiburg heet. He heet mij vertellt, daar achten in Berlin liggt al`n heele Tiedlang `n Holtbeen – man kien een meld sük of hold de af.
Bij sien Kollegen in Hamburg, seggt he, steiht`n Gravsteen rum, de nüms bruken kann, un up Rügen hebben se elke Joar wenn Karstied is un de Badgasten weg sünd, `n heele Regal vull bloot mit Gebitten. Man sull nu ja eegntlich meenen sien Tanen brukt man elke daag un Du markst eegentlich ok wenn se dij fehlen, of neet?! Abbes dor kummt kieneen un fraagt dornaa.
In Düsseldorf hebben se teihn Joar lang na een söcht, de sien Bundesverdeenstkrüz afholt. He is man neet komen. De kannst di nu ankieken: Se hebbt dat düüre Stück in een Glaskasten dor up de her Baanhoff uitstellt.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Arsch huh Zäng ussenander

Neulich saß ich in der Straßenbahn, eine sichtlich überforderte Mutter saß mit ihren 3 Kindern ebenfalls in dieser. Bereits nach 2 Minuten hätte ich dieser Mutter am liebsten meine Meinung gesagt, nach 5 Minuten wäre ich fast geplatzt, nach 10 Minuten hätte ich ihr am liebsten eine geklatscht, nach 15 Minuten am liebsten verprügelt und gleich darauf war ich soweit sie durch die ungeöffnete Tür der Straßenbahn zu schleudern und ihre Kinder mit zu uns nach Hause zu nehmen! Sie beleidigt, erniedrigte und kniff ihre brav sitzenden Kinder permanent.
Die Straßenbahn war rappelvoll und füllte sie immer mehr, die Leute sahen sich das Schauspiel an, schüttelten die Köpfe oder tuschelten, vereinzelt zeigte man mit dem Finger auf besagte Dame. Keiner sagte etwas. Niemand sagte oder tat etwas.
Als ich ausstieg konnte ich nicht mehr anders, ich ging zu ihr und sagte "Könnten Sie in Zukunft bitte in einem anderen und besseren Ton mit ihren Kindern sprechen und nicht in diesem erniedrigen hasserfüllten Ton?! Und etwas weniger handgreiflich gegenüber ihre Kinder sein? Sie wissen hoffentlich schon dass das was Sie hier seit 20 Minuten treiben unter die Begriffe seelische Grausamkeit und körperliche Gewalt gegen Kinder fällt?" und als Antwort kam ein agressiv geknurrtes "Kümmern Sie sich um Ihren Scheiß!" Na bravo da hatte sie mich also. Ich fuhr darum eine Station weiter, denn ich konnte mir eine Antwort darauf leider nicht verkneifen.

"Sorry, aber Ihre Kinder sind leider auch mein Scheiß, unabhängig davon ob Sie und möglicherweise andere es ebenfalls zu sehen. Ich glaube es nennt sich soziale Verantwortung seinem Mitbürger gegenüber bzw. christliche Verantwortung seinem Nächsten gegenüber. Hm,...oder nennt man es schlicht Bürgerpflicht?! Ach ist ja auch egal wie man es letztlich nennt. Auf jeden Fall sind Ihre drei Kurzen da auch meine Zukunft, sie arbeiten später auch einmal zusätzlich bzw. Seite an Seite mit meinen 7 Kindern für meine Rente! Dadurch bin ich also heute dazu verpflichtet ihnen zu helfen, da sie selbst weder körperlich noch geistig dazu in der Lage sind, sondern aufgrund dieser Tatsache vom Wohlwollen ihrer Eltern abhängig sind. Einfach aus dem Grund weil sie später einmal mit ihrer Arbeit mir helfen überleben zu können! Mit Kopfschütteln, tuscheln und mit dem Finger auf Sie zeigen, wie andere es machen, kann ich da ja wohl nicht viel ausrichten, gell?! Da muss ich es Ihnen wohl oder übel schon selbst ins Gesicht sagen, gell?! Sonst wissen Sie ja nicht, das es absolut nicht in Ordnung ist das Sie SO mit und zu ihren Kindern sprechen und ihnen Gewalt zufügen. Das beides besonders Letzteres ein absolutes No go ist! Nase quetschen, in die Arme oder Beine kneifen gehören auch dazu. Das ist kein Spaß und keine Liebkosung, sondern einfach nur Gewalt, denn ihre Kinder erleiden dadurch jedes Mal Schmerzen, wie man übrigens an ihrem gequälten Gesichtsausdruck deutlich erkennen kann! Nur weil sich keiner traut es ihnen zu sagen, das es nicht in Ordnung ist was Sie hier in aller Öffentlichkeit treiben, heißt noch lange nicht, das es dann auch tatsächlich in Ordnung ist und Sie dieses machen dürfen! Eben deshalb musste wohl ich es Ihnen sagen, sonst macht es ja eh keiner, gell" Sie sah mich wie vom Donner gerührt mit offenen Mund sprachlos an und um mich herum liefen die Leute knallrot an. Genau jene die mit dem Finger auf sie gezeigt, die Köpfe zusammen gesteckt und getuschelt hatten. Ich möchte jetzt lieber nicht wissen, wie viele von ihnen selbst Großeltern, Eltern, Onkel, Tanten usw. waren.
Soviel zum Thema Zivilcourage und Kinder sind unsere Zukunft.

Ich bin in den 80igern auf'm ostfriesischen Dorf aufgewachsen, dort waren Kinder damals noch der "Scheiß" von allen Dorfbewohnern! Mehr oder weniger erzog die Gesellschaft früher die Kinder mit. Wenn ein Kind ausspuckte, dann sagte durchaus eine ältere Dame "Igitt, so etwas macht man nicht!" oder wenn es mit einer triefenden Nase rumlief dann sagte schon der eine oder andere so etwas wie "Putze Dir mal Deine Nase"  und reichte oftmals ein Taschentuch dazu. Kinder und ihre Erziehung waren in allen früheren Zeiten niemals alleinige Sache der Eltern, sondern des gesamten Ortes bzw. der Gesellschaft in der sie lebten. Aber auch den Eltern wurde damit geholfen, denn auch sie wussten was sie sich erlauben können und was nicht. Früher sah man nur selten Eltern die ihre Kinder in aller Öffentlichkeit Schwachkopf bezeichnete. Ich glaube kaum das meine Eltern und die anderen Eltern es in unserem kleinen Dorf gewagt hätte, ihre eigenen Kinder mit derlei Schimpfwörter zu überziehen. Nicht nur die Kinder wurden von allen automatisch erzogen, sondern auch die Eltern. Letztere übernahmen es automatisch und gaben dieses an die nächste Generation weiter. Es war ein geschlossener Kreis. Jedem war bewusst das Eltern nicht immer dort sein konnten wo ihre Kinder waren, das sie ihre Kinder nicht permanent im Auge behalten konnten und sie auf Fehlverhalten hinweisen konnten. Einfach weil man sich damals als WIR verstanden hat und noch wusste das man irgendwo voneinander abhängig war, das es ein Kreis war. Das WIR ist aber durch Gleichgültigkeit verschwunden, aber nicht nur deshalb sondern auch durch die Verwandlung in eine Ellenbogengesellschaft.  "Was gehen mich die Kinder anderer Leute an, ich habe mit mir selbst genug zu tun?" "Was gehen mich die anderen an, ich muss erst einmal sehen das es mir möglichst gut geht und ich viel habe!" ...vielleicht auch weil man heute der falschen Meinung ist, man sei nicht mehr von seinen Mitmenschen abhängig.

Heute gilt oftmals nur noch ein "Jeder für sich und Gott gegen alle!"


Kinder im Zug, die sich wie normale Kinder benehmen und nicht wie Erwachsene in Miniaturausgabe sind verpönt.
Da heißt es auch Augen zu und durch. Ich habe kein Problem mit Kindern die reden und durch den Zug laufen, aber auch viele andere deutlich ältere als ich Herrschaften ebenfalls nicht. Aber zwei Tantchen hatten ein Problem mit dem Kind, es mag so um 5 Jahre gewesen sein. Erst war es ein entnervtes Stöhnen, Augen rollen, tuscheln.
Kinder muss man meiner Auffassung nach sehen und hören, sonst wissen wir ja nicht mehr, das wir Zukunft haben. Nun, besagte Tantchen (so um die 50-60 Jahre herum) hatten ein Problem. Als das Kind zum 2. Mal zur Toilette lief, sagten sie ihm "Jetzt ist es aber auch mal genug gewesen!" Meine Sitznachbarin war zu diesem Zeitpunkt bereits 4x an ihnen vorbei zum Bistro und 2x zur Toilette (vollkommen logisch bei 4 Pötte Kaffee und 2 Flaschen Wasser). Nun fühlte ich das Bedürfnis auch auf Toilette zu gehen. Das Kind kam gerade wieder und lief halb hüpfend halb gehend zurück. "Jetzt reichts dat is hier doch kein Spielplatz!" und griff dabei nach dem Arm des Kindes. Ein absolutes No-Go, man fasst keine fremden Kinder an. Als 7-fache Mutter (ohne Kinder unterwegs), habe ich mit derlei Verhalten wirklich ein Problem. "Entschuldigen Sie bitte?!" die Frau reagierte im typischen Ruhrpöttler Style und meinte "Wassen?" Ich:"Darf ich bitte mal vorbei!" in der Hoffnung sie würde das Kind loslassen. "Geh mal zur Seite, Du Ursel!" und zog es zur Seite. Wow, ich war begeistert "Sagen Sie mal, waren Sie selbst eigentlich niemals jung und ein Kind?!" Sie blickte mich entgeistert an "Hä? Wie meinen Sie dat?" Ich zeigte auf den Arm des Kindes das sich immer noch im Klammergriff der Dame befand. "Soetwas macht man als erwachsener Mensch und in dem Alter einfach nicht mehr! Das gibt am noch blaue Flecken. Ganz ehrlich wäre dieses mein Kind, ich würde Sie auf der Stelle beim Zugführer melden und Anzeige gegen Sie erstatten!" Auf der Stelle liess sie das Kind los und dieses huschte ganz schnell auf seinen Platz. Ich ging weiter. Wenig später plapperte das Kind wieder auf seinem Platz, die beiden Tantchen regten sich tierisch auf. Ich würde sagen, nicht das Kind sondern ihr gegenseitiges Hetzen über das Kind ließ am Ende die Sache eskalieren. Die Mutter, das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt sein, verfügte über Sitzplatzreservierungen für sich und ihr Kind. Was auch erwähnt sein sollte ist die Tatsache: die Bahn verfügt über Wagen mit sog. Ruhezonen, d.h. nicht nur Handy sind dort nicht erlaubt sondern man hat sich auch leise zu verhalten. Man kann sich bei der Reservierung hier einen Platz problemlos und ohne Mehrkosten buchen. Was dann kam war unter aller Sau. Die Dame überschlug sich fast, wurde roter und roter, lauter und lauter und die Mutter leiser und leiser, versank tiefer und tiefer im Sitz. STOPP! Geht gar nicht. Derjenige der Kinder weder hören noch sehen möchte, während er von A nach B pendelt, sollte meiner Meinung nach:
A) sein eigenes Fahrzeug wählen und auf öffentliche Verkehrsmittel komplett verzichten
oder B) einen Sitzplatz in der Ruhezone buchen/wählen und Großraumabteile komplett meiden.
Ich fühlte mich nicht durch das Kind gestört, sondern vielmehr durch das lauthalse Gekreische und den lautstarken Beschimpfungen der Dame. Sie war bestimmt fünfmal lauter als das Kind. Hatte die Dame mit Unterstützung gerechnet, so hatte sie sich leider kräftig in den Finger geschnitten. Wir waren in einem Zug der über Baden in Richtung Schweiz fuhr, in einem Großraumabteil lauter Badener und Schweizer (logischerweise auch ein Ostfriese, nämlich ich). In Süddeutschland, das ist mir aufgefallen geht man deutlich nachsichtiger und freundlicher mit Kindern um, als in Norddeutschland heutzutage. (Früher war es im Norden deutlich anders und verhielt sich ebenso wie hier!) Der Schuss ging leider nach hinten los und am Ende war sie diejenige die gewaltig zusammengefaltet wurde. Das Abteil war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Zugführer musste die Dame leider bitten, das Abteil zu verlassen oder endlich Ruhe zu geben, da sich andere Reisende durch sie belästigt als auch gestört fühlten und es mehrfache Beschwerden über sie gegeben hätte (logisch, hatten wir uns doch alle beschwert und ihn gebeten, er möge die Dame bitten uns nicht weiterhin durch ihr lautstarkes Schreien zu belästigen und zu stören!) Kunststück hatte doch eine sehr betagte Dame mit Rollator ihn herbei geholt. Der nette Bahnonkel bat uns andere fast untertänigst um Verzeihung und besagte Rollator Dame meinte recht laut und honigsüss "Awa Kerle, es ist doch fei net Deine Schuld, des manche Leit koi gescheit Kinderstub gehat hen, gell!"

Falls noch jemand wissen möchte warum Baden-Württemberg Kinderland heißt, dieses ist einer der vielen Gründe dafür.
Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen den Mund aufzumachen, wenn ich sehe das Unrecht geschieht oder wenn ich derlei Dinge sehe. Das ich mich herausziehe, das ich die Dinge nicht mehr mitmache. Das ich Nein sage und mich ausklinke. Ich will nicht irgendwelche Shirts oder Hosentragen müssen, nur weil jeder sie trägt. Ich will nicht mehr irgendwelche Musik hören, nur weil sie gerade modern ist. Und ich will nicht mehr nach dem netten Poesiealbumspruch leben, den mir einst eine Freundin in dieses Album schrieb:
"Denk nicht drum was andere machen, kümmere Dich um Deine eigene Sachen!"
Ich bin schließlich kein kleines abhängiges Mädchen unter 10 Jahren mehr, sondern erwachsen und emanzipiert genug.
Es ist mir egal ob ich damit anecke oder für andere unbequem bin. Warum?!
Nun dieses Warum ist ganz einfach zu erklären:
Einfach weil ich hoffe, das auch mir jemand sagt, wenn ich falsch handle.
Wenn ich meine Kinder zusammenfalte, mir jemand sagt, das es nicht in Ordnung ist das ich so mit ihnen spreche und damit meinen Kindern hilft.
Einfach das mich jemand zurück ins Jetzt und damit aus der Wut herausholt, wenn ich selbst vor lauter Ärger nicht mehr dazu in der Lage bin.
Das mir auch mein Fehlverhalten vor Augen geführt wird, wenn ich es selbst nicht mehr merke wie weit mich mein Ärger bereits getrieben hat.

Denn es ist nicht in Ordnung wenn Eltern ihre Kinder beleidigen, sie herabwürdigen, sie kränken, sie als zu dumm, zu blöd oder oder oder bezeichnen.
Es ist nicht okay wenn Eltern ihre Kinder ins Bein, in den Arm kneifen, ihnen die Nase quetschen oder sie immer wieder mit dem Ellenbogen oder der Faust in die Seite knuffen und boxen.
Es ist nicht okay, wenn man wegschaut anstatt hinsieht.
Es ist nicht okay, wenn man diese Leute einfach gewähren lässt.
Es ist nicht okay, wenn man dieses unkommentiert lässt.
Es ist nicht okay, wenn man glaubt die Zukunft dieses Landes ginge uns nichts mehr an.
Es ist nicht okay, wenn man glaubt Kinder müssten sich anpassen
Es ist nicht okay, wenn man erwartet das Kinder sich wie Erwachsene benehmen
Es ist nicht okay, wenn man Kinder nicht hören und sehen will.
Es ist nicht okay, wenn wir kein Verständnis mehr für den normalen Bewegungsdrang eines Kinder haben.
Es ist nicht okay, wenn man Kindern verbietet zu spielen und Kind zu sein.
Es ist nicht okay, wenn man Kindern nicht mehr erlaubt auf den draußen auf den Straßen, Gehwegen etc. zu spielen und zu toben.
Es ist nicht okay, wenn man ...................

Das war es nie und das wird es auch niemals sein, unabhängig davon was jeder Einzelne für sich glauben mag..

Unsere Kinder sind das Wertvollste was unser Land und unsere Gesellschaft besitzt und vorzuweisen hat. Nicht unsere Goldreserven im entfernten Amerika, unsere Bodenschätze oder oder oder sondern unsere Kinder. Diese sichern unsere Zukunft und den Fortbestand unserer Gesellschaft, unseres Landes,...! Mit Kindern meine ich jedes einzelne Kind das in Deutschland lebt, unabhängig von seiner Nationalität, seiner Glaubensrichtung oder der seiner Eltern. Jedes Kind ist wichtig und bedeutet Zukunft.
Mit Kindern zu tun zu haben, bedeutet jeden Tag die Zukunft anfassen und sehen zu können.

Es ist wichtig und richtig sich für die Zukunft einzusetzen, das sind unsere Kinder, jedes Einzelne von ihnen.
Unsere Kinder gehören zu den unzufriedensten Kindern in ganz Europa - ganz ohne Grund und ohne unser aller Zutun wird dieses sicherlich nicht so sein. 




Montag, 24. Juni 2013

Was ist eine Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten?


Ehrenpatenschaften



Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Ist der Antrag für das Kind unterblieben, kann er auch für ein später geborenes Kind der Familie gestellt werden. Die Ehrenpatenschaft wird in einer Familie nur einmal übernommen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen einschließlich des Patenkindes mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen. Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt.



Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Der Bundespräsident bringt mit der Ehrenpatenschaft die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben. Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.



Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft sind dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- bzw.Gemeindeverwaltung zuzuleiten. Der Bundespräsident stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus und lässt diese mit einem Patengeschenk (zzt. 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde aushändigen.



Seit 1949 wurden insgesamt rund 77.700 Ehrenpatenschaften übernommen (Stand 31.12.2012). Im Jahr 2012 waren es 599 (2011: 670, 2010: 603, 2009: 670). Bundespräsident Joachim Gauck hat seit dem Amtsantritt am 18. März 2012 bisher 459 Ehrenpatenschaften übernommen (Stand: 31.12.2012).


Das ist die Erklärung seitens: http://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Wirken-im-Inland/Jubilaeen-und-Ehrenpatenschaften/jubilaeen-und-ehrenpatenschaften-node.html


Auf Seite der Eltern lässt sich aber sagen:
Es ist ein netter Wisch, der keinerlei Bedeutung hat. Man hat dadurch weder Vor- noch Nachteile. Auch Familien die viele Kinder haben und die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten besitzen, haben es ebenso so schwer und müssen um jeden cm im Leben kämpfen. Sie werden auch dann noch in einigen Volksschichten als DUMM, ASOZIAL und DRECKIG angesehen. Es macht also keinen Unterschied, außer das sie einmalig über 500,- Euro mehr als jene verfügen, welche die Ehrenpatenschaft nicht beantragt haben. Der Bundespräsident, von Herrn Johannes Rau abgesehen, interessiert sich letztlich nicht für seine Paten. Es finden auch keine Umfragen statt, wie diese Familien das Leben in Deutschland empfinden und erleben. Sie tragen genausowenig dazu bei, das sich Politik in diesem Land in Richtung mehr kinder- und familienfreundlich verändert. Sie bleiben von der Politik, ebenso wie andere (kinderreiche) Familien, übersehen und vergessen.


Eine Ehrenpatenschaft ist also nichts Besonderes, außer die Familie selbst macht daraus etwas Besonderes oder Wichtiges. Für alle anderen ändert sich dadurch nichts, außer einmalig 500 Euro mehr zu haben. Für die Gesellschaft selbst macht es ebenfalls keinen Unterschied, letztlich ist es einfach nur ein Mehraufwand an Steuergeldern für die Urkunde, das Autogramm des Präsidenten und die 500 Euro die je beantragte Patenschaft anfallen.

Du bist und bleibst, bei den 1-2Kind-Familien-Nonplus-Ultra Jüngern weiterhin verpönt und verachtet. Insbesondere in Augen derer die sich bereits vollkommen mit einem Kind überforderten Eltern mit ihrer schmutzigen Fantasie bzw. ihrem eigenem starken Sexualtrieb weiterhin "Die asozialen und dummen Leute (zu blöd um zu Verhüten) die den ganzen Tag im Bett liegen um zu f.cken und keine weiteren Hobbies ausser dieses besitzen!" Am Denken dieses, mit Sozialkompetenz und Intelligenz weniger reichlich bedachten, Gesellschaftsteils kann diese Patenschaft rein gar nichts verändern. Denn sie ist nur theoretisch eine Auszeichnung, praktisch findet sie aber keinerlei Anwendung.

Das SOZIALPRESTIGE kinderreicher Familie wird hierdurch nicht gestärkt und ihre besondere Bedeutung für die Gesellschaft wird auch nicht hervorgehoben, da es sich um eine Auszeichnung handelt die im stillen Kämmerlei jenseits der Medien und des Volkes vollzieht. In unserem Fall war es so, das wir mal eben im schnell-schnell Verfahren bei einer Tasse Tee beim Bürgermeister vorgeladen waren. Schnell schnell eine Unterschrift leisten mussten und dann schnell schnell das Geld hingezählt bekamen und dann wieder schnell-schnell verschwinden durften. Es war außer uns Eltern und unser Kind kein anderer anwesend, auch die regionale Presse nicht. Niemand erfuhr und weiß davon, außer jenen denen wir es erzählt haben. Es war am Ende eher ein Nachteil für mich.  Bei Gesprächen mit dem Bürgermeister in Zukunft, insbesondere wenn es kritische waren, und diesem die Argumente ausgingen, wurde ich auf meine 7 Kinder reduziert. Sozusagen als Ablenkungsmanöver oder um mir meinen Stand und was er von meiner Meinung hielt aufzuweisen. Wenn er nicht weiterwusste, kamen dumme Sätze wie "Sag mal warst Du das nicht mit den 7 Kindern?" und wenn ich verwirrt ja sagte, kam die Antwort "Damit hast Du sicherlich auch sehr viel zu tun!" Kurz: Du bist doch die dumm ist. Kümmere Dich lieber um Deine 7 Kinder als mir zu erklären das zu wenig Bildung (0,70x1,50m Regal inkl mehrerer Gartengestaltung Bände mit Titel "Der schön Rasen", Traumgärten selbst gestalten", zuviel Harry Potter (jeder der 7 Bände 4-5x vorhanden) und zuwenig Weltliteratur (3xLindgren, 4x Blyton...) in der neuen Bücherei stehen und das 10 Euro für eine Büchereikarte bei dem Angebot vollkommen daneben ist!"


Es ist in diesem Land nicht einfach viele Kinder zu haben, das weiß der Herr, sondern in der meisten Zeit ist es sehr schwer und wird sich auch zukünftig als immer schwieriger gestalten! Raum für freie Lebensgestaltung bleibt nur wenig, das Recht auf Gleichheit und Bildung findet auch kaum Anwendung!

Hilfe und Unterstützung gibt es ungefragt von keiner Seite, solange alles gut läuft, aber auch generell selbst auf Anfrage nicht. Erst wenn etwas vollkommen daneben läuft, bemerkt man uns kinderreiche Familien. Dann wird mit dem Finger auf kinderreiche Familie gezeigt und oftmals fangen die Sätze mit "Typisch Großfamilie,.....!" oder "Wusste ich es doch, dass....!".

Erst wenn Kinder bereits durch die Höhle gehen, wird geholfen.

Erst wenn Kinder bereits von jahrelanger Verwahrlosung gezeichnet wird, wird geholfen.

Erst wenn Eltern und ihre Kinder halb verhungert sind, wird geholfen.

Erst wenn Mütter/Väter vor lauter Verzweiflung ihre Kinder wieder und wieder schlagen, wird geholfen.

Aber gleichzeitig wird auch mit dem Finger auf sie gezeigt, dann wird das Bild der bösen Mutter/des bösen Vaters, der dreckigen und faulen Schlampe/ des SChlampers gezeichnet. Immer schwingt ein Vorwurf mit, oftmals ungerechtfertigt. 

Es werden böse Vorwurfe erhoben. Diese gehen aber immer in Richtung derjenigen die einfach übersehen, vergessen und im Stich gelassen wurden. Niemals aber in Richtung derjenigen, die übersahen, vergaßen und im Stich ließen. Niemals in Richtung derer die nicht von sich aus halfen. Jener die von vornherein wussten, das mehr als 1-2 Kinder zuviel sind für eine Familie und dieses proklamierten.

Wo waren sie??? Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille und nicht nur eine!


Ich kann das WARUM sehr oft verstehen und nachvollziehen!
Warum Eltern ihre Kinder schlagen!
Warum Eltern ihre (Schrei-)Babys schütteln!

Warum Eltern im Chaos leben!
Warum.........

Ich glaube nicht an die bösen Eltern die ihren Kindern mit Absicht Böses antun.
Ich glaube nicht an die faulen Eltern die ihre Kinder mit Absicht im Dreck leben lassen.

Ich kann verstehen, warum die Dinge geschehen.Nicht das ich es selbst tun würde, aber warum es dazu kommt. Nur zum Verständnis: Ich gutheisse diese Dinge nicht, auf gar keinen Fall. Ich verstehe Warum Eltern dieses tun warum es geschieht oder geschehen kann, nicht DAS sie es tun. Das WARUM ist weil sie ALLEIN waren, man sie SICH SELBST ÜBERLASSEN hat, ihnen keine Hilfe anbot, .....

Aus Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung!

Ich meine natürlich nicht jene Leute die aus reinem Sadismus Zigaretten auf Kinderhaut ausdrücken, sie verhungern lassen, missbrauchen usw. Obwohl, irgendwie auch, denn sie selbst sind krank und auch sie haben keine Hilfe erhalten als es vielleicht noch früh genug gewesen wäre.

Weil Menschen wegsehen statt hinzusehen.
Weil Menschen ignorieren.
Weil es Menschen egal ist wie andere Menschen ihre Kinder behandeln.
Weil Menschen glauben sie hätten keine soziale Verantwortung.
Weil Menschen glauben sie hätten genug zu tun und getan wenn sie sich nur um sich selbst kümmern.
Weil Menschen glauben das derjenige der bereit war spätere Renten- und Steuerzahler zu bekommen, gefälligst zusehen soll wie er zurecht kommt.
Weil Menschen glauben andere gingen sie nichts an und würden in keinerlei Zusammenhang mit ihnen und ihrem Leben stehen. 

Weil Menschen zu sehr in ihrem Ego-Denken verhaftet sind.
Weil Menschen glauben sie seien unabhängig und nicht abhängig von ihren Mitmenschen.

Eine Ehrenpatenschaft ändert daran auch nichts (mehr).

Großfamilien gelten auch durch diese Patenschaft weiterhin als ...nun ja... ein nettes Wort fällt mir hierzu leider nicht ein.
Aber das was andere oftmals glauben was wir sind, das sind wir nicht. Wir sagen ja auch nicht:
Jeder Singlemann/jeder Singlefrau ist auch ein Vorstandsvorsitzende/r.
Jeder Vater von 1-2 Kindern ist ein Supervater der viel mit seinen Kindern macht und sie fördert wo er nur kann.
Jede Mutter von 2 Kindern ist eine Supermutter die ganz viel mit ihren Kindern macht und sie fördert wo sie kann.
Alle Teeniemütter töten irgendwann ihre Kinder oder lassen diese verwahrlosen.
Alle alleinstehende Mütter lassen ihre Kinder verhungern.
Jeder Lebenspartner einer alleinerziehenden Mutter ist ein Sadist und quält oder tötet das Kind seiner Partnerin.
Jede/r Geschiedene ist ein/e ALGII Empfängerin.
Jeder Mieter ist ein Mietnomade, zerstört Wohnungen, zahlt keine Miete, ....
Jeder Spieler eines sog. Ballerspiels läuft Amok.
Jeder Stiefvater missbraucht und misshandelt die Kinder seiner Frau aus erster Ehe.
Nur weil es jene in diesen Reihen gibt und wir sie von der jeweiligen Personengruppe in diesem Zusammenhang gehäuft in den Medien lesen, sehen oder hören.


Also warum sollte jede Großfamilie irgendeinem Klischee entsprechen, das Medien und schlechte Erfahrungen einzelner mit dieser Personengruppe ersonnen haben?! EBEN!

Wir normalen Großfamilien, werden hinter Schloß und Riegel gehalten. Uns will niemand sehen, wir sind zu langweilig für die Medien und Gesellschaft. Unsere Leben unterscheiden sich nur an dem Punkt das wir mehr Kinder haben von dem Leben der sog. anderen Familien.

Aber wir sind da und wir sind in der Mehrheit! Diejenigen von denen man (im Negativen) hört und sieht, das sind in Wahrheit die Ausnahmen.

An der Einstellung und den Vorurteilen in den Köpfen der Menschen ändert eine Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten rein gar nichts. Sie existiert lediglich im Verborgenen und wird nur im Zusammenhang mit "Was wir alles für Familien tun, wie wir diese fördern und sie unterstützen" als Glanzleistung aus den tiefsten Tiefen der untersten Schubladen hervor geholt. Immer wenn es für die jeweilige Regierung sich als nützlich erweist sozusagen.
Aber ansonsten?!
Nichts außer Vorurteile in den Köpfen vieler Menschen. Diese gilt es zu verändern. Indem wir "normalen" präsenter sind und lernen uns wie die "anderen", nur im positiven, geschickt in Szene zu setzen. Wir das Selbstbewusstsein entwickeln und sagen "JA! Wir sind viele!" "Ja wir haben 7 (oder ???) Kinder!" anstatt verschämt zu gestehen man habe mehr als die statistischen 1,4 Kinder.

Nicht wir müssen uns schämen, nicht wir sind die Asozialen, nein, denn wir leisten unseren gesellschaftlichen Beitrag und das in nicht gerade unerheblicher sondern auf sehr vielfältige Art und Weise. Tag für Tag und über sehr viele Jahre, mehr als manch anderer der uns mit Schimpfwörtern bedenkt, auf uns herabsieht oder oder oder! Also sollten wir doch einfach sagen können, wenn uns jemand entsetzt: "Was SIE-BEN Kinder?!" fragt, es nicht verschämt bestätigen sondern ganz selbstbewusst sagen
"Ja SIEBEN! Was sagten Sie gleich, was tun Sie für die Gesellschaft und die Zukunft der Gleichen?!"

Nix für ungut, nech - aber dat musste hier echt einmal raus, wah!